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Doom - Woche 37 - 07.09.-13.09.2026

07.09.-13.09.2026

Hallo Menschen,

Eigentlich wollte ich euch heute von zwei Terminen in dieser Woche berichten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Auf beiden habe ich ein Gedankenexperiment vorgeschlagen, von dem ich ursprünglich in einer der letzten Freakshow-Folgen gehört habe. Was wäre eigentlich, wenn sich alle Verantwortlichen von heute auf morgen entschließen würden, KI nicht mehr weiterzuentwickeln? Wir hätten immer noch verdammt gute lokale Modelle, die nicht wieder verschwinden und die Welt allein mit diesem Stand weiter massiv verändern würden. Vier Tage später, heute Morgen, liegt es als Pressemitteilung vor. Also, etwas abgeschwächter, aber es geht in die Richtung.

Anthropic hat die Branche zu einer koordinierten Entwicklungspause aufgerufen, und Sam Altman von OpenAI hat ihm innerhalb weniger Stunden auf X zugestimmt. Elon Musk auch. Zum ersten Mal fordern die Chefs mehrerer großer Labore gemeinsam ein langsameres Tempo. Nachzulesen beim ORF, im Tagesspiegel und in der Washington Post. Das ist die Geschwindigkeit, in der wir gerade arbeiten, und genau deshalb hilft es wenig, in den Organisationen auf den nächsten stabilen Zustand zu warten, so wie ich es immer wieder höre.

Einer der Auslöser war wohl Jacob Coxon, ein (ehemaliger) Mitarbeiter und Anthropic und der hat gekündigt. Das machen viele Menschen vermutlich jeden Tag. Aber er hat was dazu geschrieben, was wiederum viele andere Menschen weltweit wahrgenommen haben. Es fallen Worte wie "Auslöschung bis zum Ende des Jahrzehnts" und "Endgame" und den Verlust der Kontrolle bis zum Ende des kommenden Jahres. Hallo Skynet.

Wie viel davon jetzt tatsächlich Doom ist und wie viel davon von Nicht-Techaffinen hochgejazzt wird, wird sich zeigen. Meiner Meinung nach ist da schon was dran, aber hängen bleibt da draußen auch, dass wir alle in kürzester Zeit sterben werden, Terminator lässt grüßen. Was natürlich wirklich Quatsch ist. Vielmehr kann man auch vermuten, dass diese Intervention gerade ganz gut passt, um den ganzen Investitionswahnsinn zu hinterfragen. (Ich erinnere nur an die 60 Milliarden Euro für den Kauf von Cursor.) Vielleicht sind die Kassen einfach jetzt auch mal leer?

Und sonst so?

"Astra" ist da. Für mich als Bochumer ist das immer noch ein altes, klappriges Auto von Opel. Hat aber gar nichts damit zu tun, sondern ist das GPT-6 von OpenAI. Und für die meisten Nutzer ändert sich trotzdem nichts. Gregor Schmalzried nennt das "Gut-Genug-Problem": Wer ohne Skills, Kontext und Memory chattet, bekommt okaye Antworten, fängt bei jedem Chat von vorn an und wird nicht besser. Nutzer müssen Manager und Architekt des eigenen KI-Systems werden.

Direkt nach dem Start der Woche noch ein Boom. Das kam zugegebenermaßen schon letzte Woche, aber ich habe es echt mehr oder weniger übersehen. OpenAI-Agenten nutzten deutsches Wiki als geheimes Schwarzes Brett. Passt zum Thema oben.

Meta bringt mit Muse einen persönlichen Agenten für Alltagsaufgaben heraus.

Österreich will Bescheide von einem Sprachmodell schreiben lassen. GovGPT soll in der Bundesverwaltung Anträge bearbeiten, der Gesetz-Entwurf sieht nur noch stichprobenartige menschliche Kontrolle vor. Aufsicht führen Behördenleitungen und Bürgermeister.

Der TÜV plant ein KI-Zertifikat, dreistufig, Pilotphase läuft, erste Zertifizierungen sollen Ende des Jahres kommen. Wenn ihr in Ausschreibungen belastbare Kriterien für KI-Anbieter braucht, wird sowas vielleicht bald eine Rolle spielen?

Zwei weitere US-Zeitungen haben OpenAI und Microsoft verklagt und fordern die Vernichtung der trainierten Modelle. Vorwurf: Umgehung von robots.txt und maschinenlesbaren Verboten. Gehört in dieselbe Schublade wie der LAION-Fall vor dem Bundesgerichtshof aus der Vorwoche.

Ach ja, und dann hat Apple noch Neues rausgehauen. Ihr dürft jetzt euer Telefon falten, so Ihr denn die notwendige Kohle dafür habt. (Im Ernst, ich hab mir vor zwei Jahren ein neues Rennpferd-MacBook gekauft mit 64GB RAM und 4TB SSD. Vermutlich könnte ich heute mit dem Wiederverkaufswert meine nicht vorhandene Eigentumswohnung abbezahlen.)

KI-News der Woche mit Relevanz für die Sozialwirtschaft

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat den aktuellen Stiftungsfokus zu Künstlicher Intelligenz in der Stiftungsarbeit veröffentlicht. 41 Prozent der teilnehmenden Stiftungen nutzen KI, 16 Prozent planen es. 77 Prozent der nutzenden Stiftungen setzen KI in vier oder mehr Arbeitsbereichen ein, regelmäßig tun das aber nur 28 Prozent. Bei der Regelung hinkt die Praxis hinterher, erst 39 Prozent haben den Einsatz klar oder teilweise geregelt. Stiftungen mit hauptamtlichen Strukturen nutzen deutlich mehr. Gewünscht werden vor allem Praxisbeispiele und Orientierung.

Google testet, AI Overviews automatisch in voller Länge auszuklappen. Die organischen Treffer rutschen weiter nach unten. Für eure Website heißt das, dass der Klick auf euer Spendenformular noch ein Stück unwahrscheinlicher wird, wenn die Antwort schon oben steht. Hatten sie für die USA bereits angekündigt.

Diese Woche erst entdeckt:

Video der Woche

Doom? Wahr oder nicht?

Habt es schön.
Maik

Foto der Woche: Musikhall in Aalborg - Sommer 2026

Was soll das hier?

Ich fasse für Euch die Woche aus Sicht der KI-Themen zusammen, die gemeinnützige Organisationen, Vereine und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft interessieren können und manchmal auch müssen. Alles rein subjektiv.

Ich bin Maik Meid. Ich bin seit über 20 Jahren im Fundraising im Fundraising und in der Kommunikation von und für gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft tätig. Seit 2013 bin ich als selbständiger Begleiter unterwegs und man kann mich für Fragen rund um's Fundraising, Sozialmarketing und KI buchen. Was ich mache, steht auf meiner Website.

Dort gibt es auch noch eine KI Link-Liste, einen KI- und Fundraising-Werkzeugkoffer und 'nen Blog.

Falls ich euch bei Dingen behilflich sein soll, das alles auf eure Organisation zu übertragen, dann kontaktiert mich. Schreibt mir eine E-Mail und wir starten bei euch durch.

Maik kontaktieren

Tach, ich bin Maik Meid.

Ich unterstütze seit 20 Jahren gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft mit Medien und Workshops rund um’s Fundraising und Kommunikation. Und seit Anfang 2023 bleibe ich für Euch tagesaktuell auf dem KI-Entwicklungsstand der Dinge. (Ich mach wirklich kaum anderes mehr…)

© Maik Meid Fundraising Media