13.07.-19.07.2026
Hallo Menschen,
"Ich sollte da gestorben haben." Okay, das war schon vorletzte Woche ein Thema, aber es geht zurecht nicht aus dem Internet raus. Amazon unternimmt Versuche einer Synchronisation ins Deutsche und löst damit Schockmomente aus, ob dies die Zukunft der Unterhaltung sei. Und genau dieser Effekt ist es auch, der in den Organisationen einen zurecht kritischen Blick auf dieses ganze Neue entwickeln lässt. Bei solchen Beispielen sterbe ich innerlich eben auch.
Ich hab aber auch in der letzten Woche recht viel über das Thema Open Source Modelle gehört und auch Gespräche geführt. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass wir es hier zum aktuellen Zeitpunkt und in unserer Branche noch nicht wirklich produktiv einsetzen können. Your opinion may vary! Aber ich hab gestern erst noch mit meinem M4 Max und 64GB eine recht einfache 1000 Zeilen CSV-Datei "aufbereiten" lassen mit echt einer sehr hohen Fehlerquote und trotz gehypetem Modell. Hat also erneut nicht geklappt. Gedauert hat's zudem noch 30min. Und ich bin jetzt nicht der dümmste anzunehmende Nutzer.
ABER: Die Kluft zwischen den ganzen Open Source/Open Weight Modellen und den ganzen Frontier-Modellen wird aktuell immer geringer und die zeitlichen Abstände der Entwicklung ebenfalls immer kürzer. Das könnte darauf hinauslaufen, dass entweder wirklich irgendwann die wirtschaftliche Blase platzt als auch die Speicherpreise weiter explodieren. Warum sollte ein Unternehmen weiter in fremdgesteuerte Frontier-Systeme setzen, wenn man die Weights auch zu Hause haben kann?
Vielleicht lohnt es sich dann doch auch irgendwann in unserer Blase, eigene (wenn sie denn bei den aktuellen Preisen bezahlbar sind!) Serverinfrastrukturen zu nutzen, wenn man eben Caritas oder Diakonie ist. Bleibt neben den Kosten aber auch die Frage, wer es denn bauen und betreiben soll? Aber was weiß ich schon? Ich sollte da gestorben haben. Aber vielleicht braucht es ja doch nicht so lange.
Und sonst so?
Die umstrittene Tilly kriegt ihre erste Rolle. Das kleine Hardware-Stück von Plaud hat eine ChatGPT Anbindung bekommen. ChatGPT selbst hat eine neue App und treibt damit viele in den Wahnsinn. Und außerdem ein neues Stück Hardware, das aber niemanden von euch interessieren wird. Südkorea plant kostenlosen KI-Zugang für alle Bürger und Fable bleibt in den Claude Pro Accounts, aber um einiges reduziert.
KI-News der Woche mit Relevanz für die Sozialwirtschaft
Markus Dressnandt wies mich auf das Projekt aim2balance hin. Eigenen Angaben nach eine KI-Plattform für Mensch und Natur. Danke Dir dafür.
Bei Meta wurden kranke Menschen gekündigt, weil sie keine Token genutzt haben und so die KI-Bewertung nicht gut ausfiel.
Die KI-Kennzeichnungspflicht für Fotos gilt ab August 2026: Mehr zum Gesetz.
Aus dem Plan AI 2027 ist jetzt AI 2040 geworden, inklusive einer Einschätzung, dass KI die Welt zu 70% auslöschen wird.
Ein wirklich relevanter Aufruf: A Statement on AI’s Transformation of the Economy
KI in der Wohlfahrt: 3 Erkenntnisse aus dem Caritas Kongress
KI-gestützte Wissensarbeit (KIWA): Jetzt müssen wir lernen, auf neue Art zu denken und zu arbeiten
Medienrecht gilt auch für KI-Suchmaschinen
Zehn Thesen zu einer KI-Vergütung – ein neues Thesenpapier von iRights.Lab
Reiche US-Eltern schicken Kinder auf KI-Schulen
"Linux ist kein Anti-KI-Projekt", sagt Linus Thorvalds
Claude for Teachers ist da, aber erst mal nur in Amerika. (Wenn das nach Deutschland kommt, dann wird es meiner Meinung nach alle anderen "Bildungs" KI-Systeme ad absurdum führen, weil sie mit den ganzen Frontier-Fähigkeiten von Claude nicht mithalten werden können. Und Menschen werden sich eben nicht mit den schlechteren Werkzeugen abfinden und eher weiter eine Schatten-KI betreiben.)
Diese Woche erst entdeckt:
Eine Liste KI-gestützter mehrsprachige Dienste der EU
Der neue Weg für Europas KI-Unternehmen: Die DeepSeek-Wende und ihre Folgen
Web-Projekt der Woche:
Hat nur wenig was mit KI zu tun, sondern ist eher für's Fundraising, aber meine Website hat jetzt einen CSV-Dubletten-Checker. Wie üblich, alles läuft im Browser.
Was ich mit der Fable Verlängerung gemacht habe:
Seit Jahren stecke ich im "Produktivitätstunnel". Ich interessiere mich einfach für unterschiedliche Herangehensweisen im Bereich des digitalen Arbeiten. Und irgendwie bin ich da zwischen GTD ("Getting Things Done" nach David Allen) und PARA (nach Tjargo Forte) hängengeblieben. Alles nicht dogmatisch, aber doch als führende Hilfsmittel für mich persönloch. Und ich habe wirklich unzählige Tools durchgespielt und immer wieder neu ausprobiert. Todoist, Things, TickTick, AnyDo, MeisterTask, Clickup und was weiß ich noch alles. Aber ich bin immer wieder zurück zu OmniFocus, was ich jetzt schon seit mindestens 10 Jahren nutze.
Wer hier Dinge liest weiß aber auch auch, dass mehr oder weniger alles andere bei mir über Obsidian läuft: Meine Projektverwaltung, mein CRM, dieser Wochenrückblick hier, die KI-Links. OmniFocus und Obsidian sind aber zwei unterschiedliche Systeme und Ansätze, inklusive doppelter Pflege. Ein neues Projekt musste immer in zwei Systemen angelegt und betreut werden. Jetzt kommt Fable ins Spiel. (Ginge natürlich auch mit anderen LLM, aber ich wollte es ja ausprobieren.)
In den letzten Wochen und Tagen hab ich mir ein ToDo-Tool für den Mac gebaut, das Obsidian als Wahrheits-Datenquelle anerkennt und OmniFocus überflüssig macht. Inklusive einem für mich sinnvollen Projektmanagement und iOS App. Die allermeisten Features von OmniFocus hab ich eh nicht benutzt, inkl. der ganzen Automatisierung. Dafür fehlten immer die kleinen individuellen Besonderheiten in meinem Workflow. Diese sind aber jetzt in meinem eigenen individuellen ToDo- und Projekt-Tool drin.
Das wichtigste an ToDo-Tools ist, dass man ihnen vertrauen muss. Mit OmniFocus ist mir nie was durchgerutscht. Die Achilles-Verse wird jetzt sein, ob sich mein Tool dieses Vertrauen auch verdient. Gut, dass Ferien sind. Da kann beides mal parallel laufen und mit nicht-arbeitsmäßigen Themen arbeiten. Ich werde berichten.
Video der Woche
Die kommenden Wochen ist der KI-Wochenrückblick im Urlaubsmodus. Ich winke freundlich aus der freien Zeit, versuche aber keine allzu große Lücke entstehen zu lassen. Wird halt etwas weniger werden.
Habt es schön.
Und: Keine Angst, keine Angst, keine Angst.
Maik
Foto der Woche: Summer Throwback 2023 - Kopenhagen
Was soll das hier?
Ich bin Maik Meid. Ich fasse für Euch die Woche aus Sicht der KI-Themen zusammen, die gemeinnützige Organisationen, Vereine und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft interessieren können und manchmal auch müssen. Alles rein subjektiv.
Falls ich euch dabei behilflich sein soll, das alles auf eure Organisation zu übertragen, dann kontaktiert mich. Schreibt mir eine E-Mail und wir starten bei euch durch.