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FRR114 - Wohnzimmerspende & Giving Circles

Cover: FRR114 - Wohnzimmerspende & Giving Circles

Folge 114 · 17.06.2021 · 1:07:04

Felix Dresewski bringt mit der Wohnzimmerspende Giving Circles nach Deutschland. Das bedeutet, dass Einzelpersonen ihre Spenden zusammenlegen und einem guten Zweck widmen. Und das sollten noch viel mehr Menschen machen.

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Transkript (automatisch erstellt, unredigiert)

Sprecher 1 Hallo und herzlich willkommen zum Fundraising Radio. Heute habe ich mir mal Felix Dresewski zu Gast. eingeladen. Da gibt es eine ganze Reihe an Themen, über die wir reden können und zum Teil auch werden. Also wer ist Felix und warum hat Felix mit Fundraising zu tun, obwohl er hauptberuflich eigentlich eher Geld ausgibt. Was sind Giving Circles und was hat das Ganze mit Felix Wohnzimmer zu tun? Ja und links und rechts wird uns dann sicherlich auch noch das ein oder andere Thema einfallen. Hallo Felix! Hallo Jona. Felix, du bist, wenn man dem Internet glaubt, Geschäftsführung der Dole-Stiftung, die sich um benachteiligte Jugendliche kümmert und noch irgendwo nebenbei auch Naturschutz macht. Ist das so korrekt?

Sprecher 2 Genau, das ist richtig. Seit sieben Jahren lebe und arbeite ich im Rheinland und kümmere mich um das soziale und Umweltengagement einer Unternehmerfamilie, die Familie Dole.

Sprecher 1 Das ist eine ganz klassische Unternehmung, also nicht Unternehmensstiftung, sondern eine ganz klassische Stiftung von einem Ehepaar gestiftet, die sich noch selber aktiv dort einsetzen.

Sprecher 2 Ja, genau, das ist die Stiftung der Unternehmerfamilie. Das hat also keine unternehmensverbundene Stiftung, wie man das bei der Bosch-Stiftung und bei vielen anderen Stiftungen kennt, wo die Stiftung. . quasi Anteile am Unternehmen halten, sondern hier ist das das private Engagement der Unternehmerfamilie. Und die Stiftung ist halt benannt nach Curt und Maria Dole, das ist quasi die zweite Generation im Familienunternehmen der Curtole, ist mittlerweile Mitte 80 seine Frau ist schon vor vielen Jahren verstorben und die beiden haben gemeinsam das Familienunternehmen aufgebaut. Die haben eine mittelgroße Kette von Supermärkten, so 100 Supermärkte in ganz Deutschland, die Hit-Märkte, das haben die beiden aufgebaut. Und vor 15 Jahren hat die Familie dann eine eigene Stiftung gegründet, um das Engagement im Gemeinwesen und im Umfeld so ein bisschen an einem Ort zu bündeln.

Sprecher 1 Was heißt denn die Familie, muss ich jetzt mal ganz blöd nachfragen. Also so ein Ehepaar kann ich mir immer noch einfach vorstellen.

Sprecher 2 Genau, das ist der Kurtole mit seinen beiden Söhnen.

Sprecher 1 Okay, also wirklich.

Sprecher 2 Das ist jetzt eine überschaubar große Familie. Ist jetzt nicht, es gibt ja auch eine ganze Masse wirklich große Unternehmerfamilien, wenn man jetzt an die Familie Haniel denkt oder die Familie Herius und andere, wo es dann zum Teil, oder bei den Brennich-Mayers, wo es dann zum Teil Dutzende oder hunderte Familienmitglieder gibt, die als ähm GesellschafterInnen an Unternehmen beteiligt sind und dann auch in den Stiftungen gegebenenfalls eine Rolle spielen. Hier ist das wirklich eine überschaubare kleine Kernfamilie.

Sprecher 1 Okay, ja doch, mit der Größe kann ich mir das auch noch vorstellen, das ist auch noch überschaubar, mit wem er jetzt dann in deinem Fall als Geschäftsführung zu tun hat. Weil gerade bei den größeren Familien finde ich das schon manchmal spannend, wenn die dann auch so mit ihren Familien zweigen und vielleicht auch. . mal Streitereien und dann kennen wir ja auch von großen Familienunternehmen. Ich möchte jetzt nicht rüber zu Tengelmann gucken, aber wie man da dann so die ganzen Familien im Zaum hält. Benachteiligte Jugendliche. Kann ich mir vorstellen, was macht ihr da so grob?

Sprecher 2 Genau, wir kümmern uns vor allen Dingen um Jugendliche und junge Erwachsene, also eine Zielgruppe, die ein bisschen älter ist, jetzt keine Schulkinder, sondern junge Menschen, die. ist irgendwo schon auf dem Weg in der Schule im Regelsystem und auch auf dem Weg zu Ausbildung und Arbeit nicht geschafft haben, wo die Hürden zu groß waren, wo es noch nicht so richtig gut geklappt hat. Das können also junge Langzeitarbeitslose sein, junge Schulabbrecher, junge Menschen, die auf der Straße leben, junge Geflüchtete, junge Menschen, die straffällig geworden sind, alleinerziehende junge Mütter, also alle wo sich, sag ich mal, ein größeres Bündel an Problemen und Herausforderungen zusammentut. Und wir unterstützen halt als Förderstiftung gemeinnützige Organisationen in ganz Deutschland, die mit diesen jungen Menschen arbeiten. Und da sind wir eine ganz klassische fördernde Stiftung. Was bei uns, glaube ich, schon besonders ist, ist halt einerseits ein bisschen diese ältere Zielgruppe Weil das halt einfach, glaube ich, schon ein Bereich ist, der halt eben ganz weit weg ist quasi von der von den frühen Hilfen und der ganz frühen Intervention, sondern einfach an einem Punkt ansetzt, wo es schon große Probleme gegeben hat. Und wir sind mit, sagen wir mal, so einem Kreis von 10, 15 Einrichtungen seit vielen Jahren schon engagiert und fördern halt eben sehr, sehr langfristig, um halt einfach Angebote in diesen Einrichtungen möglich zu machen. Weil es da einfach so ist, dass man keine Veränderungen, ich sage jetzt mal so, wir haben eine Einrichtung in München, die kümmert sich halt eben wirklich um straffältig gewordene junge Menschen. Da kann man jetzt nicht mal in ein paar Monaten eine Veränderung herbeiführen, sondern da müssen die schon länger arbeiten und länger da in so einer Einrichtung mit dabei sein, bevor sich da wirklich ein Schritt Richtung Schulabschluss oder Ausbildung ergibt.

Sprecher 1 Genau, okay, damit bist du klassischer Stiftungsmensch, wie groß seid ihr? Bist du da alleine mit den Stiftern oder?

Sprecher 2 Genau, vom Personal bin ich alleine. Wir sind quasi Teil des Family Offices der Familie. Die machen quasi unsere Buchhaltung und unsere Verwaltungs. Prozesse, aber beim Projekte suchen, Projekte prüfen, Projekte vorschlagen, Projekte begleiten bin ich alleine. Cool.

Sprecher 1 Genau. Und dann bist du da relativ umtriebig, habe ich immer das Gefühl, so in dieser ganzen Stiftungsk. Szene, also beim Bundesverband Heuter Stiftungen, in Arbeitskreisen irgendwo mit drin, auf irgendwelchen Podien. Da begegnet man dir eigentlich relativ oft. Und Du bist aber auch im Fundraising tätig, beziehungsweise in dieser Fundraising-Szene schlägst du auch immer mal wieder auf auf digitalen und analogen Kongressen. Wie kommt es, dass du was mit Fundraising zu tun hast, wo das ja eigentlich eine klassische Geldausgebestiftung ist? Ich denke mal, ihr habt wenig externe Spenden, die jetzt nicht aus der Familie kommen.

Sprecher 2 Genau, wir sammeln nicht aktiv Spenden von außen, sondern bei uns kommt das ganze Geld direkt von der Familie. Bei uns muss man natürlich sagen. Wir arbeiten jetzt nicht nur mit den Erträgen des Stiftungskapitals, sondern die Familie gibt halt jedes Jahr in Anführungsstrichen frisches Geld in die Stiftung, das wir dann ausgeben können. Meine Verbindung zum Fundraising hat ganz, ganz viel mit meiner Schulzeit zu tun und mit dem, was ich seitdem gemacht habe. In den 90er Jahren, als ich noch zur Schule gegangen bin. Hat mich ganz, ganz stark der Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien, im auseinanderbrechenden Jugoslawien beschäftigt. Und ich habe mich damals gemeinsam mit vielen anderen Schülerinnen und Schülern engagiert. Wir haben Hilfstransporte in Flüchtlingslager in Kroatien mitorganisiert. Wir haben Geld gesammelt, um dann später Kindergärten und Schulen in Kroatien und in Bosnien wieder aufzubauen und dort dann mit der Zeit langfristige Friedens-, Versöhnungs-, Demokratie und Bildungsarbeit zu machen. Und ich gehöre halt ebenso zu einer der ersten Generationen von Schüler helfen Leben. Das ist halt eine Organisation, die damals entstanden ist, die es heute immer noch gibt, die mittlerweile seit dreißig Jahren da in der Region engagiert ist Und da habe ich halt eben schon ganz früh in meiner Schulzeit angefangen, Geld zu sammeln und Sachspenden zu sammeln und auf der Straße zu stehen mit der Spendenbüchse und viele Aktionen auf die Beine zu stellen. Und deshalb habe ich Habe ich so eine ganz frühe Verbindung zum Fundraising und zu sozialen Organisationen, zu Non-Profit-Organisationen, zu Kinder- und Jugendarbeit, zu Hilfsorganisationen. Und da bin ich dann mit der Zeit halt einfach beruflich in diesem Bereich gelandet. Und für mich Gibt es, glaube ich, auch wenn das manchmal so Schubladen sind, die einen sind die, die es sammeln und die anderen sind die, die es ausgeben, glaube ich, gibt es halt einfach doch eine ganze Masse mehr Schnittpunkte. In diesen Bereichen, die glaube ich gar nicht so stark manchmal voneinander getrennt werden. So, das vielleicht ein bisschen als Hintergrund zu meiner Geschichte.

Sprecher 1 Ja, sehr spannend. Also erstens, weil Schüler helfen, leben mich auch schon seit 2000. Mist, das sind auch schon 20 Jahre begleitet, weil ich über die Jugendpresse damals sehr viel mit Schülerhilfen leben und allen möglichen Akteurinnen und Akteuren da zu tun hatte, inklusive gemeinsamer FSJlerinnen und FSJler, also die gemeinsam freiwillig soziales Jahr bei den beiden Organisationen gemacht haben. Und weil ich genauso wie. Du denke, das ist am Ende ja immer eine Projektmotivation oder eine inhaltliche Motivation und wie dann die Finanzierung zustande kommt, wie dann die einzelnen Bereiche umgesetzt werden. . ist dann natürlich von Bereich zu Bereich unterschiedlich. Schülerhelden Leben kann man sicherlich auch nochmal irgendwann länger drüber reden, kann ich nur jedem empfehlen, ist ja strukturell dann so ein bisschen das Gegenteil zur Familienstiftung. Ich hatte mal irgendwo gelesen, Schüler helfen lieben. Die Stiftung sagt nach wie vor, es ist die Stiftung mit den meisten Stifterinnen und Stiftern, nämlich den ganzen Schülerinnen und Schülern, die hier mit ihrem sozialen Tag und ähnlichen Aktionen Geld mit reinbringen.

Sprecher 2 Genau. Ist ja mal als eingetragener Verein oder besser gesagt, der Laden ist ja wirklich mal als Bewegung entstanden. Der hatte ja viele Jahre überhaupt gar keine Struktur in den 90er Jahren, keine Rechtsform. Und ist dann erst so langsam zum Verein geworden und dann später haben wir eine Stiftung gegründet und heute gibt es halt als Rechtsform nur noch die Stiftung, wirklich als Gemeinschaftsstiftung. Und da ist das schon ein ganz guter Blick auf das Thema vorhin. Wenn viele halt eben gemeinsam was auf die Beine stellen, dann kann man halt einfach eine ganze Masse mehr erreichen. So die erste Aktion von Schüler helfen dem in den 90ern, die ganz, ganz groß war. Es war eine Aktion, die war super simpel. Da wurde quasi jeder Schüler und jede Schülerin in Deutschland aufgefordert, doch einfach eine Mark zu spenden. Mit dem Gedanken, ich glaube, damals gab es neun Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Und es sind jetzt nicht neun Millionen damals zusammengekommen, aber ich glaube, zwei waren es insgesamt dann am Ende des Tages, wo man einfach sieht, wenn ganz, ganz viele zusammen was machen, dann Kann man schon eine ganze Masse bewegen, selbst wenn jeder nur eine Marke gibt.

Sprecher 1 Ja, sehr cool. So, und jetzt bist du letztes Jahr nochmal anderweitig auf meinem Bildschirm erschienen im Fundraising, in dem ihr so mit Anfang von Corona etwas gestartet habt, das ihr Wohnzimmerspende genannt habt, indem ihr, wird mal grob von meiner Seite und du darfst das gerne gleich detailliert ausfüllen und ausführen, indem ihr zu einem informellen Zoom-Treffen eingeladen habt, alle möglichen Freundinnen und Freunde, Bekannte und auch weiter Interessierte, bei denen sich Organisationen kurz vorstellen mit ihrem Projekt und anschließend auf dieses Projekt gespendet wird. Ist das so eine halbwegs akzeptable Zusammenfassung?

Sprecher 2 Das ist eine sehr gute Zusammenfassung. Die Geschichte hinter der Wohnzimmerspende ist einfach, dass im Februar und März letzten Jahres, als das so richtig präsent wurde mit der Pandemie auch für uns und um die ersten Schulschließungen herum Ich gemeinsam mit einem Stiftungskollegen mit Michael Albert Seberich regelmäßig gesprochen habe und wir beide natürlich in unseren Berufen geguckt haben, was macht man jetzt in dieser Situation, wie kann man Einrichtungen zusätzlich unterstützen, wie kann man zusätzliches Geld mobilisieren. wie gehen wir damit eigentlich um und dann haben wir irgendwann aber auch gesagt es wäre doch eigentlich auch toll wenn wir neben dem was wir im Beruf machen auch noch was eigenes was Privates auf die Beine stellen. Und da ist einfach die Wohnzimmerspende als Idee entstanden. Und das ist genau wie du gesagt hast, eine kleine Form des Kollektiven. Geben es eine infovelle Gruppe von Freunden, Bekannten, Verwandten, Kolleginnen und Kollegen und mittlerweile ganz vielen Menschen, die wir persönlich gar nicht kennen, die wir einladen. Um für einen Abend zusammenzukommen, immer Dienstagabend um 20. 15 Uhr für eine Dreiviertelstunde. Und wir stellen dann immer im Gespräch zwei gemeinnützige Organisationen vor die von dieser Krise in ganz besonderer Art und Weise betroffen sind, um dann halt an dem Abend auch gemeinsam Spenden zu sammeln für diese Organisationen. Das sind Organisationen, die mit obdachlosen Menschen arbeiten, die mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen arbeiten, die mit Familien arbeiten, die mit Senioren arbeiten, die mit geflüchteten Menschen arbeiten. die in der Schule arbeiten, die im Jugendzentrum arbeiten, also alles ganz unterschiedliche Bereiche, die alle von dieser Pandemie und den Auswirkungen betroffen sind. Und die können sich einfach immer in einem kurzen Gespräch ein bisschen vorstellen. Und die Idee dahinter sind eigentlich zwei Sachen. Das eine ist, klar, wollen wir ein bisschen Spenden sammeln gemeinsam und ich sag mal, gemeinsam mit vielen anderen Menschen zusammen kann man halt eben. . Viel mehr geben, als was Micha und ich privat geben könnten. Also jetzt im letzten Jahr haben wir zehn solche Abende organisiert und da sind immerhin über 20. 000 Euro an Spenden zusammengekommen. Das hätten wir jetzt zu zweit nicht machen können, sondern das geht halt, wenn man das mit 300 anderen Menschen zusammen macht, kann man das auf den Weg bringen. Und das zweite, was da ganz wichtig ist an der Wohnzimmer spinde. ist einfach auf Themen aufmerksam zu machen und auf Probleme aufmerksam zu machen, von denen man halt vielleicht einfach im Alltag nicht so wahnsinnig viel mitbekommt. Weil in der Wohnzimmerspende sind jetzt nicht nur wie Michael und ich, Stiftungsexpertinnen und Experten dabei, sondern einfach ganz, ganz viele, ganz normale Menschen, die jetzt in ihrem Alltag nicht unbedingt zu sozialen Problemen und Herausforderungen direkten Bezug haben. Und wenn man dann mal zehn Minuten lang was erfährt, wie ist denn die Lage in der Pandemie in einem Frauenhaus und was sind da die besonderen Herausforderungen? Weil auch im Frauenhaus ist es ja nicht eigentlich vorgesehen, da leben ja auch viele Kinder, dass die jetzt da eigentlich beschult werden im Frauenhaus. Homeschooling im Frauenhaus. Das ist eine besondere Herausforderung. Wie ist es aber auch vielleicht mit behinderten Menschen, die in Einrichtungen arbeiten, die ja über viele, viele, viele Monate sehr stark isoliert waren und viele von den Dingen, die die normalerweise machen konnten, nicht machen konnten. Welche Auswirkungen hat das? Wie ist das halt eben bei geflüchteten jungen Menschen, die halt eben in Sammelunterkünften untergebracht sind. Und das sind, glaube ich, alles so Themen, da liest man vielleicht auch ein bisschen weniger in der Zeitung drüber oder. im Internet und so ein Abend ist halt immer eine Möglichkeit, ein bisschen darüber zu erzählen und auch auf so einer Ebene zu informieren. Also hat so diese beiden Ebenen Spenden sammeln und ein bisschen über Probleme in dieser Zeit zu informieren.

Sprecher 1 Sucht ihr die Organisation raus als Organisatorin oder bringt da jemand sozusagen seine Organisation mit für die gerade spendete?

Sprecher 2 Genau, jetzt bei der Bei unseren Wohnzimmer spenden ist es halt wirklich so, dass das Organisationen sind, die Micha und ich seit vielen Jahren kennen aus unserer Stiftungsarbeit. Und wo wir halt einfach gucken, wir versuchen so ein bisschen geografisch Deutschland abzudrecken. ein bisschen unterschiedliche Themen abzudecken, aber das sind alles Organisationen, die wir aus unserem Alltag kennen, von denen wir wissen, dass die vertrauenswürdig sind, dass die eine gute Arbeit machen, dass die Unterstützung brauchen. die wir einfach auch so gut kennen, dass man die relativ informell und einfach mal für so einen Abend einladen können. Weil als wir das Ganze begonnen haben, hatten wir ja gar keine Idee. Sitzen wir da am Ende nachher mit fünf Leuten Und wie viel Geld kommt da eigentlich zusammen? Das hat sich jetzt alles so ein bisschen eingependelt. Also wir sind jetzt immer so im Durchschnitt, sage ich mal so zwischen 30 und 40, manchmal ein bisschen mehr. Menschen, die da an so einem Abend zusammenkommen, dann kriegt man langsam eine Idee davon. Und die Spendensumme, die bewegt sich ja in der Größenordnung, wo es jetzt auch, glaube ich, nicht sinnvoll wäre, einen größeren Auswahlprozess drumherum zu bauen. wo Organisationen sich bewerben müssen.

Sprecher 1 Ja, aber das heißt ja, die Idee kommt sozusagen auch von euch. Wir können ja gleich nochmal drüber reden, was es da sonst noch so an anderen Wohnzimmerspenden oder ähnlichen Sachen gibt. Aber das heißt erstmal gibt es so ein einladenden Kreis, in dem Fall seid es ihr zwei, ihr sucht die aus. Die pitchen jetzt auch nicht richtig, sondern die werden von euch interviewt. Also die kommen jetzt nicht mit einer PowerPoint-Präsentation und kriegen 15 Minuten, um zu sagen, warum sie alle unser Geld wollen. und brauchen und damit tolle Sachen machen können, sondern die kommen jetzt nicht unvorbereitet, aber die müssen jetzt nicht groß was Vorbereitend präsentieren, sondern ihr fragt wirklich über die Situation vor Ort.

Sprecher 2 Genau, da haben wir so ein bisschen experimentiert mit unterschiedlichen Modellen und wir finden einfach das Gespräch, eine Variante, wo auch die gut rüberkommen, die vielleicht nicht die allerbesten Präsentatoren von vornherein sind. Wenn man jemandem sagt, red jetzt mal fünf Minuten, dann hat das ja dann doch am Ende immer ganz viel damit zu tun, wie gut können Menschen das halt eben tun. Und das können Menschen halt einfach sehr unterschiedlich. Und im Gespräch kann man viel einfacher nochmal sagen, Also du hast mir doch im Vorgespräch diese und jene Geschichte erzählt. Erzähl uns die doch nochmal allen.

Sprecher 1 Und das heißt, ihr habt auch nicht immer nur da die Fundraiserinnen und Geschäftsführerinnen, sondern ihr habt da durchaus auch einfach mal in Anführungszeichen normale Mitarbeitende, die wirklich aktiv in der Umsetzung sind.

Sprecher 2 Genau, das sind das sind in der Regel alles Pädagoginnen und Pädagogen und Menschen, die halt eben direkt mit Menschen arbeiten. Das ist dann halt eben eher der Leiter vom Jugendzentrum als jetzt der Fundraiser oder die Fundraiserin vom Träger.

Sprecher 1 Ja, wenn man da mehrere Organisationen hat, entsteht da ein bisschen Konkurrenz zwischen denen oder versucht ihr das zu umgehen?

Sprecher 2 Also da haben wir überhaupt gar keine Probleme mit. Bis jetzt gehabt mit Konkurrenz. Das Prinzip bei der Wohnzimmerspende ist ja, jeder Spender, jede Spenderin entscheidet selbst. Soll das Geld quasi zwischen den beiden Organisationen geteilt werden oder gibt man es nur eine Organisation oder teilt man die Spende in irgendeiner Art und Weise auf? Das machen auch eine ganze Reihe von Menschen, jetzt so über die zehn Aktionen, ist es so in etwa ein Drittel aller Spenderinnen und Spender, die irgendeine eigene Aufteilung wählen. Aber am Ende ist das in der Regel relativ nah beieinander. Wir hatten jetzt nie eine Situation, wo quasi eine Organisation das ganze Geld bekommen hat und die andere nichts, sondern das ist immer relativ ähnlich gewesen. Das hat, glaube ich, auch ein bisschen was damit zu tun, dass wir es halt vom Charakter halt eben nicht machen, wie. Also das ist halt eben nicht die Höhle der Löwen oder irgendein Startup-Pitch, sondern halt einfach in einer anderen Atmosphäre. was glaube ich da einfach zu so einem gewissen Ausgleich führt. Und ganz im Gegenteil war die Reaktion von Einrichtungen ganz häufig ganz toll.

Sprecher 1 Man schaut ja auch selten in die Wohnzimmer seiner Spenderinnen und Spender. Ja, total.

Sprecher 2 Also, eine ganze Reihe von den Organisationen haben gesagt, ja, das mit der Spende ist eine tolle Sache und eine Hilfe für uns, aber es war auch einfach toll, einfach mal 30 Leute zu sehen, die es wichtig finden, was wir machen. die uns auf so einer Ebene eine Rückmeldung geben.

Sprecher 1 Und habt ihr dann Themenabende? Im Sinne heute geht es um das Thema Behinderung und also ihr habt ja jetzt so ein bisschen Corona als als Dach des Ganzen für euch, für alle Veranstaltungen, dementsprechend, ne, waren da jetzt keine Umweltorganisationen oder ähnliches, aber habt ihr dann heute geht es mal um Menschen mit Behinderungen, heute geht es um Frauenhäuser, heute geht es um Obdachlosigkeit oder sowas, oder ist es einfach? sich einmal im Monat und die Organisationen, die halt gerade Zeit haben, die jetzt zugesagt haben, aber ihr seid mit mehreren im Gespräch.

Sprecher 2 Genau, also wir machen es immer so, dass wir gucken, dass die Organisationen möglichst unterschiedlich sind. Wir haben da auch so ein bisschen experimentiert mit der Zeit und wir haben halt eben gemerkt, Auch so ein bisschen aus den Rückmeldungen, wenn wir jetzt zum Beispiel zwei Organisationen haben, die beide im Bildungsbereich sind und beide mit Auszubildenden arbeiten, dann ist das für die Menschen, die jetzt nicht das tagtäglich bewerten und sich anschauen Manchmal gar nicht so einfach zu sehen, wo ist denn jetzt überhaupt der Unterschied zwischen diesen beiden Organisationen. Die sind dann halt einfach häufig für viele Menschen sehr ähnlich. Das war dann gar nicht so einfach für die zu entscheiden. sodass wir jetzt halt eben eher wirklich dann halt eben die Organisation, die internationalen Jugendaustausch macht, mit der Organisation, die mit Geflüchteten arbeitet, in eine Wohnzimmerspinde bringen oder eine, die mit Computerprogrammieren, an Schulen unterwegs ist, mit dem Frauenhaus zusammen. Die haben inhaltlich gar nichts gemeinsam, aber das ist dann viel glaube ich, für die Menschen, die das nicht als Beruf oder als Passion haben, sich Organisationen anzuschauen, viel einfacher.

Sprecher 1 Ja, zumindest für eine feste Gruppe. Ihr habt ja einen eigenen E-Mail-Verteiler, wenn ihr wiederkehrende Leute habt. Ich denke jetzt natürlich aus einer Marketingperspektive wäre es manchmal leichter zu sagen, ey, heute Abend Wohnzimmerspende zum Thema XY und dann können sich so, also kann man sagen, ah, das interessiert mich oder das interessiert dich, also um diesen Einblick zu bekommen. Aber wenn man sagt, ihr versucht ja auch ein bisschen einen festen, also nicht festen, aber einen regelmäßigen Zirkel da zu haben, wo Leute vielleicht nicht nur einmal dran vorbeikommen, dann ist es natürlich spannend, wenn man da eine hohe Auswahl hat, wenn man da ganz verschiedene Sachen sieht.

Sprecher 2 Genau, ich glaube solche Aktionen leben halt eben, glaube ich, einfach ganz stark von losen Verbindungen zu Menschen. Das ist jetzt ja auch nicht so, dass sich jeder das fest in den Kalender schreibt und da auf jeden Fall dabei ist, sondern ich glaube, das sind dann auch viele spontane Entscheidungen, wenn jetzt quasi dann am Tag sind. Wenn man selber die Erinnerungsmail nochmal kommt, dann sagt jemand vielleicht, ah ja, heute Abend war ja Wohnzimmerspende, da schaue ich mal vorbei. Und das sind ja einfach auch schon die allermeisten Leute, die zu denen wir irgendwie eine Verbindung haben. Das ist jetzt über das letzte Jahr, glaube ich, auch ein bisschen breiter geworden und ist ein bisschen gewachsen, weil Micha und ich von Anfang an gesagt haben, wir melden jetzt kein Patent auf die Idee Wohnzimmerspende an, machen darauf ein bisschen. irgendwie der Organisation oder eine eigene Aktion, sondern wir freuen uns, wenn Menschen das quasi nachmachen und die Idee nehmen und daraus ihre eigene Aktion machen. Deshalb haben wir auch relativ intensiv quasi in den Fundraising-Netzwerken, in den Stiftungsnetzwerken und anderswo kommuniziert, um so ein bisschen auf dieses Format aufmerksam zu machen.

Sprecher 1 Ja, da reden wir auch gleich nochmal drüber, was man da machen kann. Ganz kurz, ihr habt aber jetzt einen schon ganz großen Unterschied zwischen den. . Spenden der einzelnen Veranstaltungen. Also ihr kommuniziert das ja total schön auf wohnzimmerspende. de, dann auch wirklich, wie viel da zusammengekommen ist. Hängt das alleine an der Anzahl der Leute, die an dem Abend dabei waren, oder merkt ihr schon Und wenn da jemand eine besonders gute Geschichte erzählen kann, wenn da ihr vielleicht auch nochmal den Aufruf ein bisschen anders macht, das. da die Spendensumme sich verändert. Also kannst du schon so ein bisschen was dazu sagen, wann es mehr Spenden und wann es weniger Spenden gab?

Sprecher 2 Genau, also das hängt wirklich ganz, ganz stark damit zusammen, wie viele Leute da sind. Wenn mehr Leute da sind, kommen auch mehr Spenden zusammen. Wir haben ja quasi so eine Entwicklung gehabt, ich sag mal, die ersten drei Male waren waren ja ganz, ganz neu und ganz, ganz frisch und besonders erfolgreich. Und dann hatten wir, glaube ich, lange Zeit so eine Phase, wo quasi das so um die 1000 Euro, 1500 Euro pro Abend geschwankt ist. Und jetzt beim zehnten Mal beim Jubiläum So, da haben wir das auch gemeinsam mit einem Unternehmen zusammen auf die Beine gestellt, die auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter quasi dazu nochmal eingeladen haben. Und das hat dann einfach nochmal dazu geführt, dass wir einfach eine wesentlich größere Gruppe waren. Da waren wir dann halt eben einfach 50, 60 Leute, dann geht auch die Spendensumme einfach wieder hoch.

Sprecher 1 Okay, aber das heißt jetzt auch für die Organisationen ist es ja gut zu wissen, dass sozusagen nicht, ich sag mal, es geht nicht unbedingt nur um das Geschick der Fundraisenden um die Emotionalität der Geschichte, sondern es geht wirklich darum, einen Einblick zu bieten, sich auch offen zu machen, da was zu erzielen. Und dann ist es eher auf Seite der Veranstaltenden in dem Fall. da halt viele Leute hinzubringen, zu gucken, dass das irgendwie regelmäßig Spaß macht. Jetzt haben solche Veranstaltungen ja eigentlich diese zwei Aspekte, die Organisation selber und was die erzählen. Aber es ist ja eben auch schon ein fester Zirkel anläuten oder so ein halbfester Zirkel anläuten. Macht ihr was um Die Spenden miteinander in Kontakt zu bringen, also lernen die sich kennen. Das ist natürlich im Analogen deutlich leichter als im Digitalen.

Sprecher 2 Genau, also im Digitalen machen wir das ein kleines bisschen zu. Ein Bestandteil des Abends ist immer eine kleine Kleingruppenphase, wo man sich halt eben einfach ein bisschen unterhalten kann mit vielen. fünf anderen, die halt an dem Abend dabei sind, wo es halt eben zumindest so einen kleinen, geselligen Teil gibt. Weil eigentlich ist so die ganze Idee Das so informell zu machen, natürlich auch ein bisschen, dass ich da ein paar Menschen kennenlernen können. Das ist natürlich einfach im Virtuellen ein bisschen anders Wir sitzen auch danach dann immer noch vielleicht eine halbe Stunde oder so, vielleicht bei einem Bier und einem Wein und einem Wasser noch zusammen, für die, die Lust haben. Also um neun ist es immer offiziell vorbei und da entsteht dann sowas schon ein bisschen. Aber das ist. Glaube ich, einfach ein bisschen anders, als wenn man sich das als analoge Veranstaltung vorstellen würde, wo man dann vielleicht danach noch in die Kneipe oder ins Restaurant geht und das noch ein bisschen weiterführt.

Sprecher 1 Oder die Gastgeber groß gekocht haben.

Sprecher 2 Oder zum Beispiel so, wenn man es im Wohnzimmer bei sich zu Hause macht quasi und man gekocht hat. Aber es gibt eine ganze Reihe von Stellen, wo sich Leute auch kennengelernt haben und danach was gemacht haben oder da Kontakte entstanden sind bei der Wohnzimmerspende. Das gehört auf jeden Fall auch dazu, das Gesellige und das bisschen Soziale.

Sprecher 1 Jetzt finde ich zwei Aspekte daran total faszinierend. Das eine ist, mal wieder dieses Grundmenschliche da drin zu haben. Also eben nicht diese feste Präsentation, sondern wirklich einfach die Menschen, die vor Ort aktiv sind, in einem kurzen Interview zu haben. Also so dieses Ich sehe die Leute, die erzählen wirklich, wie das ist. Das ist ja hyperauthentisch sozusagen in jedem Bereich. Und wir wissen, Fundraising ja in ganz, ganz vielen Bereichen, dass Menschen einfach Menschen mögen. Also Menschen geben auch viel lieber Menschengeld als Organisationen, also viel lieber diesen persönlichen Kontakt. Und das zweite Spannende finde ich, das ist anders als jetzt bei anderen Peer-to-Peer-Spendenaktionen, in die man das ja eigentlich auch einsortieren könnte, ne? Also ihr sammelt jetzt ja ein bisschen als Fundraiserin und Fundraiser für andere Organisationen. Aber wenn ihr das jetzt als Geburtstagsaktion gemacht hättet, dann würde ich da meine 50 Euro geben, weil Felix hat Geburtstag und ich will ihm was Gutes tun und er sagt, es ist eine tolle Organisation. Aber ihr gebt ja nicht die alleinige Empfehlung, sondern es entsteht ja schon auch eine Beziehung zwischen Spenden und der Organisation. Es entsteht ja auch wirklich ein Gefühl dafür, für wen ich hier gespendet habe. Und idealerweise ja dann auch langfristig vielleicht die Möglichkeit, dass sich da der eine oder die andere auch in diesen Organisationen weiter. engagiert. Habt ihr da schon was mitbekommen, dass da vielleicht auch nach euch Kontakte entstanden sind?

Sprecher 2 Also ich glaube auf jeden Fall ist das ganz Wichtige halt eben dieses Stück an an Freiwilligkeit und Freiheit. Wir haben halt auch immer wieder Menschen, die einfach nur dabei sind, die selber gar nicht spenden. Und wir haben auch schon Leute gehabt, die uns mal eine Mail geschrieben haben und gesagt haben Total vielen Dank für den tollen Abend. Super Organisation, aber irgendwie hat es mich nochmal daran erinnert, das ist ja eigentlich eine Organisation, die ich seit ganz vielen Jahren unterstütze.

Sprecher 1 Den habe ich jetzt nochmal extra was überwiesen.

Sprecher 2 Und da würden Michael und ich immer sagen, finden wir total super. Niemand muss an dem Abend geben, sodass das halt eben auch ein bisschen anders ist, wie du das auch gesagt hast, Bark. wo es halt eben zum Geburtstag oder zu anderen Festivitäten vielleicht was gibt, wo man halt eben mehr der Person, die halt Geburtstag hat oder was feiert, halt eben was gibt. als der Organisation. Und zumindest anekdotisch können wir sagen, sind da auch an der einen oder anderen Stelle immer mal wieder Verbindungen zwischen Menschen entstanden und Organisationen, wo jetzt dann die Wohnzimmerspende ab einem bestimmten Punkt nicht mehr Teil der Sache war, sondern wo die dann einfach der Organisation direkt. nochmal was gespendet haben. Das ist auf jeden Fall drin. Kann ich mir auch vorstellen, wenn das jetzt nicht im virtuellen Raum wäre, sondern vielleicht die Organisationen immer aus einer Stadt kämen und die Menschen auch in einer Stadt Wenn das jetzt hier bei mir in Bonn wäre, dann würde ich davon ausgehen, dass da viel mehr solche Verbindungen entstehen, weil man halt einfach nie ja dran ist

Sprecher 1 Ganz kurz, um das noch abzuschließen, ihr regelt das technisch über Better Place. Das heißt, man sieht auch, wie viele Spenden sozusagen in eine Aktion zusammengekommen sind. Also ihr verweist jetzt nicht einfach auf, hier die Organisation hat ein Spendenformular, die hat eins. Teil der Organisation hat ja auch nicht mal ein ordentliches Spendenformular. Aber das heißt, ihr kriegt da auch ein Gefühl dafür am Ende. Und die Teilnehmenden können das wie bei den Spendenplattformen ja üblich, anonym oder namentlich machen. Und schreiben dann auch wirklich einfach dazu, meine Spende geht an die, meine Spende geht an die, 50, 50 oder schreiben nichts dazu. Genau. Und ihr klamüsert das dann nachträglich einfach aus und geht einfach so durch und haben gesagt, die haben 50, die haben 50 und dann.

Sprecher 2 Genau. Beim Format ist es ja bei Betterplace quasi wirklich wie eine private Spendenaktion, wie zum Geburtstag und zu anderen Möglichkeiten. Da kann man ja seine eigene kleine Aktionsseite bauen, die dann auf Projekte verweis, die bei BetterPlace registriert sind, also die gemeinnützig sind und die Anforderungen quasi des Registrierungsprozesses dort. erfüllen. So haben wir einfach gedacht, das ist am Ende die größte gemeinnützige Plattform, die wir haben. Das funktioniert super gut im Abwickeln und hat sich jetzt einfach auch gezeigt, dass man wirklich, wir haben ja am Abend Das läuft ja von 20. 15 Uhr bis 21 Uhr, vielleicht die letzten sechs, sieben Minuten zum Spenden. Und das funktioniert halt einfach live, einfach auch super gut. Ist halt einfach ein einfacher, unkomplizierter Prozess. Und für die, die das dann nicht an dem Abend machen wollen, die können das dann auch noch am nächsten Tag tun und in Ruhe das machen. Aber da haben wir einfach gemerkt, das funktioniert gut. Und ist halt einfach super transparent. Quasi seinen Spendenzweck schreibt man einfach ins Kommentarfeld mit rein und dann kann man einfach im Nachhinein das ausrechnen, wer wie viele Spenden bekommt und dann weist man die ja als Inhaber quasi dieser Aktionsseite den Organisationen zu. Und das Schöne ist, dass das natürlich auch für die Spenderinnen und Spender unkompliziertes, die bekommen ihre Spendenquittung von Better Place. Das ist alles an einem Ort.

Sprecher 1 Ja, und ihr habt nichts mit zu tun. Das heißt, ihr müsst auch nicht irgendwie. Transfergesellschaft spielen…

Sprecher 2 Genau, also das hatten wir beide jetzt auch wichtig, dass jetzt hier nirgendwo irgendein Geld auf privaten Kunden oder ähnlichen zwischengeparkt werden muss. Die andere Variante wäre ja immer direkt an die Organisation, aber wie gesagt, wir haben zum Teil auch sehr kleine Organisationen, die jetzt auch nicht so die super guten Online-Spendenformulare haben und da ist das natürlich einfach über die Plattform, glaube ich, das Einfachste.

Sprecher 1 Und das ist auch die Modus. dass ihr sagen könnt, da kamen jetzt 3600 Euro zusammen. Also dass ihr auch einen Betrag habt, mit dem ihr zum einen natürlich dann neue Organisationen anfragen könnt und da könnt ihr dann auch sagen, da kamen immer so pro Organisation zwischen 500 und 2 1000 Euro zusammen und zum anderen aber auch, um nochmal die Gruppe an sich zu motivieren und zu sagen, das habt ihr jetzt geschaffen, das habt ihr erreicht. schaue ich da drauf und denke, das ist total toll, aber das skaliert ja nicht direkt, weil die Gruppe ja Im Idealfall auf so einen Zoom-Bildschirm passt. Also im Idealfall ja ebenso, bis maximal 50 Leute geht. Und das habt ihr ja gleich mitgedacht, du hattest das gerade schon angedeutet und habt gesagt, wir machen das zwar auch als eigene Aktion und machen das auch mit dem Ziel, dort Geld zu sammeln, aber ihr schaut schon auch gleich darauf. dass das eine Aktion ist, die zum Nachmachen anregen soll. Also die eben von anderen gerne auch gemacht wird. Und da gibt es dann irgendwie eine Wohnzimmerspende in Hamburg. Die wird auch von jemandem gleichem Nachnamen gemacht. Dann gibt es hier eine Aktion, dann gibt es da eine Aktion. Das heißt, ihr seid rausgegangen und habt gesagt, bitte kopiert uns. Kann man das so zusammenfassen?

Sprecher 2 Absolut. Und das ist quasi so ein bisschen der zweite Teil der Entstehungsgeschichte der Wohnzimmerspende. Das eine war ja, wie ich erzählt habe, dass wir gerne in dieser Pandemie auch eine eigene private Aktion irgendwie auf die Beine stellen wollten. Und das andere ist so, dass der Michael Albert-Seberich und ich schon seit vielen Jahren in der Stiftungswelt unterwegs sind und wir natürlich auch immer Anderswo schauen, was gibt es eigentlich für Trends, für Bewegungen, für Entwicklungen, die toll wären, wenn die auch in Deutschland ankommen. Und eins, was wir uns seit vielen Jahren anschauen, ist quasi eine Bewegung von kollektiven geben, gemeinschaftlichen geben in Nordamerika vor allen Dingen. Das wird häufig unter dem Begriff der Giving Circle. Zusammengefasst, leider kein so einfach ins Deutsch zu übersetzendes Begrifflichkeit. Also es sind sowas wie Spendenkreise, Spendenclubs wo letztendlich Menschen zusammenkommen und gemeinschaftlich über ihre Spenden entscheiden, und das haben wir uns seit vielen Jahren angeschaut Und daher ist quasi auch so ein bisschen die Inspiration der Wohnzimmerspende dieses Formates. Und deshalb war für uns auch von Anfang an klar, das kann man auch noch weiter verbreiten, das können andere Leute nachmachen, weil das eigentlich so ein bisschen eine neue informelle Form des Gebens ist, sodass wir das von Anfang an ein bisschen auf dem Schirm hatten, dass das nicht nur unsere eigene Aktion bleiben soll.

Sprecher 1 Ja. Wobei das in den USA ja teilweise auch schon sehr formell ist, also mit festen Clubs, festen Kreisen, festen Szenen, teilweise auch sogar mit festen Summen und Summenversprechungen. Mir sind so diese 100 Leute, die irgendwas geben, so ein bisschen in Erinnerungen aus den USA. Also so, ähm Ich habe es vor allem erstaunlicherweise viel im Bereich Frauenzirkel gelesen und gehört. Also das ist dann wirklich eine feste Gruppe. an Frauen gibt, die dann häufig eben auch auf Frauenprojekte, feministische Projekte unterstützen.

Sprecher 2 Und dem besten Giving Circle, den man so vor Augen haben kann, sind wirklich die 100 Women Who Care. Das ist eine Bewegung wirklich in den USA. Wo es mittlerweile hunderte von Chapters quasi gibt. Und da ist die Idee ganz, ganz einfach. 100 Frauen kommen in einer Stadt zusammen, zum Beispiel hier 100 Frauen aus Bonn. Jede Frau bringt die Bereitschaft mit, an dem Abend 100 Dollar zu spenden. Und 100 mal 100 sind halt eben 10. 000 und die Gruppe entscheidet dann halt eben gemeinschaftlich, an welche von den Organisationen, die sich da auch vorstellen, diese 10. 000 Euro geben. Dollar gehen sollen. Das ist halt halt das ganze Format. Und die treffen sich halt eben zwei, drei, vier Mal im Jahr. Das sind sehr, glaube ich Gesellige und soziale Events, auch mit durchaus sehr wechselnden Gruppen. Also, das ist auch keine feste Mitgliedschaft, die man hat. Und die allermeisten dieser 100 Women Who Care Netzwerke sind halt eben auch gar keine Organisation. sondern die sind wirklich, das kennen wir hier ja so überhaupt nicht, aber in den USA wird ja noch viel per Scheck bezahlt und da gibt es halt eben ganz viele Varianten, wo die halt eben dann wirklich einfach am Abend dann der Organisation den Check in die Hand drücken. Also das sind wirklich informelle, wechselnde Gruppen. Die haben dann häufig natürlich einen bestimmten festeren Kern von Menschen, die immer wiederkommen. Und das ist, glaube ich, so ein echt, das kann man gut im als Bild im Hinterkopf haben und davon gibt es dann alle möglichen Varianten. Das gibt es dann halt eben auch mit 100 Men Who Give a Damn in den USA aber auch, wir haben jetzt hier vor kurzem quasi eine Gruppe in Irland kennengelernt, die das macht, wo sich halt eben, also im besten Falle halt eben 100 Männer treffen, die halt eben Organisationen unterstützen. Das gibt es aber auch in gemischten Gruppen und mit Kindern und Da gibt es halt eben ganz viele Abwandlungen von und immer mit dieser Idee, gemeinschaftlich ist man stärker. Das gibt es aber auch, sag ich mal, in vielen einzelnen Communities. Es gibt zum Beispiel in Amerika ganz, ganz viele jüdische Giving Circle in den unterschiedlichsten Größen und Formen von der Latino Community Foundations, eine ganze Reihe von Giving Circle von Menschen, die Latinos sind und Projekte in den USA unterstützen. Es gibt die auch Bandbreite quasi, was die Zwecke angeht, zum Teil sehr progressiv und fortschrittlich im Social Justice Bereich. Aber bei vielen, zum Beispiel dieser One Hundred Women Who Care Netzwerke, da geht es dann um die lokale Tafel, um das lokale Kinderkrankenhaus, also um ganz viele viele ganz klassische soziale Zwecke vor Ort. Und so gibt halt mittlerweile, ist ja immer schwer, in solchen Feldern Zahlen zu erheben, aber man sagt so, in den USA gibt es so um die 2000 solche informellen und manchmal auch ein bisschen formelleren Spendenclubs und Netzwerke, wo Menschen was gemeinschaftlich machen. Und in den USA wird das ganz, ganz stark gesehen als eine Bewegung der Philanthropie von unten So von ganz normalen Menschen, die sich zusammenschließen und was machen und dass Philanthropie halt eben nicht nur was ist, was Bill Gates und Mackenzie Scott und George Sorosh und die sehr wohlhabenden machen können, sondern dass man halt eben auch mit 100 Dollar oder mit weniger dabei sein kann, wenn man das aber partizipativ macht, demokratisch macht, gemeinschaftlich macht, dann kann man da auch was bewegen. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen so, es gibt halt eben diese ganzen praktischen Beispiele und so ein bisschen Überbau. Und das hatten wir halt eben einfach im Hinterkopf, als wir die Wohnzimmerspende ins Leben gerufen haben und gesagt haben, das wäre eigentlich auch toll, wenn es mehr Orte gebe, in denen in Deutschland auch über das Geben gesprochen wird und wo gemeinschaftlich gegeben wird. Da gibt es ja schon Orte die man sich da anschauen kann, aber vielleicht gibt es da auch noch Platz für informellere, niedrigschwellige Dinge wie die Wohnzimmerspendung.

Sprecher 1 Also zwei Sachen finde ich da wieder total spannend. Das eine ist Dieses identitätsbezogene, also Freundeskreis, wie jetzt so ein bisschen bei euch, ja. Also ist mittlerweile ein bisschen über den. den engen Freundeskreis rausgegangen, dann hatten wir vorhin ja schon diese starke Regionalität, also wirklich irgendwie für Hamburg, für Bonn, für vielleicht auch mal kleinere Orte. Und dann aber eben so dieses Community-bezogen. Und es ist ja auch kein Wunder, dass es in den US noch stärker ist, aber dass das eben dann gerade vielleicht auch in, nee, ich will jetzt nicht marginalisierten Gruppen besonders stark ist, aber in Gruppen, die vielleicht. . im klassischen Spenden-Mainstream, aber eben auch im klassischen Öffentlichkeitsmainstream nicht so vorkommen, dass man dann eben sagt, ja okay, hier gibt es dann durchaus auch Gruppen, die ganz gezielt sagen, wir fördern dann eben auch in dem Bereich und sei es jetzt eben mit Religionszugehör mit Herkunftszugehörigkeit, sexueller Orientierung mit ähnlichen, wo man dann wirklich nochmal sagt, okay, wir sind auf einmal auf der einen Seite eh schon Community und auf der anderen Seite wollen wir aber vielleicht auch da einen besonderen Förderfokus haben. Also das könnte ja jetzt auch Biker für irgendwas sein oder sowas. Also diese Identitätsbezogenheit. Und das andere ist dann dieses ganz networking-bezogene, also dass das auch wirklich irgendwie dann darum geht, auch die anderen da kennenzulernen, auch sich vielleicht, ja, vielleicht auch den einen oder anderen Business-Kontakt dadurch zu machen. Und das ist ja was, was wir auch von den Service-Clubs wie den Rotaries und ähnlichen Onlines kennen, die ich jetzt noch am vergleichbarsten, wenn auch natürlich viel strukturierter und viel organisierter sehen würde, die ja. . viel Spenden, aber Spenden eben auch nur einen Teil der Identität ist, sondern da geht es eben schon auch um den Club und nicht nur um den Spendenbereich. . Das wäre jetzt so ein Vergleich, den ich ziehen würde, den es ja auch weltweit gibt. Also was gibt es denn da an Service Clubs Rotary Slions?

Sprecher 2 Oder die Zontas, also da gibt es ja eine ganze Reihe. Genau. Ich glaube, Giving Circle sind nicht eine Sache, die man ganz, ganz trennscharf quasi als eigenen Bereich sehen kann, sondern wo es halt eben viele Schnittmengen gibt zu anderen Formen des kollektiven Gebens. Ob es jetzt in den Service-Clubs ist, ich denke, es gibt ja in Bürgerstiftungen haben ja auch an ganz vielen Stellen ähnlichen Charakter.

Sprecher 1 Spendenparlamente.

Sprecher 2 Das Spendenparlament wäre für mich so was. Es gibt ja auch viele andere quasi spendensammelnde Organisationen, die sich als solch, die jetzt nicht mit einem speziellen Thema unterwegs sind oder mit eigenen Angebote, sondern zum Beispiel für Organisationen in der Region immer wieder Geld sammeln. Also ich glaube ganz viele Schnittmengen und Überschneidungen. Ich glaube, ein Teil ist sicherlich bei den bei den Giving Circle in vielen Fällen noch ein bisschen informeller. Als das jetzt zum Beispiel eine Mitgliedschaft in einem Spendenparlament ist, ja, da wird man dann doch schon sofort Fördermitglied. Ich stelle mir dann Wenn die Wohnzimmerspende dann aus meinem Wohnzimmer virtuell vielleicht dann mal in ein reales Wohnzimmer umzieht, stelle ich es mir auch ein bisschen mehr so vor. Man ist halt eben manchmal dabei und manchmal ist man halt nicht dabei. Man muss sich halt eben auch bei vielen von diesen Aktionen in den USA, da muss man sich jetzt auch nicht immer vor anmelden oder abmelden, sondern das ist halt einfach ein bisschen lockerer und hat Dadurch aber glaube ich auch gerade diesen Aspekt, den du auch benannt hast, quasi des Networkings und des Sozialen. Also diese beiden Sachen stecken da drin und man kann halt eben auch Glaube ich, neben diesen Aktionen, wo es, ich sage mal, es gibt so eine ganze Reihe von Giving-Cirkeln, wo es halt eben wirklich auch ein bisschen um die größere Zahl von Leuten gibt, die zusammenkommen und die dann, glaube ich, vom Charakter her, so wie die Wohnzimmerspende, auch das ist ja ein bisschen wie ein Event. Ja, das ist ja auch dementsprechend vorbereitet. Michael und ich suchen die Leute aus, wir moderieren dadurch den Abend. Und es gibt aber auch Giving Circle, gerade wenn sie ein bisschen kleiner sind und festere Gruppen sind. die natürlich sehr, sehr viel tiefer in die Diskussion von gesellschaftlichen Problemen einsteigen, in die Suche von Organisationen und die Auswahl von Organisationen. Also man kann sich das ja auch vorstellen, dass man das mit zehn Leuten macht. Und da gibt es auch in den USA ganz viele, die halt eben kleiner sind und da kann man sich dann viel intensiver natürlich mit den Themen und den Organisationen auseinandertauschen, als man das an dem Abend in der Dreiviertelstunde halt eben kann. Und das ist, glaube ich, auch so eine andere Möglichkeit. Eins, was mir, glaube ich, eingefallen ist und auch uns beiden. Und was wir auch so als Rückmeldung von anderen hatten, es gibt halt eben doch gerade, sag ich mal, relativ wenig Orte, wo man auch zumindest mal so einsteigen kann in ein Gespräch übergeben. Und über das, was so los ist in unserer Gesellschaft. Weil natürlich einfach viele Menschen logischerweise beruflich und familiär unglaublich eingebunden sind. Ich denke jetzt mal, auch bei der Wohnzimmerspende sind ja viele dabei in ihren 40ern und 50ern, sage ich mal. Und die müssen ja irgendwie auch gucken, wie kriegt man so ein Thema noch irgendwie in den Alltag integriert. Und da ist das natürlich ein einfaches Format und was jetzt niedrigschwelliger ist, als wenn ich weiß, ich muss jetzt immer regelmäßig alle zwei Monate dann und dann dort und dort sein und muss das und das machen.

Sprecher 1 Ja, ich glaube also, wir können ja gleich mal zur Organisationsperspektive rüberwechseln, aber einer der spannenden Bereiche daran ist ja eben, dass es diese ich sag mal, Schwerpunkt Berufstätigen stärker anspricht, dass es jetzt eben auch eine Zielgruppe gibt, die ja durchaus Fundraising attraktiv ist, aber im Fundraising noch oder allgemeinem Spenden noch unterrepräsentiert ist, eigentlich definitiv unterrepräsentiert zu ihrem Einkommen Und da spielt natürlich Zeit, da spielt natürlich Bindung eine ganz große Rolle und da sind so Sachen ganz spannend. Vielleicht den letzten organisatorischen Teil nochmal ganz kurz. Ich finde es zum einen natürlich spannend, das digital zu machen, weil dann kann eine Organisation eben einfach mal mit einer halben. Stunde Aufwand damit rein und muss nicht irgendwo hinfahren, sich das vorbereiten und dann muss ich schon wieder denken, lohnt sich das für? Die und die Summe muss ich da jetzt jemanden abliefern. Und das andere ist vielleicht auch ein Problem, aber natürlich auch ein Reiz an sowas wie jetzt der Wohnzimmer spende, dass es das extrem niedrigschwellig macht, aber natürlich an den Organisatorinnen und Organisatoren hängt. Das heißt, die Niedrigschwelligkeit ist ja für die normalen Teilnehmenden, aber die Organisatoren und Organisatorinnen, die müssen sich ja schon mal, die müssen Leute einladen, die müssen irgendwie ja ein bisschen Werbung machen, weil wenn da unter. . ziehen Leute kommen, ist ja doof, die müssen ein, zwei Organisationen vorher ansprechen, vielleicht auch ein, zwei mehr, weil nicht jeder dann auch Zeit und Lust hat. Also Das ist ja schon dann auf Seiten der Organisatorinnen und Organisatoren eine Form von Ehrenamt schon fast. Also das geht ja schon in Arbeit über.

Sprecher 2 Absolut. Also ich glaube, das ist dann schon wie jeden anderen Abend oder jeden anderen Event und ob man einen Buchclub organisiert, dass wir aber Oder ein Lesezirkel, dass ja häufig immer so ein Vergleich quasi auch der in den USA gemacht wird. So Giving Circle sind quasi so Buchclub-Formate für Spenden. Da muss man halt eben auch Menschen einladen und man muss die Bücher lesen und man muss die Bücher aussuchen und man muss sich da ein bisschen Gedanken drüber machen, wie will man über den Abend reden und man muss vielleicht ein bisschen was kochen und einen guten Wein aussuchen. Also ich glaube, das gehört da dann schon dazu. Das ist absolut so. Und ich glaube, das ist, was ich auch im virtuellen Format jetzt einfach super finde, ist natürlich, wie du sagst, ist es halt eben gleich zugänglich für alle Seiten, ist jetzt auch für die Organisationen nicht so ein Thema. Wäre jetzt für mich auch so eine Sache, ich sag mal, Die Spendensummen sind jetzt ja nicht riesig und da hast du natürlich absolut recht, musst dich auch eine Organisation da auch überlegen, jetzt irgendwie einen halben Tag dafür Zeit zu nehmen. wäre dann schon einfach nicht mehr realistisch, ja. Also irgendwo hinzufahren und so weiter und so weiter.

Sprecher 1 Wobei man könnte das natürlich, sage ich das böse Wort, hybrid machen und sagen, es gibt einen festen oder es gibt einen Kreis von 20 Leuten, die treffen sich in deinem Wohnzimmer, falls es groß genug ist. Und dann schaltet man halt mal die Organisation zweimal eine Viertelstunde dazu und danach unterhält sich die Gruppe wieder ohne Organisation weiter und schmeißt am Ende vielleicht was in den Topf. Da werden wir bestimmt mit experimentieren.

Sprecher 2 Ich gehe davon aus, das wird ja wahrscheinlich so oder so. Die nächsten Monate oder die nächsten Jahre eine von den wirklichen zentralen Herausforderungen sein, wie kriegt man so hybride Sachen hin, und An den Stellen, wo ich das schon mal gesehen habe in den letzten Monaten oder Mittwoch dabei war, das ist, glaube ich, nochmal eine ganz besondere Herausforderung Also ich glaube, Präsenz ist das eine und rein virtuell ist das andere. Das zu mischen, finde ich spannend, ist aber nicht ganz einfach.

Sprecher 1 Ich bin ein ganz großer Hybrid-Skeptiker. Gerade was Veranstaltungsformate angeht. Aber ich glaube, immer dann, wenn wir eine Nicht-Gleichberechtigung haben, dann kann Hybrid funktionieren. Und in dem Fall heißt es, ich glaube nicht, dass es eine. . schöne, gut funktionierende, hybride Teilnahme von Spenden einfach geben kann. . Aber ich glaube, es ist durchaus möglich, dass man sagt, man macht eine analoge Veranstaltung und jetzt holt man sich dann die Organisation digital dazu oder so. Weil die nicht Teil der Gruppe sein. Die müssen nicht Teil des allgemeinen, offenen Gesprächs sein. Aber ich brauche trotzdem die Menschen, um die Organisation vorzustellen. Aber ja, wir sind gespannt. Jetzt haben wir ja hier im Fundraising-Radio normalerweise Menschen, die in Organisationen Fundraising machen. Und jetzt war eine Besonderheit dieser Giving Circle und der Wohnzimmerspende ja eigentlich immer Deshalb habe ich sie vorhin so ein bisschen zum Peer-to-Peer-Fundraising einsortiert, für Menschen, die dann doch eine Schublade brauchen. Jetzt war die Besonderheit, dass es eben nicht fest an eine Organisation gebunden ist in den meisten Fällen, sondern dass das wirklich freiwillig, offen in die einzelnen Bereiche reingeht. Und jetzt interessiert mich natürlich, was können denn Organisationen davon lernen? Was können Organisationen davon mitnehmen? Was hast du denn da für Erfahrungen aus dem letzten Jahr?

Sprecher 2 Ich glaube, das ganz Zentrale ist eins, was du vorhin schon genannt hast. Das ist dieses Thema, Menschen geben Menschen Geld am Ende. Und die Rückmeldung, die wir sowohl von Spenderinnen und Spendern bekommen haben, aber auch von den Organisationen, ist, auch in diesem virtuellen Format entsteht eine gewisse Form von Nähe und von Unmittelbarkeit. Weil man halt eben einfach eben wirklich zehn Minuten mal direkt aus dem Frauenhaus was hört und berichtet wird und man vielleicht die eine oder andere Rückfrage stellen kann. Und das ist, glaube ich, so eine Form von Nähe, die, glaube ich, sicherlich nicht für alle Spenderinnen und Spender einer Organisation, aber die vielleicht für gerade ich sag mal nicht, für die Midlevel-Spender vielleicht eins ist, was für mehr Organisationen einfach auch herzustellen ist. Und das haben wir auch in dem letzten Jahr auch gesehen, dass auch einfach einzelne Organisationen dieses Format für sich ein bisschen Adaptiert haben und diese Inspiration der Nähe mitgenommen haben, zum Beispiel der Help. Aus Bonn, die ja weltweit in der Not- und Katastrophenhilfe unterwegs sind. Die haben eine Aktion gemacht. Das war die Wohnzimmerreise. wo die halt eben an einem Abend dann halt eben zwei Projektländer auch wirklich besucht haben und vorgestellt sind und wo man von seinem Wohnzimmer halt eben Informationen direkt von wo ganz anders in der Welt hören kann. Ich war auch selber mal bei einem Abend dabei, bei auch einer international tätigen Organisation, wo dann Menschen aus Lateinamerika mit dabei waren. und dann halt eben da aus der direkten Vorort Situation berichtet haben. Und das ist dann ja so eine Sache, die hat man ja einfach ganz selten, dass man ohne quasi Menschen dazwischen halt einfach einen direkten Einblick in so ein Projekt bekommt. Und das ist, glaube ich, eine Stärke, die hat dann halt eigentlich nur so ein bisschen noch, ich sag mal, mit den Giving-Circern zu tun, aber diese Nähe, die dabei entsteht, ist, glaube ich, was das Organisationen auch nutzen können.

Sprecher 1 Ja, also nie und eben auch, also wir machen das ja auch, jedes Mailing erzielt von vor Ort und so, aber diese, nämlich das zweite Böse Wort nach Hybrid in den Mund, dieser Authentizität, die das bieten kann, wenn ich eben live echte Menschen mitbekomme. Die ist glaube ich auch unschlagbar. Ich habe wurde leider nicht umgesetzt in einem Konzept mal zur Begleitung von Mailings reingeschrieben, einfach einen Live-Termin für ein Webinar mit im Mailing und auch im E-Mailing zu bewerben und dann wirklich mit der Projektverantwortlichen vor Ort eine halbe Stunde einfach zu reden. Also nur drei, vier vorbereitete Fragen und dann irgendwie noch über den Chat oder so ein paar Fragen rein, aber um einfach nochmal mitzubekommen, ach guck mal, das ist die Person. Die setzt das vor Ort um und die erzählt von denen und den Problemen. Und selbst wenn das inhaltlich alles schon im Spendenaufruf drin steht, wenn das inhaltlich alles schon mal auf der Webseite steht, diesen direkten Zugriff darauf, auch wenn den dann wieder nur ein kleiner Teil nutzt. Ich glaube, das hat durchaus Potenziale und durchaus Möglichkeiten, da Menschen einfach nochmal in ihrer Spendenwilligkeit zu bestätigen sozusagen und da einen Eindruck von vor Ort zu geben. Und damit geht es jetzt eben gar nicht so um den Eindruck mit, guck mal, das sind jetzt die Kinder, die das machen und das ist der Klaus, sondern wirklich die, ja, die Menschen sprechen. sprechen zu lassen, was sie bewegt. Und das ist eine Form von Transparenz, die eben nicht zahlenmäßig erfassbar ist, sondern die wirklich zeigt, okay, ja stimmt. Natürlich, wenn wir geile Projekte irgendwo umsetzen, dann sind da am Ende immer eine Gruppe von Menschen, die irgendwas tun. Am Ende haben wir in fast allen Sachen immer mit Menschen zu tun, die es am Ende umsetzen müssen. Und wir reden im Fundraising ja ganz häufig dafür, dass niemand irgendwie für die Menschen bezahlen will und niemanden für die Overhead-Kosten, aber es liegt eben auch daran, dass wir manchmal die Handelnden ein bisschen zu stark rausnehmen vielleicht.

Sprecher 2 Absolut, finde ich total nachvollziehbar und kann auch sagen, die Bürgerstiftung Bonn hat Zum Beispiel eine ganz, ganz ähnliche Aktion gemacht, so wie du sie vorgeschlagen hast. Die haben im letzten Jahr in ihrem Weihnachtsmailing, quasi wie sie das traditionell machen, für zwei Projekte zu Spenden aufgerufen. Und die haben dann einen, einen so einen Abend gemacht. Und hat eben diese beiden Projekte dann auch nochmal für alle, die die Interesse hatten, dann einfach live vorgestellt. Das war dann ein Projekt hier zum Beispiel Musik vor Seniorenheim. Da gab es dann sogar auch live Musik an dem Infoabend, sag ich mal. Und da war das dann, da hat man es dann auch quasi in der Hand, wie aktiv oder wie zurückhaltend man dann halt einfach auch um Spenden bittet. Ich war Auch bei einem ähnlichen Abend dabei im letzten Jahr, wo, wenn man es alleine hat, das in der Organisation, dann halt einfach auch mal ein Projekt mit dabei da. Oder eine Projektmitarbeiterin direkt von ihrer Arbeit berichtet und dann zum Beispiel eine Organisation von vor Ort interviewt, ist das halt einfach super authentisch und ist das einfach super lebendig. Und daraus entstehen dann, glaube ich, auch wieder Dinge. Ich glaube Wie alle Sachen gibt es da keinen, die Silver Bullet, die dann sofort quasi die Super Spenden reinkommen lässt. Aber ich glaube, diese diese mittelgroßen Spender, die vielleicht, wo es halt einfach wirklich davon abhängt, erreicht man die, bewegt man die oder nicht, dann können die da dann halt eben auch schon, glaube ich, nochmal zusätzlich motiviert werden. Und das ist, glaube ich, auf jeden Fall ein Eine so ganz starke Lehre, dass mit den Menschen geben Menschen Nähe, Identität, Authentizität. Und ich glaube, da kann man noch viel drum experimentieren. Und dann gibt es für mich eine andere. Quasi Richtung, wie auch Organisationen diese Idee der Giving Circle mitnehmen können, weil dann Um es dann halt zu einem Giving Circle zu machen, brauchst du halt eben dann schon eine Offenheit, um welche Zwecke es eigentlich und welche Organisationen es am Ende geht. Das heißt, es muss eine Auswahl geben. Es muss eine Auswahl geben. Giving Circle sind jetzt keine Spendenaktionen für eine einzelne Organisation. Und wir haben, ich glaube, bei der zweiten Wohnzimmerspende war eine Organisation aus Köln dabei. Der Coach EV, das ist eine Kranken-Selbsthilfe-Organisation. die hier quasi von Lernförderung über soziale Beratung viele Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien macht. Und die waren quasi als Organisation, die eine Spende bekommen hat bei der Wohnzimmerspende dabei. Und dann haben die danach gesagt, ah. Das ist ja irgendwie ein tolles Format, lass uns das doch einfach, damit machen wir selber was. Für uns als Spendenaktion. Und da haben die dann im letzten Jahr, 2020, zum Ende des Ramadans ein virtuelles Fastenbrechen gemacht. Und haben halt eben einfach Menschen aus ihrem Umfeld eingeladen und haben dann, da gab es dann Musik und es gab ein paar kleine Reden. Und dann hat man wirklich gemeinsam in kleinen Gruppen dann, als es soweit war, dann halt eben das Fastenbrechen. zelebriert und gefeiert in kleineren Gruppen, wo man dann zusammen diskutieren und sprechen konnte und essen konnte, wo die das halt eben wirklich als Fundraising-Event für sich gemacht haben und Geld gesammelt haben. Und dann haben die das so ein bisschen weiterentwickelt und haben im Ende letzten Jahres dann eine Aktion gemacht, wo sie gesagt haben, auch wir brauchen natürlich immer Spenden. Wir kennen aber eigentlich eine ganze Masse kleinerer Organisationen und Initiativen, die sind eigentlich viel stärker noch als wir Auf Spenden angewiesen. Und der CoGV ist jetzt keine Riesenorganisation, ist aber schon so eine mittelgroße Migranten selbsthilfeorganisation. Die haben noch unter einer Million Euro Jahresbudget. Aber die sind jetzt nicht mehr ganz klein. Und dann haben die sich zusammen mit zwei anderen Migranten-Selbsthilfe-Organisationen zusammengeschlossen, mit dem Integrationshaus Köln-Kalk und der TD-Plattform. Und die haben gesagt: wir organisieren so einen Abend, Und sammeln dabei Spenden für andere Initiativen, obwohl das alles drei Organisationen sind, die selbst auf Geld angewiesen sind, ganz, ganz stark. Und die haben dann einen Abend gemacht, den haben sie genannt Power Shower. wo es wirklich einen ganzen Abend um das Thema Empowerment und Power-Sharing gegeben ist. Da gab es dann wirklich so eine Motivationsrede von jemandem, die länger die Eine Viertelstunde lang über Empowerment gesprochen hat und es gab Musik und es wurden Gedichte vorgetragen. Und dann wurden halt Spenden gesammelt in dieser Runde. Da waren so 50, 60 Menschen zusammen. Da merkte man, das ist halt eben eine ganz andere Community-Identitätsgruppe, die da zusammengekommen ist. Und die haben dann halt einfach für zwei kleinere Initiativen aus der Antirassismus-Arbeit gesammelt. Einerseits für eine für die Bildungsinitiative 17. Februar aus Hanau und in Köln für eine Initiative, die ein Mahnmal in der Keubstraße in der Erinnerung an den NSU-Anschlag, den es dort gegeben hat, bauen wollen. Also zwei kleine Initiativen, die es halt eben vielleicht noch viel schwieriger haben, Zugang zu Spenderinnen und Spenderinnen zu bekommen. Und ich glaube, das ist auch nochmal immer schon ein Blickwinkel, wo vielleicht Organisationen stärker drauf gucken müssen. größere oder mittelgroße zivilgesellschaftliche Organisationen haben irgendwie so eine Verantwortung für kleinere Initiativen, für andere im im Feld. Und so kann man vielleicht auch einfach überlegen, diese Idee dieses offenen Formates, der Giving Circle mitzunehmen, um vielleicht zum Beispiel einfach eine Organisation mit ins Boot zu nehmen und nicht nur für die eigenen Projekte zu sammeln. Das finde ich ist schon nochmal so ein anderer Blick vielleicht, der Vielleicht auch ein bisschen der Herausforderung ist für uns als, ich sag mal, als Spendensektor, als Fundraising-Sektor, als gemeinnütziger Sektor, ich glaube, wir müssen auch untereinander Solidarität zeigen. Und dafür ist das, glaube ich, ein ganz gutes Format.

Sprecher 1 Ich finde das besonders spannend für die vielen Organisationen, die zwar Richtung Spenderinnen und Spender häufig so monolithisch auftreten, die aber ja trotzdem vor Ort dann mit Partnerinnen und Partnern zusammenarbeiten, sowohl vor Ort in Deutschland als auch vor Ort international. Also durchaus auch mal die Möglichkeit für eine zum Beispiel große Entwicklungshilfsorganisationen zu sagen, wir stellen jetzt mal drei, vier unserer Partnerinnen und Partnerorganisationen in einem Land vor oder in einer Region vor oder zu einem Thema vor. Also um auch nochmal vielleicht Richtung Spenderinnen und Spender zu kommunizieren. Ja, klar, wir sind die, die das zum Beispiel überprüfen. Wir sind die, die das sicherstellen, dass das Geld da ordentlich ankommt und was weiß ich was. Aber. Wir sind ja nicht der Monolith, die alles selber machen, sondern wir haben Umsetzungspartner, wir haben Partner vor Ort, wir haben Kooperationen, wir haben Mitglieder, was auch immer. Das finde ich total spannend. Ich finde noch aus einer anderen Sicht das spannend mit den verschiedenen Optionen. Wir sagen ja, im Fundraising oft und auch gerade im Online-Fundraising oft, man sollte eigentlich gar nicht zu viel Auswahl geben, weil zu viel Auswahl natürlich manchmal auch dazu führt, dass Menschen sich dann nicht entscheiden, weil sie eben nicht einfach nur Ja-Nein sagen können, sondern jetzt hier verschieden entscheiden müssen. Aber immer dann, wenn wir in einer Situation sind, in der wir eine gewisse Intensität der Beschäftigung mit dem Thema haben. Und das ist jetzt natürlich in so einem. . Giving Circle, alleine dadurch, dass ich da jetzt eine Dreiviertelstunde an einem Zoom-Meeting teilnehme, ist das ja gegeben. Immer dann ist Auswahl toll. Also immer dann, wenn ich Menschen habe, die vielleicht eine Stufe weitergehen, die schon mal einmal mehr geklickt haben, um sich weiter zu informieren. Denen eben nicht einfach nur die Möglichkeit zu geben, 25, 50, 125 Euro zu geben, sondern eben auch dezidiert nochmal hier in die einzelnen Bereiche reinzugehen. Und das ist ja was, was wir in den verschiedenen Organisationen auch mit Zweckbindung und ähnlichem sehen. Das finde ich ganz, ganz gut. Dritter Bereich, den ich ausspannend finde, ist. . Sich einfach nochmal auf diese Zielgruppe der, ich sage jetzt mal 35- bis 60-Jährigen oder 35- bis 55-Jährigen, der wie auch immer man diese Zielgruppe jetzt definiert, aber dieser berufstätigen . potenziellen Spenderinnen und Spender zu widmen, weil das wirklich eine Gruppe ist, die so viel mehr auch geben könnten, wenn sie richtig angesprochen werden würden, ohne jetzt zu viel Konjunktive in einen Satz zu packen. Und da ist das ja sicherlich auch ein Element.

Sprecher 2 Ja, also ich glaube, das ist auf jeden Fall, ich finde, das ist so ein totaler Bereich, weil man natürlich Auch da gilt ja immer, so die Themen, Veränderungen, die es gibt, sind ja manchmal immer sehr zugespitzt. Und die sind dann immer, konzentriert man sich auf die ganz, ganz jungen Spenderinnen und Spender oder auf die ganz, ganz alten. Und ich glaube, dass es halt eben so dann immer wieder viel Aufmerksamkeit darum geht, so wie ist jetzt irgendwie die Generation Z und was wird die irgendwann mal machen mit dem Spendenmarkt. Und das ist total spannend und ein wichtiger Punkt. Dann geht es um die Babyboomer, die jetzt alle langsam in Rente gehen und alt werden. Und ich glaube, es gibt halt eben diese. wie immer man sie dann nimmt über diese Generation, so wie du sie beschrieben hast, die da, glaube ich, die nächste ist, die halt eben einfach auch, die dementsprechende Mittel zur Verfügung hat und da halt eben im Leben an einem Punkt ist, wo sie was machen kann. Und da habe ich total den Eindruck, da gibt es Da gibt es halt einfach wenig oder zu wenig Angebote, wo man die halt einfach abholt.

Sprecher 1 Und gerade für kleine und mittelgroße Organisationen lohnt sich das auch viel eher. Also die, die Die sollen sich schon um andere Zielgruppen kümmern, aber dann eben, wie du meinst, nicht von diesem Extrem, ja wir haben jetzt lauter Spenderinnen und Spender über 80, jetzt wollen wir an die 18-Jährigen ran. Sondern vielleicht mal so irgendwie diese Zwischenbereich sich nehmen.

Sprecher 2 Ja, genau, da sind ja vielleicht die 60-Jährigen erstmal in Ordnung, weil die sind ja schon mal 20. Ja, ich glaube, es ist so. Da gibt es dann, glaube ich, auch schon große generationelle Unterschiede, aber es ist genauso die Geschichte, dass man dann zu schnell dann halt einfach da ein paar Generationen überspringt und zu denen. Zielgruppen, die da ein bisschen näher dran sind, hat man ja vielleicht dann auch schon wieder ein bisschen mehr Kontakt. Und ich glaube, das ist vielleicht ja auch so ein Aspekt, den die Giving Circle mitbringen, ist halt eben schon so dieses Maß an Beteiligung und an selber entscheiden, was da drin steckt. Und ich glaube, das ist, ohne dass man gleich halt eben Fördermitglied werden muss oder Stifter in einer Bürgerstiftung werden muss oder im Servicegruppen. Mitglied werden muss. Das wollen auch Menschen und dafür gibt es auch einen Ort, aber vielleicht da noch ein paar so einfachere Einstiegsmöglichkeiten zu finden, ist, glaube ich, für diese Spenderzielgruppe ganz gut. Und da passt, glaube ich, auch ganz gut zu, so wie du es gesagt hast, dass eine ganze Reihe von Privatmenschen, aber auch Organisationen quasi inspiriert von der Wohnzimmerspende eigene Aktionen auf die Beine gestellt haben und da gibt es halt eben welche, die halt eben Dieses Format mehr oder weniger eins zu eins übernommen haben. Ich denke so an die Biedefelder Wohnzimmerspende. Das ist wirklich eine Spenderin, die ganz am Anfang bei der Wohnzimmerspende dabei war und dann gesagt hat, ah, das möchte ich hier gerne auch vor Ort machen und die halt eben einfach für Organisationen. Transitionationen im Bielefeld und Umgebung, Wohnzimmer spenden auch virtuell auf die Beine stellt. Das sind immer Gruppen, die kennen sich auch schon ein bisschen länger und haben eine engere Verbindung zueinander. Das ist zum Beispiel da auch in enger Kooperation mit einem lokalen Rotary-Club, die halt eben das als so einen Spendenabend zusätzlich machen. Da gibt es aber auch Menschen, wir hatten das in Eberswalde zum Beispiel, jemanden, die das wirklich als private Aktionen gemacht haben und da Organisationen unterstützt haben, die die sie gut kennten. Das ist dann, glaube ich, noch ein Stückchen stärker dran am Peer-to-Peer-Fundraising. Wir haben aber auch zum Beispiel gemeinnützige Organisationen, so wie ich es geschildert habe, beim Coach. e. V. und andere gehabt und bei Help. e. V. , die das adaptiert haben und da, sag ich mal, Informationsabende, Beteiligungsabende mit Spendenmöglichkeit auf die Beine gestellt haben, sodass man sieht, da gibt es so ganz unterschiedliche Adaptionsmöglichkeiten. Wir haben lustigerweise auch Menschen in Kanada und in England, die Wohnzimmerspenden quasi auf die Beine gestellt haben, die in unseren Netzwerken dabei waren.

Sprecher 1 Da habt ihr es zurück in den angloamerikanischen Raum gebracht.

Sprecher 2 Genau, also man muss halt eben wissen, Die Bewegung der, der Giving Circle war halt eben ganz, ganz stark im Nicht-Virtuellen verankert. Und schon, also vor der Pandemie haben es immer wieder auch Leute versucht in den USA oder Nordamerika. virtuelle Giving Circle auf die Beine zu stellen, was nicht so gut geklappt hat. So, da hat sich das natürlich auch wahnsinnig geändert jetzt mit der Pandemiesituation, sodass das da auch nochmal in einer anderen Art und Weise da ist. Also da gibt es unterschiedliche Beispiele, gibt es auch alle verlinkt quasi auf unserer Internetseite www. wohnzimmerspende. de und wir haben auch unsere Erfahrungen von Michael und mir in einem kleinen Leitfaden festgehalten, den man da runterladen kann, wo halt eben wirklich das ganze Prinzip erklärt wird, bis hin zu den minutengenauen Moderationsplänen jetzt von unserer Wohnzimmerspende. Das kann man alles sich anschauen und gerne nachmachen. und nutzen, einfach gerne auch bei uns melden, wenn es Fragen oder Themen gibt. Es ist auch verlinkt, so wie wir hier im Podcast drüber reden, haben wir auch schon das eine oder andere Webinar gemacht, was man bei uns auf der Internetseite auch angucken kann, um so ein bisschen Einblick zu machen. zu bekommen. Wie läuft das Ganze? Und das letzte vielleicht für alle, die die Lust haben, sowas selber auf die Beine zu stellen. Wir werden, der Michael Albert-Seberig und ich werden quasi nach den Sommerferien im Herbst ein sechsteiliges kleines Training online machen, wo ob wir Menschen, die selber Giving Circle auf die Beine stellen wollen, bei dem Gründen von Giving Circle begleiten und da einmal den ganzen Gründungsprozess durchgehen. Haben wir das riesige Glück, dass wir quasi das Webinar, was eine amerikanische Organisation jetzt im letzten Jahr entwickelt haben, quasi hier nach Deutschland bringen können. und so auch nochmal die Erfahrung der Nordamerikaner da hier mitbringen können, wo man also in sechs Wochen wird das quasi ablaufen, sechsmal anderthalb Stunden man lernen kann, wie man so einen Giving Circle macht. Und wir hoffen dann, dass es beim Giving Tuesday zwei tausendundzwanzig Ich glaube, der ist am 30. November dann wieder eine ganze Reihe von Online-Giving Circlen geben wird, die vielleicht da auch neu entstanden sind durch diese kleine Fortbildung.

Sprecher 1 Dass wir den ganzen Kreis an Giving Circlen haben. Sehr, sehr schön. Felix, vielen, vielen Dank. Das fand ich sehr, sehr spannend und da bin ich gespannt, was auf der einen Seite sozusagen noch von Spenderinnen und Spenderseite kommt oder eben auch, was Organisationen. davon lernen können. Ganz zum Abschluss, auch zum Thema Spenden, jetzt noch eine Frage an dich, die wird jeder Person hier im Fundraising Radio gestellt. Jetzt haben wir viel über Spenden geredet. Du darfst jetzt eine Organisation benennen, wo du um Spenden bitten würdest, wo du denkst, das wäre gut, wenn man der spendet.

Sprecher 2 Das ist ja immer die schwierigste Aufgabe, die es überhaupt gibt, eine Organisation auszuwählen unter den vielen, vielen, vielen, vielen, die ich kenne. Ich würde ab Das stimmt. Ich würde eine Organisation, über die ich hier schon gesprochen habe, und das ist wirklich der Coach EV aus Köln, eine Migranten-Selbsthilfe-Organisation, die. vor allen Dingen mal aus der türkeistämmigen Community in Köln entstanden ist, aber mittlerweile mit ganz, ganz vielen Familien, Kindern und Jugendlichen mit den unterschiedlichsten Einwanderungs- und Migrationshintergründen in Köln arbeitet… Und das ist wirklich eine eine Organisation, die das mit der Selbsthilfe ernst nimmt und die einfach unglaublich stark verankert ist, in der auch viele von den Eltern, deren Kinder in der Organisation betreut werden, die Organisation unterstützen mit Spenden und Ehrenamt. dabei sind und das ist gleichzeitig eine Organisation, die hier auch in der Corona-Krise wahnsinnig engagiert dabei war, die ja auch lange Zeit nur virtuell funktionieren konnte und die irgendwie Hunderte von ihren Kindern und Jugendlichen und auch von anderen Organisationen mit Laptops ausgestattet haben und in dieser Zeit unterstützt haben, also die da ganz schnell in der Nothilfe unterwegs waren, was notwendig war. Und bei allen ist das immer noch eine Organisation, die halt eben auch immer darauf schaut, wie geht es eigentlich anderen kleineren Migranten-Selfhilfe-Organisationen, wo können wir noch weiter mit unterstützen. Also, das finde ich eine ganz tolle Organisation. Der Coach e. V. aus Köln. einfach unter www. coach. coac-kölln. de.

Sprecher 1 Sehr cool. Und ihr macht Spendenformular, da verlinken wir dann drauf. Und damit bedanke ich mich. Felix, vielen, vielen Dank. Das war ein sehr interessantes Thema, sehr interessantes Gespräch. Und dann bin ich sehr gespannt, wie das weitergeht, wenn. physische Termine wieder möglich sind, aber vielleicht auch digitale Termine irgendwann vielleicht nicht mehr ganz so beliebt sind wie im letzten Jahr.

Sprecher 2 Viel Spaß und Erfolg. Vielen Dank, Jona, für das Gespräch.

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Tach, ich bin Maik Meid.

Ich unterstütze seit 20 Jahren gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft mit Medien und Workshops rund um’s Fundraising und Kommunikation. Und seit Anfang 2023 bleibe ich für Euch tagesaktuell auf dem KI-Entwicklungsstand der Dinge. (Ich mach wirklich kaum anderes mehr…)

© Maik Meid Fundraising Media