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FRR113 - Die Wikando Story

Cover: FRR113 - Die Wikando Story

Folge 113 · 25.02.2021 · 1:10:54

Peter Kral ist Gründer und Geschäftsführer der Wikando GmbH. Er verrät, wie es zur Idee kam, erklärt im Gespräch mit Maik Meid eine Menge zum Minimalismus und blickt in die Kristallkugel, wohin es mit dem digitalen Fundraising so gehen könnte.

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Transkript (automatisch erstellt, unredigiert)

Sprecher None Another step. Another step.

Sprecher 1 Another step.

Sprecher 2 Montag, zweiundzwanzig. Februar zweitausend einundzwanzig. Nächstes Jahr wird es spannend, ne? 22. 2. 2022. Heiraten wahrscheinlich wieder ganz viele Menschen. Es ist die Folge 113 vom Fundraising Radio. Hier ist eure liebste und freundliche Fundraising-Brieselung in diesem Audio-Internet. Glück auf! In der Folge 112 haben wir ausführlich über Online-Fundraising geredet. Und zwar mit dem Jörg und mit dem Werner und ein bisschen geguckt. was denn alles in diesem schlauen Buch steht. Und ihr habt gedacht, vielleicht bleiben wir gleichzeitig mal in dieser Online-Disziplin. Ihr wisst es, dass wir sowieso regelmäßig über Online-Themen sprechen. Und dazu habe ich mir einen Gast eingeladen, auf den ich mich sehr freue. Das Thema ist auch schon länger viral gegangen, dass wir unbedingt mal eine Folge machen sollten. Aber uns hat dann. Tatsächlich dein lieber freundlicher Mitarbeiter Jörg Fleckenstein… Schönen Gruß zusammengebracht und ich freue mich sehr, dass Peter Krahl in der Leitung ist. Hallo Peter, moin. Hallo Maik, grüße dich. Glück auf. Eine Sache vorweg. Es hat zehn Minuten, bevor wir hier zusammengeschaltet worden sind, der Postmann geklingelt, der freundliche DHL-Mann. Wir haben einen tollen DHL-Mann, muss ich immer wieder sagen. Der ist sehr, sehr nett. Und hat mir ein Päckchen gebracht, was ich irgendwie gar nicht bestellt hatte. Und ich habe es vor fünf Minuten aufgemacht. Und das ganze Paket war voll mit Schokolade, von oben bis unten. Ihr habt das in der letzten Folge schon gehört, dass auch Andreas und Jona mit Schokolade berieselt worden sind vom lieben Kollegen Jan aus Peine. Ganz herzlichen Dank auch dir, Tja, Peter, da hast du jetzt mal ordentlich Pech gehabt. Denn vor mir liegen gefühlt, ich weiß nicht, wie viel Stücke das sind, fein zerbröselte Schokoladenstücke. Ich schätze mal so an die 200 Stück, vielleicht auch ein bisschen mehr. Was liegt denn vor dir?

Sprecher 1 Vor mir steht ein, ich versuche, dass ich das leise essen kann, vor mir steht ein Zopf. Und zwar, ich war gestern so mutig und habe mich an einem Hefezopf versucht. Der schaut sehr, sehr köstlich aus und ich versuche ihn so parallel zu mampfen, ohne dass man es hört.

Sprecher 2 Ich bin davon ausgegangen in unserem Vorgespräch, dass du mindestens jetzt hier schon deinen 30. Podcast aufnimmst und total gelangweilt bist, schon wieder in einem Mikrofon. sprechen zu müssen. Du hast gesagt, das ist gar nicht der Fall. Und deswegen gebe ich dir jetzt mal als Podcaster mal so den Tipp: Kneckebrot wäre gar nicht gut für Podcasten. Chips auch nicht. Hefezopf würde ich jetzt mal vermuten, wo klingen. Also guten Appetit und in der Hoffnung, dass das nicht der letzte Hefezopf in deinem Leben war. Wie kommen wir jetzt aus dieser Schleife wieder raus? Fangen wir mal so an. Wann ist das zu steil? Sag mal, da wo du sitzt, lieber Peter, da isst man und kocht man doch auch sehr gerne. Oder? Nein, das war zu blöd. Also, in der Leitung ist Peter Krahl. Peter Krahl ist Gründer und Geschäftsführer der Vikando GmbH, womit wir eigentlich schon mal im Thema wären, wobei ich glaube, dass unter Vikando nur sehr wenige Das kennen, wofür du eigentlich stehst, oder?

Sprecher 1 Ja, vermutlich. Ja, wir haben letztendlich, wie kann du es unsere Unser Firmenname und unser Produkt, das die meisten, die in dieser Szene tätig sind, vermutlich kennen, ist Fundraising Box.

Sprecher 2 Ja, tatsächlich, bei Fundraisingbox zucken nicht nur die Onliner zusammen, sondern irgendwie mit euch oder über euch spricht man immer dann, wenn es irgendwie darum geht, man müsste doch mal was mit diesem Internet machen. Bevor wir über die Fundraising Box und auch über Vikando reden, weil ich glaube, allein über Vikando ohne Fundraising Box könnte man schon eine Menge berichten. Dazu auch zum Abschluss nochmal dieser Folge ein paar Informationen und Hinweise. Würde ich gerne dich einfach mal bitten, dass du dich nochmal kurz vorstellst. Also du bist Peter Krahl, aber wenn man sich dies so googelt, dann muss man sagen, ist das schon recht enttäuschend. Weil es gibt durchaus ja in diesem Internet Menschen oder in diesem Fundraising Menschen, die sind sehr, sehr medialpräsent, um es mal neutral auszudrücken. Wenn man da mal so einen Namen googelt, findet man an allen Ecken und Kanten diese Menschen. weil sie viel zu sagen habe oder viel, also ein hohes Mitteilungsbedürfnis haben. Du bist jemand, der es geschafft hat, einen Laden erfolgreich aufzubauen und weiterzuführen. Und als Person Bist du aber, wie ich finde, nach meiner ersten Recherche relativ zurückhaltend? Vielleicht korrigierst du mich jetzt da, weil du sagst, es ist nicht so, aber vielleicht dir jetzt einfach mal so die erste Runde. Wer bist denn du eigentlich?

Sprecher 1 Naja, da hast du recht, also man findet relativ wenig über mich und das hat wahrscheinlich unterschiedliche Gründe. Ich glaube so der wichtigste Grund dürfte sein, dass ich überzeugter Minimalist bin Also ich weiß nicht, ob du das schon mal irgendwie gehört hast.

Sprecher 2 Also ich weiß, dass der Jörg, dein Mitarbeiter, mal gesagt hat, dass du Minimalist bist und ich eine Vorstellung davon habe, wenn ich mal sowas gelesen habe in verschiedenen Zeitschriften oder im Netz Eine Vorstellung davon hätte und ich mal glaube, dass es mir auch gut tun würde, aber wirklich in der Praxis keine Ahnung davon habe.

Sprecher 1 Ja, also im Endeffekt, das ist natürlich eine Art Lebenseinstellung und die zieht sich natürlich über verschiedene Bereiche. Und insgesamt, also erstmal so dieses Thema Konsumgüter war mir schon sozusagen sehr, sehr wichtig. Und ich habe nur 150 Sachen insgesamt in meinem Leben. Und also wirklich mit allem dazugerechnet, mit Socken, mit Laptop, mit wirklich allen Bereichen. Dieses, ich nenne es mal, diese Entschlackung, diese Entschleunigung, diese Ballastabwerfen, das spiegelt sich natürlich auch in meinem digitalen Leben ein bisschen wider. Das heißt, also ich habe keine großen Facebook-Accounts, also ich habe einen Account, ich habe auch einen Instagram-Account, aber im Endeffekt Ich mache keine Posts. Also das heißt, ich habe relativ wenig, wo ich preisgebe. Viele fragen mich auch immer wieder, Peter, willst du das auch wirklich so beibehalten? Es fühlt sich auf jeden Fall gut an. So viel kann ich schon mal dazu sagen. Ob ich das wirklich bis zum sozusagen noch lange so durchziehen kann, weiß ich nicht, weil ich werde tatsächlich immer mehr gefragt, ob ich die nicht mehr von Vicando. oder von unserer Art und Weise, wie wir arbeiten oder wie wir denken oder wie wir Digitalisierung vorantreiben, denn ich irgendwie erzählen möchte. Und ja, vielleicht Muss ich mich da ein bisschen mehr in die Außenwelt raustrauen nähern?

Sprecher 2 Die meisten Menschen, die jetzt sagen würden, sie sind Minimalist, würden mindestens jetzt ein Pod sagen Podcast darüber machen oder zumindest irgendwie anfangen darüber zu schreiben, dass sie es tatsächlich sind? Eine Vermutung. Aber diese 150 Dinge, von denen du gesprochen hast, ist das jetzt eine Philosophie, die quasi von irgendeiner wenig bekannten Lehre in Anführungsstrichen vorgegeben sind oder ist das deine Zahl, die du dir selber festgelegt hast?

Sprecher 1 Ja, so im Endeffekt Ich habe jetzt kein Buch über Minimalismus oder irgendwie sowas gelesen oder über Schlackungstheorien, sondern es hat sich irgendwie einfach so ergeben. Ich glaube, das ist vorwiegend durch, dass viele Reisen entstanden Wir sind ja im Bikando-Team ein Remote-Team. Das heißt, jeder von uns kann remote arbeiten und das habe ich natürlich sehr viel in den vergangenen Jahren genutzt. Und wenn man eben mit seinem Rucksack viel unterwegs ist, dann hat man im Schnitt so 60, 70 Teile dabei. Und wenn einem dann irgendwie auffällt, dass man überhaupt nichts vermisst. Dann ist es wie so eine Art Aha-Erlebnis. Und dann kommt man irgendwie nach Hause und stellt sich dann irgendwie die Frage, okay, was brauche ich denn jetzt eigentlich doch darüber hinaus? Und ja, so hat sich irgendwie die Zahl mal irgendwie eingepegelt. Ich habe mal einfach Just the Fun auch für mich so eine Excel-Datei mal aufgemacht. Um mir mal die Sachen so ein bisschen zu inventarisieren, ich habe die in die Datei schon Ewigkeiten nicht mehr geguckt, also ich mache das jetzt seit fünf Jahren Und es kann gut sein, dass ich mittlerweile entweder 147 Teile habe oder 152. Also das hat überhaupt nichts mit irgendwie, dass man sich da geißelt oder sowas, aber es ist halt ein. Es ist ein klares, bewusstes Handeln, das heißt, wenn man was kauft, dann weiß man ganz genau, warum man es kauft, welchen Wert man dem Ganzen zuschreibt und ich bin dann eben auch so konsequent. Dass ich wirklich erst was kaufe, wenn etwas anderes gehen darf. Und das sind zum Teil natürlich auch ein bisschen verrückte Situationen, die manchmal passieren. Also zum Beispiel, mir ist letzte Woche eine Hose kaputt gegangen, eine lange Hose. Jetzt habe ich sozusagen nur noch eine Hose. Also insgesamt hatte ich nur zwei Hosen. Deswegen habe ich jetzt einen hohen Nied und das ist unter anderem ein Projekt für heute Abend noch eine Hose zu kaufen.

Sprecher 2 Ich würde sagen, du hast jetzt ein Hosenproblem. Mir gingen gerade so super viele Fragen durch den Kopf. Vermutlich, wie vielen, denen du erzählst, dass du so minimalistisch lebst? Aber ich sag mal, wenn ich allein meinen Kasten hier sehe, wo die ganzen Dongles für meinen Mac drin sind, ja, um irgendwelche anderen Sachen anzuschließen, komme ich bestimmt schon gefühlt auf 120. Also ich glaube. Da muss man ja irgendwann auch anfangen zu trennen zwischen einem Privatleben und möglicherweise auch einem beruflichen Leben. . Also du bist Geschäftsführer von der, von der Vekando GmbH. Ja, ich glaube schon, dass du im Grunde im Prinzip nur einen Rechner brauchst, um arbeiten zu können. Und alles andere kannst du die in irgendeiner Form zusammenleihen oder hast das irgendwie im Büro. Aber Trennst du das, dass du sagst, naja, ich bin jetzt als Peter im Privatleben so und im beruflichen Leben, da lassen sich einfach solche Grenzen nicht durchziehen oder vereinst du das?

Sprecher 1 Da gibt es eigentlich keine, also natürlich nutze ich Kabel zum Beispiel, sowohl in der Firma als auch zum Beispiel privat, irgendwie so Ladekabel oder sowas. Aber der einzige, ich glaube, Trennung, also privat nutze ich halt ein Tablet und im Unternehmen ein ein Laptop, aber ansonsten, zum Beispiel ich habe kein Arbeitshandy oder sowas, weil ich telefoniere weitestgehend nur über Über den Laptop. Und ja, deswegen, also da baut sich gar nicht so ein krasser Overhead auf. Und ich bin halt auch ein krasser, minimalistischer Art. Ich habe nur einen Laptop, also ich habe keinen externen Bildschirm oder kein also Sehr fokussiert auf ein 13,3 Zoll Display.

Sprecher 2 Ja und ohne ohne, ich sag mal, ich entschuldige nicht mehr, es wird einfach mal neugierig und völlig naiv. Hobbys? Ich sag mal, spätestens, wenn du jetzt irgendwie, ich meine, Modellbauer willst du vermutlich nicht sein, dann kommst du ziemlich schnell auf mehr als 150 Teile. Aber selbst wenn du Sport machen würdest und du hast, was weiß ich, ähm Fährst du Fahrrad oder so? Ich meine, dann wird es doch auch interessant. Da hast du vielleicht Werkzeuge und dann hast du vielleicht auch nochmal Trikots dazu oder was auch immer. Ich weiß nicht, ob du Fahrrad fährst, ne? Nur als Beispiel. Also ich stelle mir das wirklich. 150 ist doch so schnell vorbei.

Sprecher 1 Es kommt wahrscheinlich auf die Hobbys an. Also ich habe in der Tat keine materialbedürftigen Hobbys. Also ich lese viel natürlich. Das heißt E-Reader und da zählt für mich das Teil sozusagen nur aus E-Reader und ob da jetzt 10. 000 Bücher drauf liegen. Das ist und ja, ansonsten Sport, also ich mache zum Beispiel Kraft Mager und beim Kraft Mager hat man nur sein

Sprecher 2 Auch minimalistisch.

Sprecher 1 Ja, ist sehr, also wirklich, man hat maximal noch einen Mundschutz, aber das war es dann auch.

Sprecher 2 Oh Mann. Ich bin begeistert und habe wirklich Lust darüber mehr zu erfahren. Jetzt sind wir aber über die Frage gekommen, sag mal, wer bist denn du eigentlich und du bist eingestiegen über das Mein Mitteilungsbedürfnis ist bislang nicht so groß gewesen, weil ich bin Minimalist. Dennoch bist du nicht immer Minimalist gewesen, unterstelle ich jetzt, auch wenn jeder sicherlich Prägungen hat. Vielleicht doch einfach mal die klassischen Fragen, wer bist du? Wo kommst du her und was hast du eigentlich, was hast du eigentlich gelernt mit meinem Vaterfragen? Hast du was ordentliches gemacht?

Sprecher 1 Ich bin Bioinformatiker, das heißt also ich habe Bioinformatik studiert in München an der TU und LMU. Und ja, das hat mich super fasziniert und ich wahrscheinlich, wenn es damals schon weiter gewesen wäre, wäre ich auch in der Bioinformatik geblieben. So bin ich jetzt irgendwie in die Sozialinformatik reingerutscht, aber da kommen wir bestimmt gleich drauf. Und ja, ich bin vor kurzem Papa geworden. Seit August bin ich Papa einer kleinen Lola.

Sprecher 2 Herzsten, Herzlichsten. Das Leben ist anders, ne?

Sprecher 1 Es ist leicht anders, ja, das stimmt. Also das ist schon verrückt, aber fühlt sich richtig gut an und Ja, also mir geht jedes Mal das Herz wieder auf, wenn ich in ihr strahlendes Gesicht gucke und super gut.

Sprecher 2 Auch spannende Zeiten jetzt auch, also gerade in der aktuellen Situation. Ja, ein Kind in einem ersten Lebensleiher großzuziehen und gar nicht groß in irgendwelche anderen Gruppen gehen zu können, das ist natürlich auch eine Herausforderung.

Sprecher 1 Ja, das stimmt. Und ja, momentan lebe ich in dem schönen, beschaulichen Speyer.

Sprecher 2 Ach Gott, ich habe dich tatsächlich jetzt auch wirklich in Bayern. Festgelegt.

Sprecher 1 Ich bin seit vier Jahren jetzt hier in Speyer und ich bin hier super happy. Also sehr, sehr schöne, entschleunigte Stadt auch. Also passt gut auch zu meinem Minimalismus. Sehr laid back, die Leute sind alle sehr, also hohe Lebensqualität. Und gefällt mir sehr, sehr gut hier.

Sprecher 2 Eine der Städte, in denen ich glaube ich noch nie gewesen bin.

Sprecher 1 Die liegt eigentlich sehr verkehrsgünstig. Also ich wusste auch nicht genau, wo das ist, aber es liegt im Endeffekt in der von Mannheim, von Ludwigshafen, von Frankfurt. Also das heißt so. Relativ mittig.

Sprecher 2 Was hat dich dahin verschlagen? Die Liebe. Dann brauchen wir gar nicht über weiteres reden, da gibt es dann keine anderen Begründungen mehr. Das stimmt natürlich. Ah, okay, nee, aber tatsächlich bin ich davon ausgegangen, dass das bei der Vikando, ja, steht ja Augsburg immer dran. Ich musste ja dann selber lernen, dass Augsburg aber tatsächlich ja im Prinzip nur eine Briefkastenadresse ist, ja. Weil alle anderen sind woanders, aber ich bin wirklich davon ausgegangen, dass du da auch immer noch bist. Wieder was gelernt. Sehr schön.

Sprecher 1 Genau, ich überlege gerade, was du sonst noch hätte.

Sprecher 2 Du bist verheiratet, oder zumindest hast ein Kind, wohnst in Speyer und bist Bioinformatiker. Wann hast denn du zu Ende studiert? Wann bist du fertig geworden?

Sprecher 1 Ich bin 2007 fertig geworden.

Sprecher 2 Ist ja auch schon einiges her, ja, tatsächlich. Aber du hast nie als Bioinformatiker gearbeitet.

Sprecher 1 Ja, teilweise. Ich war im Fraunhofer Institut für Algorithmen und habe dort eher so ein bisschen in der Chemoinformatik gearbeitet Und ja, letztendlich, die Bierinformatik war zu dem Zeitpunkt einfach noch sehr jungfräulich in Deutschland. Das heißt, man hätte jetzt in irgendeine Pharmafirma gehen müssen, wäre dann irgendwie. . so Datenbankmensch oder sowas und mittlerweile stellt sich das ja ganz anders dar. Diese ganzen Big Data und Machine Learning Sachen, das ist mittlerweile alles Bioinformatik oder jetzt auch diese Panemiesimulationen, da kommen sehr viele Bioinformatiker zum Einsatz, aber das war zu dem Zeitpunkt, wo ich fertig wurde. Da waren einfach die Jobprofile so Unspannend, dass ich mir das nicht vorstellen konnte.

Sprecher 2 Also ich weiß noch von einem Freund, der ist Chemiker, ich glaube, gewesen, mittlerweile auch nicht mehr, aber da haben die Im Grunde genommen die Firmen schon ab dem ersten Semester bei ihm angeklopft. Und er hat sich ja auch tatsächlich mal für ein Jahr lang von der Firma mehr oder weniger kaufen lassen hat dann festgestellt, das ist jetzt nicht sein Weg. Aber das große Geld klopfte dann auch schon an. War das bei dir auch so? Oder ich meine, dann kommt man dir schon möglicherweise so ein bisschen ins Grübel, ne?

Sprecher 1 Der Studiengang, wir waren letztendlich der erste Jahrgang, der diesen Studiengang absolviert hat. Das heißt, die Firmen konnten mit diesem Begriff Bioinformatik erstmal noch gar nichts anfangen. Das heißt, es war alles in der Flüchte noch so So taufrisch, dass da noch keiner geklopft hat.

Sprecher 2 Ich glaube, so in jetzigen Zeiten hättest du keine Schwierigkeiten, wenn du jetzt dabei geblieben wärst, jetzt Händring gesucht, ne?

Sprecher 1 Ja, also viele meiner Kommilitonen haben den Weg gewählt, dass sie dann erstmal promoviert haben oder zum Teil noch habilitiert haben und die sind mittlerweile Ja, in großen, in der Regel in großen Firmen, vorwiegend im Pharmabereich und machen dort irgendwie Medikamentendesign oder irgendwie so High Throughput Screening oder sowas.

Sprecher 2 Das ist für mich ja immer noch Raketentechnologie, wirklich überhaupt keinerlei Ahnung. Aber ich sag mal so, vom Bioinformatiker bis zum ersten Spendenformular ist es aus meiner Sicht ein sehr, sehr weiter Weg. Was passierte denn dann?

Sprecher 1 Naja, es war letztendlich so, dass meine Mitgründerin und ich, wir hatten eine Rucksackreise. Und zwar kurz nach dem 2007. Wir hatten schon letztendlich eine Zusage jeweils für eine Promotionsstelle, sie im Deutschen Krebsforschungszentrum, ich am Fraunhofer. Und irgendwie haben wir aber gesagt, wir wollen uns, bevor wir uns jetzt wieder in diesen Elfenbeinturm begeben, wollen wir uns nochmal irgendwie eine Auszeit gönnen. Und wir haben dann eine Rucksackreise gemacht, wollen dann also in verschiedenen. Ländern waren, ich glaube in zwölf Ländern insgesamt für sechs Monate. Und ja, da wird man natürlich schon sehr geläutert. Also wir waren in sehr vielen armen Ländern, haben uns auch viele Charity-Projekte angeschaut und sind dann irgendwie auf einer Insel, irgendwie sind wir ein bisschen gestrandet, nenne ich es mal. Irgendwie Fidschy haben wir gesagt, okay, wir brauchen jetzt mal irgendwie so zwei Wochen Regenerationszeit von vielen Eindrücke generieren. Und auf Fidschi kam letztendlich dann noch diese Idee auf, hey, wir könnten uns auch selbstständig machen. Wir könnten eigentlich in diesem Bereich irgendwie selber tätig werden und dann haben wir uns natürlich überlegt, was ist jetzt eigentlich genau das Problem. Und wir haben natürlich super tolle, spannende Projekte gesehen, haben dort auch mit Projektverantwortlichen gesprochen und letztendlich ging es immer darum, Sie haben Aufmerksamkeit gebraucht und sie haben Spendengelder gebraucht. Und weil ihr Projekt, ihr Social Impact, alles war super, aber sie hatten halt keine Awareness, also keine Bekanntheit letztendlich. Und dann haben wir uns daraus. Gedanken gemacht, wie wir das eigentlich aufziehen müssten, dass wir für diese Menschen Erwärnis schaffen. Dann haben wir letztendlich entschieden, eine Spendenplattform aufzuziehen. Und das Ganze war als Logistik Plattform gedacht, wo wir Privatpersonen Unternehmen und hilfste Organisationen miteinander vernetzen wollten und eben nicht nur Geld spenden, sondern eben auch Sachspenden oder ehrenamtliches Engagement vermitteln wollten. Also wir haben das rein als technologisches Matchmaking-Problem gesehen. Und ja, so haben wir letztendlich dann 2007, wir sind zurückgekommen, haben gesagt, okay, wir machen uns selbstständig, wir ziehen es jetzt durch. Und haben daraufhin die Wikando gegründet. Und die Vikando heißt deswegen auch Vikando, weil es unsere erste Spendenplattform war in Anlehnung an Vicando.

Sprecher 2 Ah, okay, verstehe. Ich hab den Begriff nie verstanden, aber we can do, selbstverständlich. Ihr hattet aber beide keinerlei Beziehungen, ich sag mal, zur Non-Profit-Branche, zur Sozialwirtschaft. Also ihr seid da Reingeköppert.

Sprecher 1 Also ich bestimmt mehr als Miriam. Miriam war schon immer sozusagen im sozialen Umfeld tätig und auch präsent. Also ihre Eltern sind auch beide gehörlos. Das heißt, sie ist auch Gebärdensprach Dolmetscher. und hatte einfach sehr viel in diesem Umfeld kennenlernen dürfen und wurde dann natürlich auch nochmal vielleicht nochmal einen Tick anders sozialisiert als ich jetzt an der Stelle.

Sprecher 2 Und ich sag mal so, wenn eine Plattform zu gründen, welche Gedanken gingen euch durch den Kopf? Das macht ihr jetzt beide erstmal alleine? Seid ihr in der Lage, habt ihr die Skills oder war für euch schon völlig. . klar, wenn ihr das macht, dann sofort richtig und wir holen uns entsprechend Finanziers und holen uns Menschen, die auch coden können oder hattet ihr alles quasi zu zweit an Bord?

Sprecher 1 Ja, also irgendwie sind wir da so halt ein bisschen naiv reingestolpert. Also wir waren natürlich Überzeugungstäter, hatten hohe intrinsische Motivation und waren natürlich Ja, waren gut ausgebildet konnten beide Coden und haben dann einfach angefangen. Das heißt erstmal in der Wohnung bei uns zu Hause Und haben dann letztendlich irgendwie mal festgestellt, shit, wir können es nicht skalieren, wir müssen mehr Leute werden. Und ja, wie wird man mehr Leute, wenn man kein Geld hat? Wir sind sehr stark einfach auf Praktikanten gegangen. Das heißt, wir haben viel an Unis und an Fachhochschulen gepitcht und haben versucht, junge Leute für uns zu begeistern. Und ja, dann haben wir unser erstes Büro aufgemacht. Wir hatten das Glück, dass wir ein Stipendium bekommen haben, ein Das Exist-Stipendium für junge Gründer. Und ja da haben wir das komplette Gründer diese Gründerfinanzierung haben wir einfach genutzt um um Aufbauarbeit zu leisten. Das heißt, wirklich, Büro, Praktikanten, Gehälter und haben letztendlich an dieser Plattform gearbeitet und haben dann auch relativ zügig gelauncht. Also das heißt, wir haben sehr, sehr schnell Erfahrungswerte sammeln dürfen. Also viele Organisationen, viele Unternehmen, aber auch Privatpersonen haben uns einfach Feedback gegeben und wir haben relativ schnell die Die Herausforderung auch von so einer Plattform identifiziert und wo wir dann gesagt haben: Das wird interessant. Ich glaube, das ist eine Nummer doch größer, als wir ursprünglich vermutet haben, und wir kommen zum Beispiel um eine Finanzierungsrunde gar nicht drumherum.

Sprecher 2 Wobei ihr, soweit ich weiß, ja, überhaupt nicht irgendwie zum aktuellen Zeitpunkt fremdfinanziert seid. Also ihr habt irgendwie nie was mit Venture-Kapital oder sowas zu tun gehabt. Ihr seid da immer im Grunde genommen. Durch, ja, wie seid ihr, wie habt ihr euch groß gemacht?

Sprecher 1 Äh, Beständigkeit würde ich sagen. Also wir letztendlich, also die Vikando selber, also die Spendenplattform selber, haben wir einfach festgestellt, dass sie so nicht funktioniert. Dafür waren wir einfach einerseits zu unerfahren, auch die Herausforderung war zu komplex. Also es waren ja verschiedene Stakeholder mit komplett unterschiedlichen Bedürfnissen. Unternehmen wollen natürlich nochmal was ganz, was anderes für ihr Corporate social responsibility, als auch non profits oder auch diese ich tanz mal die Öffentlichkeit, um die Öffentlichkeit zu erreichen Das sind nochmal ganz andere Methoden notwendiger, aus sich irgendwie Plakatwerbung, Radio, Kampagnen und so weiter. Wo wir gesagt haben, wow, das ist einfach. Ein sehr, sehr komplexe, ein sehr, sehr komplexes Unternehmensanforderungsprofil, gerade bei einer Erstgründung. Und dann haben wir uns natürlich auch so überlegt, wie soll eigentlich die Monetarisierung stattfinden? Und die Monetarisierung von unserem Modell war das Ganze. Durch die Unternehmen finanzieren zu lassen. Das heißt, die Grundidee war ganz klar, die Unternehmen sollen für ihr CSER oder auch für ihr Corporate Volunteering Beiträge zahlen. Und wir haben natürlich pünktlich auch zur Zur Wirtschaftskrise versucht, diese Produkte zu lancieren, und da haben wir festgestellt, nee, das geht nicht auf. Und ja, das heißt, dann standen wir so ein bisschen auf meinem Rücken zur Wand und haben gesagt, okay, was machen wir denn jetzt? Also wir haben irgendwie zu dem Zeitpunkt, ich glaube, zehn Praktikanten. Eine Praktikantin. Und ein Büro. Wir hatten eine Plattform, wir hatten einen guten Input. Wir sind klar, wir sind schon gewachsen, aber jetzt nicht wirklich raketenartig. Und dann haben wir gesagt, okay, vielleicht müssen wir irgendwas drehen, also in einem Startup. Sprech heißt es immer so pivotieren. Und dann hatten wir den Zufall, also wir waren vielen damals zu Barcamps und Social Camps unterwegs, haben dann einfach noch andere Gründer in diesem Bereich getroffen und sind letztendlich dann auch mit einem anderen Unternehmen, mit Helpedia, zusammengegangen. Also das waren damals drei Gründer. Und ja, dann sind wir letztendlich mit Helpedion Vicando fusioniert. Wir sind alle Teams zusammengezogen, sind nach Frankfurt gegangen. Zu dem Zeitpunkt waren wir tatsächlich noch physisch. Aber wie gesagt, die die Ja, ja, und dann haben wir gesagt, da wollen wir wirklich so Teammating machen. Also die Leute müssen sich kennenlernen, müssen sich austauschen lernen. Und dann haben wir einfach mehrere Monate in Frankfurt gearbeitet und da kam aber dann einfach der Gedanke auf das Ganze noch stärker fokussieren. Und klar, wir hatten viele Insights jetzt in den Markt generiert. Sehr viele Organisationen haben klar formuliert, was sie eigentlich wirklich brauchen oder was sie sich von uns wünschen würden. Und dann haben wir letztendlich begonnen, an der Fundraising Box zu arbeiten.

Sprecher 2 Ich meine, nochmal zurück zu 2007, ich meine, das war ja im Online-Bereich tatsächlich Goldgräberstimmung, Aufbruchsstimmung über die Organisationen dahinter. haben es ja noch nicht wirklich verstanden, unterstelle ich jetzt mal, was für ein Potenzial da drin steckt. Einige sicherlich schon, die großen, ja, die dann auch sehr stark investiert haben. Und bei den mittleren bis kleinen, da kämpfst du ja bis heute immer noch an denselben Stellen, wie hier oft im Fundraising-Radio einfach auch besprochen. Nichtsdestotrotz hast du ja schon mit den Vokabeln, die du gerade genutzt hast. Und auch mit dem kaufmännischen Ansatz dargestellt, dass es eine andere Welt ist. Wie seid ihr denn damals in die Akquise gegangen, auch gemeinnützigen Organisationen gegenüber? Ich meine, du hast gesagt, auf jeden Fall auch die Die Unternehmen, das sind auch die, die bezahlen sollten, aber letztendlich war ja klar, dass die Gemeinnützigen auch eine entsprechende Rolle spielen sollten. Wie ist euch da entgegengekommen? Also wie ist man euch entgegengegangen? Oder wenn überhaupt?

Sprecher 1 Also wir haben natürlich sehr viel, wir waren viel auf Messen, also auf irgendwie so freiwilligen Tage oder auf irgendwelchen Fundraising-Tagen auch schon. und haben viel Klingelputzen gemacht, also waren viel präsent, haben viel vor Ort vorgeführt. Also da war ja auch dieses Thema Remote Meetings oder sowas, war da ja noch gar nicht denkbar. Gerade was das Thema Digitalprodukte angeht, das musste man tatsächlich wirklich vor Ort im Büro vorführen, damit sich der Gegenüber das einfach auch vorstellen kann.

Sprecher 2 Ja, also ich kenne ja diese Zeit auch noch und habe zu diesem Zeitpunkt ja auch als Fundraiser gearbeitet und ich weiß, dass ich Zwei kleinere Projekte über Helpedia abgewickelt habe. Einfach, da hatte ich auch die Möglichkeit, konnte das tun, da hat mein damaliger Chef mir das auch erlaubt und fand das großartig. Aber Es war eben auch wirklich nur ein minimaler Teil meines gesamten Fundraising-Volumens. Wir sind jetzt heute in der Situation, dass wir immer noch die Frage haben, wie hoch ist eigentlich euer. Euer Anteil von online am Gesamtvolumen und die wenigsten Organisationen sind überhaupt in der Lage, es allein schon aus Benchmark-Grün dort ausrechnen zu können. . Haben wir ja auch schon hier im Podcast lange drüber gesprochen. Ich sag mal, innerhalb von zehn Jahren. Es hat sich ja auf der einen Seite eine Menge getan, wenn ihr euch mal guckt, wie weit technologisch ihr jetzt seid, dazu vielleicht auch gleich nochmal ein bisschen mehr und was es eigentlich alles so gibt und wo in welche Richtung es gehen kann. Auf der anderen Seite ist aber einfach auch Auch vieles stehen geblieben, meiner Erkenntnis nach. Wenn du jetzt auf zehn Jahre, wie kann du so zurückschaust Was sind denn so Geschichten, die dir als allererstes in den Kopf bleiben, äh, ähm, die als allererstes im Kopf bleiben, vielleicht positiv als auch negativ, wo du sagst, das sind Sachen, an die werde ich immer wieder denken müssen innerhalb der letzten zehn Jahre, weil die waren so krass oder so komisch. Die werden mir vielleicht kein zweites Mal über den Weg laufen.

Sprecher 1 Du meinst allgemein oder was Organisationen angeht?

Sprecher 2 Vielleicht beide, also es ist egal. Im Grunde genommen gerne Online-Fundraising in Bezug auf dich oder gerne aber auch Ja, aus eurem Arbeitsalltag heraus, im Aufbau von Nervicano innerhalb der letzten zehn Jahre.

Sprecher 1 Naja, so allgemeine Geschichten natürlich. Allein dieser Umzug nach Frankfurt, der war schon sehr verrückt. Also wir sind ja Ich weiß nicht, also dieses Gebäude, in dem wir, also wir hatten das Glück, ich muss ein bisschen weiter aussuchen, wir hatten das Glück, in ein Inkubationsprogramm der Uni zu kommen, der Uni Frankfurt. Und die hatten ja Räumlichkeiten zur Verfügung. Und die Räumlichkeiten waren in der Uni, in diesem Bockenheimer Turm, glaube ich, hieß der. Und wir waren im 29. Stock. riesige Räumlichkeiten und wir konnten direkt auf das Bankenviertel gucken.

Sprecher 2 Ich war da auch mal auf einer Fundraising-Veranstaltung. Da hat nämlich einer auch nur aus einem Datenbankhersteller eine Veranstaltung dort durchgeführt, ziemlich Ganz weit oben, das ist echt, das ist echt beeindruckend, ja.

Sprecher 1 Ja, vor allem dieses Gebäude war an sich ja pothässlich. Also bei Wikipedia stand drin, Baustil Brutalismus. Und also ich kannte das Wort vorher nicht und es trifft wirklich zu. Es war wirklich, ähm, es war Extrem hässlich. Also es hat wirklich so ausgeguckt, wie wenn da mal eine Taube drüber geflogen wäre und einfach mal eine riesige Portion. Aber es hat uns ja nicht gestört, weil wir haben ja von drinnen nach draußen geguckt und haben immer sozusagen das schöne Frankfurt gesehen und die anderen mussten uns ja sozusagen in Anführungszeichen ertragen. Und das war natürlich schon echt eine sehr verrückte Situation. Das waren sehr riesige Räumlichkeiten. Also ich glaube ich habe damals zu zweit hatten wir Ich glaube 95 Quadratmeter und hatten mehrere Büros und das war natürlich, das hat uns schon sehr stark befeuert so ungefähr. Jetzt müssen wir aber auch was auf die Straße bekommen. Und ja, also diese ganze Frankfurt-Zeit, die ist mir noch sehr, sehr präsent, aber das war auch so, dass wir vom Team. . Also ihr seht, wo wir von Augsburg nach Frankfurt gezogen sind, war es zum Beispiel auch so, dass einige vom Team, gerade zum Beispiel Rainer, unser Ja, ich glaube dienstältester Mitarbeiter, mittlerweile auch Gesellschafter, der wollte zum Beispiel oder konnte nicht mit nach Frankfurt gehen. Also er hat gesagt, nee, ich bin in Augsburg verwurzelt und ich würde gerne bleiben und zieht ihr mal nach ins Frankfurt, aber vielleicht. bekommen wir das irgendwie hin jetzt eben auch online. Und das war halt der Beginn auch unserer Remote-Arbeit. Das heißt, wir haben damit schon angefangen, mit solchen Strukturen zu arbeiten. Das heißt, wir waren in Frankfurt, hatten Rainer noch in Augsburg und waren da jetzt ein bunt zusammengewürfelter Haufen in Frankfurt, alle eigentlich nicht wirklich aus Frankfurt. Und da waren wir dann halt eine Zeit lang, ich glaube insgesamt so zwei Jahre, und dann haben wir aber entschieden, Dass jeder eigentlich dorthin gehen soll, wo er wirklich Lust hat oder wo die Freunde oder Familie ist. Und dann haben wir uns drei Monate nochmal so eine Art Übergangszeit gegeben. Das heißt, drei Monate lang haben wir in Frankfurt Alle nochmal dezentral, jeder im Homeoffice gearbeitet zu dem Zeitpunkt, das war dann 2011 oder so, 2012. Und das hat super funktioniert in diesen drei Monaten. Dann haben wir gesagt, okay, dann Lass uns das wirklich komplett jetzt fully remote oder ja doch machen und ja, das haben wir seitdem haben wir keine Office-Strukturen mehr.

Sprecher 2 Also das heißt, wie viele Menschen kennt ihr da in Frankfurt, die ihr dann quasi nach Hause schicken musstet?

Sprecher 1 Wir waren zu dem Zeitpunkt nicht super viele. Wir waren so, ich glaube, vielleicht fünf Leute insgesamt. Also es war jetzt noch sehr überschaubar, aber das war auch der Vorteil, weil dadurch konnte natürlich jetzt diese, ich nenne es mal, Diese Remote-DNA konnte noch gut verinnerlicht werden. Und das heißt, der Change war noch relativ gering. Man musste also jetzt nicht super viele Leute dafür begeistern. Und ja, und dann haben wir angefangen, Remote zu arbeiten. Für jeden weiteren Vikando, der dann zu uns kam, der kam unter anderem neben dem Social Impact natürlich, eben auch aufgrund des Remote. Und ja, und so hat sich dann letztendlich auch dieses Remote-Thema bei uns so materialisiert, dass wir Das jetzt förmlich zelebrieren und natürlich jetzt auch während dieser Krise auch sehr stark davon profitieren.

Sprecher 2 Ich meine, das ist doch jetzt für euch irgendwie so ein Beweis auch dafür, dass es, dass ihr auf dem richtigen Track wart. Aber das, also. Respekt. Ich meine, ich bin selber jetzt auch seit acht Jahren im Homeoffice. Ich habe nie ein Büro gehabt, nachdem ich irgendwie in der Selbstständigkeit bin. Ich könnte es mir momentan auch gar nicht anders vorstellen. Aber was ich schon damals als Herausforderung gesehen hätte, ist, die Menschen arbeiten ja dann vermutlich Tatsächlich von zu Hause, irgendwie von einem Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Wohnzimmer, was auch immer. Und dann bist du ja wirklich doch wieder auf die, auf die private Infrastruktur angewiesen, also zum damaligen Zeitpunkt. Lieg dann ein ordentliches DSL oder muss ich vielleicht zum damaligen Zeitpunkt sogar noch mit ISDN klarkommen? Das glaube ich, war noch eine andere Herausforderung, oder

Sprecher 1 Auf jeden Fall. Also damals, da waren auch die Tools natürlich noch nicht so weit entwickelt.

Sprecher 2 Skype, ne?

Sprecher 1 Also viel Skype. So viel Skype und dann haben wir ihn schon gefreut, wo Skype irgendwie Bildschirmeübertragung oder sowas eingeführt hat. Und ja, mittlerweile ist das ja alles. so vollwertig entwickelt, dass also wir probieren dann natürlich auch alle möglichen neuen Sachen aus, weil jetzt auch gerade während dieser Pandemiezeit jede Woche kommt ein neues Startup bezüglich Remote Working Und da probieren wir einfach auch viel aus und ja, also schon.

Sprecher 2 Aber trotzdem zwei Fragen dazu. Das eine ist, ihr habt trotzdem immer noch mit den Bis heute ja mit den sehr konservativen gemeinnützigen Organisationen zu tun gehabt. Wie sind die denn damit klargekommen, wenn ihr gesagt habt, naja, wir haben kein Büro? Also ich bin ganz ehrlich. Als ich früher mit Agenturen zusammengearbeitet habe, ich habe in einer langjährigen Zusammenarbeit, ich habe immer einmal gesagt, ich möchte gerne mal bei euch vorbeikommen, um einfach zu wissen, wie es bei euch aussieht. wie ihr auch so miteinander arbeitet, weil ich glaube, da durchkriegt man auch ein Gefühl. So, und bei euch konnte keiner vorbeikommen, also zumindest seitdem ihr in der Remote-Situation wart. Wie reagierten damals die Organisationen darauf, dass es euch eigentlich nur

Sprecher 1 Unterschiedlich, also es gab bestimmt Organisationen, die das fast Ja, nicht verstörend, aber befremdlich fanden, die auch zum Teil natürlich das Thema Datenschutz oder IT immer wieder angeführt haben, dass das eigentlich im Homeoffice-Bereich gar nicht abbildbar ist. Deswegen haben wir sehr, sehr viele in Richtung Dokumentation oder Aufzeichnung von Prozessen, also was wir alles hinsichtlich IT-Sicherheit letztendlich im Unternehmen garantieren können, vermittelt. Und wir haben es am Anfang die ersten Jahre auch gar nicht so Nach außen getragen, dass wir ein Remote-Team sind. Und das hat sich verändert. Da gab es auch so eine Art Aha-Erlebnis. Und zwar hatten wir eine Kundenkonferenz, da waren irgendwie so knappe 100 Leute und da hatten wir einen einen Vortrag, den hat Miriam gemacht, und da haben wir einfach so ein bisschen hinter die Szenen, hieß der Vortrag oder hinter der Bühne sozusagen Was passiert denn so im Hintergrund? Und da hat sie einfach aus dem Nähkästchen geblaudert, wie wir eigentlich arbeiten und wie wir agieren, wie wir aufgestellt sind, wie wir uns abstimmen, wie wir Projektmanagement machen und wie wir halt dezentral arbeiten. Und nach diesem Vortrag kamen so unfassbar viele Organisationen auf uns zu und haben dann auch im Nachgang angefragt, ob wir ihnen nicht das noch mehr zeigen können, ob wir nicht noch irgendwie so einen Inspirational Talk bei ihnen halten können und so weiter. Und da haben wir gemerkt, so. Wow, okay, das haben wir vielleicht echt ganz falsch eingeschätzt, sondern da scheint wirklich ein Interesse oder eine gewisse Affinität für das Thema auch zu existieren. Und ja, und dann haben wir wirklich auch begonnen Das Meer nach außen zu tragen und mittlerweile ja zeleprieren wir es förmlich.

Sprecher 2 Wenn ich jetzt ein neuer Mitarbeiter bei euch werden wollen würde und ich hätte überhaupt keine Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten, also weil einfach kein Platz, ja, und oder Familie, was auch immer. Das wäre dann ein Hindernis. Also ich könnte da nicht bei euch anfangen. Oder würdet ihr mir auch dann, was weiß ich, für einen Coworking-Space irgendwie was zur Verfügung stellen, ein bisschen Budget? wenn man es denn sowieso wieder könnte, also als Corona-frei nutzen.

Sprecher 1 Ja, genau, also da gibt es einfach verschiedene Möglichkeiten. Also jeder nutzt es auch in der Wikando unterschiedlich. Also manche, die die Räumlichkeiten haben, bevorzugen es eher zu Hause zu sein, manche gehen auch wirklich in den Coworking Space. Es hängt natürlich so ein bisschen auch vom eigenen Profil ab. Wenn man halt viel telefoniert oder sowas, dann ist man kein willkommener Gast in einem Coworking Space. Deswegen, aber da haben wir ganz viele verschiedene Möglichkeiten und klar, wir unterstützen da die unser Team, je nachdem, was sie brauchen, halt irgendwelche Tische oder Stühle oder Coworking-Zuschüsse. Also da haben wir einfach verschiedene Möglichkeiten.

Sprecher 2 Wie oft seht ihr euch nun wirklich mal irgendwie in echt, so in dieser Kohlenstoffwelt? Oder wirklich gar nicht?

Sprecher 1 Nee, nee, wir sehen uns schon physisch, also wir sehen uns mindestens zweimal im Jahr für jeweils eine Woche. Und zwar, wir haben immer einen festen Sommer- und einen Winterausflug. Und da sehen wir uns wirklich eine ganze Woche. Und das hat letztes Jahr leider nicht geklappt, jetzt auch mit Corona. Dieses Jahr ist immer noch stark am Abwägen. Also bisher haben wir es noch nicht kategorisch ausgeschlossen, aber Ja, könnte auch wieder schwierig werden, aber wir sehen uns in der Regel wirklich zweimal im Jahr. Es gibt darüber natürlich die Möglichkeiten, dass wir uns in kleineren Gruppen treffen. Das heißt also, es gibt auch zum Teil Cluster, es gibt viele von uns mittlerweile in Berlin oder ein paar in Hamburg oder ein paar in der Bayern Region und dann treffen die sich eben auch für ein Projektmeeting oder für ein Kreismeeting oder für eine Teambildenden Maßnahme oder sowas. Also da gibt es einfach verschiedene Möglichkeiten.

Sprecher 2 Wahnsinn. Also vielleicht, das kann ich an dieser Stelle, glaube ich, schon mal ankündigen. Es gibt einen Termin, den ich jetzt nicht auswendig weiß, den würde ich dann in die Shownotes nochmal packen. Aber im Rahmen der Kooperation mit der Fundraising-Akademie habt ihr euch freundlicherweise ja bereit erklärt, aus euren Nähkästchen zu plaudern und mal so einen Eindruck in Form eines Online-Seminars durchzuführen, nämlich How to Work Remote, das war so der Arbeitstitel. Ein Einblick der Fundraising-Box, wie kann du Menschen für alle Interessierten, die irgendwie in dem Verteiler der Fundraising-Akademie sind? Da gibt es einen Termin. Ich glaube, du machst es nicht, ich glaube, die Meer macht es, ne?

Sprecher 1 Ich glaube, die Miere macht es ja. Letztes Jahr habe ich auch ein Webinar dazu gegeben bei der Fundraising Digital von Stifter helfen. Und da ging es auch um. So eine Art Kick-Off Remote, also wie schafft man relativ schnell sich Remote aufzustellen? Da gibt es auch eine Aufzeichnung und wir haben auch eine Blogreihe, das heißt, wo wir verschiedene Themen beleuchten, auch sowas wie Wertschätzung im Remote-Team oder Humor im Remote-Team. Es ist ja nicht nur das Toolset, sondern es geht ja sehr stark um, wie interpretiert man denn das Ganze jetzt eigentlich.

Sprecher 2 Du musst das wollen, also du musst das wirklich auch wollen. Und du musst auch, ich kann mir auch gut vorstellen, dass es auch nochmal eine besondere Geschichte ist, wenn ihr Leute sucht. Ich meine, auf der einen Seite ist es, wenn du jetzt einen Coder suchst, ich meine, Händering sind ja einfach Coder gesucht und So Full Stack Developer, die kriegst ja momentan irgendwie überhaupt nicht. Aber dass die durchaus ja auch nochmal ein bisschen digitaler ticken und durchaus affiner sind für Remote, kann ich mir gut vorstellen. Aber ihr habt ja auch andere Menschen im Team und die müssen ja dann auch irgendwie in diese Kultur passen, weil ich glaube, eine Kultur. muss man ein Stück weit auch mitbringen. Man lässt sich dann sicherlich auch überraschen und man passt sich dann auch an und lebt es dann irgendwann, aber wenn du. Von vorne heransetzt, ich habe da gar keinen Bock drauf, dann wird es auch, glaube ich, schwierig. Aber ihr sucht ja ständig neue Leute, habe ich das Gefühl. Irgendwie braucht ihr ständig Menschen.

Sprecher 1 Ja, also wir stellen immer jedes Quartal ein, also das heißt wir haben immer so onboarding weeks, einmal im Quartal. Und ja, wir suchen tatsächlich gerade Händeringend. Also wir haben jetzt im Januar 4 gestartet, jetzt im April versuchen wir das wieder 5 starten. Und wir haben vom Hiring-Prozess selber Ja, letztendlich, klar, Technologieaffin ist wichtig, aber natürlich, wir machen sehr stark so wertebasiertes Hiring. Das heißt also, was ist wirklich die intrinsische Motivation? Wie ist das Werte-System? Und wir suchen natürlich sehr stark Wir arbeiten in der Wikando mit Holocracy, das heißt wir suchen sehr stark so Hol Hulon Qualitäten. Also Hulons sind diese autonomen Ja, das nochmal separat. Also dieses, es gibt ja die Möglichkeit des Entrepreneurs und dann gibt es ja den Begriff des Interpreneurs und wir suchen eigentlich sehr stark Wie kann Lust die diese Entrepreneurship-Dänke mitbringen? Also die selber Aufbau bei Pionierarbeit leisten wollen und eben keine. sich nur Empfänger von irgendwelchen Aufgaben sind, sondern selber diese ganz mal Fantasie und Kreativität haben, um die Vikando nach vorne zu bringen.

Sprecher 2 Was wäre denn dann wichtiger aus deiner Sicht, ohne jetzt aus dem Nähkästchen zu plaudern, da ist jetzt einer, der hat die fachliche Qualifikation. Die brauchen wir jetzt unbedingt, alles andere, oder aber nee, das ist uns jetzt schon so wichtig, dass der einfach so denkt und dann nehmen wir den auch, auch wenn vielleicht doch ein bisschen was an der fachlichen Qualifikation fehlt.

Sprecher 1 Zweiteres. Ganz klar. Ganz klar zweiteres.

Sprecher 2 Super. Respekt. Du hast vorhin gesagt. Nach 2007, 2008, wie es in Frankfurt weitergegangen ist und auch durch die Fusion mit Helpedia, Bligatland Helpedia kann ich mich persönlich sehr gut noch erinnern Aber bestimmte Sachen sind noch gar nicht genannt worden, was ihr eigentlich tatsächlich tut. Jetzt mal Hand aufs Herz. Ich glaube, das kannst du möglicherweise gar nicht so gerne hören, weil ihr, ich weiß, viel, viel mehr macht, aber dazu hast du auch gleich die Chance, das zu sagen. Die meisten Menschen verbinden euch mit dem Thema, ach guck mal, da gibt es ein Spendenformular. Das war damals aber, glaube ich, noch nicht im Fokus. Wie entwickelten sich dann so die Dinge weiter, die ihr. . die ihr entwickelt habt, die ihr aufgebaut habt. Und was für einen Blumenstrauß bietet ihr eigentlich momentan wirklich an? Was ist alles bei euch in der Tüte drin?

Sprecher 1 Also vielleicht muss man dazu so ein bisschen unsere Vision und Mission verstehen, also was wir eigentlich irgendwie vorhaben. Also letztendlich unsere Vision ist es, den Social Impact von Non-Profits in der Welt zu vergrößern. Das ist sozusagen unsere. Unser Nordstern, an dem wir sozusagen hinstreben. Und das haben wir letztendlich runtergebrochen in verschiedene zeitliche Abschnitte. Und letztendlich unsere Mission ist es weltweit durch unser Experten-Team und neue Technologien, Non-Profits zu befähigen, neue digitale Kanäle des Spendens zu erschließen, manuelle Prozesse zu digitalisieren und wirksame Entscheidungen bezüglich ihrer Maßnahmen zu treffen. Das ist sozusagen die Mission. Und du hast das Spendenformular angesprochen. Das Spendenformular ist letztendlich der Beginn unserer Reise gewesen. Das heißt also. Wir haben zu dem Zeitpunkt einfach festgestellt, dass es kein Pendant zum. Also beim E-Commerce hat man schon standardmäßig irgendwie Shop Software benutzt. Das heißt, keiner kam zu dem Zeitpunkt auf die Idee, irgendwie einen Shop selber zu programmieren. Also hat man irgendwie eine fertige Shop-Software genutzt. Und wir haben einfach diese Nische erkannt, dass es dafür kein Pondor im Fundraising gibt, wo man sich eben sehr, sehr schnell unkompliziert ein Spendenformul auf die eigene Seite einrichten kann und mit diesen ganzen Themen wie Payment-Abwicklung und Sicherheit oder Styling sich beschäftigen muss. Und das war, ja, so haben wir vor zehn Jahren letztendlich gestartet und mittlerweile ist das natürlich viel, viel ausdifferenzierter geworden. Also dass viele Organisationen, also wir sind natürlich mit den Organisationen gemeinsam gewachsen. Das heißt Organisationen, gerade so die Early Autopter Organisationen Haben dann natürlich immer mehr Anforderungen auch mitgebracht. Also nur ein paar Sachen irgendwie so anzusprechen. Klar, das Payment-Thema ist schon sehr, sehr vielschichtig. Also es geht ja nicht nur um Zahlungen von A nach B, sondern es geht natürlich auch um das Thema Buchhaltung, es geht um das Thema Zahlungsströme. Es verändert sich ständig. Es kommt die ganze Zeit, kommt neuer Player ums Eck, muss auch wieder natürlich irgendwie berücksichtigt werden. Dann das Thema CM spielt eine große Rolle. Also CM-Integration, früher hat man das ja sehr Ja, ich nenne es mal so. Online-Fundraising ein bisschen als Alibi gesehen, das heißt, man hat dann irgendwie ein bisschen online was gemacht und dann ist irgendwie daraus eine Excel-Datei. geputzelt und diese Excel-Datei hat man dann genommen und hat das dann in sein System reingeworfen. Und das verändert sich natürlich jetzt sehr, sehr stark. Das heißt, also jetzt werden sehr stark Datenzilos Abgebaut, Systeme werden miteinander vernetzt, ob das jetzt CM-Systeme sind, Marketing-Automation-Systeme, Buchhaltungssysteme, also ERPs und all diese Bereiche bieten wir mittlerweile Lösungen an. Auch so Sachen wie Banksynchronisation, also wenn Zahlungsströme irgendwie auf dem Bankkonto ankommen, wie können die vollautomatisch eigentlich in die entsprechenden Systeme synchronisiert werden Dafür haben wir einfach Lösungen. Das heißt, wir gehen sehr stark in das Thema Digitalisierung von manuellen Prozessen rein und sehr stark in das Thema Vernetzung von verschiedenen Services, die mittlerweile einfach notwendig sind, um professionelles Fundraising digital zu betreiben.

Sprecher 2 Wenn jetzt eine Organisation bei dir anruft, bei euch anruft, ich glaube, du wirst derjenige sein, der nicht als erstes ans Telefon geht, aber der ruft wirklich bei dir persönlich an. Und du könntest dir aussuchen, was sie für eine Aufgabe für dich hätten. Wie sähe denn wirklich deine Lieblingsaufgabe für eine Organisation aus? Also wirklich mal so ganz konkret, mit welcher Aufforderung könnten sie kommen und du würdest sofort sagen, hey, lass uns gestern loslegen.

Sprecher 1 Naja, was wir gerne mögen, sind wirklich Herausforderungen, also sehr stark Integrationsprojekte, wo wir wirklich ein Interesse dran haben, mit der Organisation Sachen auszuleuchten. Also Spendenformular ist ja, ich nenne es mal, wirklich ein super easy Einstiegspunkt. Ich glaube, wenn, wenn es eine Organisation verstanden hat, kann die das innerhalb von Minuten da loslegen. Aber wir mögen Organisationen, die einfach ja schon auch von der Digitalisierung natürlich ein bisschen ein bisschen weiter sind und vor allem auch diese Dimensionen oder Ausmaße mittlerweile verstehen, was Digitalisierung auf die Non-Profit Welt eben erreicht hat oder noch erreichen wird.

Sprecher 2 Wen würdest du denn möglicherweise auch abraten, dass ihr gemeinsam los? loslegt. Gibt es da irgendwie eine Größenordnung, wo du sagst, naja komm, wenn du jetzt irgendwie einen Schrebergartenverein hier in Herne Sodingen bist, dann macht es vielleicht keinen Sinn. Oder aber wenn ihr sagt, naja Wenn ihr alle eure QM-Prozesse immer noch mit Geodreieck und Bleistift aufmalt, das ist vielleicht auch nicht der richtige Weg. Gibt es da Ausschlusskriterien bei euch?

Sprecher 1 In dem Sinn gibt es keine Ausschlusskriterien. Also es ist natürlich momentan, würde ich sagen, ist es noch ein bisschen der Preis Also wir haben natürlich so eine Art Einstiegsbarriere, wo ich sage, das lohnt sich aktuell nicht für jeden. Das Ganze ist aber so ein bisschen daran. Dem geschuldet, dass wir einfach zum Teil ein sehr komplexes, also das Produkt selber ist zwar intuitiv, aber durch diese Funktionsvielfalt wird sie in einer gewissen Weise auch ein bisschen komplex. Und deswegen müssen hier momentan einen gewissen Betrag aufrufen, damit sich das letztendlich amortisiert. Aber was wir auf jeden Fall planen, um auch deine Frage, was das Thema kleine Organisationen angeht, zu beantworten, wir planen eben auch so ein reines Self-Service-Produkt für kleinere Organisationen. Das heißt. Also dass die wirklich reingehen können, super schnell loslegen können, ohne dass überhaupt Fragen aufkommen, weil das alles so selbsterklärend ist. Und also da werden wir auf jeden Fall auch in diesem Bereich vorstoßen.

Sprecher 2 Ich glaube, das ist tatsächlich was, wo viele aufatmen würden, wenn es das tatsächlich geben würde und es auch noch funktioniert. Ich persönlich stoppe noch so ein bisschen bei selbsterklärend. Weil das muss ja dann wirklich richtig, richtig gut sein. Einfach weil diejenigen, die es möglicherweise im Ehrenamt tun, dann auch oft an ihre Grenzen kommen, mangels Fachwissen, weil sie es einfach nicht tagtäglich tun. Das ist ja auch völlig, völlig legitim. Ich bin gespannt. Also gibt es dann einen Zeithorizont?

Sprecher 1 Ja, auf jeden Fall erste Jahreshälfte. Also das cool.

Sprecher 2 Ich habe jetzt gedacht, das ist irgendwie sowas, was ihr schöner Übergang nämlich auch möglicherweise Nur auf der auf der auf der langen Perspektive möglicherweise habt. Ja, mich würde es interessieren. Du hast so viel Visionäres gerade gesagt. Du hast auch gesagt, wie es dazu gekommen ist, dass ihr überhaupt daran weitergedacht habt, dass ihr überhaupt auch schon der sehr zukunftsorientiert arbeitet und dennoch das Thema Spendenformular immer wieder das Erdende ist. Also auch in den Seminaren, die ich durchführen darf, muss man fragen, wer hat denn von euch schon ein Spendenformular auf der Website? Und in ich habe teilweise sogar so Stiftungsmanager letztens in der Ausbildung wirklich, da gehen zwei Hände von zehn hoch. Der Rest hat es eben letztendlich noch gar nicht. Also lassen wir mal dieses schnöde Spendenformulathema mal außen vor, weil ich glaube, dafür bist du jetzt als Person möglicherweise auch gar nicht. gar nicht mehr richtig geeignet, finde ich, weil ich glaube, du bist, du bist jemand, der ganz, ganz stark auch in gesellschaftliche Veränderungen reinschaut und auch in Visionen reinschaut. Ich persönlich traue mir keine Zukunftsaussage zu und weiß nicht, unabhängig jetzt von, wenn man gerade, dass uns gerade mal eine Pandemie heimgesucht hat, ich traue mir keine Aussagen zu machen in der digitalen Welt, was in drei Jahren passiert. Wie sieht es bei dir aus? Wie weit guckst du nach vorne und wenn du nach vorne schaust? Gar nicht unbedingt bezogen auf wie kannos Strategien, weil die interessieren mich zwar schon, aber ich glaube nicht, dass du sie hier verraten würdest. Wo geht es denn eigentlich hin mit diesem ganzen digitalen Fundraising und wo stecken wir da in einer für dich überschaubaren Anzahl von Jahren? Also was Was passiert da wirklich? Also, wo geht’s hin?

Sprecher 1 Ich habe vor kurzem euch Bilder gesehen von einer Veranstaltung, die wir vor Und da habe ich einen Vortrag gehalten, Nonprofit 2020 Das war letztes Jahr, und da lag ich wirklich komplett daneben. Also, natürlich, das ist ja die Gefahr, wenn man sich sehr stark in dieser digitalen Welt bewegt man lebt natürlich auch in der digitalen bubble das heißt also diese diesen bias ins digitale der ist gegeben und Deswegen, ich kann natürlich wieder so eine Art First Shot probieren, aber das ist natürlich Glaskugelrecht.

Sprecher 2 Aber es macht auch Spaß, es hinterher wieder rauszusortieren. Also ich habe mich auch persönlich, kann ich auch sagen, vor vor drei oder vier Jahren mich sehr stark aus dem Fenster gelehnt und laufen mittlerweile rot an. Wenn ich das Thema Blockchain-Technologie für ab Von Prozessen mir anschaue. Ich war da sehr davon überzeugt, dass das eine ganze Menge im Fundraising beeinflussen wird, was eben auch, was Spenden, Buchhaltung und so weiter angeht und was man da möglicherweise mehr hinguckt. KryptoWero mache ich jetzt nicht auf das Thema, ist nochmal ein ganz spezielles. Aber ich glaube, also so weit nach Neben geschossen habe ich auch noch nie in meinem Leben. Ich glaube, es wünsche dir was zum Thema Blockchain mal zu sagen.

Sprecher 1 Ja, also ich glaube auch tatsächlich weiterhin, also auch wenn ich das jetzt nicht bei 2023 mit aufzählen würde, ich glaube, dass weiterhin Blockchain eine sehr relevante Rolle im Im Non-Profit-Markt spielen wird. Also gerade das Thema Smart Contracts, also ich glaube, ich bin da schon überzeugt.

Sprecher 2 Ja, im Feld. Also ich sag mal, gerade bei der Abbildung von Dienstleistungen eben In entsprechenden Ländern auf jeden Fall. Ich glaube, dass es aber überhaupt keine Rolle spielen wird in absehbarer Zeit, ich sag mal, was Donations angeht und was Kryptowährungen angeht, also das Thema Bitcoin-Fundraising ist Ganz weit nach hinten, wohl denjenigen, die damals angefangen haben bei der ersten Welle, mit ein bisschen sammeln von und dass sie es jetzt auscachen können. Aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema. Da wollte ich dich jetzt eigentlich gar nicht reindrängen.

Sprecher 1 Dazu habe ich eine lustige Anekdote. Und zwar, wir hatten, wir hatten, wir waren tatsächlich auch hier so eine Art, wir sind ja. Einerseits Early Adopter, auf der anderen Seite sind wir auch Spielkinder. Das heißt, uns, was natürlich irgendwie wollten sehen, wie stark funktioniert denn diese Kryptowährung im Non-Profit-Bereich. Deswegen haben wir vor fünf oder Ja, fünf Jahren haben wir eine Bitcoin-Integration gemacht. Und allein für diese Bitcoin-Integration mussten wir natürlich, hier mussten wir unsere eigene Integration testen. Also mussten wir Bitcoin dafür kaufen. Die sind noch da, aber klar, wir hatten natürlich nicht so krass nennenswerte Test. Insolvenz abgewendet. Es ist unfassbar. Also, wenn wir da ein bisschen mehr testen. Budget aufgeladen hätten, wir hätten unsere Series A locker stemmen können.

Sprecher 2 Ich habe witziger, witzigerweise habe ich heute eine E-Mail bekommen vom lustig, weil es kam tatsächlich heute an. Ich bekam Ich weiß nicht, vor drei oder drei oder vier Jahren war ich in Wien und habe an einem Seminar teilgenommen als Gast. den der Kollege Friedberg Ottacher mit seiner ganz lieben Kollegin in Wien durchgeführt hat zum Thema Bitcoin-Fundraising. Und ich habe mich damals damit wirklich ein bisschen beschäftigt, habe tief eingetaucht. Und einen der Vorgang, oder war das danach? Ist egal, im Rahmen von diesem Besuch vor Ort haben wir eine Bitcoin-Folge gemacht, eine Bitcoin-Fundraising-Folge. Muss ich auch nochmal verlinken. Das ist eine der. der ersten gewesen, da weiß ich, Folge 20 oder 30, irgendwie sowas um den Dreh. Und der Friedbett schickte mir heute Just am Ende eine E-Mail und sagte, du alles das. Was wir in der Folge damals gesagt haben. Alles ist genau so eingetreten, wie wir es damals gesagt haben. Vielleicht sollten wir diese Folge einfach nochmal wiederholen oder einfach nochmal nach vorne knallen. Ich glaube, die höre ich mir tatsächlich auch nochmal an. Also, ja, ich, ähm, ja. So lassen wir es mal so stehen.

Sprecher 1 Wahnsinn. Unglaublich.

Sprecher 2 Ja, wie sind wir da hingekommen? Achso, doch, Kristallkugel, ja, ich möchte ja von dir noch was hören, was du so glaubst.

Sprecher 1 Ja, was wird passieren? Also, es sind ja verschiedene Sachen. Wir reden ja so ein bisschen von digitaler Transformation natürlich. Und Ich würde jetzt gar nicht nur ausschließlich auf Kanäle oder sowas. Wie wird sich eigentlich das Spenden des Zukunfts darstellen? Also wird es eine Voice Donation sein oder wird es eine. Social Network Donation sein. Also ja, ich glaube, da können wir wahrscheinlich schon überall schon einen Haken dran machen. Also im Endeffekt, also vielleicht, okay, fangen wir doch mit den Kanälen erstmal an. Also meine These ist. . Dass dieses monolytische Fundraising, wie es momentan existiert, in Zukunft weniger weniger Relevanz hat. Also mit monolytisch meine ich.

Sprecher 2 Sag nochmal, was du mit monolytisch meinst.

Sprecher 1 Ja, also dass ganz viele Maßnahmen darauf abzielen, einen Funnel aufzubauen, wo am Ende des Funnels letztendlich die Webseite steht. Das heißt also, dass man versucht durch SEA, durch Social Media, durch was auch immer Traffic auf die eigene Webseite zu generieren und dort die Konvertierung herbeizuführen. Und ich glaube, das wird sich verändern, einfach aufgrund der technologischen Begebenheiten. Also die einzelnen Player Egal wen wir uns da jetzt angucken, Facebook, Instagram, TikTok, völlig egal was, Alexa, alle fangen an mit Charity. Das bedeutet, sie bauen Infrastrukturen auf, um Dem Gegenüber, in dem Fall dem Spender, Möglichkeiten zu schaffen, direkt im Kommunikationskanal eben auch zu spenden. Und wenn man sich jetzt auch das Wachstum von Facebook Fundraising anguckt Dann scheint es auch so ein bisschen sich zu bewahrheiten, dass der Spender zum Teil gar nicht mehr das Kommunikationsmedium verlässt. und eben nicht mehr auf die Webseite geht. Und ja, ich glaube, das wird auf jeden Fall gesetzt sein. Und natürlich wird es nicht so sein, dass ein Non-Profit jetzt den. . Den Spender sozialisiert, also weil ein Spender ist ja letztendlich auch nur ein Konsument und der Konsument wird jetzt nicht seine erste seine erste Voice-Spend, Voice-Transaktion an einen Non-Profit geben, sondern der Konsument wird jetzt zum ersten Mal, was ich eine Pizza bestellen oder ein Taxi bestellen per Voice. Und wenn er das mal gemacht hat, dann ist alles richtig eingerichtet, sein Payment ist richtig eingerichtet, er hat ein Aha-Elebnis gehabt, er gesehen, das funktioniert ja easy peasy. Und dann wird es noch ein paar Monate sozusagen verstreichen und dann würde er halt im nächsten Fall, wenn er mal eine Spende tätigen möchte, einfach mal Voice ausprobieren und dann würde das machen. Und wenn das eben auch gut funktioniert, dann würde wahrscheinlich sehr häufig diesen Kanal zum Beispiel nutzen. Also das heißt.

Sprecher 2 Entschuldige, da kommt jetzt doch der klassische Fundraiser und sagt, ja, das mag ja alles. Ganz schön sein, Herr Karl, dass es so ist, aber wollen wir das denn eigentlich? Es liegt es nicht an uns, genau das zu verhindern, weil Adresse, Persona. Kommunikationsmöglichkeit, ja, das ist ja immer noch ein Fokus vom Fundraising und alles das, was Sie machen, kottacarieren ja eigentlich unsere Bemühungen, Spenderinnen und Spender individuell zu kennen.

Sprecher 1 Teilweise. Also ich glaube, es ist ein krasses Umdenken, was man halt irgendwie reinbekommen muss oder wirklich verstehen muss. dass das Organisation eigentlich gar nicht in der Hand hat, sondern der gegenüber entscheidet, ob er bei Facebook bleibt oder der gegenüber entscheidet, ob er jetzt wirklich eine Voice Donation macht. Also das heißt, die Organisation kann sich diesen bestimmten Trends nicht entziehen, sie muss sie nicht befeuern. Also diese Strategie würde ich auf jeden Fall fahren, sozusagen teilweise das Ding jetzt wirklich aussetzen, bis es halt wirklich da ist. Also warum sollte ich denn jetzt schon frühzeitig mein Fundraising-Mix jetzt schon massiv verändern. Also damit experimentieren ja, damit ich das Ganze verstanden habe, aber jetzt das zu befeuern, dann müssen die Mehrwerte schon gegeben sein. Und es ist teilweise. Auch gar nicht so wild, wie sie es anhört. Also zum Beispiel von einer Voice Donation, da kommt man auch an alle Daten. Das heißt, auch wenn es per Stimme passiert, solange es zum Beispiel auch die Spendenquittung oder solange es von der DSGVO sauber kommuniziert wird, Kann man natürlich trotzdem an eine Adresse kommen. Und es schaut halt einfach ein bisschen anders aus, oder? Machen wir Mobile Payment. Spendenformulare werden nicht mehr so ausgucken, wie sie jetzt ausgucken. Also das Wenn die Leute gerade jetzt mit Corona in jedem Rewe-Supermarkt wird aufgefordert, Leute, zahlt bitte per NFC, ob per Kreditkarte oder per EC oder per Mobile. Sobald die Leute einfach ihr mobiles Endgerät konfiguriert haben, können sie in Zukunft eben auch mobil spenden. Und dazu führen sie keine Formulare mehr aus, sondern die sagen einfach nur noch Apple Pay, Phase ID und das war’s. Das heißt also, dieses Frictionless Payment, diese Barrieren werden kleiner. Die Konvertierung wird einfach steigen, einfach durch Technologie. Und dazu muss man aber eben in diesen Kanälen entsprechend präsent sein, das verstanden haben und die Dienste so schlau vernetzen. dass man eben trotzdem an all diese Daten kommt, die man als Organisation braucht, um mit den Spendern wirklich eine enge Beziehung führen zu können.

Sprecher 2 Wobei die technischen Dienstleister ja oft auch gar nicht das Interesse haben, diese entsprechenden Daten zu erfassen und dann weiterzuleiten. Also ich guck dir die bisherigen Schnittstellen an, da kriegst du eben doch nicht so viele Daten, die du als klassischer Fundraiser bislang genutzt hast.

Sprecher 1 Ja, und da kann man natürlich jetzt so ein bisschen das Heft so ein bisschen der Politik zuschreiben oder in meinen Augen müssen die Non-Profits eben anfangen, entsprechende Lobbyarbeit auch hier zu machen. Also da würde ich sagen, da müssen die Konzerne eben auch das Thema DSGVO oder auch das Thema Auch das Steuerrecht, wie sich Apple Pay hat zum Beispiel kein Geburtsdatum. Wie soll in Österreich, wo ein Geburtsdatum notwendig ist, wie soll da eine Apple Pay Spende sauber funktionieren?

Sprecher 2 Wie soll die funktionieren?

Sprecher 1 Also deswegen, da muss Lobbyarbeit letztendlich betrieben werden.

Sprecher 2 Wenn ich dich jetzt fragen würde, wie kann das gehen, würden wir hier noch eine Stunde zusammensitzen. Vielleicht das tatsächlich ein Thema für einen anderen Mal. Aber bei einer sehr visionären Organisation oder Firma, Unternehmen, das ihr seid, wie entscheidet ihr dann, auf welche Trends ihr konkret zugeht?

Sprecher 1 Ich würde sagen, es wird vorwiegend durch den Markt entschieden. Also, wir sind auf der einen Seite sind wir schon visionär oder strategisch unterwegs, das ist das eine, aber auf der anderen Seite Versuchen wir ausschließlich mit Pilotkunden Themen voranzutreiben. Beides. Also häufig kommen Organisationen auf uns zu und wollen irgendwelche Sachen ausprobieren, also wollen irgendwelche technologischen Grenzen verschieben. Und also es ist deswegen, wie eingangs gesagt, deswegen mögen wir so gern auch Projektarbeit, weil wir da alle Beteiligten am meisten lernen. Und es ist schon so natürlich, dass wir manche Sachen so offensichtlich sehen, dass wir sagen, okay, die müssen wir bearbeiten. Aber manche Sachen Ja, die werden uns, ja, also ich mache ein Beispiel. Influencer, Livestreaming, Gaming, ja, okay. Also wenn zum Beispiel ein Influencer ein junges Publikum hat und dort zu Fundraising, also zu Spenden aufruft. Dann haben wir in der Vergangenheit jetzt immer wieder gesehen, also eine wirklich verrückte Sachverhalte, dass wenn die Zielgruppe so jung ist, dass sie noch kein Bankkonto hat, noch nicht wirklich spenden kann, aber aber trotzdem technologische Wege finden würden, es zu machen, und zwar, weil sie eben andere Bereiche schon hat, wo sie das schon macht, also zum Beispiel Jugendliche, also 14-Jähriger, der macht jetzt auch schon In-App-Käufe in seiner mobilen App. Und wie macht er das? Er nutzt dafür Paysafe-Karten. Das heißt, er nimmt sein Taschengeld, geht zur Tankstelle, kauft sich eine Paysafe-Card, rubelt die frei und tippt da das sozusagen als Guthaben auf. Das heißt, wir kamen jetzt unter anderem die Anfrage, Leute, wir brauchen eine Paysafe-Integration. Damit wir besser das Influencer Fundraising bewerkstelligen. Aber nur, dass du sozusagen so ein bisschen siehst, also wie wir Wir kriegen solche Themen halt einfach. Krass, wir sehen dadurch, dass wir halt sehr, sehr viele Kunden haben, sehen wir halt sehr, sehr viele Projekte und kriegen sehr, sehr viele Geschichten erzählt und haben dadurch einfach die Die tolle Situation, dass wir eben genau sehen, wie sich Trends zum Teil materialisieren und wie lange Trends zum Teil doch länger dauern, als wir ursprünglich vermutet haben.

Sprecher 2 Du gerade gesagt hast, der Markt entscheidet dann durchaus auch Dinge, wo ihr sagt, erstmal schwierig. Also Beispiel, ich kriege jetzt eine große Organisation, die sagt, sie haben gehört, dass Azher gerade total gut geht und ihr hättet jetzt gerne mal so eine. Ethereum-Spendenmöglichkeit und ihr legt los und implementiert das wohl wissentlich, dass das möglicherweise nur für diesen einen Kunden ist und die ganze Entwicklungsarbeit sonst für die Cuts ist. Da würdet ihr vermutlich eher von Abstand nehmen, einfach weil es nicht Gedeckt ist, oder?

Sprecher 1 Ja, absolut. Also wir bauen in der Regel auch kein irgendwie, ich nenne es mal Spaghetti-Code, also für einzelne Kunden. Das heißt, die Lösungen, die wir bauen, die müssen für alle Kunden funktionieren. und uns ist immer wieder in der Vergangenheit mal sowas passiert, dass wir gesagt haben, das klingt wirklich spannend, lass uns das machen. Und dann haben wir gesehen, da kommt überhaupt keine Traktion rein, das interessiert sonst keinen anderen. Deswegen sind wir sehr stark jetzt auch in dieses Thema Produktmanagement gegangen. Das heißt, wir machen viele Kundeninterviews, wir machen vieles Prototyping, wir interviewen viel. Das heißt, dass wir wirklich sehen, gibt es da jetzt eine Resonanz beim Gegenüber, ja oder nein.

Sprecher 2 Vielleicht doch nochmal aus einer zeitlosen Folge eine aktuelle Folge zu machen. Nochmal eine vorletzte Frage, die ich noch an dich habe. Man sagt ja immer, dass Corona dazu geführt hat, dass die Organisationen digitaler geworden sind. Jetzt will ich das mal gar nicht unbedingt auf die digitalen Abläufe wie Homeoffice und Videokonferenzen beziehen, sondern wirklich aufs digitale Fundraising. Und ich erlebe das tatsächlich in meinem beschränkten, in meiner beschränkten Wahrnehmung, mit einer sehr eingeschränkten Anzahl an Organisationen, nicht ganz so. Also ich habe immer noch viel mit Kirche zu tun. Die haben ja jetzt mal angefangen, sich überhaupt irgendwie mal mit Spendenformularen zu beschäftigen. Und bei den anderen Organisationen, mit denen ich zu tun habe, ist es nicht der Fall so. Aber das heißt auch nicht, dass es wahr ist, weil ich einfach wirklich in meiner Blase bin. Du bist der Mensch, der eine breitere Anzahl an Organisationen verfolgen kann und sehen kann, wie würdest du das Jahr 2020 und bis jetzt eigentlich so als Schub fürs Online-Fundraising sehen? Gab es den? Gab’s den nicht? Wie schätzt du das ein?

Sprecher 1 Also die Antwort ist bei uns ganz klar ja. Also das kann man in ganz vielen verschiedenen Indikatoren ableiten. Also klar, natürlich das Spendenvolumen ist ein Indikator. Also wir haben letztes Jahr 70% mehr Spendenvolumen generiert als im Vergleich zum Vorher. Also nur allein vom Spendenvolumen her. Und man sieht auch zum Beispiel jetzt auch unsere Kunden die Engagement Rate mit der Software. Also das heißt, diese. Interaktion, wie oft man sich einloggt, was man macht, wie häufig man auch Tickets stellt oder welche Art von Tickets. Das hat so massiv zugenommen. Auch diese, ich nenne es mal Ja, Bedürfnis oder die, also unsere Anfragen. Früher war das halt so, ja, wie mache ich meinen Button im Formular grün? Das waren früher so die Anfragen und jetzt kommen halt wirklich zum Teil super krasse auch technisch anspruchsvolle Anfragen, die wir erstmal noch zwei oder dreimal irgendwie mit IT oder mit Produktmanagement irgendwie abklären müssen, bevor wir da überhaupt eine Antwort drauf geben können. Und das heißt Also 2020 war ganz klar ein krasses Boost, ja, und bisher geht 2021 auch weiter so.

Sprecher 2 Dann jetzt doch nochmal eine Frage, die mir gerade einfällt und du sagst, allein im Ticketing, in deiner Funktion jetzt als Geschäftsführer von Vicando Und trotz eurer sehr netzwerkorientierten Aufstellung, hast du dennoch Zeit, dir ab und zu mal bestimmte Sachen aus der Praxis, aus der Umsetzung noch anzugucken oder bist du ausschließlich in der in der Leitung, in der Geschäftsführung? Kriegst du wirklich mit, was an den Tickets passiert und was im Support passiert, um ein bisschen die Nöte der Kunden mitzukriegen? Oder sagst du, naja, es ist immer nur exemplarisch?

Sprecher 1 Nee, ich würde sagen, dass ich schon noch sehr nah dran bin. Also es ist jetzt kein Micromanagement oder sowas, mit dem ich konfrontiert bin, aber wir sind im In der ganzen Bikano sind wir sehr, sehr transparent. Wir reden sehr viel über Cases, also sehr viel, was ist passiert, welche Möglichkeiten gibt es, welche Chancen gibt es. Wir planen ja immer in Quartale, das heißt wir gehen immer am Ende vom Quartal gehen wir in eine Retrospektive und in eine Planningweek. Und da werden ganz viele Sachen aufgearbeitet und beleuchtet. Dann lesen wir auch viele Texte nochmal durch oder viele Sachen haben wir schon in irgendwelchen schlauen Projektmanagement-Tools irgendwie eingepflegt. Und das heißt, ich würde. . behaupten, das wird wahrscheinlich, mein Community-Team wird das wahrscheinlich noch mal ein bisschen alles sehen, aber ich würde sagen, ich bin noch sehr nah dran.

Sprecher 2 Im Vorgespräch hast du gesagt, dass du leider einen Anschlag nach hinten hast. Ich bin dir super, super dankbar, dass du dir überhaupt nicht viele Zeit genommen hast. Ich lasse dich auch noch nicht, weil eben eine Frage noch kommt. Aber vor dieser letzten Frage. Wir haben auch im Vorgeplänkel festgestellt, dass diesen Podcast tatsächlich Menschen hören. Klammer auf Schokolade, Klammer zu. Du hättest tatsächlich jetzt hier nochmal eine Anzahl von Menschen, die sehr affin für das Thema Fundraising, möglicherweise auch für das Thema digitales Fundraising sind. Ja, nutzt das doch einfach nochmal. Sucht ihr gerade aktuell jemanden? Sucht ihr möglicherweise irgendwie Case-Partner? Was steht gerade bei euch an? Wo können wir hier mit einer Reichweite weiterhelfen?

Sprecher 1 Oh ja, toll. Da gibt es mehrere Sachen. Also wir haben vor zwei Wochen ein Partnernetzwerk gelauncht. Das bedeutet. Wir haben festgestellt, dass sehr viele Organisationen immer wieder bei uns angefragt haben, hey, habt ihr einen Implementierungspartner oder habt ihr irgendwie einen Strategieberater, wie wir uns im digitalen Fundraising besser aufstellen? . können. Und deswegen haben wir ein Partnernetzwerk aufgebaut, wo wir einfach mit verschiedenen Agenturen, Beratern, Softwarehäusern zusammenarbeiten und denen einfach auf tiefe Einblicke in der Fundraising-Box geben und sie einfach auch befähigen. Non-Profits sehr, sehr gut zu begleiten. Und ja, auf der einen Seite hier ganz klar der Aufruf, wenn der eine oder andere potenzielle Partner das hört und in diesem Bereich tätig ist, meldet euch und Dann schauen wir, ob wir zusammenkommen. Und was das Thema Recruiting angeht, ja, man kann bei uns auf der Webseite unter Jobs gehen. Wir suchen gerade händeringend nach Entwicklern. Egal was. Ja, ne, ganz so weit geht es nicht, aber auf jeden Fall, also da suchen wir auch für unser Community-Team, also unsere Customer Success Manager. Customer Success Manager und wir suchen digitale Fundraising Consultants. Das heißt also, die auch neuen Organisationen die Fundraising Box erklären und Und ja, sie befähigen. Und ja, also insofern würde ich es mich freuen, wenn wenn wir mit diesem Podcast dahingehend auch noch irgendwie Reichweite generieren.

Sprecher 2 Und wenn es nur eine Bewerbung ist, die mehr. Ah, wunderbar. Wunderbar.

Sprecher 1 Ich gebe dir auf jeden Fall Rückmeldungen. Also ich werde Fragen in Zukunft.

Sprecher 2 Ich packe diese Sachen dann in die Shownotes hinein und da könnt ihr dann draufklicken. Lieber Peter, Eine Frage noch an dich. Und zwar für alle Menschen, die zum ersten Mal in diesem Podcast zu Wort kommen und nicht, sag ich mal, zur Regelausstattung gehören, wie du jetzt. einfach das erste Mal dabei bist. Du hast jetzt die freundliche Wahl, dir auszusuchen für den Fall, dass Menschen dieser Podcast gefallen hat und sie bereit sind, dafür Für eine kleine Spende zu geben und sich einen Spendenbutton auszusuchen. Für welche Organisation denn der Spendenbutton in den Shownotes stehen darf? Ausnahme ist, es dürfen keine Kunden sein und es darf nicht eine eigene Organisation sein. In dem Fall fällt es weg, weil du bist, du kommst nicht aus einer Organisation, aber, und jetzt wird es spannend, gut, ich weiß es natürlich auch nicht, du darfst jetzt auch keinen Kunden aussuchen. Also das Will ich jetzt mal so ein bisschen einschränken, einfach weil ich auch gar nicht den Überblick habe. Aber wenn du jetzt aus dem Bauch heraus entscheiden müsstest, für wen Menschen jetzt spenden dürften, und jetzt gar nicht unbedingt aus Firmensicht, sondern aus Petersicht, welche Organisation sollte denn da drunter stehen?

Sprecher 1 Also Kunden wäre natürlich jetzt wesentlich leichter, also da könnte ich jetzt aus dem FF sofort hier

Sprecher 2 Gibt es eine Stiftung der Minimalisten oder irgendwie sowas?

Sprecher 1 Nein, aber welche Organisation ich auch wirklich aufgrund der Dringlichkeit momentan Was ich sehr relevant finde, ist SOS Balkanroute. Das ist eine kleine Organisation aus Österreich Die sich jetzt klar, wir haben jetzt die Wintermonate, wir haben extrem viele Flüchtlinge in Südosteuropa und das sind ja wirklich ganz schlimme desolate Zustände. Und ja, also die SS-Balkanroute Unterstützt dahingehend, dass sie da Hilfsgüter bereitstellt, auch medizinische Hilfe leistet und einfach Aufklärarbeit leistet. Aber ich glaube, ich könnte jetzt noch natürlich noch eine Menge andere Organisationen.

Sprecher 2 SOS-Balkanbote würde ich sagen. Super. Das wird dann auch die erste Organisation sein, das kann ich jetzt ja auch schon mal sagen, mit einer nicht-de-I-Bahn. Ich behaupte mal. dass die SOS Balkanroute dann irgendwo ein AT davor haben wird, in der Hoffnung, dass es für die meisten Menschen auch aufrufbar ist.

Sprecher 1 Die sind auch insofern, die haben auch gar keine Webseite, sondern nur noch eine Facebook-Seite.

Sprecher 2 Okay, da muss ich tatsächlich Facebook wieder aufmachen. Ich stelle mittlerweile wirklich fest, dass ich es irgendwie, wenn es ins Hochkomm, alle zwei Wochen einmal nochmal mache, um zu gucken, ob da irgendwas gewesen ist. Uns danach auch ganz schnell wieder vergesse. Aber das ist doch ein super Hinweis, dann mache ich das auch direkt im Anschluss nochmal. Bist du eigentlich Österreicher? Weil Kral ist ja irgendwie auch, ich glaube, ein Name, der irgendwie in Österreich ganz gut verbreitet ist, ne?

Sprecher 1 Ja, das ist lustig, Kral hört man anscheinend überall. Also Kral gibt es im Türkischen und im Tschechischen und heißt eigentlich anscheinend immer König. Und ich bin gebürtiger München.

Sprecher 2 Okay, also Bayern. Ja gut, ist ja fast Österreich. Au war ja immer aufpassen. Bevor es jetzt in die ganz gemeinen Fallen reingeht, halte ich meine Klappe. Sage dir erneut ganz, ganz herzlichen Dank, lieber Peter, für deine Zeit. Es hat mir sehr viel Freude gemacht und es steht auf jeden Fall ganz, ganz viel Input im Raum, über den wir noch weiterreden müssen. Und der Hinweis nochmal sei gesetzt auf das. Online-Seminar, was deine Paterin Miriam durchführen wird im Rahmen der Kooperation mit der Fundraising Academy zum Thema How to Work Remotely, also einfach zu gucken, wie kann man eigentlich ganz schnell Ganz schnell geht gar nichts, aber wie kann man mit viel Veränderungswillen und Veränderungsmöglichkeiten eine Organisation digital kriegen? Dazu dann auch der Termin in den Shownotes. Du hast einen Anschlusstermin. Ich gönne jetzt zumindest noch eine Viertelstunde Pause in der Hoffnung, dass du sie hast. Ganz, ganz, vielen Dank. Viel, viele Grüße nach Speyer und genieß den Frühling, Peter.

Sprecher 1 Super Maike, es hat sehr viel Spaß gemacht und ähm ich hoffe wir hören uns bald wieder. Alles Gute dir. Super And we’re gonna do it and look at Facebook.

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Tach, ich bin Maik Meid.

Ich unterstütze seit 20 Jahren gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft mit Medien und Workshops rund um’s Fundraising und Kommunikation. Und seit Anfang 2023 bleibe ich für Euch tagesaktuell auf dem KI-Entwicklungsstand der Dinge. (Ich mach wirklich kaum anderes mehr…)

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