Sabine Weigel von der CBM im Gespräch mit Jona Hölderle über Face to Face Fundraising.
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Transkript
Sprecher 1 Hallo und herzlich willkommen zum Fundraising Radio. Heute mal wieder mit einer thematischen Folge aus der Reihe Erklär mir das Offline-Fundraising. Ich habe heute Sabine Weigel zu Gast, um über das Thema Face-to-Face-Fundraising zu reden. Sabine ist mittlerweile Teamleiterin Dialogmarketing bei der Christoffel Blinden-Mission im wunderschönen Bensheim.
Sprecher 2 Hallo Sabine. Hallo Jona.
Sprecher 1 Sabine, fangen wir kurz mit dir an. Wie wird man denn Fundraiserin? Zur Teamleiterin Dialogmarketing, beziehungsweise vor allem eben, wie bist du in diesen Topf überhaupt erstmal reingefallen?
Sprecher 2 Das ist eine gute Frage. Bei meinem ersten Job, da bin ich bei der Berliner Stadtmission als Referentin Capital Campaign eingestellt worden, ohne zu wissen, was eine Capital Campaign ist. Und habe dort eigentlich so meine ersten Erfahrungen mit dem Fundraising gesammelt. Und beim zweiten Job bei Safety Children habe ich dann tatsächlich erstmal so richtig das kleine Einxeins des Fundraisings so peu à peu mitgelernt. Zwei Jahren durfte ich dort viel mit aufbauen, auch viel von internationalen Kollegen lernen, denn Safe the Children war damals ja noch ganz neu auf dem deutschen Markt und tatsächlich habe ich damals auch meine erste Face-to-Face-Kampagne mit an den Start gebracht. Und dann hat es mich im Laufe der Zeit noch zu anderen Organisationen gebracht. Unter anderem war ich jetzt auch die letzten acht Jahre bei Oxfam Leiterin für das Fundraising unterwegs und durfte dort ein eigenes In-house-Face-to-Face-Programm aufbauen. Also man merkt schon so, das Thema Face-to-Face hat mich irgendwie. . Die ganzen Jahre lang immer wieder begleitet und auch begeistert. Und ja, jetzt bin ich aus privaten Gründen in die Rhein-Neckar-Region gezogen, arbeite seit kurzem bei der CWM und auch dort Darf ich mich wieder diesem Thema widmen, Face-to-Face-Fundraising.
Sprecher 1 Sehr schön. Aber kommt mal einfach so zur Stadtmission? Oder also man kann ja nicht Fundraising studieren. Hast du da Spaß gemacht?
Sprecher 2 Also ich hab, ich wusste damals auch nichts von einer Fundraising-Akademie oder so. Ich weiß gar nicht, damals gab es die bestimmt auch schon. Nee, ich habe ganz klassisch Betriebswirtschaft studiert, europäische BWL und habe während meines Studiums ein ganzes Jahr lang schon durch Praktika Praxiserfahrung gesammelt, zwei ziemlich gegensätzliche Erfahrungen gemacht. Ich war ein halbes Jahr in der Konsumgüterindustrie im Marketing tätig und ein halbes Jahr bei einer anderen gemeinnützigen regionalen Organisation und habe damals eigentlich für mich auch gemerkt, also ich möchte meinen meine Zeit, meine Energie und mein Know-how ungern investieren, um weiß ich nicht, noch mehr Kaffee zu verkaufen, sondern ich möchte einfach auch einen positiven Abdruck hinterlassen. Und ja, für mich war das dann irgendwie relativ klar, dass nach meinem Studium Suche ich mir vorzugsweise was im gemeinnützigen Bereich, wo mein Herz für schlägt, wo ich auch einfach selber begeistert für bin. Und dann hat sich das dadurch ergeben.
Sprecher 1 Ja, cool. Ich glaube, es sind gar nicht so viele BWL-Rinnen und BWLer, die den direkten Quereinstieg machen.
Sprecher 2 Ja, wahrscheinlich machen das die meisten, weil sie das große Geld verdienen wollen, was man vielleicht nicht unbedingt in unserer Branche tut. Ich kenne auch keine Absolventen, die mit mir zusammen studiert haben, die diesen Weg eingeschlagen haben. Aber ich würde sagen, es ist ein echt gutes Rüstzeug, was man im Studium lernt, was man dann auch im Beruf wieder mitnutzen kann. Für mich war es der richtige Weg.
Sprecher 1 Ja, naja, glaube ich auch. Aber also ich habe jetzt Politik und Verwaltungswissenschaften studiert, da sind ein paar mehr Leute im Non-Profit-Bereich gelandet. Jetzt niemand im Fundraising in meinem direkten Umfeld, aber Die haben dann mal eigene Organisationen gegründet, sind ganz viel zur Entwicklungszusammenarbeit gegangen wegen internationale Politik. Gut, aber wir wollen über Face-to-Face-Fundraising reden. Da ist jetzt für mich die erste Frage, was ist denn Face-to-Face-Fundraising? Also man trifft sich face-to-face, aber ist das immer gleichzusetzen mit Straßen- und Haustürwerbung?
Sprecher 2 Also die Begriffe werden ein bisschen unterschiedlich benutzt. Für mich ist tatsächlich Face-to-Face Fundraising die Straßenwerbung und Door-to-Dor die Haustürwerbung. Einige benutzen Face-to-Face aber auch als Überbegriff und sagen dann Street bedeutet Straßen, auf der Straße unterwegs zu sein. Door-to-Dor, Haustür und Events gibt es auch noch den Bereich, weil man beispielsweise auf Festivals oder anderen Veranstaltungen die Gelegenheit nutzt. Mit anderen Personen ins Gespräch zu kommen. Aber es geht immer dabei, quasi wirklich durch den persönlichen Kontakt die Arbeit der Organisation vorzustellen und bestenfalls finanzielle, regelmäßige finanzielle Unterstützerinnen und Unterstützer zu gewinnen.
Sprecher 1 Ja, aber ist ja eine Fundraising-Form, also unterscheidet sich jetzt schon von einem reinen Infostand? Oder zählt ihr das auch noch mit dazu?
Sprecher 2 Nee, tatsächlich nicht. Deshalb meine ich bestenfalls ist immer das Ziel auch finanzielle Unterstützer, Förderer. Mitglieder, wie auch immer die Organisationen es nennen, Paten zu gewinnen. Also es ist keine reine Öffentlichkeitsarbeit, sondern es ist die Kombination aus beiden. Deshalb ja auch Fundraising.
Sprecher 1 Okay, du würdest das Door-to-Door wird manchmal dazu gezählt, nicht, nicht immer dazu gezählt. Hat das aber grundsätzlich dieselben Prinzipien oder tickt das ganz anders, außer dass das wahrscheinlich ein paar andere Anforderungen an die rechtlichen Rahmenbedingungen hat?
Sprecher 2 Genau, natürlich ist der Ort der Ansprache ein anderer, ob ich nun in einem öffentlichen Raum unterwegs bin oder überhaupt auf der Straße oder im Einkaufszentren. oder an der Haustür, das ist natürlich schon auch ein anderes Umfeld, aber die Prinzipien sind relativ ähnlich, die Art der Ansprache ist ähnlich, selbst Materialien, die zum Einsatz kommen, sind ähnlich. Also es gibt sehr viele Parallelen, deswegen man auch häufig beides zusammen in einem in einem Team fast oder selbst in einer Qualitätsinitiative beinhaltet.
Sprecher 1 Ihr macht jetzt bei der CBM aber Straße. Hauptsächlich oder macht ihr beides?
Sprecher 2 Wir sind tatsächlich gerade dabei, auch in den Bereich Haustürwerbung einzusteigen, bisher allerdings nur Straße.
Sprecher 1 Und Straße bedeutet immer Stand oder gibt es da auch Freischwärmer, die sozusagen allein?
Sprecher 2 Du meinst die fliegenden Fundraiser und Fundraiserinnen? Die gibt es auch, ist allerdings die Ausnahme, also unser Bestreben ist es tatsächlich immer mit einem Infostand da zu sein. Das gibt auch dem ganzen Gespräch einen besseren Rahmen als jemanden. auf der Straße anzusprechen und dann irgendwie vielleicht noch anderen Personen im Weg zu stehen, sondern man versucht dann immer die Person erstmal mit zum Infostand einzuladen, wo man auch ein bisschen eine Rückzugsmöglichkeit hat und besser ins Gespräch einsteigen kann. Es gibt Ausnahmesituationen, wo man auch darüber nachdenkt, ob man dann tatsächlich auch fliegend wirbt. Das hat aber auch seine Nachteile, weil eben allein logistisch müsste man viele Sachen dann irgendwie am Mann oder an der Frau tragen. Es muss auch ein guter Rahmen sein, dass sich niemand gestört fühlt, weil Ziel ist es ja nicht durch die Straßenwerbung dann irgendwie anderen Menschen im Weg zu stehen.
Sprecher 1 Für mich als Onliner hört sich das jetzt unheimlich aufwendig an. Also ich brauche Menschen, ich brauche einen Ort, ich brauche einen Stand. Die müssen geschult sein. Warum macht man das?
Sprecher 2 Du brauchst ein Tablet, also wir sind da auch, haben auch Online-Komponenten bei uns.
Sprecher 1 Dann brauche ich auch noch Internetzugang. Nein, also warum macht man das?
Sprecher 2 Es ist eine wunderbare Möglichkeit, wirklich direkt und persönlich mit den Menschen in Kontakt zu treten. Bei online hast du natürlich gar nicht die Möglichkeit, irgendwie. Richtig in den Dialog zu treten. Und das, finde ich, ist auch dieser große Vorteil an Straßen- und Haustürwerbung. Du hast ein menschliches Gegenüber, du schickst nicht einen Brief. oder ein E-Mailing an eine Gruppe von Personen, sondern das ist wirklich one-to-one, eine persönliche Begegnung. Du kannst Auf die Interessen deines Gegenübers eingehen, du hast die Möglichkeit, Fragen zu beantworten und du kannst natürlich auch Emotionen wecken und Begeisterung schüren und Leute wirklich dazu bewegen, dass sie mitmachen.
Sprecher 1 Und das ist fast immer kalterquise, oder? Also jetzt auf der Straße ja wirklich, es gibt ja manchmal noch. . Dialoger, die auf eigenen Veranstaltungen sind, aber es sind wirklich irgendwie diese Variante, die man online ja wirklich ganz selten hinbekommt. Vor drei Sekunden hat die Person noch nichts von der Organisation gewusst und vielleicht wird sie eine Viertelstunde später Förderer, Dauerspenderin oder ähnliches.
Sprecher 2 Ganz genau, es ist eigentlich fast immer kalte Akquise. Natürlich kommen auch gelegentlich Personen vorbei, die schon mal von der Organisation gehört haben oder sie vielleicht sogar schon unterstützen. Aber ein Grund, warum sehr viele Organisationen sich auch entscheiden, face to face zu machen, ist, weil sie auf diese Weise viele neue Unterstützer dazu bekommen können. Und das ist halt auch ein Instrument, das soll jetzt nicht so technisch klingen, wenn ich das sage, aber man kann das gut nach oben skalieren. Das heißt, Wenn man entsprechende Investitionen bereit ist, auch Geld zu investieren, dann kann man eben auch entsprechend viele neue Unterstützer gewinnen. Neuspendergenerierung ist sowieso ein großes Thema, eine große Herausforderung und Face-to-Face ist eben eine Möglichkeit, das dann auch wirklich, wenn man wachsen möchte, zu tun auf diese Weise.
Sprecher 1 Du hast gesagt, manche kennen einen schon, muss man bekannt sein? Also lohnt es sich vor allem für diese großen Marken, wird DRK oder sowas angesprochen. Oder geht es auch für eine komplett unbekannte Organisation, wenn die ein gutes Thema hat?
Sprecher 2 Also ich habe ja meistens bei Organisationen gearbeitet, die noch nicht so stark bekannt sind von der Markenbekanntheit her und kann Auch aus eigener Erfahrung sagen, dass es gerade bei Face-to-Face eben auch die Möglichkeit ist, dass es dadurch gut funktioniert, weil man die Möglichkeit hat, das im persönlichen Gespräch zu erklären. Aber es wäre auch gelogen, wenn ich sagen würde, die Marke und die Bekanntheit spielt keine Rolle. Natürlich, wenn ich durch die Fußgängerzone gehe und ich sehe dort einen UNICEF-Stand oder einen R-Zonegrenzenstand oder SOS, dann wissen die Menschen in der Regel auch gleich, ah ja, Die machen, die engagieren sich für Kinder oder ach ja, das sind die Ärzte. Da hat man mit anderen Organisationen natürlich nicht unbedingt gleich so einen Wiedererkennungseffekt, aber genau da liegt auch gleichzeitig die Chance des Instruments, weil man eben im Gespräch Erklären kann, worum geht es eigentlich, was machen wir. Und das ist ja auch ein schöner Nebeneffekt von Straßen- und Haustürwerbung, dass man dadurch nicht nur neue Förderer und Unterstützerinnen gewinnt, sondern dass man auch die Organisation in der Öffentlichkeit bekannter machen kann.
Sprecher 1 Dann gehen wir doch mal durch. wie man das Ganze macht, also wie funktioniert Face to Face. Vielleicht als allererste Frage, kann ich mich einfach in die Fußgängerzone stellen? Ständchen aufbauen und es machen. Darf ich einfach an jeder Haustür klingeln? Also gibt es da Sammlungsregeln? Muss ich mich irgendwo anmelden? Muss ich fragen? Stände in einem Einkaufszentrum mieten, wie auch immer.
Sprecher 2 Genau, natürlich sollte man sich und kann man sich nicht einfach irgendwo hinstellen. Öffentlicher Raum ist ja auch reguliert. Man muss vorher sich mit den entsprechenden Kommunen in Verbindung setzen, meistens ins Ordnungsämter und eine Standplatzgenehmigung beantragen. In der Regel wollen sie dann auch bestimmte Unterlagen von dir haben, so etwas wie den Freistellungsbescheid, vielleicht sogar möchtest mal einen Satzungsauszug. Sie wollen wissen, was du machst. Wann du da bist, also einfach ein Stand aufbauen, wäre keine gute Idee. Die Chance, dass jemand vorbeikommt und sagt, sie dürfen hier nicht stehen und man muss seine Sachen wieder einpacken, wäre doch relativ groß.
Sprecher 1 Aber die Kommunen können das auch verweigern.
Sprecher 2 Die Kommunen können das auch verweigern und das ist tatsächlich auch etwas, was wir zusehends beobachten, dass einzelne Städte es einem schwer machen als zivilgesellschaftliche Organisation. Auch wirklich Aufklärungsarbeit zu leisten, Unterstützung zu gewinnen. Das ist auch ein Thema, mit dem wir uns auch in der Qualitätsinitiative für Hostür- und Straßenwerbung beschäftigen. Welche Möglichkeiten haben wir da überhaupt trotzdem an Genehmigung heranzukommen? Tatsächlich aktuell sowieso noch doppelt schwierig, weil aufgrund der Corona-Bestimmungen natürlich zusätzliche Einschränkungen auf uns zugekommen sind.
Sprecher 1 Aber ich habe jetzt kein Recht darauf, wie jetzt beim Demonstrationsrecht oder sowas, in dem ich eben eigentlich wenn ich gewisse Auflagen erfülle, nicht dran vorbeikomme. Das heißt, ich brauche wirklich auch Beziehungen zu den einzelnen Kommunen.
Sprecher 2 Es ist auf jeden Fall Beziehungen. Beziehungsarbeit und es ist so manches Mal auch, ist unser Eindruck auch stark davon abhängig, wie die einzelnen Personen diesen Infoständen gegenüber eingestellt sind. Der eine ist da aufgeschlossener und Der andere sieht es kritischer und nutzt dann vielleicht auch die Möglichkeit, der Kraft seines oder ihres Amtes hat, zu sagen, nö, ich erlaube euch keine, gebe euch keinen Stand, Platzgenehmigung, erteile ich euch nicht.
Sprecher 1 Gut, wir haben einen Stand. Wie viele Leute sind normalerweise so einem Stand? Zwei, drei, vier, fünf? Genau, genau das.
Sprecher 2 So ein bisschen Philosophie-Sache. Die einen sind eher mit kleineren Teams unterwegs, das ist auch vom Standplatz abhängig, manchmal, also mehr als Mindestens zu zweit ist man immer, also alleine, das wird man nicht antreffen oder ist auch nicht Ziel. Teilweise, wenn der Standplatz es zulässt, können das aber auch bis zu vier oder fünf Personen sein.
Sprecher 1 Okay. Die stehen jetzt am Stand, die klassischen Stände kennt ja glaube ich jeder, die sind relativ schlicht gehalten, haben relativ fett die Logos der Organisationen, also dass man schon weiß, mit wem man es zu tun hat. Sind die Dialoger haben meistens T-Shirts an.
Sprecher 2 Sollten alle einen Ausweis tragen.
Sprecher 1 sollten erkenntlich machen, von welcher Organisation sie kommen. Genau. Und wie fangen die dann ein Gespräch an. Also es ist ja nicht nur so, dass ich wie bei einem Infostand jetzt hier auf dem Stadtfest oder so dann von Stand zu Stand laufe, sondern die meisten sprechen einen ja schon proaktiv an.
Sprecher 2 Genau, und das ist die große Kunst der Ansprache. Wie schaffe ich es, dass ich Menschen überhaupt zum Stehenbleiben bewege? Wir wurden wahrscheinlich alle auch schon mal angesprochen, wenn wir nicht einen Bogen um solche Stände gemacht haben. Da ist auch Kreativität gefragt, da ist auch von den Dialogern und Dialogerinnen Einfallsreichtum gefragt. Die Kunst ist es, jemanden erstmal zum Stehenbleiben zu bringen, zum Beispiel sich zu erkundigen, was beschäftigt einen gerade, was bringt einen hier am Stand vorbei. Vielleicht hat man auch eine interessante Mitmachaktion sich ausgedacht, die man gleich als Aufhänger nutzen kann. Aber in erster Linie versucht man erstmal eine persönliche Ebene zu seinem Gegenüber aufzubauen. Es fallen dann manchmal so Sprüche wie, hallo, kurz gestoppt, wo kommen Sie denn gerade her? Ich sehe, Sie haben da eine Tüte von Kaufhof. Also dass man einfach irgendwie erstmal einsteigt und ein bisschen was über die Person erfährt über sein Gegenüber, weil man dann natürlich auch viel besser im Gespräch drauf eingehen kann. Denn das ist ja ein Dialog, soll ja kein Monolog sein und dann brauche ich natürlich auch erstmal die Gelegenheit und den Raum dafür, dass mein Gegenüber sich auch wohlfühlt und bereit ist, ein bisschen was zu erzählen.
Sprecher 1 Ich werde vornehmlich von Frauen angesprochen. Ist das. Gängig oder ist das Zufall? Also dass man das Gegenübergeschlecht sozusagen anspricht?
Sprecher 2 Also habe ich auch immer oft gehört, dass die Männer tendenziell die Frauen, die Frauen tendenziell die Männer ansprechen. Das ist definitiv keine Regel, an die man sich halten muss, aber Jeder macht es, wie er sich wohlfühlt und wenn er das Gefühl hat, das funktioniert gut, dann wird man sich sicherlich beim nächsten Mal dann auch wieder eher auf das andere Geschlecht konzentrieren. Aber es ist definitiv keine Regel. Das kann jeder so machen, wie es für ihn gut funktioniert.
Sprecher 1 Aber die Kunst ist überhaupt erstmal das Gespräch in Gang zu bringen, vermute ich. Also es gibt wahrscheinlich noch zwei, drei andere Künste gleich, aber dieser Start, zumindest ist das ja auch das, was… Jeder kennt, der eben durch die Fußgängerzone geht, dann läuft man vielleicht ein bisschen schneller oder man hat gerade Zeit, geht drauf zu. Also so diese Frage, habe ich da gerade Lust drauf und die meisten Menschen haben ja gerade was anderes vor in dem Moment.
Sprecher 2 Absolut, das ist wirklich die hohe Kunst. Also ich selber bin kein ausgebildeter Fundraiser, der das viele Jahre gemacht hat. Ich ziehe da auch wirklich den Hut vor denjenigen, die das tun. Ich habe das zum Beispiel mal in England, einen halben Tag war ich als Dialoge auf der Straße und ich bin in alle Fallen getappt, in die man tappen kann. Und die Ansprache wie. Hallo, haben Sie einen Moment Zeit für mich? Ja, nein, habe ich nicht. Und damit ist das Gespräch zu Ende. Also mit Ja-Nein-Fragen und ob jemand Zeit hat zu starten, wäre sicherlich nicht der optimale Weg. Da braucht man auch eine hohe Frustrationstoleranz.
Sprecher 1 Oh ja, das ist, glaube ich, das Allerschlimmste, dass man ja erstmal 10, 20 Leute ansprechen muss, bis jemand antwortet. Das muss man online genauso. Plus kriege ich die, die nicht antworten halt nicht mit. Ich habe halt nicht diesen persönlichen. Also online braucht man viel mehr Leute, bis jemand da bleibt. Aber man kriegt sie halt nicht so mit Dann sieht man halt, man hat jetzt eine Öffnungsrate von einem E-Mailing oder sowas und eine Klickrate. Aber die ganzen anderen Leute kriegt man ja nicht mit. Man hat ja nicht diese Ablehnung oder dieses Nein-Danke. Ich versuche immer freundlich abzulehnen, aber trotzdem habe ich selten Lust auf so ein Gespräch. Ab und zu mache ich das dann mal aus, ich sage dann immer, das ist dann mein professionelles Interesse. Aber ja, das ist ja wie mein mit Mailings oder so. Da geht man ja so ein Zwischendrauf ein. Wenn jetzt jemand sich auf so ein Gespräch einlässt, wie lange läuft dann so ein Gespräch in der Regel?
Sprecher 2 Ach, das kann sehr unterschiedlich sein. Ich sag mal so zehn Minuten, wenn jemand auch mitmacht, wenn jemand Rückfragen stellt, wenn dann anschließend noch die Daten erfasst werden, dann kann das auch mal länger dauern, das kann auch mal 20 Minuten sein. Danach sollte man dann aber auch wirklich langsam wieder versuchen, aus dem Gespräch rauszukommen, auch sich wieder auf neue Personen einzulassen und einen guten Abschluss zu finden.
Sprecher 1 Und gibt es da klassische Tricks, wie ich jemanden, der jetzt angehalten habe, dazu bekomme? In der Regel ja Ein Produkt in Anführungszeichen zu kaufen, also eine Spende, häufig ja eine Dauerspende zu machen?
Sprecher 2 Klassische Tricks. klingt immer so böse und berechnend, das sehen die wahrscheinlich. Nein, aber natürlich wie auch bei einem Vertrieb. Da ist eine gewisse Gesprächsstruktur dabei, wie die aufgebaut ist, auch nach dem vielen Fundraisern ja gängigen AIDA-Prinzip. Und das ist tatsächlich auch eine Struktur, die einem hilft, das Gespräch zu führen. Dazu ist es wichtig, und das lernen alle Fundraiser auch relativ früh, schon am Anfang, so auf die gängigen Einwände, die angebracht und aufgeführt werden, auch reagieren zu können. Also wenn jemand sagt, das möchte ich nicht auf der Straße machen oder Das möchte ich erst mit meinem Partner besprechen oder ich unterstütze schon so viele Organisationen oder ich kann mir das nicht leisten, dass man dann eben auch weiß, wie gehe ich mit so einem Einwand um. Da werden die Leute auch geschult. Darin und wenn man ein bisschen fleißig ist und dann auch erstmal am Anfang wirklich seinen Gesprächsleitfaden lernt und sicher beherrscht, dass man den auch authentisch und ehrlich vortragen kann und auch sicher sich mit der Struktur fühlt. Da sind die Chancen auch ganz gut, dass man da einigermaßen, ja, sage ich mal, auch sicher durch so ein Gespräch führen kann.
Sprecher 1 Gehen die Gespräche deiner Erfahrung nach mehr um die Organisation oder mehr um das Thema? Nehmen wir an, ihr seid jetzt die Blindenmission, zum Beispiel um das Thema, wie kann man. Menschen mit Augenkrankheiten helfen, wie kann man Entwicklungszusammenarbeit machen? Oder geht es dann häufiger auch wirklich darum, die Organisation, die CBM gibt es schon so und so lange, macht das und das, kommt da unterher?
Sprecher 2 Boah, das finde ich ehrlich gesagt schwierig zu beurteilen. Ich bin ja auch meistens nur teilweise am Stand und höre dann mal hier und da mit. Und es gibt sicherlich alles. Mein persönlicher Eindruck ist, dass es tatsächlich häufiger sehr viel mehr um das Thema geht, dass es ein Thema ist, was jemanden bewegt, dass er deshalb mitmacht. was im Nachgang eben dann auch die Herausforderung für eine Organisation, gerade auch wenn sie nicht so bekannt ist, mit sich bringt, dass man die Person dann auch noch stärker mit der Organisation in Verbindung bringt, dass sie eben nicht nur wie in unserem Fall zum Beispiel sich für Augengesundheit einsetzt und Menschen, deren Sehbehinderung heilbar ist, dann eben auch einen Weg in das Augenlicht ermöglicht. Sondern dass man auch bewusst weiß, ah, ich unterstütze ja die Christophel Blinden-Mission und die machen ja auch noch dieses und jenes. Also das ist dann das Ziel, finde ich, und auch die Aufgabe von Von uns, im Backoffice von uns, Fundraisern, auf der Straße habe ich häufig den Eindruck, geht es erstmal mehr so das Thema, was die Menschen anspricht. Und ich glaube, das ist auch legitim.
Sprecher 1 Aber den Gesprächsleitfaden gebt ihr ja vor. Also ihr sucht euch ja dann schon auch aktiv ein, zwei Beispielthemen raus, vermute ich.
Sprecher 2 Ja, natürlich. Und da ist auch immer eine Grundinformation zur Organisation dabei.
Sprecher 1 Jetzt habt ihr mich total überzeugt, jetzt stehe ich aber an so einem Infostand. Jetzt hattest du gerade schon gesagt, mittlerweile hat man meistens ein Tablet dabei. Also wie schließe ich jetzt. . Die Spende ab, schmeiße ich euch da 20 Euro in die Büchse. Ich vermute schon, das wird das nicht sein.
Sprecher 2 Tatsächlich dürfen sie auch keine Barspenden annehmen, die Fundraiserinnen und Fundraiser. Aber wollen wahrscheinlich einige, oder? Das steht auch explizit auf ihren Ausweisen drauf, damit auch die Damit das auch wirklich allen Beteiligten Klasnee, das ist tatsächlich auch verboten, um genau Dinge vorzubeugen, das irgendwie auch vielleicht doch mal was verschwindet oder das ist ja auch ein Risiko, dass wenn man Bargeld am Stand hat, dass es vielleicht geklaut wird. Also das ist einfach von vornherein ausgeschlossen.
Sprecher 1 Wobei mich das zu einer kleinen Zwischenfrage bringt, es gibt ja noch die Sammelbüchsen. Ich kenne das jetzt hauptsächlich aus dem Ehrenamt, aber auch für größere Organisationen. Das sind dann so diese klassischen verschlossen, versiegelnden Blechbüchsen. Kenne ich jetzt nicht so von Face-to-Face-Ständen, ehrlich gesagt, sondern eher eben dann vom Sommerfest irgendwo, wo dann da noch irgendwie jemand mit so einer Büchse rumsteht. Das würdest du nicht zu Face to Face zählen, oder?
Sprecher 2 Nee, das würde ich definitiv nicht zu Face to face zählen.
Sprecher 1 Bleibt ja dann auch kein Gebäude.
Sprecher 2 Wobei, interessanterweise, mir hat auch mal jemand erzählt, ja, waren nicht die ersten Face-to-Face-Fundraiser die Sternsänger. Die von Tür zu Tür gegangen sind. Und da hat die Person nicht Unrecht. Also ich würde es nicht dazu zählen im heutigen Verständnis als Fundraising-Instrument, aber wenn das jemand so benennen möchte
Sprecher 1 Ja, ich kenne auch Organisationen, die bringen Schulklassen dazu zu sammeln, also ähnlich wie die Sternsänger, gerade dieses Jahr sehr doof. Aber genau, ich würde jetzt auch die Unterscheidung machen zwischen Bargeldsammlung sozusagen und Kontakt. der da bleibt, mit dem ich ja dann irgendwie eine Beziehung aufbauen kann, die über das Cookie verkaufen oder so hinausgeht. Gut. Bringt mich aber zu dem Produkt. Also in der Regel, einfach weil es ja auch so ein unheimlich aufwendiges Produkt ist sozusagen, also oder weil Face-to-Face so unheimlich aufwendig ist. In der Regel geht es um Dauerspenden, vermute ich.
Sprecher 2 Genau, also das klassische Face-to-Face-Funding ist tatsächlich direkt die Bitte um die Dauerspende oder die Suche auch nach regelmäßigen Unterstützern. Es gibt allerdings auch und gab immer mal wieder auch andere Formen. Also so ein zweistufiges Face-to-Face-Fundraising ist auch schon immer mal von dem einen oder anderen ausprobiert worden, dass man zum Beispiel erst sogenannte Leads auf der Straße gesammelt hat, also einfach Kontaktadressen sozusagen und Kontaktdaten, E-Mail-Adresse, Telefonnummer mit der Einwilligung, ja, ihr dürft mich später dann nochmal anrufen. Und dann wurde eben im Nachgang beispielsweise im Rahmen eines Telefonats versucht, die Personen davon zu überzeugen, als regelmäßige Spenderin mitzumachen. Nach meinem Wissen ist das allerdings eine relativ teure Form gewesen, weil man doch sehr viele verliert. Verliert dadurch, dass man sie beim zweiten Mal nicht unbedingt am Telefon erreichen kann und dann ja auch nicht unbedingt jeder mitmacht. sodass viele das auch wieder eingestellt haben. Aber ich glaube, es gibt teilweise noch Organisationen in Deutschland, ich würde es keinen Namen nennen, die das teilweise auch nutzen in Kombination mit Kampagnenarbeit, also die vielleicht auch ihre Petitionen bei der Gelegenheit mit vorstellen. und Unterschriften sammeln. Also Ideen gibt es da viele. Es gibt ja jetzt nicht die Blaupause, nur weil ich jetzt gerade immer von diesem Standardfall erzähle, Face-to-Face-Fundraising, wir sammeln regelmäßig oder werben regelmäßige Spender und Spenderinnen.
Sprecher 1 Aber in eurem Fall jetzt bei der CBM, ihr wollt Dauerspendende haben, die dann einen monatlichen, vierteljährlichen, jährlichen Betrag spenden und dann möglichst eben lange bei der Organisation bleiben, vermutlich.
Sprecher 2 Ganz genau. Du hattest vorhin übrigens gefragt, was auf der Straße passiert, wenn du jetzt dich entschieden hast, mitzumachen. Da war es früher so, dass du häufig tatsächlich erst mal, es wurde immer der freundliche Mitmachbogen genannt, erst auf der Straße ein Formular quasi ausgefüllt hast. Mittlerweile sind die meisten auf Tablets umgestiegen, weil das einfach praktischer ist, spart natürlich auch die Zeit der Datenerfassung im Nachhinein. Und dann wird der Spender seine Angaben machen können, Adresse, gibt auch seine Bankverbindung an und entscheidet sich Für einen bestimmten Betrag, mit dem er oder sie mitmachen möchte.
Sprecher 1 In Deutschland also wie die meisten Dauerspenden wahrscheinlich fast nur Lastschrift, oder?
Sprecher 2 Meines Wissens nach ja. Ich glaube, es gibt einige, die auch Kreditkarte schon testen. Kreditkarte hat immer so ein bisschen den Nachteil, dass die irgendwann ablaufen und da muss man quasi die Dauerspende erneuern. Aber da könnte ich dir jetzt auch gar nicht sagen, wer das gerade im Moment schon probiert hat.
Sprecher 1 Ja, das haben wir im Online-Fundraising-Bereich ja auch, dass die Dauerspenden, während sonst bei den Einzelspenden im Online-Bereich. die Lastschrift gar nicht mehr so dominant ist. Da ist ganz viel PayPal, ein bisschen Kreditkarte und so weiter und so fort und eben auch noch viel Lastschrift, während bei den Dauerspenden, ich glaube. ab über 98 Prozent nach wie vor Lastschriften sind, weil Kreditkarte geht, aber eben ist teuer vor allem und hat das Problem des Ablaufs, auch wenn sich das gerade so ein bisschen löst. Und PayPal ist auch nach wie vor. nicht so beliebt und teuer. Okay, aber das heißt, ich fülle dann da wirklich so ein am Ende, würde ich ja fast sagen, so ein Online-Spendenformular auf der Straße aus. Ganz genau. personenbezogene Daten, Transaktionsdaten, in eurem Fall wahrscheinlich noch die Information, wer den Ganzen geworben hat. Da können wir vielleicht nachher nochmal, wenn wir über Agenturen reden. drauf zurückkommen. Aber das sieht wahrscheinlich recht ähnlich aus.
Sprecher 2 Ja, das kann man sich auch relativ ähnlich vorstellen.
Sprecher 1 Genau. Dann schließe ich das Ganze jetzt ab. Vielleicht drücke ich noch auf so einen schönen. Grünen Knopf absenden.
Sprecher 2 Ein schönes Dankeschön-Bild angezeigt. Kriegst du vielleicht sogar gleich in diesem Moment, je nachdem, ob es eine Internetverbindung gibt oder nicht, bereits deine Begrüßungs-E-Mail. Kannst du also auch sehen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Kannst du auch nochmal deine Angaben kontrollieren, wenn du das möchtest. Genau.
Sprecher 1 Okay, jetzt habt ihr die Tablets da. In so einem Gespräch zeigt man da auch auf dem Tablet dann schon gleich irgendwie Filmchen, Material, virtuelle Animationen oder ist das wirklich hauptsächlich Mensch zu Mensch, echtes Gespräch?
Sprecher 2 Also im Vordergrund steht immer der Dialog. Die Dialoge haben Materialien an der Hand, die sie nutzen können. Das ist auch immer so ein bisschen Typfrage. Der eine nutzt es stärker auch zur Orientierung, gibt ihm vielleicht Sicherheit, der andere macht das lieber freier. Aber in der Regel steht auch jedem eine Infomappe zur Verfügung. Früher war das häufig was Laminiertes. Jetzt ist es teilweise in den Tablets integriert Genau, und ob man das aber nutzt oder nicht, das kann man sich dann selber entscheiden. Einige verweisen auch auf den Jahresbericht und nehmen dann vielleicht auch mal den Jahresbericht der Organisation mit zur Hand und zeigen dann nochmal die Länderkarte, um zu zeigen, guck mal In all diesen Ländern sind wir aktiv. Wo waren Sie das letzte Mal im Urlaub? Also da gibt es ja auch verschiedene Möglichkeiten, wie man wieder so eine persönliche Ebene herstellt. Aber die Materialien sollen unterstützend sein, aber sie sind definitiv nicht im Fokus. Also wir nutzen zum Beispiel auch bei der Christopher-Blin-Mission, um so ein bisschen auch, wie man so schön sagt, Stopping-Power zu kreieren und die Leute zum Stehenbleiben zu bewegen. Haben wir Brillen im Einsatz oder aktuell Plexiglasscheiben, die simulieren, wie sieht ein Mensch, der grauen Starr hat? Und damit bringt man jemanden natürlich schon irgendwie viel besser ins Thema rein und kann dann auch leichter den Bogen schlagen. Und genau dafür brauchen wir regelmäßige Unterstützung.
Sprecher 1 Ich habe jetzt abgeschlossen, dieses Tablet-Formular. kriege ich jetzt gleich meine Begrüßungsmappe direkt mit? Also wird mir in einigen Fällen wirklich auch physisch was mitgegeben oder gehe ich jetzt und vergesse es vielleicht, du hattest gerade schon gesagt, ich kriege eine E-Mail? In der Regel, was an sich überhaupt schon mein Traum ist, übrigens, weil aus alten Face-to-Face-Erfahrungen, ich habe sehr wenig Erfahrung mit Face-to-Face, aber sehr viel Erfahrung damit, dass ein Großteil der E-Mail-Adressen, die über Face-to-Face generiert wurden. an Vertippern scheitern in der alten Face-to-Face-Welt, sozusagen in der Vorteppel-Welt, weil dann irgendwelche Leute eine gekritzelte E-Mail-Adresse nochmal in eine Datenbank eintippen. Und wirklich viele davon gar nicht funktioniert haben. Bekomme ich noch irgendwas Physisches? Ein Teddybärchen? Eine Brille?
Sprecher 2 Genau, bei der einen Organisation gibt es. . vielleicht ein kleines Plüschtier in der Tat. Die anderen geben den Pinnen, ein Freundschaftsbärnchen, vielleicht auch nochmal ein Prospekt. Bei uns gibt es ein Brillenputztuch, ein paar sind zum Thema. Also auf jeden Fall, damit man auch haptisch was in der Hand hat, damit man möglichst auch nicht einfach weggeht und sich gar nicht mehr an das Gespräch erinnert. Und früher hätte es dann dazu auch eine Kopie des Formulars dazu gegeben, wie gesagt, das wird jetzt ersetzt durch die Begrüßungs-E-Mail, die dafür dann auch schon alles irgendwie gut leserliche Daten hat, die bestenfalls auch wie du selber gesagt hast, nicht fehlerhaft erfasste.
Sprecher 1 Schön. Und dann gehe ich und danach bin ich so in diesen ganz normalen. Es gibt wahrscheinlich dann nochmal ein postalisches Begrüßungspaket und dann je nachdem, wie so ein Dauer. .
Sprecher 2 Natürlich nicht ganz normal. Das sind ja Personen, die sind über den Dialog zu uns gekommen, also versuchen wir sie auch erstmal weiterzubinden und zu begeistern über den Dialog. Ganz häufig versucht man, die neugewonnenen Spender in einem Begrüßungsanruf nochmal zu erreichen. Ist eine tolle Möglichkeit, nicht nur zum Danke sagen, sondern auch nochmal, um zu schauen, ist auf der Straße bei dem Gespräch alles gut gelaufen? Sind vielleicht auch Fragen zurückgeblieben? Hat jemand noch das Bedürfnis, Feedback zu geben? Und außerdem können bei der Gelegenheit gegebenenfalls auch nochmal Angaben korrigiert werden, wenn sich da irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat. Und so rein aus statistischer Sicht sieht man auch, dass diejenigen, die einen solchen Begrüßungsanruf bekommen haben, signifikant länger bei einem bleiben, als wenn sie einfach nach dem Gespräch halt, wie du so schön sagtest, nach Hause gehen und dann vielleicht erstmal ein paar Tage lang gar nichts hören. Wir haben jetzt bei der CBM kürzlich noch so eine User Journey eingeführt, dass man tatsächlich im Abstand von einigen Tagen am Anfang so drei verschiedene E-Mails bekommt, die ein bisschen aufeinander abbauen, um die Leute auch abzuholen. Und so langsam den Bogen zu schlagen von dem, was sie auf der Straße gehört haben, zu dem, was wir als Organisation machen, was uns beschäftigt. Und dann kommt auf jeden Fall irgendwann dann auch der Begrüßungsbrief, wo nochmal mitgeteilt wird, jetzt geht’s los. Dann und dann buchen wir das erste Mal die Spende ab. Und auch so einen Begrüßungsbrief legt dann ja in der Regel noch was Anschauliches zur Arbeit bei irgendeinem Prospekt oder einem Dankeschön oder. Ein kleines Gimmick.
Sprecher 1 Jetzt hätte ich ja ein bisschen Angst. Und wenn ihr da so viel macht, ist diese Angst vielleicht nicht ganz unbegründet, dass ich Spenderinnen und Spender habe, die sich da in Anführungszeichen nicht unter Druck gesetzt gefühlt haben, aber vielleicht nach Hause kommen und denken, oh Mist, vielleicht wollte ich das doch gar nicht, einfach weil diese Situation ja schon sehr persönlich ist. Also auch wieder als Onliner, ich beneide dieses Persönliche. Wir haben ja das genau entgegengesetzte Problem. Wir haben so überhaupt keinen. In Anführungszeichen Druck, wir haben überhaupt keine Verbindlichkeit, wie man die dann natürlich in so einem Gespräch hat. . Aber es gibt ja Leute, die können nicht Nein sagen, ich kenne es jetzt aus einem ganz anderen Bereich. Bruder hat sich irgendwann mal eine Auslandskrankenversicherung ausschwätzen lassen, obwohl er zwei Jahre schon nicht mehr im Ausland war. Also natürlich sind das ganz andere Dialoge, aber. . Es wird also danach vielleicht die ein oder andere Storno geben, vermute ich.
Sprecher 2 Ja, die gibt es leider. Immer wieder. Das lässt sich nicht vermeiden. Du hast es selber gerade ja schon erklärt. Das ist ein emotionaler Moment auf der Straße. Da macht man mit, weil man in dem Moment irgendwie auch, ja emotional berührt ist. Manchmal macht man vielleicht auch mit, weil das Gegenüber so sympathisch war oder weil man sich schwer tut, Nein zu sagen. Und wenn man nach Hause kommt, kommt es natürlich durchaus vor, dass sich Leute dann auch umentscheiden.
Sprecher 1 Deshalb Auch diese intensive Betreuung in der ersten Woche oder in den ersten Wochen wahrscheinlich, dass man wirklich guckt, dass die Leute es nicht bereuen, sondern sich freuen, dabei zu sein. Und ich kenne das auch positiv, ich kenne auch Ehrenamtliche, die über Face-to-Face gewonnen würden. Und die dann bis hin zu Vorständen oder sowas in Vereinen aufrücken. Gibt es ja auch viel im Bereich der Mitgliederwerbung. Wie hoch ist so eine Storno-Quote, wenn man es gut macht?
Sprecher 2 Oh, das variiert sehr, sehr stark. Also, ich sag mal so.
Sprecher 1 Aber reden wir hier über fünf bis zehn Prozent oder reden wir hier über 20 Jahre? Also fünf bis zehn Prozent wären tatsächlich ganz tolle Werte, wenn nur so fünf bis zehn Prozent absprungen.
Sprecher 2 Dann wüsste man, dass man das wirklich eine ganz, ganz tolle Qualität auch auf der Straße gewonnen hat. In der Praxis liegen die Werte leider deutlich höher. 15 Prozent, 20, 25 Prozent, manchmal sogar noch drüber, aber dann weiß man auch, Achtung, Achtung, hier muss man auf jeden Fall auch gegensteuern. Häufig der Fall, wenn man zum Beispiel zu junge Menschen zum Mitmachen bewegt, so gut die Intentionen, glaube ich, bei all diesen Menschen sind. So wissen wir alle, dass dann vielleicht die finanziellen Verhältnisse doch nicht immer dementsprechend sind. Und das sind tendenziell auch diejenigen, die wieder früher abspringen. Das heißt, das ist eine Sache, auf die wir viel Wert legen, dass wir versuchen uns möglichst auch ein bisschen mehr auf ältere Menschen auszurichten. Und dann hat es natürlich auch ganz viel mit der Qualität des Gesprächs auf der Straße zu tun. Es soll niemand überredet werden, sondern Menschen sollen überzeugt werden. Es soll auch nicht verschleiert werden, dass es um eine regelmäßige Spende geht, sondern es soll auch deutlich kommuniziert werden, sodass, wenn man sagt, ich mache mit Macht man mit, weil man weiß, worauf man sich einlässt und macht nicht mit und bekommt erst hinterher, wenn man das Kleingedruckte liest, irgendwie daraus, ach so, das ist ja jetzt eine regelmäßige Spende. Also das hat auch ganz viel damit zu tun, dass man kontinuierlich an der Ansprache feilen muss, dass man transparent ist und auch versucht im Nachgang, das hast du ja gerade selber auch gesagt, deshalb Machen wir uns so viele Gedanken darüber, wie betreuen wir die neu gewonnenen Spender im Nachhinein, dass sie auch nochmal bestärkt werden, in ihrer Entscheidung mitzumachen, dass sie auch bei uns bleiben wollen. Und wenn dann jemand merkt, ich kann es mir leider nicht leisten, würden wir im Zweifelsfall ja auch versuchen, dann die Person trotzdem zu behalten mit einem niedrigeren Betrag. Anstatt uns ganz verabschieden zu müssen.
Sprecher 1 Jetzt hast du gerade gesagt, ihr sprecht eher ältere Leute an.
Sprecher 2 Das ist unser Ziel. In der Praxis sieht das nicht so aus.
Sprecher 1 Achso, weil ich wollte gerade sagen, also während ich im Mailing-Bereich, ich bin jetzt irgendwie ein bisschen unter 40, im Mailing-Bereich noch überhaupt nicht Zielgruppe bin. Also meine Adresse wird selten gekauft, gemietet, ich werde selten kalt angesprochen. Ist es im Face-to-Face-Bereich, habe ich mittlerweile das Gefühl, dass ich mit meinen Paar 30 die absolut angesprochene Zielgruppe bin? Also ich komme mal kaputt.
Sprecher 2 Das ist gut, dass du nachfragst, weil ich benutze so selbstverständlich den Begriff älterer und meine definitiv nicht 60, 70 Plus, sondern Im Face to Face wäre Elte halt tatsächlich so diese klassischen Ü30-Personen. Also die Person in ihren 30ern, 40ern, du wärst wunderbare Zielgruppe.
Sprecher 1 Älter im Mailing-Bereich heißt über 80. Ich weiß. Deshalb, nee, ich habe das Gefühl, ich bin sozusagen Prime-Zielgruppe. Ich halte mich jetzt nicht so viel in Innenstädten auf, aber wenn, dann Versucht mich zumindest meistens irgendjemand anzusprechen. Gut, jetzt sind wir das einmal durchgegangen. Jetzt ist die Frage, wer macht das Ganze? Wir hatten jetzt schon den Begriff der Dialoger, den Begriff der Fundraiser, also den Menschen, die dann wirklich auf der Straße stehen und diese Gespräche halten. Ich war, keine Ahnung, so zwei, drei Jahre, nachdem ich ins Fundraising gekommen bin, irgendwann total irritiert, weil ich ganz viele Menschen getroffen habe, die sich als Fundraiser bezeichnet haben. Und ich dann gefragt habe, was die machen und dann waren das Dialoge, also Menschen, die wirklich so face-to-face und da da da. Und ich kam halt so aus meiner Onliner-Ecke, für mich war ein Fundraiser seinen Schreibtisch täter. Das fand ich schon mal ganz spannend.
Sprecher 2 Aber das sind Fundraiser durch.
Sprecher 1 Total, total. Also wahrscheinlich sind das Fundraiser und das, was ich Sehe, sind dann eher Fundraising Manager, also so, wie gesagt, Bürotäter. Genau. Also es gibt diese, nennst du die auch Dialoga?
Sprecher 2 Ah, da gibt ja, also ich persönlich, ich liebe den Namen Dialoga. Ich benutze den auch, wenn die Agenturen, mit denen wir teilweise zusammenarbeiten, andere Namen für ihre Mitarbeitenden haben, weil ich mag halt diesen Gedanken des Dialogs, deshalb gefällt mir das so gut. Du kannst Canvaser sagen, Campaigner, Werber, Promotoren, Ambassadoren, Fundraiser, ja.
Sprecher 1 Die Liste ist lang. Okay, mit dem Campaigner hätte ich jetzt ein Problem, aber gut. Die sind ganz häufig bei Agenturen angestellt. Also es gibt wirklich eine ganze Reihe von Dialog. Agenturen können wir gleich drüber reden. Es gibt aber auch Inhouse-Programme. Du hast mit beiden so ein bisschen Erfahrung gemacht, oder?
Sprecher 2 Genau, also ja, es gibt, wie du sagst, es gibt beides.
Sprecher 1 Was ist denn besser?
Sprecher 2 Ah, es gibt kein Besser. Ich würde auch sagen, eine gute Mischung ist gesund. Es gibt ja gute Gründe für beides. Also Agenturen haben natürlich. Jahrzehntelange, teilweise jahrzehntelange Erfahrung im Markt, sind es auch gewöhnt, wirklich große Mengen, also es klingt jetzt Das klingt so despektierlich. Große Volumina an Neuspendern zu gewinnen. Und das zum Beispiel auch für Organisationen, die gar nicht so aufgestellt sind, dass sie ein eigenes Inhouse-Programm starten. Das ist ja nichts, was man mal eben aus dem Ärmel schüttelt. Das ist ein. Großer logistischer Apparat, der beginnt mit dem Recruiting, der Auswahl der richtigen Mitarbeitenden, mit der Ausbildung und der kontinuierlichen Schulung und Förderung. dann ist ein riesengroßer Logistikaufwand dahinter, nicht nur, dass dann Standplätze beantragt werden müssen, sondern auch die ganzen Materialien müssen beschafft werden. Es gibt Reisekampagnen, wo es noch Unterkünfte und Autos braucht. Also da hängt einfach sehr, sehr viel dran und Das ist ein großes Unterfangen, und das ist auch gut so, dass es etablierte erfahrene Agenturen im Markt gibt, Dienstleister, an die man sich wenden kann, die das eben für einen machen. Gleichzeitig Sind ja auch jetzt auch etliche Organisationen den Weg gegangen und haben gesagt, wir möchten das gerne mit eigenen Mitarbeitenden machen. Wir bauen unser eigenes In-house-Face-to-Face-Programm auf und das zum Teil auch wirklich sehr erfolgreich.
Sprecher 1 Aber das heißt, es kann schon sein, dass der Dialoga, der am Montag für die eine Organisation am Start ist, vielleicht, naja nicht am Dienstag, aber vielleicht. zwei Monate später für eine andere Organisation am Start ist. . Ich vermute mal, die sind schon relativ kampagnenbezogen bei einer Organisation.
Sprecher 2 Genau, also die tägliches Wechseln oder so wird definitiv vermieden, aber natürlich kann es sein, dass man ein paar Wochen mit der einen Organisation unterwegs ist und dann auf eine andere wechselt. Deshalb ist es auch immer wichtig, dass man versucht, wirklich auch als Organisation regelmäßig die Leute auch zu schulen, damit auch da wirklich eine enge Verbindung zur Organisation entsteht und die Menschen auch wirklich authentisch jemanden nach außen auch die Organisation darstellen können und vorstellen können. Eines der Argumente, warum eben zum Teil auch In-house-Programme existieren, weil man sagt, es ist ist dann natürlich einfacher, die Leute wirklich eng an die Organisation zu binden. Sie treten dann wirklich auch nochmal anders in der Öffentlichkeit auf. Aber ich habe beides erlebt, beides kann funktionieren und beides kann auch nicht funktionieren. Also das ist nicht das Entscheidende, würde ich jetzt sagen, du muss die Agentur sein oder es muss das Inhouse-Programm sein, sondern es ist wichtig, wie man es macht.
Sprecher 1 Okay. Die Angestellten sind in meinem Klischee jetzt irgendwie Studierende in den Semesterferien, das wird aber ja nicht stimmen. Es gibt ja auch außerhalb der Semesterferien Dialoger. Sind es häufig Kurzzeitjobs? Oder ist das mittlerweile überholt und es gibt auch Volltime-Dialoga?
Sprecher 2 Ja, also auf jeden Fall, du hast alle angestellten Verhältnisse. Also es gibt einige, die das. Als temporäre Jobs machen, so wie du meintest. Man ist Student und macht das vielleicht während der Sommersemesterferien oder ein, zwei Tage in der Woche. Es gibt allerdings auch Personen, die das wirklich als Fulltime-Job machen, die sind Vollzeitangestellt oder Leute, die vielleicht Schauspieler sind und das als ein zweites Standbein nutzen. Also du hast, das macht es auch so spannend. Es gibt eigentlich nicht diesen typischen Face-to-Face. Fundraiser, sondern das sind unglaublich unterschiedliche Lebensläufe, die auch dahinter stehen.
Sprecher 1 Und aber auch die Inhouse-Programme haben dann unterschiedliche Angestelltenmodelle. Also das ist jetzt nicht. Per se, dass die Inhouse-Modelle dann alle mit Festangestellten arbeiten und die Agenturen alle irgendwie mit kurzfristigen Sachen sondern?
Sprecher 2 Nee, gar nicht. Also ich habe beides bei beiden erlebt. Unterschiedliche Angestelltenverhältnisse von kurzfristiger Beschäftigung bis Werkstudentenvertrag, Vollzeitmitarbeiter, Teilzeitmitarbeiter ist alles dabei.
Sprecher 1 So, wie werden die denn bezahlt? Also kriegen die eine Vergütung pro Abschluss, kriegen die einen Grundgehalt, im Idealfall, ne? Es wird auch da wahrscheinlich wieder alles geben. Und ist das eine gut und das andere schlecht?
Sprecher 2 Und jedes Programm wird natürlich auch sein eigenes Gehaltsmodell entwickeln und das ist auch eine ganz wichtige Erfolgskomponente im Face-to-Face-Fundraising. Also it is so that minimum wage loan. Ist ja auch gesetzlich vorgeschrieben. Teilweise ist auch der Basislohn höher als der Mindestlohn, der gesetzliche. Und es hat sich aber etabliert im Face-to-Face-Fundraising, dass in der Regel auch eine erfolgsabhängige Vergütung oder Komponente dabei ist. Die kann ganz unterschiedlich ausgestaltet sein. Es gibt Punktesysteme, es gibt Prämiensysteme. In der Regel richten sie sich aber nicht nur danach, wie viele Spender man wirbt, dass man meinetwegen für so und so viel zusätzlich geworbene Spender irgendwie eine Prämie im Punktesystem bekommt. Sondern da wären auch andere Komponenten mit einbezogen. Das kann sein, das Alter der geworbenen Spender. Das kann sein die sogenannte Erstrealisierung, also dass man nicht nur Spender auf der Straße schreibt, sondern dass diese Spender auch wirklich ihre erste Spende erfolgreich geben. Kann zum Beispiel ein Kriterium sein, ob man eine bestimmte Prämie bekommt oder nicht.
Sprecher 1 Wie viel macht so ein Dialoger an einem Tag? Also.
Sprecher 2 Boah.
Sprecher 1 Wenn ich jetzt acht Stunden da stehe. Ich sehe immer unheimlich viele Leute, die natürlich.
Sprecher 2 Ich habe doch keinen Einblick in die Gehaltslisten anderer Art.
Sprecher 1 Nein, nein, nein, nein, nein. Ich meine nicht, wie viel Geld macht so jemand. Das ist mir total wunderbar. Achso, okay, habe ich schon bewundert. Nein, nein, nein, nein, Entschuldigung. Nee, aber wenn ich jetzt so ein Dreierteam acht Stunden lang in der Fußgängerzone stehen habe. Sind dann da am Ende des Tages irgendwie 30 Abschlüsse oder sind am Ende des Tages da zehn Abschlüsse?
Sprecher 2 Also es hängt natürlich davon ab, wie erfahren ein Dialoger ist und die Schwaben.
Sprecher 1 Bei richtig guten Leuten.
Sprecher 2 Genau, also wir reden jetzt nicht von Leuten, die gerade erst angefangen haben, die dann vielleicht auch mal einen Tag haben, wo sie gar niemanden schreiben oder vielleicht auch nur ein oder zwei, aber Richtig gute Leute, die schaffen dann auf jeden Fall drei, vier, fünf. Es gibt welche, die schreiben teilweise zehn Personen an einem Tag. Das sind dann schon auch wirklich die besonderen Fälle, wo man sagt: Wow, du hast heute echt einen Run gehabt.
Sprecher 1 Okay, aber das gibt es, dass ich den ganzen Tag da stehen kann und niemanden schreibe. Also niemanden werbe.
Sprecher 2 Niemanden zum Mitmachen gewinnst. Das kann es auch mal geben, genau. Das wieder Stichwort Frustrationstoleranz.
Sprecher 1 Wollte ich gerade sagen, da wäre ich ja sowas von
Sprecher 2 Man sagt ja immer so, man muss, weiß ich nicht, um die mit 100 Personen Kontakt aufnehmen. Davon schafft man es, zehn Personen wirklich auch in ein tieferes Gespräch zu verstricken und davon macht dann vielleicht eine Person mit. Weil man sich das dann mal so ein bisschen auf den Tag hochrechnet. Das erfordert ganz, ganz viel Fleiß auch von den Dialogern und natürlich definitiv auch Durchhaltevermögen.
Sprecher 1 Okay. Ich wollte jetzt nicht wissen, was die Kontakte verdienen. Aber die Frage andersrum ist natürlich spannend, wenn ich da eine Person den ganzen Tag hinstelle, dafür, dass sie mir dann vielleicht im Durchschnitt der Organisation fünf Dauerspendende nariert und dann gibt es ja noch ein Overhead, du hattest schon gesagt, teilweise mit Übernachtung, mit irgendwie Stand, mit Agentur. Das ist jetzt kein ganz günstiges.
Sprecher 2 Nee, das ist es nicht. Face-to-Face-Fundraising erfordert wirklich auch eine gewisse Investition. Das muss man sich auch vorher gut durchrechnen. Aber ich glaube, was man da immer im Blick behalten muss, zum Beispiel im Unterschied zu einem Kaltmailing, was man rausschickt, ist, dass man gewinnt halt Dauerspender. Und dann ist vielleicht ein einzelner Dauerspender relativ teuer in der Gewinnung. Aber ein Spender bleibt bestenfalls auch viele Jahre dabei. Die Durchschnittsspenden sind auch deutlich gestiegen im Laufe der letzten Jahre, seitdem ich das auch so mit beobachte. Am Anfang haben die viele auch unter 100 Euro nur im Jahr gespendet. Jetzt ist man da häufig, wenn man keine Patenschaftsorganisation ist, die waren sicherlich schon immer im höheren Betrag, ist man jetzt bei 140, 50, teilweise über 200 Euro. Und das kann man dann auch hochrechnen, wenn jemand das eben auch über drei, vier, fünf oder mehr Jahre gibt, dann ist das auch eine entsprechende Planungssicherheit, die die Organisation dadurch bekommt.
Sprecher 1 Okay, aber jetzt nehmen wir mal Inhouse raus, weil die eine ganz andere Kostenstruktur haben. Das heißt, ich muss so einer Agentur, die, gut, die werden auch wieder Grundbeträge und erfolgsabhängige Beträge haben, aber am Ende Den Erstjahreseinsatz lasse ich auf jeden Fall da.
Sprecher 2 Mehr als den Erstjahreseinsatz.
Sprecher 1 Zahlt man dann so pro gewunden Spender, sind es dann so um die 200 Euro? Also jetzt sehr pauschal. Ja, also es ist super pauschal.
Sprecher 2 Du merkst, ich Ich zögere da so ein bisschen, weil das ist auch ein Unterschied. Habe ich jetzt einen Paten geworben, der mir, wenn er ein Jahr bei mir ist, 360 Euro oder mehr bringt? Oder habe ich jemanden geworben, der mir jetzt, weiß ich nicht, im Jahr 160 Euro spendet.
Sprecher 1 Oder andersrum, wie viel Zeit brauche das, damit man sozusagen in die schwarzen Zahlen rutscht?
Sprecher 2 Also aus meiner Erfahrung sind es unter eineinhalb Jahren schafft man das meines Wissens nach heutzutage nicht mehr. Also nicht mit Agenturenprogrammen. Eher abhängig davon, wie hoch die Verlustquoten sind, Ende des zweiten Jahres wird man dann Break-Even haben, dass man die Kosten wieder drin hat. Und das mag vielleicht auch den einen oder anderen schockieren, weil er denkt, wow, das ist viel Geld, aber ich kann da nur daran appellieren, man muss das auch mal für die anderen Kanäle durchrechnen. Wie lange dauert das, bis sich das amortisiert und eben im Blick behalten, dass es eine regelmäßige Spende ist und die Person dann nach dem Break-even wirklich auch richtig regelmäßig ja noch spenden wird.
Sprecher 1 Aber das heißt, das ist wirklich eine langfristige Investition. Das skaliert gut. Das funktioniert erstmal ja an fast jedem. Naja, nicht ganz an jedem Standort, aber es funktioniert relativ gut in dem Sinne, wenn ich mehr investiere, bekomme ich auch mehr raus und das hat jetzt nicht so. . dass wenn ich zu viel investiere, ich dann nichts mehr dabei gewinne, außer ich kriege nicht genug Dialoga zusammen. Das habe ich auch schon gehört, dass es vielleicht mal ein Problem sein kann. Aber ich bin da schon richtig Am investieren. Und dementsprechend sind die ersten zwei Jahre natürlich die härtesten. Wenn ich das langfristig mache, ist das ja meistens ganz gut. Ganz genau. Ist das ein Problem, an Dialog heranzukommen?
Sprecher 2 Aus meiner Erfahrung ja. Es ist eine Herausforderung. Aber Face to Face hat viele Herausforderungen und Herausforderungen wollen genommen werden. Also Dialoge zu rekrutieren ist eine Herausforderung, vor allem auch verbindlich. Verbindlichkeit zu bekommen, also Personen, die wiederkommen und nicht immer wieder mit, ich sage Berufsanfängern, die man erst anlernen muss zu Beginn, das ist eine Herausforderung, sondern sich wirklich auch so peu à peu. einen Pool und einen Stamm aufzubauen. Aber ich weiß, dass wenn du jetzt mit anderen Personen in der Branche sprechen würdest, würdest du zum Teil auch eine andere Einschätzung widergespiegelt bekommen.
Sprecher 1 Gute Leute ist wahrscheinlich wie überall schwierig. Das ist ja allgemein im Fundraising-Bereich gerade schwierig und ich vermute, auch der Bereich ist ja ein bisschen wachsend. Zumindest höre ich von immer wieder neuen Organisationen, die in Face-to-Face einsteigen und höre von wenigen, die aussteigen. Das heißt, da muss ja dann auch ein erhöhter Personalbedarf da sein. Letzte Frage zu dieser Agentur- und Inhouse-Geschichte. Du organisierst es jetzt. Du bist jetzt eher das, was ich vorhin als Fundraising-Managerin bezeichnet habe. Du sitzt ja die meiste Zeit Ich wollte gerade sagen, im Büro heutzutage im Homeoffice. Wie stellt man jetzt sicher, dass Dialoga da nicht mit falschen Versprechungen kommen? Wie stellt man sicher, dass die nicht aufdringlich sind? Wie stellt man da die Qualität sicher, wenn man ja nicht mit am Stand steht und wenn das teilweise eben neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, die jetzt nicht schon seit fünf Jahren dabei sind.
Sprecher 2 Ja, große Frage. Das ist ein ganzes Maßnahmenpaket, was man dort ergreift, sowohl als Organisation als auch als Agentur. Also das muss ja auch Hand in Hand gehen. Also Ich habe es eingangs schon gesagt, es geht natürlich erstmal damit einher, dass man jemanden auch wirklich gut ausbildet, eine gute, solide Grundschulung bekommt und auch kontinuierlich man begleitet wird. Ein Dialoger steht ja nicht einfach alleine auf der Straße nach dem Motto, jetzt leg mal los, sondern er wird begleitet. Meistens gibt es einen Teamleiter. pro Team. Es gibt Coaches, die tatsächlich dann auch individuell auf die Bedürfnisse der Dialoge eingehen können und auch nochmal schauen, wo liegen da vielleicht auch noch die Schwächen, wo kann man auch mit einfachen Veränderungen in der Gesprächsführung zum Beispiel was optimieren. Dann führen wir als Organisation Gehen wir gelegentlich zu den Ständen, also auch jetzt aktuell tatsächlich sehr eingeschränkt aufgrund von Corona, um uns vor Ort auch davon zu überzeugen, wie findet so ein Gespräch statt. Es gibt Eine Qualitätsinitiative seit einigen Jahren für Straßen- und Haustürwerbung, der wir uns auch angeschlossen haben als Mitglied. In diesem Jahr haben wir erstmals innerhalb dieser Qualitätsinitiative die KISH Sogenanntes Mystery Shopping auf die Beine gestellt. Das heißt, wir haben jemanden damit beauftragt, dass er deutschlandweit unangekündigt an Face-to-Face-Stände gegangen ist, hat von Weitem bestimmte Qualitäts Kriterien abgeprüft, dann sich selber auch in ein Gespräch verwickelt oder einbinden lassen, um dann auch zu überprüfen, wie wird das Gespräch geführt. Es gibt bestimmte Qualitätskriterien, dass man ein zum Beispiel transparent ist, dass man sich ausweisen kann, dass man dass man niemanden bedrängt, dass man bestimmte Personengruppen gar nicht erst anspricht, dass man maximal drei Einwandbehandlungen macht und danach auch wirklich ein Nein für ein Nein akzeptiert. Und all diese Dinge werden eben auch im Rahmen dieses Mystery Shoppings nachgehalten. Und ja, dann ist natürlich für uns als Organisation unser Spenderservice auch ganz wichtig, weil er quasi auch das Ohr ein Stück weit am Markt hat. Also wenn Rückmeldungen kommen, wo man merkt, okay, das sind kritische Rückmeldungen, dann gehen wir dem auch sofort nach. Wir haben dann in der Regel mit den Agenturen auch richtige Beschwerdemanagement-Prozesse vereinbart.
Sprecher 1 Also wenn jetzt jemand zu euch kommt und storniert, ich habe da gestern, die waren aber, die haben mich unter Druck gesetzt, ich will das gar nicht, dann kriegt ihr sozusagen die Info, okay, da an dem und dem Standort ist vielleicht nicht ganz so. Und wenn es jetzt nicht nur eine Person ist, sondern. . mehr oder du hattest ja vorhin gesagt, was so normale Storno-Quoten sind und was dann, wenn wir dann irgendwo bei 30 Prozent sind, dann kann man davon ausgehen, dass das vielleicht nicht. . alles ganz gut läuft. .
Sprecher 2 Ja, wobei die Storno-Quoten, die hängen natürlich zeitlich hinterher. Also die sind auf jeden Fall auch eine Möglichkeit, um Qualität zu steuern. Aber jetzt Wird es nicht unbedingt so im Einzelfall helfen, sondern ich meine jetzt tatsächlich eher das individuelle Feedback, wenn jemand bei uns anruft und sagt, boah, ich bin da in der Fußgängerzone dort und dort angesprochen worden und ich habe mich wirklich bedrängt gefühlt, weil Dann wäre das eine absolut ernstzunehmende Rückmeldung, der wird dann auch nachgehen, was dann unter Umständen auch zu Konsequenzen führen kann.
Sprecher 1 Beschäftigt dich das in der Realität?
Sprecher 2 Meinst du, ob wir viele Beschwerden erreichen?
Sprecher 1 Beziehungsweise ist das, also ich stelle mir das jetzt als Problem vor, aber ist das auch ein Problem in der tagtäglichen Arbeit oder ist das irgendwie eigentlich ein Ausnahmefall, dass ihr mal Probleme mit Dialogern habt, dass also jetzt. .
Sprecher 2 Also es ist zum Glück ein totaler Ausnahmefall, aber es kann natürlich vorkommen und dann muss man auch relativ schnell dem nachgehen können. Aber die Agenturen sind ja selber auch am Ball. Also das meinte ich mit. Das ist wirklich Hand in Hand. Wenn eine Agentur einen Coach hat, dann wird im Zweifelsfall wahrscheinlich der Coach eher sowas mitbekommen, als dass es an uns herangetragen wird über jemanden in der Öffentlichkeit. Und auch die Begrüßungsanrufe, die ich vorhin schon mal angesprochen hatte, sind da auch nochmal ein ganz wichtiges Instrument zu schauen, gibt es da irgendwelche kritischen Rückmeldungen. Aber aus meiner Erfahrung, es sind wirklich zum Glück auch, so soll es ja auch sein, die Einzelfälle, die Ausnahmen und nicht die Regel.
Sprecher 1 Jetzt gibt es diese Qualitätsinitiative für Straßen- und Haustürwerbung für gemeinnützige Organisationen, die sich anhört wie ein französisches Gebäck, die quiche, QISH. Das sind relativ wenig Organisationen. Also das ist eine sehr überschaubare Anzahl. Da sind relativ viele dabei, für die du gearbeitet hast, aber was. . Macht man jetzt aus einer gesamtgesellschaftlichen Sicht, wenn das nicht gut läuft? Also nur mal als Beispiel. Wir kennen alle die großen Organisationen, wir kennen alle die bekannten Organisationen, habe ich persönlich jetzt noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Es gibt in Berlin aber zum Beispiel so eine. . Tierschutzorganisation, die jetzt, sagen wir mal, nicht und auch unter Fundraisern und Fundraiserinnen jetzt nicht den allerbesten Ruf hat, die aber sehr viel Rasenwerbung machen, auch unter anderem an U-Bahn-Höfen. Was macht man da? Also gibt es so eine allgemeine Möglichkeit der Qualitätssicherung oder ist das wirklich in der Verantwortung der einzelnen Organisationen?
Sprecher 2 Also sowohl als auch. Also in erster Linie ist es immer auch in der Verantwortung der Organisation, also alle Kiche-Mitglieder zum Beispiel haben auch einen Qualitätsbeauftragten benannt, eine Person, die explizit da auch wirklich den Hut für aufhat. Die Qualitätsinitiative ist ja wie der Name auch suggeriert, es ist eine Initi aus einer Initiative heraus entstanden, weil es ist einfach eine Reihe an Agenturen und an Organisationen gab, denen das wichtig war, das ganze Thema auch voranzubringen, um sich zum Beispiel auch von schwarzen Schafen, wie du sie gerade angedeutet hast, auch zu differenzieren und abzugrenzen. Wir sind im Prozess noch, ne? Also das ist ja kein abgeschlossenes Gremium, was jetzt etabliert ist und vollständig funktioniert, sondern jetzt geht es eben auch in den nächsten Schritten darum. Dass wir auch bekannt werden, dass auch die Ordnungsämter zum Beispiel wissen, aha, da gibt es eine Qualitätsinitiative und die setzt sich für diese und jene Kriterien ein. Wir haben unter anderem vor einigen Jahren eine sogenannte Ombudsstelle etabliert, an die man sich wenden kann als öffentlich, als öffentlicher Mensch. Da muss man aber natürlich auch erst mal wissen, dass es das gibt. Deswegen habe ich das jetzt auch gerade vorweggenommen. das Thema Bekanntheit da natürlich noch eine Rolle spielt. Aber an dieser Ombudsstelle könnte man sich definitiv wenden und dann noch herantragen, Achtung, ich nehme da wahr, dass so ein jenes das
Sprecher 1 Aber die Umbitzstelle bringt mir jetzt wieder nur was, wenn das eine Organisation aus der Qualitätsinitiative ist. Wenn ich mich bei der Ombudsstelle über eine Organisation, die nicht Mitglied ist, beschwere, könnt ihr auch wenig machen, oder?
Sprecher 2 Können wir wenig machen, aber was wir tatsächlich auch schon gemacht haben. haben ist, wenn uns Fälle bekannt sind, wo jemand in der Öffentlichkeit mit dem Instrument der Face-to-Face-Werbung auf eine Weise auftritt, die wir aus gutem Grund nicht gut heißen, weil sie zum Beispiel unserer Meinung nach jetzt nicht vertretbar ist in aktuellen Corona-Zeiten, wo die Pandemie eingedämmt werden soll, dann würden wir auch an so eine Organisation herantreten und einfach auch eine eine Empfehlung aussprechen und darauf hinweisen, dass und das haben wir bemerkt. Wir stehen gerne bereits zur Beratung, das sind unsere Standards. Aber mehr können wir an dieser Stelle
Sprecher 1 im Moment tatsächlich auch nicht machen. Ja, dementsprechend auch meine, ich weiß gar nicht, ob es die Hauptkritik ist, also grundsätzlich finde ich. Face to face total interessant, eben wegen diesem Gespräch. . Ich habe jetzt, und das ist aber leider sehr anekdotisch, wie das leider immer mit anekdotischen Back ist. Im Freundeskreis und im Bekanntenkreis ganz oft Leute, die viele Organisationen sozusagen über Face-to-Face kennenlernen. Und das sind häufig nicht die, die in Gespräch verwickelt werden. Ich habe persönlich jetzt das Gefühl, die Gesprächssituationen sind in den meisten Fällen komplett unproblematisch, aber die so einen Eindruck von Organisationen bekommen, die stehen immer da, die wollen immer was von mir, die sind immer Gibt es eine Möglichkeit, zum Beispiel über Studien oder habt ihr da Daten, negative Auswirkungen von Face-to-Face oder sowas mitzubekommen, die sich eben nicht auf A Beschwerden und B Stornos sozusagen beziehen, also die sich nicht auf das Gespräch selber beziehen, sondern so diese Wenn wir immer mehr Leute haben, die diesen Bogen um diese Stände drumherum machen, kann das ja Auswirkungen auf die Gesamtreputation haben. Und wenn wir dann noch schwarze Schafe dabei haben, die ja von einem normalen Außenstehenden überhaupt nicht unterscheidbar sind von dem, was die professionellen guten Organisationen sozusagen machen, siehst du da ein Problem oder hast du da. Informationen drüber oder ist es nur so, das ist anekdotisch, aber es funktioniert ja?
Sprecher 2 Nee, ich glaube, es ist nicht anekdotisch. Also, ich habe jetzt selber lange genug in Berlin gelebt, um das selber auch zu erleben. Das ist nicht von der Hand zu weisen und das ist auch eine Herausforderung. Ich habe da jetzt nicht die Blaupause in der Hand und sage, das und das ist die Lösung. Die Abgrenzung von schwarzen Schafen ist. Definitiv eine Herausforderung, weswegen wir ja auch unter anderem die Qualitätsinitiative gegründet haben. Und das Thema, was du angesprochen hast mit den Standplätzen, da kann man nur versuchen, als Einzelner der Standplätze nutzt. Es nicht zu penetrieren, dass man einfach ständig an dem gleichen Standplatz steht. Ich weiß, dass Agenturen teilweise dann eben auch zum Beispiel die Organisationen wechseln an dem gleichen Standplatz und auch sehr stark darauf achten, dass sie da jetzt nicht ich sag mal sieben Wochen hintereinander immer zu am gleichen Tag da stehen. Eine Überlegung, die wir tatsächlich auch innerhalb der Kiche angestellt haben, ist, inwiefern wir perspektivisch da auch ein richtiges Standplatzkonzept entwickeln. Das gibt es teilweise in anderen Ländern, in Ich glaube, in Großbritannien und in Frankreich zum Beispiel sind sie da schon weiter, wie man eben Standplätze auch gezielt und gut untereinander auf teilen kann, sich miteinander abstimmt, damit genau das nämlich nicht passiert, dass die Öffentlichkeit dann irgendwie auch genervt ist, weil sie sagt, ach, da stehen ja ständig Leute. Genau das wollen wir natürlich nicht. Aber das ist nicht so trivial. Das ist schon noch eine Baustelle. Oder eine Herausforderung, sagen wir es so.
Sprecher 1 Ja, und wie immer, wenn natürlich der. einzelne Stand, die einzelne Dialogerin total gute Arbeit macht, aber vielleicht das Gesamte dann ein bisschen negative Auswirkungen hat. Das gleiche haben wir ja bei Mailings auch, das gleiche haben wir bei Online-Werbung auch, das gleiche haben wir in jedem Bereich, in dem es auf einmal Ein bisschen viel wird.
Sprecher 2 Und das differenziert die Öffentlichkeit ja auch nicht.
Sprecher 1 Genau, das meine ich. Also, wie gerade gemeint, das bezieht sich ja nicht auf die Kritik an der einzelnen Maßnahme. Kann es sein, dass Face-to-Face-Marketing schwieriger wird und vielleicht auch in Probleme reinrennt, wenn das noch mehr machen. Also ähnlich wie wir das mit Mailings sehen. Ich bin sehr gespannt, diese Weihnachten mit Adressmieten bei Mailings, weil gefühlt jetzt in Corona-Zeiten noch mehr Adressen gemietet werden und wir eh schon in bestimmten Zielgruppen bei sehr, sehr vielen sind, tritt da auch ein Problem auf, wenn jetzt irgendwie noch mehr Organisationen noch mehr Face-to-Face machen, weil zum Beispiel andere Bereiche wegbrechen?
Sprecher 2 Sicherlich ja. Deshalb ist es auch wichtig zu schauen, welche Standplatzalternativen gibt es zum öffentlichen Raum. Aktuell ist das Problem sogar eher noch verschärft. Aufgrund der Corona-Situation sind ja die Möglichkeiten, wo man Standplätze gibt. überhaupt beantragt, auch nochmal eingeschränkt. Bestimmte Gebiete, weil Risikogebiete sind ausgeschlossen. Bestimmte andere fallen weg, weil dort die Kommunen im Moment einen einen verhalten nacheren Umgang damit haben und teilweise gar nicht erst die Genehmigung erteilen. Also das sind im Moment eher die aktuellen Herausforderungen.
Sprecher 1 Haben ja dann teilweise im Frühjahr auch Organisationen gar kein Face-to-Face mehr machen können. Mal schauen, was der Herbst da so sagt.
Sprecher 2 Ja, also es gab mehrere Wochen, wo ich glaube, wirklich, vielleicht mit Ausnahme von einzelnen Organisationen, die du heute angesprochen hattest, in Berlin, haben meines Wissens nach gab es eine Phase, wo wirklich niemand im Markt Face-to-Face gemacht hat.
Sprecher 1 Ja, das bringt so Planungen natürlich auch ganz gut durcheinander. Ich habe gerade bei den Inhouse-Programmen auch von einigen Organisationen gehört, die dann. . Dialoga zu Telefonistinnen und Telefonisten schnell umgeschult haben, ist sicherlich auch spannend. Siehst du irgendwelche großen zukünftigen Entwicklungen im Bereich Face-to-Face oder sagt man, hey, dieses Gespräch an sich ist so zeitlos sozusagen, da entwickelt sich nicht so viel weiter. Also wir haben jetzt gerade schon gesagt, von Papier geht es jetzt zu Tablet Damit geht ja dann auch so die Begrüßungsstrecke viel früher los. Aber gibt es noch große zukünftige Entwicklungen, wird das viel mehr Happening-Charakter haben. Also ich hätte ja mal total gerne mehr Inbound-Dialog-Marketing, würde ich das jetzt mal nennen, im Sinne von, du hast es schon so leicht angesprochen, jetzt baut mal hier mal irgendwie eine Plexiglaswand auf oder sowas. Aber man kann das ja auch richtig zu Events ausbauen, wo man vielleicht mal mit einem Vortrag, mal mit einem Promi, mal mit irgendwas anderem hinkommt und vielleicht auch mal die E-Mail-Liste. . nach Corona bitteschön, dann dazu bringt, indem er sagt, hey, diese Woche stehen wir bei euch, kommt bitte alle vorbei, hier gibt’s. Keine Ahnung, beim WWF kriegst du ein Bäumchen oder sowas. Tatsächlich gab es schon oder gibt es beim WWF gerade. Also siehst du da Entwicklungen?
Sprecher 2 Also ich kann mir Innovationen in verschiedenen Bereichen vorstellen, wobei ich glaube, dass, und das ist ja auch das Wesentliche, daran, dass die persönliche Komponente immer das Wesentliche ist, was bleiben muss, also dieses Gespräch. Ich denke, es kann Innovationen geben im Bereich der Ansprache, dass eben nicht einfach nur ein Gespräch geführt wird, sondern dass man schaut, wie kann man das einbetten in einen anderen Kontext, um einfach auch stärker aufs Thema zu kommen. Ich kann mir Innovationen vorstellen bei den Standplätzen. Ich glaube, dass wir da auch wirklich einfallsreicher werden müssen aufgrund der aktuellen Situation. Ich denke, es wird sich auch über Kund oder lang. Halt nicht ausschließlich nur auf die Straße, ich meine, das machen auch viele nicht mehr nur ausschließlich auf der Straße sein, aber auch über Alternativenstand Plätze nachdenken. Also es gibt ja die Möglichkeiten im privaten Bereich, vielleicht auch mit Kooperationspartnern. Es gibt teilweise Agenturen, die ja, hatte ich vorhin schon mal angedeutet, auch im Event-Bereich. unterwegs sind testen, was sind da geeignete Events, Festivals, aber da muss man sich auch ran testen und schauen, was passt. Bei Oxfam, wo ich zuletzt war, da gab es zum Beispiel auch bei einem der Partner im Ausland ein Konzept, wo man quasi im Rahmen mit einem Coffeymobil auf einer Veranstaltung unterwegs war und Face-to-Face ist quasi da Teil dieses Gesamtkonzepts gewesen und man hat aber die Aufmerksamkeit und die Öffentlichkeit erstmal über das Coffeemobil zu sich geholt und ist dann in dieses Thema eingestiegen und hat dann bei der Gelegenheit auch noch Face-to-Face gemacht, also dass man das vielleicht auch integrierter mit anderen Bereichen der eigenen Organisation angeht. Wir haben zum Beispiel bei der CWM ein eigenes Veranstaltungsmanagement, wir haben ein Erlebnismobil. Da kann man auch mal weiter überlegen in die Richtung, was ergibt sich dort. Für Möglichkeiten und für Anküpfungspunkte. Ich glaube, es könnte auch Innovationen im Bereich der Bezahlmethoden geben, wobei wir das auch schon vor etlichen Jahren gesagt haben und wie du selber meintest, hängen wir irgendwie immer noch an Erlastschrift fest. Das ist auch spannend, sich nochmal anzuschauen.
Sprecher 1 Ja, da kommen die Innovationen ja jetzt auch nicht aus dem Dauerspendenbereich. Also die Innovationen, die wir sehen, sind ja dann eher die Einzelabwicklungen, also die ich dann über das Handy oder sowas schnell machen kann. Die sind ja häufig nicht Dauermethoden, leider.
Sprecher 2 Und manches Mal ist es ja auch so, dass es nicht unbedingt an Ideen mangelt, sondern man dann einfach auch ein Stück weit auf die Wirtschaftlichkeit schauen muss. Also zum Beispiel, wenn es ums Thema Standplätze geht. Na klar kann man sich tolle Standplätze in Einkaufszentren mit einem Ausstellungskonzept überlegen, aber das hat halt auch seinen Preis und das muss gut überlegt werden, ob man sich das leisten kann, weil das Instrument per se ja schon auch relativ kostspielig ist. Also solche Überlegungen werden da immer mit reinspielen.
Sprecher 1 Schön. Gut, habe ich irgendwas vergessen? Also man kann bei allem in die Tiefe gehen, aber gibt es irgendwas, was sich über Face to Face noch sagen lässt? was nicht gesagt wurde, sowohl ein Problem vielleicht, das ich übersehen habe mit Face to Face, als auch vielleicht irgendwie ein Bereich.
Sprecher 2 Du hast uns selber noch nicht erzählt, wie oft du dich schon hast ansprechen lassen und wer dich so begeistert.
Sprecher 1 Ich bin ja nicht umsonst Onliner. Ich mag persönliche Gespräche nicht. Oh, wie schön, dass du dich heute mit mir untermähst. Das ist genauso wie ich hasse es, wenn Menschen mich anrufen. mit denen ich keinen Telefontermin ausgemacht habe. Ich finde das außerhalb des beruflichen Kontextes schon fast dreist, wenn mich jemand anruft, ohne mir vorher eine SMS geschickt zu haben, ob ich Zeit hätte zu telefonieren. Dementsprechend muss ich wirklich sagen Wenn ich da kein professionelles Interesse dran hätte, würde ich da glaube ich immer einen Bogen drum machen. Und ich bin mal aus einer Organisation ausgetreten. bei der ich Mitglied war, weil mir die Dialoge auf den Keks gingen. Das ist jetzt aber auch schon irgendwie 14, 15 Jahre her. Die mir nicht glauben wollten, dass ich Mitglied bin, die das so und dann, ja, der komm, aber mach mal hier und mach mal da. Also die so ein bisschen eben nicht den Qualitätskriterien entsprochen haben. Und da war ich noch vor meiner Fundraising-Zeit war ich wirklich genervt von so einem Dialoger und bin danach aus der Organisation ausgetreten. Nee, also ich finde das theoretisch total faszinierend, aber praktisch. . Ah, Gespräche. Ich unterhalte mich unheimlich gerne. Ich kann auch gerne und viel reden, aber in der Regel mit Menschen. die ich kenne oder die ich kennenlernen möchte, aber so diese Code Calls sozusagen überhaupt nicht meins. Ich finde es auch total schlimm, wenn mich Verkäuferinnen und Verkäufer ansprechen und mir helfen wollen. Da bin ich, glaube ich, aber jetzt auch nicht unbedingt repräsentativ. Aber es ist, ne, also deshalb ja unter anderem auch dieser Podcast, um mal so ein bisschen diesen Bereich zu erweitern und. Du hast ja schon ein bisschen mitbekommen, dass ich irgendwie ganz viel am Rande mitbekomme. Als Onliner, dann kriegt man mit, da gibt es irgendwelche E-Mail-Adressen von Face-to-Face. Als Fundraiser, man läuft durch die Innenstadt und sieht eine Organisation, mit der man eigentlich sehr enge Verbindungen hat, aber kennt natürlich niemanden, der am Stand steht und kann jetzt auch nicht an den Stand gehen und fragen, hey ja, grüß doch mal die Sabine von mir und so weiter und so fort, weil die meisten dann irgendwie vielleicht die Organisationen ganz anders kennen, als ich das tue. Also da gibt es immer diese ganz vielen Randbewegungen und natürlich schaue ich auch gerne auf die Kosten da und vergleiche die mit Online-Akquise-Kosten. Das gibt es schon. Gut, aber wir beenden, glaube ich, dann hier das Thema Face to Face. Aber nicht ohne dir noch ein, zwei Fragen am Ende gestellt zu haben, die in diesem Podcast immer am Ende gestellt werden. Und das ist. Die Frage, welche Organisation soll dich gerade besonders interessieren, beziehungsweise welche Organisation sollte man . deiner Meinung nach gerade spenden mit dem großen Asterix, dass es nicht deine letzten drei Arbeitgeber sein dürfen. Oi! Mist! Also Gerne auch eine kleine Organisation, irgendwas Innovatives, irgendein Thema, was dir an Herzen liegt. Also gibt es da gerade Organisationen, wo du denkst, ey, auf die müsste man mal gucken, auch wenn die vielleicht nicht das allerprofessionellste Fundraising machen?
Sprecher 2 Also ich bin tatsächlich eher Course-Driven, wie man so schön sagt. Also wenn ich nicht gerade an ehemalige Arbeitgeber spende, weil ich die Organisation gut kenne und sie mir am Herzen leg, gucke ich eher so auf die Themen, die mich bewegen. Ich kann Pro Asyl empfehlen, die finde ich wirklich gut. Und diverse Organisationen rund zum Thema Seerettung, SeaWatch, aber das ist mein persönliches Herzensanliegen.
Sprecher 1 Das kann ich selber entscheiden. Nein, nein, aber darum geht es ja in der Frage, sozusagen, was deine Organisationen sind. Da passen die zwei auf jeden Fall sehr gut rein. Ich glaube, beide machen kein Face-to-Face. Aber die Seerettungsorganisationen sind auch zu jung und haben auch vielleicht jetzt als. . mit einem sehr akuten Problem zu kämpfende Organisationen vielleicht jetzt nicht diesen langfristigen Innovationsatem, den man ja dann für Face-to-Face schon haben muss. Und pro Asyl machen Fundraising, brauchen auch Spenden, aber sind ja, ich sag mal, schüchtern im Fundraising.
Sprecher 2 Sie sind auf den Tote-Hosen-Konzerten unterwegs, daher kenne ich sie tatsächlich. Hat dann aber auch was mit meinem alten Arbeitgeber zu tun, genau.
Sprecher 1 Genau. Nein, aber wir sehen ja in vielen Organisationen Vielleicht auch, wie kritisch Fundraising intern beäugt wird oder nicht. Und das ist natürlich in manchen Organisationen vielleicht ein bisschen leichter und in anderen Organisationen vielleicht ein bisschen. schwieriger. Schön, aber beides tolle Organisationen, beziehungsweise ein schöner Bereich. Und damit bedanke ich mich bei dir und freue mich. Und jetzt muss ich mir selber vornehmen mit den nächsten zwei Dialogern. dann doch mal in ein Gespräch zu gehen.
Sprecher 2 Weißen auch nicht.
Sprecher 1 Nee, das ist ja so diese Schere. Die man dann doch immer im Kopf hat so, die wollen was von mir, die wollen was von mir. Ich glaube, das ist ja die Ausrede, die jeder Mensch bei jedem Fundraising-Thema immer hat. Jeder Mensch sagt ja in der Regel von sich, ach wenn ich da spenden wollen würde, dann würde ich das schon tun. Und wir wissen als professionelle Fundraiser, dass die meisten Menschen es eben nicht tun. Das heißt, die meisten Menschen brauchen diesen Anlass. Aber gehen ja selber davon aus, dass sie den Anlass nicht brauchen. Genauso wie wir das bei Mailing und Newsletter haben, dass aktive Spenderinnen und Spender sagen, ich brauche das Ganze nicht, ich werde auch so weiter für euch spenden. Wir aber natürlich die Faktus sehen, dass es weniger wird und dass es trotzdem diesen Impuls braucht. Und von diesem Bias sozusagen bin ich auch nicht frei. denkt mir natürlich auch, wenn ich die will. Und dann bin ich natürlich als ignoranter Onliner auch immer so, dass ich mir denke, ach, und wenn ich jetzt Informationen brauche, dann könnt ihr mir auch nicht mehr sagen als eure Webseite. Aber Wie gesagt, das ist spannend. Ich werde mir das nochmal zu Herzen nehmen mit den nächsten ein, zweien Mal widersprechen, wobei ich für dieses Jahr jetzt eigentlich gar nicht mehr vorhab. mein Örtchen zu verlassen. Das ist auch ja nochmal ein ganz großes Thema, was wir jetzt nur am Rande gestreift haben. Aber das ganze Thema Corona und Face to Face und vor allem Die Frage der Bedeutung innerhalb von Organisationen ist ja sicherlich auch spannend, gerade für die Organisationen mit einem großen Inhouse-Teil. die ja dann auch wirklich da Kosten haben. Und aber natürlich bei den Agenturen genauso, die ja auch festlaufende Verträge haben, da ist das sicherlich einer der Bereiche, die am stärksten betroffen sind. neben der Kollekte.
Sprecher 2 Das wird dann ein eigener Podcast, ne?
Sprecher 1 Oh, die Kollekte ist ein Thema, mit dem ich mich dieses Jahr das erste Mal richtig intensiv beschäftigen durfte und musste, einfach weil viele Organisationen da jetzt versuchen, ins Online auszuweichen, aber ein Thema, mit dem ich vorher noch weniger zu tun hatte. Ja, es wäre vielleicht gar nicht so unspannend, mal über die Kollekte zu reden. Sabine, vielen, vielen Dank. Und viel Erfolg bei der nächsten Maßnahme.
Sprecher 2 Dankeschön. Ich habe zu danken, hat Spaß gemacht. Und ich bin schon gespannt auf deine anderen Podcasts zu anderen Themen.