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FRR107 - Erklär mir Mailings

Cover: FRR107 - Erklär mir Mailings

Folge 107 · 30.10.2020 · 1:13:25

Jona lässt sich Mailings erklären. Im Gespräch mit Nicole Rohrmann von Adveniat.

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Transkript (automatisch erstellt, unredigiert)

Sprecher 1 Hallo und herzlich willkommen zum Fundraising Radio. Heute mit einer etwas anderen Folge. Zum einen fehlt der liebe Maik. Als einer der Sidekicks vom Fundraising Radio starte ich sozusagen mein eigenes kleines Spin-Off und während Batman also über Bochum und Hutting wacht, darf Robin Mass selber ans Mikrofon Zum anderen ist diese Folge aber inhaltlich auch ein bisschen anders. Ich versuche mir mal als reiner Onliner die ganze schöne offline-Fundraising Welt zu zu erklären. Die ganze Folge bzw. diese ganze kleine Serie steht also unter der Überschrift Erklär mir das Offline-Fundraising und heute das Thema Direktmarketing bzw. Mailings. Es geht also eher. . um einen Einstieg ins Thema, um eine Übersicht und jetzt nicht unbedingt um den Tratsch für alte Häsen und Hasen. Uns sollen da noch mindestens zwei weitere folgen, zu Face-to-Face und Telefon-Fundraising. Die sind schon geplant und danach schauen wir mal weiter. So, genug der Vorrede, auf zum Thema. Ich habe mir heute Nicole Rohrmann eingeladen. um über das Thema Mailings zu sprechen. Nicole ist die Referatsleiterin Spenderkontakte beim bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerk Adwiniat und damit mittendrin in der Mailingspraxis.

Sprecher 2 Hallo Nicole! Hallo Jona.

Sprecher 1 Nicole, erklär mir doch mal dieses Papier-Fundraising. Nee, vorher vielleicht erstmal zu dir. Wie bist du denn in diesen Fundraising-Topf gefallen?

Sprecher 2 Ich bin eigentlich in der Bildungsarbeit groß geworden und dann hat sich vor vier Jahren die Möglichkeit gegeben, die Abteilung zu wechseln. Und ich fand es immer ganz spannend, irgendwas zu machen, was man mess kann. Und so bin ich dann in die Spenderkommunikation gekommen. Und weil die jemanden gesucht haben, jemanden, der das Maskengeschäft machen kann. Also genau die Mailings und ich mich da ganz gut drin gesehen habe, war das ein schöner interner Wechsel.

Sprecher 1 Etwas, was man messen kann, ist nicht der Klassiker im Bildungsbereich. Und wie bist du da in den Bildungsbereich reingerutscht? Also, Adweniat stand vor deiner Tür und hat gesagt, komm zu uns oder. .

Sprecher 2 Ich hab. davor in Köln bei Zeitungen gearbeitet, als freie Mitarbeiterin.

Sprecher 1 Bist du Journalistin?

Sprecher 2 Ja, ich habe ehrlich gesagt so eine ganz Böse Ausbildung gemacht als in meiner PR-Agentur, also nicht mal so eine richtige Journalistin, sondern so eine PR-Journalistin. Und hab dann aber, weil mir Ja, dieses ehrliche Journalistengeschäft so ein bisschen gefehlt hat, habe ich dann bei der Kölnischen Rundschau gearbeitet. Aber letzten Endes habe ich dann doch gemerkt Es ist schön, ja, so eine feste, sichere Arbeit zu haben und nicht irgendwie jeden Monat oder jeden Tag neu gucken zu müssen, oh, finde ich ein spannendes Thema, wie viele Zeilen kriege ich gefüllt, wie viel Geld habe ich am Ende auf dem Konto. Und dann habe ich mich ein bisschen nach Stellen umgeschaut und habe gesehen Och, Advenia sucht jemanden für die Bildungsarbeit und so bin ich dann letzten Endes zu dem katholischen Hilfswerk gekommen.

Sprecher 1 Okay, du bist also aus der Bildungsarbeit rüber ins Fundraising und dann macht mal direkt irgendwie Mailing-Geschäft oder hast du dann eine Ausbildung, Querausbildung, Fundraising-Akademie, irgendwas ähnliches gemacht oder hattest du gute Kolleginnen und Kollegen, die dir in drei Wochen den Crashkurs gegeben haben und gesagt haben, so liebe Nicole, so ist mal Fundraiserin.

Sprecher 2 Ich hatte wirklich einen sehr, sehr guten Lehrer und das ist unser Abteilungsleiter in der Spenderkommunikation. Und am Anfang saß ich einfach ganz ja oft, also relativ viele Stunden, einfach in seinem Büro und er hat mir erst gesagt, Zeigt, wie er das macht, wie er Mailings schreibt, wie er vielleicht auch Reisen plant, was das Besondere an Mailings sind, im Gegensatz zu sonst irgendeinem Zeitungsartikel, was das Besondere an Dankbriefen ist.

Sprecher 1 Das darfst du mir nachher alles erklären.

Sprecher 2 Ja, ich habe am Anfang sehr viel gezogen, einfach sehr viel an neuem in mich aufgesogen und Dann habe ich Schritt für Schritt einfach selbst Sachen übernommen und habe einfach gemerkt, das ist meins. Ich habe da einfach Spaß dran. Sowohl was die Recherche angeht, Projekte zu suchen in Lateinamerika als auch die dann umzusetzen in einem Mailing, alleine oder mit Dienstleistern und am Ende zu messen, meine Lieblingsbeschäftigung, wie so ein Mailing dann auch wirklich funktioniert hat. Also ich wurde einfach Gut begleitet.

Sprecher 1 Okay, du bist da so reingerutscht. Jetzt hast du eine Begeisterung dafür und ich verstehe es noch nicht. ganz und zwar nicht die Begeisterung, die finde ich total toll, sondern ich verstehe diesen Mailing-Bereich noch gar nicht so. Sagst du Mailings oder sagst du Direktmarketing?

Sprecher 2 Mailings sind ja nur ein Bereich von Direktmarketing und Dementsprechend, wenn ich die Spendenbriefe meine, dann spreche ich eigentlich von Mailings.

Sprecher 1 Und was ist Direktmarketing für dich noch alles?

Sprecher 2 Na, also für mich zählt auch unter Direktmarketing zum Beispiel die ein oder andere Telefoniemaßnahme, die wir hier machen. Also eigentlich alles, wo wir jemanden ansprechen, bei uns sind es halt die Spender oder die potenziellen Spender, ist sozusagen der Bitte Um Antwort bei uns die Spende. Also wo wir ganz explizit um die Spende fragen. Und Da fasse ich auch unsere Telefonmaßnahmen zusammen. Also darunter.

Sprecher 1 Direktmarketing ist sozusagen das offensive Marketing. Das ist nicht so subtil von wegen, ah, ihr könntet jetzt erstmal auf die Webseite und vielleicht könntet ihr da auch spenden, sondern ihr sagt Gebt uns das Geld, wir brauchen es, wir machen tolle Dinge damit.

Sprecher 2 Ja, also ich würde sogar irgendwie E-Mail machen unter Direktmarketing verstehen. Wenn ich eine E-Mail-Adresse von einem Spender habe und dem dann sage, lieber Herr Schmidt, wir haben hier ein ganz tolles Projekt, möchten Sie nicht dafür spenden, dann ist für mich das auch ein Bereich des Direktmarketings.

Sprecher 1 Weil ich spreche

Sprecher 2 ihn damit direkt an.

Sprecher 1 Da würde ich auch voll mitgehen. Es ist jetzt nicht die übliche Stellenbeschreibung. Also die meisten Menschen, bei denen Direktmarketing in der Stelle steht, die haben diesen Online-Teil ausgegliedert. Ich bin ja grundsätzlich eigentlich ein Fan davon, gar nicht von Online-Fundraising zu sprechen, sondern Online-Fundraising in die anderen Bereiche zu integrieren und dann wäre das da auch total dazu. Okay, wir bleiben jetzt erstmal bei den Mailings Und ich versuche mich da jetzt mal von außen zu nähern. Ich würde jetzt erstmal klären, wen schreiben wir denn überhaupt an, beziehungsweise woher kommen denn die Adressen für Menschen die wir anschreiben. Ich fange mal mit der rechtlichen Frage an. Im Online-Bereich brauchen wir immer Opt-ins, in Anführungszeichen Double-Opt-Ins und solche Sachen. Wie ist es bei euch, wenn ihr jetzt meine Adresse aus irgendwelchen Gründen bei euch in der Datenbank habt? Dürft ihr mich anschreiben?

Sprecher 2 Ja, das dürfen wir. Und das ist wirklich, also vielleicht auch noch ein bisschen eine Besonderheit von Mailings, dass wirklich diese postalische Ansprache rechtlich gesehen Ohne Opt-in funktioniert. Sie funktioniert nach dem Verfahren opt-out. Also man muss in seinem Spendenbrief die Möglichkeit anbieten, widerrufen zu können. Also, da steht dann so eine kleine Klausel im PS oder an der Seite, auf der Rückseite, wo auch immer, wo steht, wenn Sie keine Post von uns haben möchten. Dann wenden Sie sich bitte an uns. Also ja, es ist rechtlich möglich, ohne Opt-in Mailings zu verschicken

Sprecher 1 Ja, das ist jetzt der große Neid der Onliner.

Sprecher 2 Was ich aber vielleicht da noch ganz schön finde, weil ich finde, es gibt manchmal auch. Nicht nur irgendwie schwarz-weiß, also so nach dem Motto, entweder Post bekommt von der Organisation oder keine Post bekommt von der Organisation. Ich finde es immer total wichtig, dass man einfach die Interessen des Spenders im Blick behält und auch sagt, also wir fragen unsere Spender auch immer oder bieten das denen in der Widerrufsklausel auch an, dass sie die Post einschränken können. Weil es gibt so viele Leute, die auch einfach sagen, nee ihr Lieben, also fünfmal Post im Jahr, das ist uns einfach zu viel. Aber einmal Post im Jahr oder auch zweimal finden wir total gut.

Sprecher 1 Ihr verschickt fünfmal im Jahr?

Sprecher 2 Wir verschicken sechsmal im Jahr.

Sprecher 1 Okay. Na, das ist ja noch verhältnismäßig selten. Also ich glaube, die Organisationen, von denen ich es jetzt weiß, also mit denen ich mal zusammengearbeitet habe, da ist der Rekord bei 16 Mal im Jahr. Und ich kenne schon viele, die so zehnmal im Jahr verschicken.

Sprecher 2 Ja, wir sind erst seit letztem Jahr bei sechsmal im Jahr und haben uns kontinuierlich in den letzten Jahren So ein bisschen gesteigert. Also, wir waren noch vor ein paar Jahren, also ich glaube, 2011 kam unser drittes Mailing erst. dazu. Also wir sind wirklich sehr moderat, also sozusagen, im Mailing verschicken. Aber ich glaube auch, dass das in unserer Zielgruppe liegt. Also unser Ziel ist ja nicht Die zu befüllen, befüllen, befüllen und irgendwie nur Geld rauszuholen, sondern wir wollen auch immer noch einen wertschätzenden Dialog mit unseren Spendern haben.

Sprecher 1 Wir kennen das aus dem E-Mail-Bereich, wo wir auch ganz viel die Frage haben, wie häufig verschickt man die jetzt. Und die Erfahrung meistens ist. natürlich nicht ewig nach oben treibbar, aber häufiger schadet selten. . Dann gehen dann zwar die Responsequoten etwas zurück, aber die Gesamtresponsquote steigt dann häufig immer noch. Naja, nochmal kurz zum Opt-out. Ich habe da einen Begriff noch mit in meinem Kopf, der heißt Robinson-Liste. Robinson-Liste kommt, glaube ich, aus dem Marketing, ist so ein generelles Opt-out. Hat das für euch eine Relevanz?

Sprecher 2 Absolut. Also ich finde die Robinson-Liste total gut und total wichtig. Und an mich selbst muss ich gestehen auch da einfallen. Tragen lassen. Das ist eine Liste vom Deutschen Dialogmarketingverband. Und das ist sozusagen, kann man sich so als Blacklist vorstellen. Da kann man sich eintragen lassen, wenn man keine Dialogpost bekommen möchte, also keine Spendenbriefe bekommen möchte. Und wenn wir jetzt zum Beispiel, aber das machen alle anderen seriösen Organisationen genauso, Adressen, Fremdagressen einmalig anmieten Um ein Mailing zu verschicken. Dann findet immer ein Abgleich mit dieser Robinson-Liste statt, also mit dieser negativen Liste. Und diese Adressen fallen dann einfach aus diesem Adressbestand raus und werden nicht angeschrieben.

Sprecher 1 Okay, aber das macht ihr bei der Hausliste nicht.

Sprecher 2 Bei der Hausliste findet so kein Abgleich mit der Robinson-Liste statt. Also es steht ja immer eine Widerrufsformulierung unten in jedem Mailing, sodass dann einfach unsere Spender uns telefonisch kontaktieren, wenn sie dann sagen, wir möchten weniger Post oder wir möchten gar keine Post.

Sprecher 1 Jetzt hast du gesagt, ihr kauft manchmal Adressen. Also ich Geht dementsprechend davon aus, ihr habt unterschiedliche Formen von Adressen. Ich glaube, die einfachste Form der Adresse sind die Spenderinnen und Spender selber. Also jemand, der euch schon mal Geld gegeben hat und dessen Adresse ihr habt, die werden Mailings bekommen, vermute ich.

Sprecher 2 Richtig, also jedenfalls, wenn wir die vollständige Adresse haben. Also wir haben auch immer wieder den Fall, dass bei einer Überweisung oder auch bei einer Onlinespende nicht die komplette Adresse übermittelt wird. sodass diejenigen dann natürlich auch keinen Spendentrief von uns bekommen können. Aber wenn uns die vollständige Adresse vorliegt, dann nutzen wir auch die Adresse Für einen Spendenbrief. Aber wir nutzen die Adresse nicht für jeden Spendenbrief. Also wenn ich vorhin gesagt habe, wir haben sechs Mailings im Jahr, dann gibt es nur ein Mailing und das ist nämlich unser Weihnachts-Mailing, in dem wirklich Alle unsere Spender mit einem Mailing beglückt werden. Ansonsten selektieren wir einfach sehr, sehr genau. Also das liegt sowohl an der Spendenhöhe, das liegt auch am Spendenrhythmus des Spenders, also ob der jetzt auch sozusagen von uns schon vorgegeben, ob der einmal im Jahr Post bekommt, zweimal, dreimal oder doch zu den recht engen Advine-Spendern gehört, sodass er dann auch wirklich sechsmal im Jahr Post bekommt.

Sprecher 1 Macht ihr zu den eigenen Spenderinnen und Spendern auch noch eigene Adresssammlungen? Also keine Ahnung, wenn ich jetzt an… einer Aktion von euch teilnehme, wenn ich zu einem physischen Event komme oder so. Habt ihr da noch Adresssammlungen, die ihr dann danach bemält? Also so eine Form von Warm-Akquise?

Sprecher 2 Ach, leider ehrlich gesagt noch nicht. Ich würde mir das wünschen für die E-Mail-Generierung, im Hinblick, dass wir mal einfach ein E-Mailing hinbekommen, um Wirklich Spender bei Veranstaltungen zu fragen, können wir ihre Adresse einfach beschicken mit einem E-Mail. Für den postalischen Auswand machen wir das wirklich dich. Unsere Quellen sind da, unsere eigenen Bestandsadressen, wie du schon gesagt hast, und wirklich die Nicht gekauft, das darf man nicht sagen, sondern einmalig angemieteten Adressen vom Fremdlist-Mailing, das wir einmal im Jahr verschicken. wirklich an einmalig angemietete Adressen und daraus kommen dann auch immer wieder neue Adressen dann in den eigenen Bestandspol dazu.

Sprecher 1 Das musst du mir gleich nochmal genauer erklären. Also ihr mietet Adressen. Was heißt mieten? Bekommt ihr da eine Excel-Liste mit einer Zeitschaltuhr dran oder was bedeutet, ich kann Adressen mieten?

Sprecher 2 Ich finde das Bild ehrlich gesagt ganz gelungen.

Sprecher 1 Mit Selbstzerstörungsmechanismus.

Sprecher 2 Ja, weil wir kennen die Adressen nicht. Die sind uns nicht bekannt. Wir sehen die Adressen nicht. Die sind sozusagen. Ja, für uns nicht sichtbar. Wir mieten Adressen an und wenn eine dieser Adressen bei uns gespendet hat, dann wird sie für uns sichtbar. Und wir können die in unseren Adressbestand mit aufnehmen. Diejenigen aber, die nicht darauf reagieren die das fremdes Mailing wegwerfen oder die auch einfach nicht darauf spenden. Die sind uns weiterhin namentlich nicht bekannt.

Sprecher 1 Das heißt, ihr kauft irgendwo eine Liste, da müssen wir auch kurz nochmal drüber reden. Und die Liste geht gar nicht direkt an euch, sondern die geht dann direkt an den Lettershop, einen Dienstleister, der irgendwie muss ja die Adresse auf das Mailing draufkommen. Irgendwer muss also die Adresse irgendwann auch mal sehen. Richtig. der das Ganze konfektioniert und bei euch kommt die gar nicht erst drauf.

Sprecher 2 Genau, also die gehört nicht uns. Also wir haben die nicht. bei uns sozusagen physisch wahrnehmbar, reell, bei uns im Haus, bei uns in der Geschäftsstelle. Und angemietet kann die werden einfach von verschiedenen Listen Broker. Da gibt es einfach relativ große Player auf dem deutschen Markt, ob das jetzt AZ ist, dann gibt es kleinere, die ihre so ihre Listchen haben. Und die man buchen kann oder einmalig anmieten. Das ist so die korrekte Formulierung.

Sprecher 1 Okay, und woher haben die diese Listchen?

Sprecher 2 Ja, das ehrlich gesagt, das sind einerseits, also die großen Player, das sind Haushaltsadressen. Die werden ges Also, das sind einfach Haushaltsadressen, wo man einen Filter drüberlegen kann.

Sprecher 1 Also Adveniat hat zum Beispiel den Filter.

Sprecher 2 Für uns ist es entscheidend, dass wir ein katholisch-affines Publikum anschreiben. Und dieses Merkmal katholisch Gibt es aber nicht bei Haushaltsadressen. Also keiner kann dir sagen, das ist eine katholische Adresse und das ist eine evangelische Adresse. Oder das ist eine atheistische Adresse. Diese Info gibt es nicht. Wir haben uns dann darüber angenähert, dass wir sagen, okay, es gibt einfach Postleitzahlengebiete, in denen mehr Katholiken sind Und weniger Katholiken. Das wissen wir. Diese Informationen gibt es. Und über diese Information haben wir für uns selbst eine Postleitzahlen-Optimierung, sage ich mal, entwickelt. Und das wird auf die Haushaltsadressen drüber gelegt. Und wer dann sozusagen aus diesem Sieb noch herausfällt, das sind potenziell wirtschaftlich einsetzbare Neuspenderadressen, die wir anschreiben können oder wollen. Und dann ist es einfach eine Abwägung, wie viel Budget steht zur Verfügung, wie viele Adressen will man anschreiben, welche nehme ich?

Sprecher 1 Okay. Wenn ich jetzt von euch sowas bekomme, ihr habt meine Liste irgendwo gemietet und ich sage euch jetzt, ich möchte von euch aber nichts mehr bekommen. In dem Moment müsst ihr meine Adresse speichern. Richtig. Das ist eine der schönen Paradoxien des Datenschutzes, aber ihr habt vorher meine Adresse nicht und wenn ich sicherstellen will, dass ich nicht nochmal von euch was bekomme. Müsst ihr meine Adresse speichern oder ich muss mich an die Robinson-Liste wenden?

Sprecher 2 Die beiden Möglichkeiten gibt es. Ich bitte auch immer Also diejenigen nochmal Kontakt mit dem List Broker aufzunehmen. Also wir verweisen natürlich in jedem Fremdlist-Mailing, woher die Adresse stammt. Dazu sind wir auch rechtlich verpflichtet. Also es ist ja keine Adresse, die uns gehört, sondern wenn ich jetzt sage, ein großer Player ist da zum Beispiel AZ, dann weiß ich Also sozusagen, und das sieht auch schon der Spender bei dem Mailing, dass die Adresse von AZ stammt. Und er kann sich entweder an uns wenden, dann nehme ich ihn auf, wie du gesagt hast, und sperre ihn für uns Uns, dann bekommt er keine Post mehr von Advenyat. Ich bitte aber auch immer, den, der die Post bekommen hat, sich nochmal bei AZ zu melden, dass Sie entsperren können bei dieser Liste. Also die Möglichkeit gibt es auch. Und die Robinson-Liste, die würde ich einfach jedem empfehlen, der kein Spendenmailing bekommen möchte.

Sprecher 1 Ja, und auch keinen anderen. Postwerbung.

Sprecher 2 Genau und auch keine andere Werbung.

Sprecher 1 Oder also personalisiert, weil nicht personalisiert ist ja dann immer am Briefkasten.

Sprecher 2 Richtig.

Sprecher 1 Jetzt haben wir Leute, denen wir was schreiben. Macht man da eine Tausende-Auflage, macht man da eine Zehntausende Auflage, macht man da eine Hunderttausende Auflage? Also ich weiß. So groß wie noch irgendwie möglich, wenn man es sich leisten kann. Das wird auch unterschiedlich sein, ob ihr das macht, ob Rot für die Welt das macht, ob wer auch immer das macht. Das sind aber schon größere Auflagen vermute ich.

Sprecher 2 Also es hängt total wirklich an der Organisation. Wenn ich jetzt irgendwie mir hier so einen Kirchenkreis vorstelle oder wenn unsere Kirchengemeinde. . für das Dach sammelt, die haben letztens auch ein Mailing gemacht, aber das Mailing ist dann nicht, wie ich sozusagen im Massengeschäft oder im Direktmarketing ein Mailing verstehe. Also So jetzt ein klassisches Mailing, wenn wir vom Massenmarketing, vom Direktmarketing ausgehen. Ich finde, dann reden wir von mehreren tausend zumindest. Dann läuft es nämlich auch als Dialogpost. Wir sprechen hier bei einem Mailing. Von der Maßnahme für die Masse. Wenn ich als Zielgruppe nur 5 oder 10 oder vielleicht 20 habe Dann würde ich meistens zum Telefon greifen oder die vielleicht sogar besuchen. Wenn wir aber von so einer Masse reden, und das sind dann tausende. Bei uns sind das aber, also bei uns geht das auch in den sechsstelligen Bereich. Dann bietet sich einfach dieser Spendenbrief enorm an, weil er ist kostengünstig. Er ist einfach total leicht reproduzierbar auf die Masse und sehr leicht verteilbar.

Sprecher 1 Was kostet Porto in so einem Dialogpost-Verfahren? Das kostet dann nicht die vollen 80 Cent, bei denen wir jetzt gerade sind.

Sprecher 2 Das stimmt. Also es hängt immer noch ab, ob wir. unter oder über 20 Gramm sozusagen bei dem Brief sind.

Sprecher 1 Das sind dann immer diese Fundraiserinnen und Pfäsergeschichten, die man immer überall hört und dann haben wir hier noch ein Gramm eingespart, damit wir 19,8 Gramm. Finde ich witzig.

Sprecher 2 Ja, und das ist die Realität, muss man sagen. Aber generell kannst du schon so mit 30 Cent. rechnen und man muss auch sagen, dass das fast der größte Button ist an Kosten, also das Porto, was für so ein Mailing draufgeht. Weil alles, was wir sonst noch haben, Produktionskosten, Kreation Der kommst du auch ungefähr so auf 20 bis 30 Cent. Also mit Papier. Also, da ist schon das Porto eigentlich mit das teuerste.

Sprecher 1 Okay. Gut, jetzt haben wir Adressen. Wir wissen, wir wollen über die 2000 kommen, wir wollen unter 20 Gramm bleiben und jetzt müssen wir irgendwie so ein Mailing schreiben. Ziel des Mailings ist es, eine Spende zu bekommen. Das haben wir ja vorhin geklärt, Dialog Marketing. Wir wollen da schon ein bisschen aktiver fragen, was muss ich denn machen, damit ich durch den Brief eine Spende bekomme.

Sprecher 2 Ich glaube, du musst berühren können, ehrlich gesagt. Man sagt heute immer so schön, du musst Storytelling betreiben, also du musst eine Geschichte erzählen. Aber ich glaube, die Frage kann sich jeder Einzelne selbst beantworten. Wann würde man denn selbst eine Spende geben? Und wann würde man was teilen wollen? Wenn mich irgendwas abholt, wo ich jetzt bin, mich berührt Und ich vielleicht sogar denke, ich kann was bewegen.

Sprecher 1 Das ist ja allgemein im Fundraising, würde ich jetzt mal sagen, das Wichtigste. Ich muss jemanden davon überzeugen können. dass er mit der Spende, sie mit der Spende die Welt ein Stück besser macht. Also was verändert da draußen in der Welt. Ich hätte jetzt so aus meiner Onliner-Perspektive. Erste Frage, wie bekomme ich die Menschen dazu, den Brief überhaupt zu öffnen? . Also klassische Öffnungsrate, es kommt jetzt aus dem E-Mailing-Geschäft natürlich, aber das wird. Wird es bei euch auch geben, oder? Also ich drucke irgendwas draußen drauf, ich habe irgendwelche Glassichtfenster, damit ich reingucken kann. Ich habe schöne Briefmarken, also nein, wir haben keine Briefmarken, wir haben Stempel, aber spielt das eine Rolle?

Sprecher 2 Es spielt eine total große Rolle, ehrlich gesagt. Und ich finde, da muss es dann immer wieder zur Organisation passen. Also und halt zur Zielgruppe, die ich erreichen will. Bei uns, wir haben ja schon so einen Durchschnittsspender, jetzt muss ich kurz hüsteln, von fast, also nein, von über 71 Jahren. Durchschnittsspender. Und dann darf das nicht so verspielt sein, der Umschlag, sondern wir gehen raus mit einer sehr klassischen Anmutung. Ich finde, also. . Wir spielen da auch nicht. . Wir haben da jetzt auch nicht irgendwie viel Varianz drin in unserer Darstellung. Was es schon sein muss, es muss der Absender direkt auf dem ersten Blick klar sein. Also von wem kommt das? Da würde ich immer darauf achten. Ich finde es auch wichtig, dass auf der Rückseite einfach ganz seriös klar steht, okay, wer ist der Geschäftsführer, was für eine Organisation? Also ganz normal, wie es bei einem Brief auch ist, den man privat verschickt. Der Absender muss klar sein. Dann muss es einfach zum Spendenzweck passen. Also ich weiß, dass in der Nothilfe zum Beispiel ganz oft irgendwie noch so ein großer Button oder eine große Schrift obendrauf gedrückt wird, so wichtig. Bitte helfen Sie jetzt, Ihre Hilfe wichtiger denn je. Ich glaube, wenn das ein Katastrophenfall ist. Ja, dann ist es logisch und konsequent. Ich glaube, dass es da kein Alltagsrezept gibt. Aber ich würde die Wirkung von einem Umschlag nicht unterschätzen. Also weil, wenn jemand den Umschlag nicht öffnet, dann kommt er auch nicht zu noch so schön gestalteten Flyer und zu einem noch so gut getexteten Brief.

Sprecher 1 Aber ihr könnt es nicht messen, oder? Gibt es Möglichkeiten zu messen, wie viele Menschen den Brief öffnen? Also, ne, jetzt kommen wir wieder. Du magst messen, ich mag messen. Digital kann ich wissen, wie viele Menschen so eine E-Mail geöffnet haben. Ist beim Papier schwierig.

Sprecher 2 Leider. Also, ja, wirklich. Also es gibt ja annäherungsweise Tests, dass ich weiß, okay, wie ist der Lesefluss beim Brief, was für eine Bedeutung hat die PS? Zeile, was für eine Bedeutung hat irgendwie eine Head, aber wie viele das wirklich den Umschlag öffnen, ihn dann wegschmeißen, den Brief, wie viele ihn direkt wegwerfen, das können wir nicht messen.

Sprecher 1 Also ich öffne den Brief und in dem Brief finde ich jetzt in der Regel, ich kriege ja doch auch eine ganz schöne Menge von Mailings aus mir unerklärlichen Gründen, obwohl ich ja noch jung bin. Aber Kann man sagen, es gibt vier Sachen in diesem Brief. Ein Brief, ein Flyer, ein Überweisungsträger und ein Incentive. Sind das so grob, die vier?

Sprecher 2 Ich bin großer Fan von einem Mailing bei uns und das besteht nur aus einem Anschreiben und einem Überweisungsträger. Weil vielleicht reicht es ja sogar schon. Also ich glaube auch hier wieder, es macht total Sinn, sich Gedanken zu machen, für wen mache ich das. Denn gerade. Und das kann auch manchmal für jemanden, der schon sehr stark an die Organisation gebunden ist, und wenn ich eine exklusive Ansprache habe, dann ist vielleicht gerade das Besondere. Dass ich sonst nichts da drin habe, sondern nur das Anschreiben und ganz klangloser, sanfter, unaufgeregter Überweisungsk. Ja, da müssen keine fetten Spendenbeispiele vielleicht dran sein, keine bunten Bobbels, sondern vielleicht einfach so, wie ein Brief aussieht. Mehr oder weniger, wie ich den meiner Oma schicken würde. Also so jetzt, also ne, ich überspitze das jetzt, da würde ich jetzt keinen Überweisungsträger mitschicken. Aber es kann auch einmal vielleicht auch Ganz unaufgeregt und gar nicht so designt sein. Also das meine ich eher dabei.

Sprecher 1 Aber Basis ist ein Brief. Ich habe erstmal einen Brief und in dem Brief muss ich irgendwie darauf hinleiten. dass die Leute spenden. Was muss ich bei so einem Brief bedenken? Ist der immer einseitig? Ist der zweiseitig? Habe ich fünf Seiten? Habe ich da feste Vorgaben? Gut, ich muss unter 20 Gramm bleiben.

Sprecher 2 Du darfst auch über 20 gehen. Also das ändert ja nur das Porto. Aber da gibt es jetzt keine No-Go’s oder Go’s. Also die meisten verschicken ihre Spendenbriefe doch noch im DIN-Lang-Format. Wenn man aber auffallen will, dann macht man das vielleicht auch gerade nicht. Und es gibt auch letztens, was war denn das? Da habe ich mal eine erste Spende gemacht. Auch bei einer anderen Organisation und dann habe ich ein Neuspender-Willkommenspaket in so einem quadratischen Format bekommen. Fand ich super Da war auch das Anschreiben ein bisschen länger, also nicht nur eine Seite.

Sprecher 1 Also da hat man Spielraum, will ich damit sagen.

Sprecher 2 Das klassische Und wirklich das klassische Anschreiben hat immer ein bis zwei Seiten. In der Regel, wenn zwei Seiten sind, sind die auch doppelt bedruckt, also vorne und Rückseite und nicht zwei Einzelseiten. Das hat dann wahrscheinlich auch wieder was mit dem Porsche. Aber es wird auch gespielt sozusagen. Also was für ein Grammpapier nimmt man denn? Was für eine Grammatur hat man? Soll das ein bisschen dicker sein? Soll das eher glänzend sein? Ist es eher eine Schreibschrift, die man nimmt? Was für eine Typo nimmt man? Fettet man bestimmte Aussagen, unterstreicht man manche Aussagen? Also da werden dann die Dialogmarketing, Menschen dürfen kreativ werden.

Sprecher 1 Und dann schreiben wir da jetzt irgendeinen Text und spielt der Text eine Rolle oder geht es nur darum, dass die Leute, ach, die Organisation mal wieder und den Text ja eh nicht lesen, sondern nur gucken, das passt mir alles so grob, da sind nette Bildchen drauf. Und dann gehe ich zur Spende.

Sprecher 2 Das ist jetzt, glaube ich, meine Antwort ist jetzt ein bisschen böse, was ich sage, weil ich glaube, da teilt sich die Menschheit. Ich glaube, für manche Spender spielt es wirklich gar nicht so eine große Rolle, was da drin steht. Weil sie seit Jahren eng verbunden mit dieser Organisation sind. Und sie wissen schon, die machen eine gute Arbeit. Diese Meinung haben sie. Und ob da jetzt Ich weiß es nicht. Ein Straßenkind mit neun Jahren vorgestellt wird, was in einem Heim von der Ordensgemeinschaft jetzt was warmes zu essen bekommt oder es halt doch das Internat vorgestellt wird auf dem Land, wo Schülern geholfen wird. Das ist dann gar nicht so wichtig. Es gibt aber genau die andere Hälfte, den es glaube ich total wichtig ist, um was das es geht, weil sie im Kopf haben, was sie unterstützen wollen. Und vielleicht wollen sie ja keine Ordensschwestern unterstützen, zum Beispiel. Aber sie wollen ganz gerne sich für die Bildung für Kinder und Jugendlichen stark machen. Also ich glaube, man kann das nicht generell sagen. Teils spielt der Inhalt eine sehr große Rolle, teils nicht.

Sprecher 1 Unterscheidet ihr da zwischen Neuspender und Bestandsspendern?

Sprecher 2 Ja, natürlich. Ich würde auf gar keinen Fall den gleichen Brief an Neuspender oder an Bestandsspender schicken, aber ich unterscheide sogar innerhalb der Bestandspenderschaft. Also ich bin der Meinung, dass auch Dauerspender anders ticken, als zum Beispiel bei uns reine Weihnachtsspender. Und dass sie auch ein bisschen eine andere Ansprache verdient haben. Das heißt nicht, dass der Brief komplett anders ist. Aber da ist schon mal der Einstieg anders oder die Abschlussformel.

Sprecher 1 Eine Abschlussformel. Was ist eine Abschlussformel?

Sprecher 2 Eine Abschlussformel kann, also ist bei uns sowas wie, ich wünsche Ihnen eine einen gesegneten Advent und allen, die ihnen nahestehen, Gesundheit und Gottes Segen.

Sprecher 1 Okay, also so ein netter Gruß zum Schluss.

Sprecher 2 Absolut.

Sprecher 1 Okay. Jetzt schreibt ihr da ja irgendwas rein. Woher kommen diese Projekte? Also ihr werdet ja eine recht vielfältige Arbeit haben, Latein-Amerika-Hilfswerk, da habt ihr ja irgendwie. . Zig Regionen, zig Länder, zig Projekte. Wie findest du jetzt ein Thema, was sich gut für Mailings eignet? Weil ihr werdet ja mehr als sechs Projekte im Jahr haben, die eure Unterstützung finden.

Sprecher 2 Ja, da sprichst du ehrlich gesagt eine ziemliche Baustelle an. Nein, Baustelle klingt so negativ, aber schon ein Thema, mit dem ich oft zu kämpfen habe. Wir haben pro Haushaltsjahr ungefähr so 2000 Projekte und

Sprecher 1 2000 Mailings wären ein bisschen viel im Jahr.

Sprecher 2 Ja, wohl wahr, wohl wahr. Aber auch 200. Ich habe am Anfang gedacht, ich kann. doch super einfach zu unseren Projektreferenten gehen und sagen, ach lieber XY, . Ich brauche da jetzt einfach mal ein spannendes Projekt, was ich einem Spender vorstellen kann. Und da habe ich sehr, sehr schnell gemerkt, dass unsere Blickwinkel einfach so verschieden sind. Mancher Länderreferent sagt dann, du, ich habe also ein fantastisches Zentrum für interkulturelle Pastoral. Da treffen sich einmal im Jahr verschiedene indigene Gemeinschaften und die tauschen sich aus zu ganz verschiedenen Themen. Und da geht es darum, wie sie Gottesdienst auch in der Gemeinde feiern, zum Beispiel. Und dann denke ich so, puh, okay, und was für Bilder? Also Finde ich denn da? Ja, naja, dann gibt es da vielleicht ein Bild, wo die gemeinsam in einem Raum sitzen und einer was erzählt und die anderen zuhören. Und das ist dünn für ein Mailing. Also wir haben momentan in der Regel Formate, wo ich schon so um die zwölf Fotos benötige. Und wenn ich dann ein Projekt habe was zu verkopft ist, sag ich mal, was Bewusstseinsarbeit ist, dann kriege ich das nicht gut in den Mailing umgesetzt. Deshalb bin ich dazu übergegangen, selbst einfach Projekte zu durchforsten und suchen. Das heißt, ich bin wirklich. fiel in der Projektdatenbank bei uns unterwegs, mache eine Schlagwortsuche und suche mir Projekte selbst raus

Sprecher 1 Nach welchen Anforderungen? Also was macht für dich ein gutes Fundraising-Projekt aus?

Sprecher 2 Naja, ich schaue vor allem danach, dass das Projekt, was ich finde. Dass das abbildbar sein kann, dass ich Menschen in Aktivität dort abbilden könnte. Es muss ein Land sein, das ich bereisen kann, weil ich muss ja irgendwie auch an das Material kommen. muss ein Projekt sein, wo ich verschiedene Facetten aufzeigen kann. Also oftmals suche ich ein Projekt, wo ich irgendwo auch den Bildungsaspekt sehe oder oder den darstellen kann. Weil das ist ein Thema, das haben wir einfach stark in der Projektförderung bei uns drin. Und das ist auch ein Thema, was unsere Spender anspricht.

Sprecher 1 Also sozusagen gute Beispielprojekte eurer Arbeit.

Sprecher 2 Ja, und Beispielprojekte, wo ich denke, die kann ich einerseits gut darstellen und ich glaube, dass es einen Markt dafür in Deutschland gibt. Projekte, die mich vielleicht auch selbst ein bisschen berühren. Und ich weiß zum Beispiel, also es ist genauso total wichtig, dass Priester ausgebildet werden in Lateinamerika, weil ja, auch dort haben wir entscheidenden Priestermangel. Aber das ist ein Bereich, wo ich hier nur eine Kernzielgruppe damit begeistern kann. Wenn ich ein Neuspender-Mailing an, sagen wir mal, eine eine Million Adressen zum Thema Priesterausbildung machen würde. Dann möchte ich meinen Job nicht mehr lange haben. Nein, also dann werde ich ihn auch nicht mehr lange haben, weil der Streuverlust viel zu enorm ist. Da ist der Markt hier nicht in Deutschland da.

Sprecher 1 Und wenn du so ein Projekt hast, schaust du dann, dass du das ganze Projekt vorstellst oder bekommt ihr da Einzelgeschichten raus oder also spende ich dann für einzelnes Kind beispielhaft, das hier in die Schule geht und so weiter und so fort. Also versucht ihr das möglichst weit runterzubrechen oder ähnelt das so ein bisschen

Sprecher 2 Also jedes Projekt, was ich vorher ausgesucht habe, bespreche ich mit den Ländereferenten und trete dann in Kontakt mit unseren Projektpartnern in Lateinamerika. Und dann besuchen wir das Projekt vor Ort mit einem Journalistenteam, mit einem Fotografen und mit einem Journalisten oder lassen das besuchen.

Sprecher 1 Wollte ich gerade sagen, besuchen heißt, du darfst die ganzen sechs Projekte im Jahr besuchen.

Sprecher 2 Ich dürfte auch diese Projekte besuchen, ja. Also natürlich dann halt auch alle zusammen. Ich darf jetzt nicht sechsmal hintereinander nach Lateinamerika reisen, sondern es ist ja kein Urlaub. Also das ist dann eine Recherchereise. Und dann heißt es auch wirklich, dass wenn ich solche Projekte raussuche, ich auch gucke, dass die räumlich sehr nah sind, also dass wir zum Beispiel drei oder vier Projekte Projekte in Bolivien haben und dann noch in den Nachbarland kurz rüberfahren können mit dem Wagen und dann noch zwei weitere Projekte besuchen können. Ja? Das ist so. Aber deine Frage ging ja noch in ein bisschen andere Richtung, nämlich wo habt ihr da euren Fokus drauf? Und ich muss dir sagen Manchmal weiß ich das im Vorhinein selber nicht, weil wir müssen ja gucken, was wir dort vor Ort antreffen. Weil eine Projektvorlage kann noch so schön und theoretisch sein. Wie ist die Realität Vor Ort. Und wir versuchen, das abzubilden, was da vor Ort passiert. Und mit ganz vielen Leuten zu sprechen, sowohl mit unseren Projektpartnern vor Ort, aber auch mit den Begünstigten. Also wenn wir jetzt eine Schülerin haben die durch die Hilfe von Advenyad, durch ein Stipendium, auch wirklich danach an die Uni gehen kann, ja, dann versuchen wir uns mit der zu unterhalten und ihre Geschichte zu erzählen.

Sprecher 1 Okay, spannend. Dann stellt ihr das Ganze dar. Gibt es da Leitlinien, Vorgaben? Es gibt, glaube ich, vom DZI ein paar Vorgaben, dass das nicht zu tränendrüsig sein darf, beziehungsweise keinen zu starken Spendendruck aufbauen darf. Habt ihr das DZI-Siegel, habt ihr diese Vorgaben oder sind die eh irrelevant, weil ihr gar nicht in diese Intensität sozusagen reinkommt, da jetzt wenig mit. direkt Hunger vor Ort macht und sowas.

Sprecher 2 DZI ist leitend für uns. Und also da kann ich aber glaube ich auch für alle großen Organisationen, gerade bei uns im kirchlichen Umfeld sprechen. Ich finde das total wichtig, aber das hat jetzt generell nicht auch was mit Adwinia zu tun, sondern ich glaube einfach, wenn man als Fundraiser unterwegs ist Es geht darum, jetzt nicht Leute zu überreden und unter Druck zu setzen, zu spenden, sondern unser Ziel ist es wirklich, dort also aufzuzeigen, wie die Situation vor Ort ist und zu informieren. Und auch nichts irgendwie. . Also da jetzt nachzustellen oder darzustellen, also wir kämen da jetzt nicht auf die Idee, in eine Hütte reinzugehen und zu sagen Das sieht uns ja aber ein bisschen sauber aus. Also jetzt machen wir es erstmal ein bisschen dreckiger, dass in Deutschland auch gesehen wird, boah, den Leuten geht es da richtig schlecht. Also was wäre das denn für eine Arbeit? Was wäre das für eine Art und Weise? Also für mich, als ich die DZI-Leitlinien gelesen habe, als ich euch ins Fundraising kam, habe ich gedacht, ja klar. Ist doch selbstverständlich. Also ich finde, es hat, also wenn man seinen Job wirklich ernst machen will und ernst. meint und bei einem Hilfswerk dafür sorgt oder sorgen soll, dass es Menschen in Lateinamerika, dass denen geholfen wird, sozusagen. Und aber auch die Menschen hier in Deutschland erfahren, wie die Situation vor Ort ist. Dann berichtet man einfach und ist ehrlich und geradlinig. Also das ist doch einfach nur ein richtiges und ehrliches Miteinander. Und das wird das Leben, finde ich, selbstverständlich. Und das formuliert halt DZI noch so ein bisschen in seinen Vorgaben. Ich finde, das ist einfach nur selbstverständlich.

Sprecher 1 Okay, gut. Jetzt haben wir den Brief. Wir müssen gleich nochmal über den Überweisungsträger reden. Und jetzt liegen da manchmal noch andere Dinger dabei, sogenannte Beilagen, Incentives. Geschenkchen, die ja manchmal Adressaufkleber sind, manchmal irgendwie Teelichter, manchmal, habe ich auch schon gesehen, geflochtenes Bändchen. Also da gibt es ja eine ganze Vielzahl. Warum macht man sowas?

Sprecher 2 Es erhöht den Response. Also, das ist ganz klar. Also, oder das sind so die Erfahrungswerte. Wenn man was beilegt, Geschenken. Dann fühlen sich auch einige und gar nicht so wenige verpflichtet, so oh nein, jetzt habe ich ja was geschenkt bekommen. Ah, jetzt muss ich da aber auch was schenken. Und schenken heißt in dem Fall spenden. Wir machen das nicht. Und wir haben uns auch bewusst dazu entschieden, es nicht zu machen. Und zwar, weil das unserer Meinung nach ein bisschen die Freiwilligkeit der Spende untergräbt. Also es ist vielleicht so ein bisschen, ich weiß es nicht, also ich vergleiche das manchmal so ein bisschen wie mit Blutspenden. Also manche gehen wirklich zum Blutspenden, weil es Geld gibt. Aber Ist das richtig und ist das auch langfristig?

Sprecher 1 Gut, aber ich könnte jetzt auch sagen, ich gehe zum Blutspenden und bekomme dann so einen schönen Rich Ich habe Blutgespendet-Sticker, kann damit stolz rausgehen, kann das erzählen, kann, wenn ich. . meinen Enkeln einen Brief schreibe, da hinten den Adresseaufkleber von meiner Organisation machen. Also das muss ja noch gar nicht gegenüber. Leistung sein, sozusagen, die Geldwert ist. Wenn wir von einem richtigen Geldwerten Bereich sprechen, dann wird es ja eh ein bisschen haarig.

Sprecher 2 Ja, aber guck mal, jetzt das Beispiel, was du gerade eben gebracht hast, Jona. Da hast du gesagt, ja, wenn ich dann jetzt irgendwie Blut gespendet habe, dann kriege ich irgendwie so einen Sticker. Richtig, du hast es gemacht, freiwillig, und hast danach ein Geschenk bekommen. So wie ich jetzt sagen würde, du hast bei uns gespendet und kriegst danach einen echt wertschätzenden Dankbrief. Das ist aber was anderes als ein Incentive. Ein Incentive kriegst du, dass du Blut spendest.

Sprecher 1 Ja, klar, das Incentiv ist, das sind dann die Rosenverkäufer und Rosenverkäuferinnen, die einem zuerst die Rose hinlegen und dann um eine großzügige Spende gegen die Rose. Bitten. . Anstatt einem die Rose direkt zu finden.

Sprecher 2 Nein, also ich möchte sagen, ich verflucht das nicht. Also ich verflucht das wirklich nicht. Und ich habe auch schon irgendwie. Kugelschreiber bekommen oder mal Postkarten, Sorgenpüppchen mal. Mal hatte ich irgendwie meine Partnentante hat einen großen Kranz mal geschickt bekommen, irgendwie als Incentive. Es ist einfach, also ich glaube, jede Organisation muss sich einfach entscheiden. Passt es zu deren Profil oder passt es nicht? Und es gibt einfach Spender, die darauf, auf Incentives sehr, sehr negativ reagieren. Also nach dem Motto Was gebt ihr denn das Geld jetzt aus, um mir einen Kugelschreiber zu schenken? Ich habe doch schon tausend Kugelschreiber, sage ich jetzt mal so ganz plakativ. Gebt doch das Geld lieber den Arm. Und das ist eine Abwägungssache. Es lohnt sich immer darüber nachzudenken und das abzuwägen. Und wir haben unsere Politik halt bisher sehr klar, wir machen es nicht. Auch wenn ich überzeugt davon wäre, dass wir gerade im Neuspenderbereich den Response damit erhöhen würden. Für mich stellt sich bei Incentives immer die Frage: Wenn ich hier bei einem Mailing, also jetzt zum Beispiel was beilege, lass es Ja, lassen, Schlüsselanhänger, Adresseaufkleber, was auch immer sein. Was ist denn, wenn das zweite Mailing kommt? Habe ich da keinen Erwartungsdruck irgendwie? Weil dann will ich ja eigentlich auch wieder ein Geschenk, oder?

Sprecher 1 Ja, aber also Geschenk ist ja auch nicht gleich Geschenk, also so Postkarte, Adressaufkleber, irgendwas ist ja jetzt vom Produktionswert. ähnlich hoch wie der Flyer selber oder die Broschüre, äh, das Anschreiben selber, während wir natürlich klar, wenn da jetzt irgendwie ein Rosenkranz beigelegt wird, Kugelschreiber und Co. Ich habe auch schon CDs mit drin gesehen, wie wir da in einem anderen Bereich sind. Dritte Sache, die da drin liegt in so einem Mailing, ist ein Überweisungsträger. muss ich wirklich mal den ganz naiven Onliner rauskehren lassen. Ich habe meinen Lebtag noch keinen Überweisungsträger ausgefüllt. Wie funktioniert ein Überweisungsträger? Schockiert. Also nein, also gar nicht.

Sprecher 2 Ich meine Wie funktioniert er? Also du hast sie schon mal gesehen, die Überweisungsträger, und was gerade im Mailinggeschäft total entscheidend ist und ich so wichtig finde, ist, dass man den Überweisungsträger einfach vorlasert. Und vorlasert heißt gerne schon mit dem Namen des Spenders, aber vor allem auch mit einer Codierung. Die dann später, wenn das dann bei der Spendenbuchhaltung, diese Spende gebucht wird. eindeutig zurückzuführen ist auf dieses Mailing.

Sprecher 1 Du bist mir jetzt schon zwei Schritte zu weit. Ich bin jetzt wirklich nochmal ganz, ganz naiv. Also ein Überweisungsträger ist eine Anweisung an die Bank, Geld von A nach B zu bewegen. Ist das richtig?

Sprecher 2 Ja.

Sprecher 1 Okay, also das ist so wie das, was ich beim Online-Banking ausfülle. Das heißt, da steht mein Absender drauf, da steht eine Empfängerorganisation drauf. Vermute ich muss es drunter schreiben. Genau, also jeweils die IBAN von beiden oder die Banknummer. Das füllt ihr auch schon voraus. Also die Empfänger auf jeden Fall füllt ja auch die Absender Bank, IBAN, was auch immer aus, wenn ihr die schon habt?

Sprecher 2 Ja. Also bei die im Mailing dabei sind. Da kann man den Namen sozusagen vorher einlesern, also tun wir auch. Aber das ist sozusagen also frei, was man da alles reinmacht. Wirklich entscheidend ist wirklich diese Diese Zweckkodierung. Wir lasern zum Beispiel noch nicht den Betrag ein.

Sprecher 1 Okay. Und jetzt fülle ich das aus, unterschreibe das. Was macht Eine normale Spenderin, ein normaler Spender mit diesem Überweisungsträger. Den muss ich irgendwie zur Bank bringen und die überweisen das dann?

Sprecher 2 Richtig. Ich muss den wirklich zur Bank bringen. Also es gibt bei Banken sozusagen, früher hat man das noch händisch an der Kasse abgegeben. Mittlerweile gibt es ja solche Geräte, wo man die Überweisungsträger einfach reinlegen kann. Die werden dann eingezogen. Dann werden die Daten, die auf dem Überweisungsträger sind, ausgelesen. Dann erscheinen die sozusagen auf dem Terminal. Man drückt noch einmal auf Bestätigen und dann ist sozusagen die Spende angewiesen.

Sprecher 1 Das ist also eine komplizierte Form des Online-Bankings.

Sprecher 2 Ich glaube ehrlich gesagt, für eine Zielgruppe, die doch ein bisschen älter ist als du. Ich glaube, die einfachste Form einer Spende, das ist ja immer so ein bisschen der Blickwinkel.

Sprecher 1 Okay. Ja, das ist ja immer wieder spannend. So, und dann habt ihr da jetzt die anfangende Organisation natürlich ordentlich drin. Den Betrag darf jeder selber ausfüllen. Und ihr habt einen kodierten Betreff da drin, in dem sozusagen die Datenbank-ID der Person und das Projekt steht. Oder was steht da grob?

Sprecher 2 Also bei uns steht da in der Regel so was Kryptisches wie irgendwie H207 oder sowas. Das ist wirklich einfach nur ein interner Code, sage ich mal, zusammen mit der Spender-ID. Die wird da auch noch eingefügt, dass wir einfach eine eindeutige Zuweisung machen können. Und die ist da eingelasert. Und dann kann man wirklich direkt zurückerfolgen, sobald die Spende eingelesen wird. Okay, woher kam der Spendenimpuls?

Sprecher 1 Und hat den großen Vorteil, ihr müsst nicht nochmal eine Adresse abfragen oder so, weil ihr das ja dann direkt mal im richtigen Datensatz verknüpfen könnt.

Sprecher 2 Absolut, genau. Also es ist einfach, also der Überweisungsträger ist für die Spendenbuchhaltung die einfachste Form sozusagen der Spende. Bei der Online-Spende zum Beispiel, da stöhen die Kollegen schon ein bisschen mehr, weil da immer noch ein bisschen händische Arbeit gemacht werden muss. Wenn das aber einfach durch den Überweisungsträger digital eingelesen werden kann und das dann zugeordnet wird, einer eindeutig Dann ist das kein Problem. Also, die müssen nur in Fällen eingreifen, wenn man irgendwas nicht richtig lesen kann auf dem Überweisungsträger.

Sprecher 1 Das gilt ja jetzt auch für die Spenden. Also sehr zu meinem Bedauern als Onliner hat der Überweisungsträger natürlich diese irre hohe Hürde, man muss irgendwie zur Bank gehen und dafür braucht man erstmal eine Bank, zu der man überhaupt gehen kann und all diese schönen Probleme. Aber im einfachsten Fall muss ich da ja eine Zahl reinschreiben und unterschreiben. Und alles andere ist ja schon vorausgefüllt. Das heißt, ich habe ja im. Im besten Fall relativ wenig Daten, die ich eingaben muss geben muss, wäre ich im Online-Fall ja fast immer meinen kompletten Datensatz eingeben muss, also sowohl Name, Adresse als auch eben. . Egal, ob jetzt PayPal, Kreditkarte oder Lastschrift, die Überweisungsdaten.

Sprecher 2 Ja, also da kennst du dich jetzt besser aus. Ich habe letztens irgendwie bei einer Organisation gesehen, dass die jetzt auch mit anonymen Spenden arbeiten, dass halt irgendwie der Eintrag ausgekommen. Aufwand dann von Spendern wahrscheinlich nicht so hoch ist.

Sprecher 1 Ja, gut, aber dafür habe ich dann gar keine Daten mehr. Und ihr habt ja sozusagen, darum geht es mir ja nur, dadurch, dass ihr das da rein kodiert habt und dadurch, dass ihr Teile vorausfüllen könnt, habt ihr ja die komplette Verknüpfung mit den Datensätzen.

Sprecher 2 Absolut, und das ist wirklich wertvoll. Also auch für eine zukünftige Selektion und alles.

Sprecher 1 Und dadurch könnt ihr jetzt auch wunderbar ROIs bemessen, weil ihr wisst, diese eine Maßnahme hat das und das gebracht. Ihr könnt es weitgehend singulär betrachten, weil die haben ja alle Post bekommen, sie haben idealerweise auch genau über diesen Weg gespendet. Und dann schaue ich einfach, wie viel habe ich eingenommen, wie viel habe ich ausgegeben und schreibe ROI davor. Oder macht ihr noch weiterführende Auswertungen.

Sprecher 2 Ja, ich finde den Blick auf die ROI ist gerade was im Fremdlesbereich angeht, ein bisschen zu kurz. Ich finde immer den Blick auf die Responserate auch total entscheidend. Ich schaue mir auch immer die Durchschnittsspender an. Finde ich auch.

Sprecher 1 Vielleicht nochmal. DOI, Return on Investment, wie viel habe ich ausgegeben, wie viel habe ich zurückbekommen. Response Rate, wie viel Prozent der Leute haben überhaupt gespendet?

Sprecher 2 Genau, richtig. Durchschnittsspender ist Selbstreden.

Sprecher 1 Warum findest du ROI alleine nicht aussagekräftig, wenn ich 50. 000 Euro ausgebe und nur 40. 000 Euro bekomme? Ist ja schlecht.

Sprecher 2 Ja, also kommt drauf an, ehrlich gesagt, also da ist auch die Sache, was ist mein Ziel sozusagen? Brauche ich immer ein positives Ergebnis. Ist mein Ziel immer ein positiver ROI oder habe ich andere Ziele? Also wenn ich jetzt zum Beispiel als Ziel habe, möglichst viele neue Spender zu gewinnen, dann ist es vielleicht für mich auch okay, ein ROI unter 1 zu haben. Also das sind dann einfach Abwägungen, die man für sich treffen muss.

Sprecher 1 Aber weil ich von einem Lifetime-Value ausgehe, also weil ich davon ausgehe, die Menschen, die einmal gespendet haben, die jetzt ja dann. . über Adressanmietungen zu meinem Adressbestand geworden sind, werden auf irgendeines der nächsten Mailings wahrscheinlich nochmal spenden, weil zumindest Lifetime-bezogen, also auf die Gesamtzeit, mit der ich Kontakt mit der Spendenperson habe, will ich ja positiv ein ROI haben. Also darum geht es ja beim Fundraising.

Sprecher 2 Genau.

Sprecher 1 Ja, ja, absolut, da hast du recht.

Sprecher 2 Aber noch zu deiner Frage, wieso mir der Blick auf ROI nicht ausreicht, ist Du hast jetzt gesagt, wir haben 220. 000 Euro auf ein Mailing bekommen. Und das ist total schön. Also so, und damit sind wir vielleicht auch bei einem positiven ROI. Wunderbar. Aber ich sehe Dass eine Spende von 200. 000 Euro reingekommen ist und eine von 20. 000. Also habe ich mit diesem Mailing nur zwei Spender erreicht. Das finde ich ehrlich gesagt, also hui hui hui. Wenn das so wäre, dann fände ich das ein relativ bescheidenes Mailing. Da müsste ich mir schon nochmal die Frage stellen, so, was war denn das für ein Mailing? Also und Haben die Großspender dann wirklich mailingbezogen gespendet oder war das jetzt Zufallstreffer? Aber deshalb reicht für mich der reine Blick auf ROI nicht. Weil ich immer im Blick haben muss, habe ich Großspenden da drin.

Sprecher 1 Okay, klar. Die ja dann auch einfach irgendwann jenseits der statistischen Signifikanz sind, wie jetzt bei deinem sehr radikalen Zwei-Personen-Beispiel. Das wäre ein sehr schlechtes Mailing. Aber gut. Jetzt ist das Geld bei euch. Also, ihr habt einen Brief rausgeschickt, es kam Geld zurück. Ich gehe mal davon aus, ihr seid zufrieden. Seid ihr dann fertig und verschickt in zwei Monaten das nächste? Oder was passiert dann?

Sprecher 2 Unsere Abendspender ist eine Fangfrage. Wir sind nur Geldscheffelmaschinen, nein Ich fühle mich ja, also irgendwie, seit ich irgendwie in dieser Spenderkommunikation bin und seitdem ich auch ab und an mal zum Hörer selbst greife und mit Spendern spreche, denke ich so. Ach Mensch, wir haben doch irgendwie alle irgendwie ein gemeinsames Ziel. Ihr Spender und ich Spendenzuständige dabei Adveniat. Und deshalb verschicken wir natürlich erst danach einen Dankbrief. Und teilweise greifen wir auch zum Hörer, wie ich gerade eben gesagt habe, und rufen selbst an und bedanken uns für die Spende. Ich finde das total wichtig. Und also eigentlich das Wichtigste überhaupt. Also eine Spende ist Oftmals auch keine Selbstverständlichkeit. Das muss man sich schon auch mal bewusst machen. Und wenn ich dann mitbekomme, ich habe jetzt gerade letztens, also hier vor zwei Tagen, mit einem 90-jährigen Spender telefoniert. Und er sagt zu mir: Ach Frau Rohrmann, Ich habe so eine kleine Rente, aber ich habe ihr Mailing bekommen und ich will den Menschen in Lateinamerika was geben Und ich habe ihnen 50 Euro sozusagen gerade eben überwiesen. Dann, also ich muss sagen, ich kriege da Gänsehaut. Also ich bin da. bin da so tief berührt und ich glaube man kann da nie oft genug Danke sagen, weil spenden ist keine Selbstverständlichkeit Und das ist verdammt wichtig. Also danke zu sagen.

Sprecher 1 Ja, da geht es ja auch ein bisschen um das Verständnis davon, was Fundraising ist. Ich habe gestern angepackt an eine Online-Spende. die Nachricht bekommen. Ich freue mich sehr, dass ich euch unterstützen darf. Ach, wie schön. Das ist doch schön. Ja, und zwar hört sich das jetzt natürlich ein bisschen platt an. Aber am Ende ist meine Definition von Fundraising, Menschen dabei zu helfen ihre Ziele, ihre Art, wie sie die Welt verbessern wollen, umzusetzen. Und eben eine Möglichkeit, das zu schaffen, ist in dem Fall dann Geld, aber das verpflichtet dann die Organisationen natürlich auch. mit dem Geld grob das zu tun, was die Spende sozusagen bewirken soll. Ob das jetzt mit der einzelnen 50 Euro Spende möglich ist, aber mit. dieser Form des Crowdfundings, des Fundraisings, bei dem wir ja Spenden von möglichst vielen Leuten bekommen, geht es ja schon darum, eine Veränderung hervorzurufen. die dieses Vertrauen sozusagen rechtfertigt. Du sagst, ihr schreibt jetzt Dankbriefe. Dankbrief heißt, sehr geehrter Herr Hölderle, vielen Dank für Ihre Spende. Oder was. Wie macht ihr das? Ist das auch ein Mailing? Ist das auch wieder Umschlag, Brief, schön gestaltet, Überweisungsträger dabei oder wie unterscheidet sich das?

Sprecher 2 Also es gibt Organisationen, die wirklich in einen Dankbrief noch einen Überweisungsträger mit reinlegen. Das machen wir nicht. Ich finde auch persönlich, dass der Dank ein Dank ist. Und nicht ein Dank mit einer zugehörigen Bitte. Also so, und so, so soll der auch ankommen. Und ob wir einen Dankbrief haben. Das habe ich ehrlich gesagt anfangs gedacht, als ich vor vier Jahren hier zum Fundraising gekommen bin. Ich so, ja, dann schicke ich einen Dankbrief raus. Und dann wurde ich gefragt, ja welchen Dankbrief denn von uns? Und ähm Also ich musste jetzt irgendwie lügen. Ich habe nicht die Zahl direkt im Kopf. Aber wir haben ganz sicher zwischen 40 und 50 verschiedenen DAG-Briefe. Und diese Dankbriefe werden mindestens einmal im Jahr neu geschrieben, weil es einfach einen Unterschied macht. Und also finde ich, für jemanden, der jetzt Ich bin wieder bei der Priesterpartnerschaft, der eine Priesterpartnerschaft abschließt oder für Frieden und Menschenrechte spendet oder für Kinder und Jugendliche. Wir haben ja diese verschiedenen Projekte und wir haben auch die ganz verschiedenen Projektpartner, die sich dafür einsetzen und die ja zu uns persönlich, also zu uns an Atwinjat, Bedanken die sich und dieser Dankbrief gibt mir die Möglichkeit, den Dank von unseren Projektpartnern aus Lateinamerika einmal zu übersetzen, vom Spanischen ins Deutsche, und den dann aber auch als O-Ton in den Dankbrief reinzuschreiben.

Sprecher 1 Also der ist sozusagen abhängig vom Projekt, vielleicht noch abhängig von der Höhe, vielleicht abhängig von der Frequenz. Also wenn ich jetzt auf Das sechste Projekt in Folgespende bekomme ich dann das gleiche.

Sprecher 2 Nee, genau, dann kriegst du das nicht.

Sprecher 1 Wenn ich dreimal aufselbe spende, was passiert dann?

Sprecher 2 Dann kriegst du drei verschiedene Dankbriefe.

Sprecher 1 Okay. Nicht schlecht. Also das sind ja ganz viele Cases. Und die gehen aber auch wieder, also das ist auch wieder Brief, der kostet mich aber diesmal mehr als 30 Cent, weil er keine 2000 Male gleich verschickt wird. Wahrscheinlich ärgerlich. Und geht dann sozusagen zurück an die Spenden und baut ein bisschen eine Form von Kommunikation auf.

Sprecher 2 Ich finde total ehrlich gesagt, also ich finde diesen Dankbrief, also man kann ihn nach von der Bedeutung her nicht unterschätzen. Und was wir schon machen, also Was ich total eine schöne Bestätigung fand, ich erzähle erst das, war, wir haben vor ein paar Jahren mal eine Spenderbefragung gemacht und 98 Prozent haben gesagt, sie finden unsere Dankbriefe in Frequenz und Art total toll. Und eine Spenderin hat sich mal bei mir gemeldet und hat gesagt, danke, dass Sie keinen Überweisungsträger beilegen. Und also das sind so schöne Momente irgendwie auch, wo ich denke, ach, ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg einfach.

Sprecher 1 Du würdest den Dankbrief jetzt schon als Bestandteil des Mailings sehen und nicht als irgendeine Anhängsel oder sowas.

Sprecher 2 Ich mache zu jedem eigenen Mailing, was wir machen, einen eigenen Dankbrief. Und ja. Für mich gehört er zu jeder Maßnahme dazu.

Sprecher 1 Ja, finde ich gut. Kriegen die dann nochmal was? Also, ich gehe jetzt davon aus, ich habe ein Kult-Mailing bekommen, also eine gemietete Adresse. Ich habe euch jetzt 50 Euro gespendet. Ihr habt die Adresse vom Listbroker bekommen. Ihr habt mir einen Dankbrief gesendet. Jetzt werde ich wahrscheinlich weiter Mailings bekommen. War es das? Oder bekomme ich nochmal wahrscheinlich eine Spendenbescheinigung im Februar? Bekomme ich einen Jahresbericht? Bekomme ich irgendwie ein. Weihnachtsgebiet.

Sprecher 2 Wie viel hast du denn gespendet?

Sprecher 1 50 Euro.

Sprecher 2 Ach, 50 Euro, ja, okay, du bist so ein Kleinspender.

Sprecher 1 Wie klein?

Sprecher 2 Ja, wenn du mir jetzt gesagt hättest, du hast 1000 Euro gespendet, dann hätte ich dich also auf jeden Fall dich auch nochmal persönlich angerufen und hätte dir Gedanken für die Spende.

Sprecher 1 Ja, ich bin nicht so ganz der Typ Priesterpartenschaft leider.

Sprecher 2 Du, also ich hätte dich auch für Kinder und Jugendliche angerufen. Also der Zweck ist mir egal. Nur 50 Euro.

Sprecher 1 Das ist jetzt nicht sehr wertschätzend.

Sprecher 2 Das stimmt, ehrlich gesagt. Du hast recht. Und es ist auch nur halbrichtig. Wir telefonieren, also gerade wenn jemand eine neue Spende gemacht hat, telefonieren wir jeden. Unabhängig vom Betrag, wenn wir die Telefonnummern anreichern können. Und wir telefonieren teilweise selbst sozusagen von der Geschäftsstelle, also in-house. Und wir telefonieren aber auch mit einem Dienstleister. Und die Unterscheidung sozusagen macht, ob wir das In-house machen oder ob wir. . das mit Hilfe oder mit Unterstützung von einem Dienstleister machen, da haben wir den Betrag sozusagen als Merkmal, als Kriterium genommen. Und deshalb habe ich gerade eben dann vielleicht auch so ein bisschen lächerlicherweise gesagt, ja, da würde ich dich jetzt nicht persönlich anrufen. Ja, das stimmt aktuell, weil mit dem Betrag würde sozusagen jemand in unserem Auftrag

Sprecher 1 dich anrufen und auch noch mal persönlich bedanken.

Sprecher 2 Genau. Die Dankbriefe, vielleicht noch ganz kurz dazu. Also generell ist es da auch immer, wie der Spender es wünscht. Also das ist mir immer noch total wichtig. Also es gibt Spender bei uns, die direkt nach ihrer Spende einfach ihren Dankbrief bekommen. Es gibt aber auch Spender, die uns mal angerufen haben und gesagt haben, Lots, ich brauche nicht nach jeder Spende einen Dankbrief. Sondern es reicht mir, wenn ich zusammen mit meiner Sammelbestätigung Ende Januar einen Dankbrief bekomme. Und ich brauche sonst keinen Dankbrief, weil da könnt ihr euch doch das Porto sparen. Das ist das, was du gemeint hast. Sonst fallen ja auch immer Portokosten an. Da reagieren wir einfach total individuell auf den Spender, was er möchte. Und Was wir machen, also nachdem jemand zum ersten Mal gespendet hatte, also jetzt zum Beispiel ein Jonah Hölderle, 50 Euro auf das Neuspender-Mailing und dann kriegt man er den Dankbrief und die Zuwendungsbestätigung auch direkt nach seiner ersten Spende. Da bekommt er einen Anruf, der ihn nochmal für seine erste Spende bedankt. Und dann ist er sozusagen in unserem Mailinglauf drin. Also du würdest momentan sozusagen dann nach ungefähr vier Monaten wieder etwas von uns hören. In Form von einem klassischen Mailing.

Sprecher 1 Okay, und dann haben wir eben dieses Januar-Februar, das sogenannte ZWB-Mailing, Zuwendungs-Bestätigungs-Mailing, das nochmal so ein bisschen besonders ist, weil es. Wahrscheinlich neben dem Weihnachtsmailing eines der größeren ist, weil da alle nochmal eine Spendenbescheinigung bekommen.

Sprecher 2 Genau. Es ist aber bei uns wirklich nur der Versand. der Zuwendungsbestätigung und des Dankbriefes. Und es ist kein klassisches Mailing, wie wir es so, also wir verstehen, weil bei einem Mailing würde ich immer den Überweisungsbedingungen Neben dem Anschreiben als elementaren Bestandteil sehen. Das ist bei uns nicht so. Bei uns ist es wirklich der Versand der Zuwendungsbestätigung und kein Mailing.

Sprecher 1 Okay. Machen aber viele Organisationen anders, bei denen es sozusagen ein Mailing und dann gibt es halt auch noch die Zuwendungsbestätigung mit dabei ist, beziehungsweise also zumindest ein Überweisungsträger auch beiliegt.

Sprecher 2 Ja. Genau.

Sprecher 1 Okay, ich glaube, damit sind wir einmal durch. Jetzt interessiert mich noch kurz ein bisschen der Prozess. Also die erste Frage ist, das ist auch wieder eine Fangfrage, aber wie viel Vorlauf? Braucht das Ganze. Also ich bin immer sehr beeindruckt, wenn ich in Organisationen Mailingkollegen treffe, die mir dann irgendwie Anfang des Sommers was von Weihnachten erzählen. Und ich so als Onliner, der jetzt auch ein bisschen Vorlauf hat, aber definitiv nicht so groß und dann denke, ja, Weihnachten, ja, da habe ich auch noch mit zu tun vom letzten Jahr. Aber Das hat schon relativ lange Zyklen von der Idee, in eurem Fall jetzt ja sogar dann noch von der Fotoreise. oder der Projektreise oder wie auch immer ihr das nennt, wenn ihr im Projekt vorbeikommt, bis zur inhaltlichen Vorbereitung, dem Schreiben, der Produktion. dem Versand und an dem. .

Sprecher 2 Ja, also das, ich muss dir zustimmen, Jona.

Sprecher 1 An welchem Mailing bist du jetzt gerade dran? Also wir schreiben gerade Oktober zwei tausend zwanzig.

Sprecher 2 Ja, also ich habe auf jeden Fall schon das Material gesichtet und vorausgewählt für das Mailing, was im Februar rauskommt. Und meine Planung, also für 2021, also komplett für alle Mailings, ist eigentlich schon gesetzt. Also wann welches Mailing oder wann welches Projekt vorgestellt wird und welches Futter wir dafür nutzen können und mit welchem Layout wir da arbeiten. Das steht eigentlich schon so seit Zwei Monaten. Stimmt, also man muss auch sagen, ich bin so ein bisschen Also vielleicht auch ein bisschen überorganisiert und kontrolletti so. Das hängt vielleicht auch immer so ein bisschen an der Person ab. Aber man braucht auch einfach eine gewisse Vorlaufzeit. Also Wenn es gerade mit Reisen zu tun hat, die brauchen Zeit. Also bis man Projektpartner in Lateinamerika erreicht, bis man die gebrieft hat, bis man die Reiseplanung, die Reiseroute gemacht hat. Dann, bis die Journalisten ihre Texte geschrieben haben. Das braucht einfach ein bisschen Zeit. Und wir haben hier auch einen verschiedenstufigen Freigabeprozess. Dann muss einmal ein Länderreferent drauf schauen, ob das auch alles von den Fakten her so stimmt und ob man das irgendwie. . Ob man das so sagen kann, dann schaut natürlich die Geschäftsführung drauf. Das geht einmal zur orthografischen Korrektur. Also wir sind an so einem Mailing. Von dem ersten Schritt bis dann wirklich zur Postauflieferung doch ganz gut irgendwie so drei Monate, gerne auch vier, würde ich sagen, beschäftigt.

Sprecher 1 Und da habe ich jetzt nicht die Journalistenreise mit eingeplant. Ja, das ist ganz spannend. Wobei man jetzt sagen muss, ihr habt wenig bis keine Katastrophe.

Sprecher 2 Genau, richtig. Also Natürlich gibt es im Mailing-Geschäft auch diese Emergency-Mailings und die gehen auch schneller raus. Das ist aber nicht unser Förderschwerpunkt. Und dementsprechend Genau, sind wir in dem Feld eigentlich nicht aktiv. Ich habe aber auch, muss man sagen, also ich hatte natürlich auch letztes Jahr zu dem Zeitpunkt schon die Jahresplanung für 2020 und durch Corona hat sich das dann doch nochmal ziemlich auf den Kopf gestellt.

Sprecher 1 Und man muss dazu sagen, dass die Emergency Mailings ja zum Teil auch vorbereitet sind in dem Sinne, dass es einen festen Ablauf dafür gibt, dass schon geklärt ist. zum Beispiel mit Listbrokern, an welche Listen sowas gehen würde, dass es schon Kapazitäten gibt, dass es ein Standard-Layout für Emergency-Mailing gibt. Und dann muss halt noch jemand das Thema reinschreiben, sodass die ja teilweise in weniger als einer Woche zum Teil draußen sind mit ihren Mailings.

Sprecher 2 Was aber auch im Emergency-Fall total notwendig ist. Also ich merke das jetzt, also Gears sind ja nicht in diesem Emergency Bereich notwendig und jetzt hatte ich letztens den Fall. And gerade für das Neuspendermailing, weil es sehr großvolumig ist, dass es dann hieß Nee, also diese Papierbestellung, die wir noch machen müssen, also die muss ich auf jeden Fall spätestens irgendwie in zwei Tagen fertig haben, weil die muss dann wirklich zwei Monate vorher muss klar sein, wie viel Papier wir benötigen. Und da tickt dann so eine Emergency-Organisation ein bisschen anders. Die haben das dann vorrätig oder einfach voreingeplant.

Sprecher 1 Ja, da könnte man sicherlich auch noch viel Zeit mit verbringen mit so diesen ganzen Papierfragen und Andruckfragen und so weiter und so fort. Das soll uns jetzt heute nicht beschäftigen. Eine Online-Frage noch, wie macht ihr Testing? Also im Online-Bereich ist Testing ja relativ einfach, jetzt gerade was E-Mailings angeht. Wenn ihr jetzt einen Test macht, macht ihr das, kostet das dann richtig viel Geld, könnt ihr das auswerten?

Sprecher 2 Wir testen weniger. Man kann testen und wir testen auch. Das ist jetzt gerade nicht Mailing, was ich jetzt sage, aber ich habe zuletzt zum Beispiel. . Zwei Telefonagenturen gegenseitig getestet, also sozusagen. Also man kann Dienstleister testen. Wir haben aber auch zuletzt einfach zwei verschiedene Mailings getestet. Es ist manchmal so ein bisschen kritisch. Also, wenn ich jetzt sage, da war die Fragestellung, was schicken wir als Weihnachtsmailing raus? Und gerade wir als das Weihnachtshilfswerk sozusagen der katholischen Kirche Sind sehr abhängig auch von diesem Zeitraum. Also da reagieren einfach die Leute, weil Adventszeit ist dann auch für viele einfach eine Advenia-Zeit. Also gerade, wenn man so katholisch vorgeprägt ist. Den Test haben wir aber, mussten wir ja, dann im Sommer machen. Weil wir müssen, also, wann sollen wir ihn denn sonst machen, sozusagen? Das funktioniert halt nicht. Und ähm Dann haben wir schon gemerkt, dass der Response natürlich viel, viel schlechter ist als in unserer regulären Hauptzeit. Aber wir konnten zwei verschiedene Projekte testen und haben darauf aufbauend, aus diesen Erkenntnissen, dann daraus, haben wir uns dann für ein Produkt entschieden, was dann auch gut gelaufen ist an Weihnachten. Also wir testen, aber es ist, also man kann nicht so schnell irgendwelche Änderungen umsetzen. Also das funktioniert einfach im Printgeschäft halt nicht so gut.

Sprecher 1 Ja klar, sowas, was beim E-Mail-Bereich manchmal macht, gerade so bei Betreffzeilen. Ja, wir verschicken heute mal an 10 Prozent das, an 10% das und morgen verschicken wir dann an die anderen 80% das, was besser lief. Das ist natürlich bei drei Monaten Vorlaufzeit. Ja, also ich würde da auch immer nur sagen, ich finde es total wichtig.

Sprecher 2 Man muss einfach da dann auch ein bisschen. . Bisschen aufpassen, wenn man testet, dass man statistisch sauber ist. Also dass man auch da jetzt halt nicht sagt, ach ja, man testet dann irgendwie die Unterjährigen Spender gegen die Weihnachtsspender. Ja mei, also die reagieren sowieso total unterschiedlich, sondern da braucht man dann, glaube ich, auch auf jeden Fall ein bisschen dieses Selektions-Know-how. Also man kann im Mailing-Bereich testen, aber da muss man sich dann schon irgendwie genau einfach raussuchen, was vielleicht noch am leichtesten oder am einfachsten geht. Vor allem halt Adressen. Also wenn ich im Neuspenderbereich bin und dann halt schaue, okay. Wie funktioniert die Adresse? Wie funktioniert die? Das hat jetzt nicht so direkt mit einem A-B-Test, also sozusagen, zu tun. Aber Ich teste Adressen mit einem kleinen Volumen und das macht dann einfach abhängig, setze ich die im nächsten Jahr wieder ein, mit was für einem Volumen setze ich die ein, nehme ich die raus? Also, ich glaube, es hat so ein bisschen einen anderen Kontext oder andere Sichtweise.

Sprecher 1 Ja, und das ist natürlich auch ein Test, den die Onliner dann wieder nicht machen, weil wir eben diese Adressmiete da nicht haben. Gut, dann bin ich jetzt halbwegs informiert. Ich habe jetzt, ich glaube zum Mailing erstmal genug erfahren. Ich habe noch eine abschließende Frage an dich und die hat jetzt wenig direkt mit Mailing zu tun, sondern die geht jetzt wieder zurück zu der großen Welt der Organisationen. Man schaut ja als Fundraiserin als Fundraiser auch immer mal ein bisschen links nach links, nach rechts. Du hast ja selber gesagt, und dann bekomme ich von ihnen mal ein Mailing und dann bekomme ich hier mal was und habe von ihnen was gehört. Die Abschlussfrage in diesem wunderschönen Podcast ist immer, welche Organisationen, außer deiner eigenen, du gerade besonders interessant findest, welche anderen Organisationen dich gerade thematisch oder eben auch fachlich interessieren. Sozusagen für welche andere Organisationen mal spenden sollte, wenn man jetzt gerade nicht veratwiniert kann.

Sprecher 2 Also ich habe ja eine Weiterbildung halt bei der Fundraising Akademie als Online-Fundraiser gemacht und deshalb geht irgendwie mein Blick ganz, ganz ganz gerne auch einfach dann auf eine Online-Darstellung von Organisationen. Und wenn ich da irgendwas sehe und beeindrucke, dann würde ich sagen, also da lohnt sich halt eine Spende. Ich, also ich mag zum Beispiel oder Mich beeindruckt die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen schon seit jeher. Ich war beeindruckt, irgendwie die Arbeit, also die habe ich ehrlich gesagt erst dann bei dem Kurs Online-Fundraising kennengelernt von den deutschen Seenotrettern. Das hat mich persönlich sehr berührt, das fand ich sehr toll. Und dann aber was ganz anderes war letztes Jahr, dass ich die Kampagne, die Plakatkampagne von Bethel ungemein ansprechend und wunderschön fand und gedacht habe, oder nein, nicht gedacht habe, sondern selbst dafür gespendet habe und gedacht habe, boah, da musste ich auch mal andere Leute drauf aufmerksam machen, was die für eine tolle Arbeit leisten und was die machen.

Sprecher 1 Ja, drei ja auch relativ große Organisationen. Also Biechle, glaube ich, als nach wie vor größte Einrichtung in diesem kirchlich-diakonisch-karitativen Bereich. Oder eine der größten Ärzte ohne Grenzen, als eine der größten Fundraising-Organisationen in Deutschland. Und die Seenotretter sind auch immer ein schöner Blick als eine wirklich sehr alte Organisation. Und wahrscheinlich eine der ältesten Organisationen, die 100% Spendenfinanziert sind.

Sprecher 2 Ja, lieber Jona.

Sprecher 1 Liebe Nicole. Vielen, vielen Dank für diesen kleinen Ritt durchs Mailing und das Papierfundraising. Das hat mich sehr gefreut und wünsche dir weiter viel Erfolg mit dann dem nächsten Weihnachtsmailing, das aber ja schon fast fertig ist, wenn ich das jetzt richtig. verstanden habe. Noch nicht in Produktion, aber schon aus dem Post heraus. Da seid ihr aber spät, das ist ja. Anfang Oktober. Letzte Frage, wann versendet ihr ein Weihnachtsmailing?

Sprecher 2 Am 24. 11.

Sprecher 1 Weil das ist gefühlt auch so eine der großen Fragen des Mailings der letzten Jahre. Verschickt man es möglichst früh, verschickt man es möglichst spät, verschickt man es dann vielleicht nicht, wenn alle es gerade verschicken, gerade weil Weihnachten ja Adressmiete ganz beliebt ist und das Risiko sozusagen von zu vielen Mailings im Briefkasten der spendenrelevanten Zielgruppe steigt. Also wer regelmäßig spendet, aus Süddeutschland kommt, über 80 ist und einen christlichen Hintergrund hat, der bekommt ja schon auch das ein oder andere Mailing im Jahr.

Sprecher 2 Es ist wirklich grausam und es ist in der letzten Zeit noch viel, viel stärker geworden. Also in einigen Telefonaten, also dann direkt mit Spendern, höre ich dann auch, sie sind die Dreißigste. Also so nach dem Motto, ich habe hier schon 29 andere Briefe legen. Und das ist wirklich eine Flut. Also ich glaube, es gibt nicht, also auch wenn man eine Woche früher oder später dran ist, ich war. Also glaube nicht, dass es im Rahmen oder da im Umfeld von Weihnachten einen großen Unterschied macht. Es ist wirklich so, dass sehr, sehr viel Papier verschickt wird. Und ich bin sehr gespannt, wie sich das aber auch in den nächsten fünf bis zehn, fünf, zwanzig Jahren denn weiterentwickeln wird, weil da wird sich ganz sicher auch im Papiergeschäft, so wie du es so schön sagst, was tun.

Sprecher 1 Da gehe ich von aus. Aber da habe ich jetzt sicherlich auch die ein oder andere Prognose. Super. Vielen Dank, Nicole. Und vielleicht bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Sprecher 2 Danke schön, schöne.

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Tach, ich bin Maik Meid.

Ich unterstütze seit 20 Jahren gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft mit Medien und Workshops rund um’s Fundraising und Kommunikation. Und seit Anfang 2023 bleibe ich für Euch tagesaktuell auf dem KI-Entwicklungsstand der Dinge. (Ich mach wirklich kaum anderes mehr…)

© Maik Meid Fundraising Media