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FRR103 - Matthias Daberstiel Special

Cover: FRR103 - Matthias Daberstiel Special

Folge 103 · 24.05.2020 · 1:42:45

Matthias Daberstiel ist einer der Mitdenker der Fundraising-Szene in Deutschland. Er selbst bezeichnet sich als Kommunikator, ist aber darüber hinaus noch Verleger, Autor, Berater und Herausgeber. Im Gespräch mit Maik Meid.

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Transkript (automatisch erstellt, unredigiert)

Sprecher 1 Hallo, heute ist Freitag, der 22. Mai, es ist Brückentag und es ist die Folge, weiß gar nicht, 103 glaube ich, vom Fundraising Radio. Schön, dass ihr dabei seid. Glück auf. Brückentag, Captain Kirk hat Brückentag, habe ich heute gehört im Radio. Nicht nur Captain Kirk hat Brücken hat immer Brückentag, sondern auch die Teppichhändler. Das hat die WDR 2-Moderatorin nicht verstanden, warum die Teppichhändler Brückentag haben und auch die Zahntechniker haben einen Brückentag. Hat der Matthias Dabastiel auch Brückentag?

Sprecher 2 Nicht so richtig, muss ich ganz ehrlich sagen.

Sprecher 1 Ich war mir gar nicht ganz sicher, ob ihr überhaupt in Sachsen Feiertag hattet. Ich wusste überhaupt gar nicht, dass Christi Himmelfahrt ein bundeseinheitlicher Feiertag ist. Musste ich gestern nochmal googeln. Aber ihr hattet auch frei, ne, oder?

Sprecher 2 Ja, hatten wir. Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, ich habe gestern noch zu tun gehabt. Genau, das.

Sprecher 1 Ich war, ganz ehrlich, ich habe mich auf diese Folge hier gefreut wie ein veganes Tofu-Schnitzel. Naja, ne, also wenn ich schnitzel sage, was ich kriege Kriege ich immer wieder Ärger, wenn ich sage, du kennst das, ja. Und ich habe mich wirklich darauf gefreut, weil ich gedacht habe, boah, du hast bestimmt so viel zu erzählen und die Menschen, die da draußen zuhören, wollen das auch ganz bestimmt alles hören. Und wir haben diese Erfolge aber ursprünglich für ein paar Tage vorher terminiert. Nämlich vor deinem großen Tag, der nämlich am letzten Mittwoch war, wo du nämlich gerundet bist. Herzlichen Glückwunsch, nachträglich, lieber Matthias. Alles Gute. Zu deinem Geburtstag, zur zweiten Hälfte, wie ich jetzt auch mehrfach von O-Tönen aus deinem Umfeld mitbekommen habe. Und deshalb hattest du vermutlich noch ein bisschen was nachzutun, oder?

Sprecher 2 Ja, also ich bin schon ein bisschen überhäuft worden mit Glückwunsch, Telegramm. Jetzt würde man es noch früher bezeichnen, aber Es war schon ja nicht gerade übersichtlich, was sich da in meinem Postfach gestapelt hat, aber ich hab es geschafft, ich habe alle persönlich beantwortet, das war mir dann auch wichtig.

Sprecher 1 Aber ja, ist ja immer noch also für die für die Geschichte, wir sind immer noch in Corona-Zeiten. Da war nicht viel mit Fehthe unterstellt. Hast du denn was vorgehabt, wäre dieses komische Virus nicht über uns hergekommen?

Sprecher 2 Ja, also Fehler war geplant. Wir unterstützen schon seit längerer Zeit die Schule, in die mein Sohn geht und wir hätten dort die Aula bekommen, den Garten. Und ja, das war alles schon geplant. Aber jetzt macht es nichts. Wir verschieben das einfach aufs nächste Jahr und dann ist meine Frau auch mit diesen 49a dran und dann schauen wir mal.

Sprecher 1 49a, ja, ist sehr schön. Sehr schön. Oh Mann, ja, das ist alles so traurig. Meine Frau hatte Geburtstag, ich hätte Geburtstag, ich bin jetzt nicht der große Feierer, meine Frau feiert aber trotzdem immer ganz gerne. Ist auch alles nichts geworden. Naja, also ist ja irgendwie.

Sprecher 2 Ich feiere eigentlich nur meine runden Geburtstage, sag ich ganz ehrlich.

Sprecher 1 Guter Ansatz, guter Ansatz, ja. Ach man, ja. Also, für alle Menschen da draußen, ich habe hier den Matthias Dabastil an der Strippe und Ein Mensch der Nussie für 50, but gefühlt seit 50 Jahren im Fundraising unterwegs is, and we have uns heute mal zur Aufgabe genommen rauszukriegen, where dieser Matthias Daberstil, der omnipräsent ist, and what they make. And we have impressive school festgestelled, duh viel mehr D-Shirt. Dinge, als da draußen den meisten bekannt sein dürfte. Da mal ein bisschen Zeit für. Danke, dass du dir die Zeit nimmst und ja, das in die Fundraising-Welt hinaustragen möchtest. Wie schön.

Sprecher 2 Mach ich gerne.

Sprecher 1 Jetzt hast du gerade ein Wort gesagt, vielleicht ist das ein guter Einstieg. Du hast gerade von Telegramm gesprochen. So, als Mensch, der im Ruhrgebiet groß geworden ist und Verwandte in der DDR hatte, war das Einzige, was. . Womit ich jemals in meinem Leben ein Telegramm-Kontakt hatte, tatsächlich das Telegramm aus der DDR, was regelmäßig kam. Jetzt kann man zurückrechnen, im Jahr 2020, minus 50, das bedeutet, dass du einen zumindest nicht geringen Teil deiner Kindheit und deiner Jugend vermutlich auch in der DDR verbracht hast. Wer, wie, wie, bist du schon immer in Dresden gewesen? Bist du, wo bist du groß geworden? Fang doch mal einfach mal ganz früh an.

Sprecher 2 Ja, also wie gesagt, geboren 1970 ist ja nun kein Geheimnis mehr. Und ja, schon immer in Dresden gewohnt, in zwar verschiedenen Stadtteilen, aber nie weggegangen, eigentlich so richtig, bis man auf ein Jahr in Leipzig. Aber ansonsten immer in Dresden geblieben. Es ist auch eine Stadt, in die man sich sehr leicht verliebt und die, sagen wir mal, auch eine sehr hohe Qualität hat, was so das Leben betrifft. Auch wenn es da montags immer mal so ein paar Störgeräusche gibt. Immer noch, oder? Läuft das immer noch? Ja, leider, muss man wirklich sagen. Aber ich halte es da mit dem ehemaligen Direktor der Frauenkirchenstiftung, der gesagt hat, Dresden ist eine Marke und eine Marke muss auch mit Flecken gut umgehen können. Ich finde das einen sehr klugen Ansatz. Wir bieten einfach eine Projektionsfläche, das muss man ehrlicherweise sagen. Und diese Fläche wird dann eben auch gern genutzt. Das muss man so festhalten. Aber bei mir war das schon immer so, dass ich mich hier sehr wohl gefühlt habe Und ja, ich habe im Endeffekt das komplette DDR-Leben, was man in dieser Zeit so hat, was auch sehr strukturiert irgendwie abläuft. Also man kommt in die Schule, man wird Jungpionier, man wird Tälmann-Pionier, irgendwann in der neunten Klasse kommt dann die FDJ. Da habe ich mir zum ersten Mal Gedanken gemacht, ob das alles so richtig läuft, muss ich ganz ehrlich sagen, also erst da weil vorher hatte man nie das Gefühl, aber zu dem Zeitpunkt begannen viele Freunde irgendwie plötzlich wegzubleiben und nicht mehr da zu sein und über die Grenze zu gehen.

Sprecher 1 Wann war das ungefähr? Also lass uns mal überlegen, wenn du neun warst, dann war das 79 Jahre.

Sprecher 2 Ja, also das war schon ein bisschen krass. Das war so Mitte der 80er, als das losging Und wie gesagt, da haben sich auch viele Freunde verabschiedet, die jetzt immer noch in den alten Ländern leben. und zu denen man auch immer noch ein bisschen Kontakt hat. Aber das war irgendwie schade und dann machte man sich natürlich Gedanken, warum gehen die eigentlich alle? Und ja Das war dann für mich auch so ein Signal, vielleicht dann doch mal über das ein oder andere nachzudenken, dann kam noch ein Umzug dazu. Ich zog quasi vom klassischen Arbeiterviertel, Neubau, Plattenbau, Siedlung, allerdings Vierraum Vollkommenvorwohnung. Wenn man das so nennen darf, nach heutigen Maßstäben würde man das wahrscheinlich nicht so betrachten, aber damals war das so. Und dann zog ich um und zog nach Oberloschwitz. Das ist so ein bisschen eher das Goldstaubviertel. Da wohnten dann viele Künstler, Architekten. und Doktoren und was weiß ich noch nicht, alles. Ja, und ihre Kinder waren irgendwie auch ganz anders drauf. Und früher waren zwei Leute bei uns in der Kirche. Als ich dort hochkam, war ich plötzlich nicht in in der Kirche, alle anderen waren es. Also auch das war eine große Umstellung erstmal. Außerdem waren die total offen, luden mich da in die junge Gemeinde ein und da führten die Diskussionen, wo ich erstmal dachte, wow!

Sprecher 1 Und das alles mitten in deiner Pubertät, das kommt ja auch noch dazu, wo man ja sowieso ein bisschen randaliert.

Sprecher 2 Ja, was ist das denn jetzt? Ja. Und dann hatte ich so meine erste Palästinensertuchphase, ja. Gibt’s davon Fotos? Ich glaube nicht. Ich glaube nicht. Also wir haben damals noch nicht so viele Fotos gemacht.

Sprecher 1 Oh, Scheiter. Oh, Palästinensertuch. Die Phase hatte ich übrigens auch, aber dann war vermutlich versetzt, aber das war auch bei mir so mit 15, 16, ja, Pali-Tuch tragend.

Sprecher 2 Ja, also ähm Ja, man hat sich dann auch irgendwo positioniert. Und für mich war es natürlich auch ein bisschen einfacher, mich zu positionieren, muss ich ganz ehrlich sagen, weil mein Vater Er war SED-Mitglied, das kann man ruhig so sagen, Gott hat ihn selig. Und er war das aus Überzeugung. Er war in den. 70er Jahren in die Partei eingetreten, weil er dachte, jetzt ist Ulbricht weg, jetzt wird alles besser. Wie wir aus der Geschichte wissen, war das ein Trugschluss. Ah, und aber er hat eigentlich immer daran festgehalten, dass man es doch gut aufbauen kann. Und er hat mich aber nie agitiert. Das ist nehme ich ihm, also das das finde ich auch immer sehr gut, dass äh Behalte ich auch von ihm. Er hat sozusagen auch immer sehr offen mit uns allen über alles gesprochen, was vielleicht auch daran liegt, dass wir familiär da auch ein bisschen anders vorgeprägt sind. Also Wenn ich zu meinem Großvater gegangen bin, kam ich in eine andere Welt. Wir fuhren nach Erfurt. Nach Sömmer da, das liegt da in der Nähe Und da hörte ich jeden Tag Westfunk und schaute Westfernsehen. Ich saß aber die ganze restliche Zeit, also außer diesen 20 Tagen, die ich dort war. saß ich im Tal der Ahnungslosen in Dresden. Also wir hatten manchmal vielleicht ein bisschen Überreichweite oder so, wenn man dann ein bisschen Musik wenigstens ziehen konnte. Aber sonst haben wir da wenig von mitbekommen. Also ich habe das Eigentlich jetzt erst gemerkt bei Gesprächen mit meiner Frau, die in Leipzig gewohnt hat und dort groß geworden ist. Und da war das natürlich ganz anders. Also da ist man auch viel konfrontierter gewesen mit dieser anderen Welt sozusagen.

Sprecher 1 Jetzt war das Jahr 1989 und 1990, was im Grunde genommen genau die Phase, wo sich ohne Umbruch ja sowas wie die ersten Berufsjahre anschließen oder zumindest eine Ausbildung vielleicht gerade beendet ist oder mit dem Abitur dann eine DR sich ja auch der Wehrdienst anschließt, so man den Wehrdienst machen wollte, konnte, musste. Ich kann mir das alles überhaupt nicht vorstellen. Ich bin da sehr naiv, muss ich ganz ehrlich sagen. Deswegen Also ich, das war ja, wie gesagt, ich glaube, ich kriege hier schon in den Kommentaren wieder ganz massiv einen auf den Deckel, aber ich lebt ja nicht im Tal der Ahnungslosen, sondern auf der Insel der Glückseligkeit. Ich habe einen. einen Antrag auf Zivildienst bzw. Kriegsdienstverweigerung gestellt. Ich weiß, dass mit meinem Antrag fünf weitere auch noch durchgekommen sind. Also ich war mal wieder einer, der einen selbst formuliert hat und copy-paste weitere eben auch damit durchgekommen sind. Unter Austausch des Namens und des Geburtsdatums. Das war ja bei euch alles völlig anders. Aber jetzt sagst du was in der jungen Gemeinde dann mit deiner Jugendzeit und dann ging ja auch irgendwann die Schule zu Ende. Was passierte denn dann?

Sprecher 2 Ja, das kann man sich heute eigentlich kaum noch vorstellen. Heute hast du viele Möglichkeiten. Du überlegst einfach oder kannst überlegen, was willst du machen? Diese Überlegung gab es für mich leider nicht. Ich hatte schon zu diesem Zeitpunkt Eine Krankheit, die mich in verschiedene Berufsgruppen einfach nicht reinlässt, sozusagen. Und von daher, das einzig Positive war eigentlich das Attest, was ich bekam und was ich dann bei meiner Musterung vorlegte. Und da wurde ich eigentlich, ich hatte gerade mal das Oberhemd ausgezogen, sofort wieder rausgeholt. Dann kam ich in einen Raum, da saßen drei hochdekorierte Menschen vor mir mit einem Haufen Orden vor einem rot eingeschlagenen Tisch. guckten mich ernst an und sagten zu mir, na da still, sie sind für den Dienst an der Waffe ungeeignet

Sprecher 1 Was Besseres hätte dir nicht passieren können. Da ist dir eine sehr entscheidende, prägende, ähm, prägendes Erlebnis in deinem Leben Gott sei Dank erspart geblieben.

Sprecher 2 Ja, das war sicherlich so. Du musst natürlich deine Moment ernst bleiben, das ist klar. Innerlich war ich kurz vor der Explosion. Aber als ich dann raus war, weil ich wusste natürlich, meine ganzen Freunde, die wirklich viel Zeit und Energie in ihr Abitur reingesetzt hatten, ja, die mussten jetzt drei Jahre zur Armee, um studieren zu können. Und das war auch noch in den 80er Jahren so. Also das war auch wirklich brutal. Also ein Freund von mir, der hat noch 1990 Sozusagen auf der verkehrten Seite gestanden mit der Waffe in der Hand und hätte eventuell auf Demonstranten schießen müssen. Also, das haben viele heute gar nicht mehr so richtig auf dem Zettel, habe ich manchmal so das Gefühl, was das für eine Zeit auch gewesen ist. Und um für mich ist das aber sehr präsent, weil ich in der Zeit natürlich auch in Dresden war. Ich musste dann ein Praktikum machen.

Sprecher 1 Das wäre die Frage, muss das irgendwie kompensiert werden, dann dein wegfallender Werden?

Sprecher 2 Ich war dann sozusagen ein Mädchen, ich durfte ein Praktikum machen. Und das machte ich so ein bisschen auf den letzten Drücker. Also ich war eigentlich, ich habe so ein bisschen drin geschwäckt. dass mir jetzt nichts mehr passieren kann, sozusagen. Und hatte mich dann nicht weiter gekümmert und dann hieß es aber, du musst aber jetzt einen Praktikumsplatz noch kriegen. Und da habe ich mich dann beim VEB Sachsenberg beworben. Die Firma gibt es heute immer noch, nicht als VEB, aber doch als Weltmarkt. Führer im Elektromotorenbau.

Sprecher 1 Ach, achso, ich hätte irgendwas mit Rennwagen oder zumindest irgendwie hat Sachsenberg nicht irgendwie.

Sprecher 2 Ja, also die bauen auch Elektromotoren für die Rennserie.

Sprecher 1 Irgendwas war da, ja. Zumindest schon mal gehört.

Sprecher 2 Also die und dort arbeitete ich in der Abteilung Soziales oder Sozialökonomie, so hieß das damals. und war dort zuständig unter anderem für arbeitete in der Abteilung Ferienwesen und war da zuständig für den Aufbau von Zeltlagern, für die Ausstattung von diversen Ferienobjekten, die dieses Kombinat hatte. und seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellte. Da gehörte dann aber auch noch eine große Mensa dazu. Also alles, was das Soziale sozusagen eines großen Unternehmens betrifft.

Sprecher 1 Aber das erste Mal was mit Events, um dann gleich mal nachher zum Thema Veranstaltungen zu kommen. Aber das ist das erste Mal, dass du weißt, wie so eine Logistik funktioniert.

Sprecher 2 Ja, sagen wir mal so, das erste Mal eine Erfahrung gemacht mit sozialistischer Betriebswirtschaft. Weil das Thema Beschaffung war natürlich in der DDR durchaus schwierig.

Sprecher 1 Aber du weißt, wie man an Sachen rankommt, also dadurch.

Sprecher 2 Ja, und das lernte man da relativ schnell. Du hattest halt auch nur ein Telefon, ja, du hattest dann Telefonnummern, die du anriefst, du musstest mit den Leuten sprechen und mit denen herausfinden. Okay, wer kann dir da weiterhelfen? Ich brachte zum Beispiel sechs Kühlschränke. Das war eigentlich fast unmöglich. Meine Chefs gaben mir aber trotzdem den Auftrag, diese Kühlschränke zu besorgen. Ich ging einfach los, habe mit dem Händler für Geschirr gesprochen und der gab mir den entscheidenden Tipp, ja, da macht da einer auf, bloß so Eine Stunde am Tag, der kriegt zu B-Ware wieder zurück aus den RGW-Staaten. Die RGW-Staaten waren sozusagen Polen, Rumänien und so weiter, mit denen wir alle schön wirtschaftlich verbunden waren. Wirtschaftsraum sozusagen EU auf sozialistisch, die haben. Der sagte dann, ja, das ist B-Ware, ja, bei denen passt halt der Stecker nicht oder die können damit nicht umgehen oder irgendwas oder da war ein Strich dran oder also eigentlich waren die tiptop, aber die kamen halt zurück Ja und dann rief ich da an und dann sagte er zu mir, ja, komm vorbei, bring gleich das Auto mit, wir laden sofort auf und dann bist du da weg. Und Barzahlung. So, das war die Ansage. Ich fuhr dahin mit ein paar Jungs aus der Werkstatt, die hatten natürlich auch eine Bedingung dafür, dass sie ihr Auto zur Verfügung stellten, nämlich einen Kühlschrank, also kaufte ich einen mehr. Und dann haben wir die alle besorgt und alle waren glücklich. Mein Chef fragte mich natürlich, wo der siebte Kühlschrank war, aber als ich sagte, dass ich den unterwegs quasi verloren habe, dann war es auch okay. So war sozialistische Betriebswirtschaft.

Sprecher 1 Das war jetzt, wann sagst du, Ende der 80er? Mitte der 80er?

Sprecher 2 Das war eigentlich 89.

Sprecher 1 89, die entscheidenden Jahre, ja. Also die erste Verbindung, die ich jetzt da sehe, so als Detektiv, der von außen drauf schaut, ist tatsächlich Event und irgendwas mit Menschen und organisieren. Aber trotzdem, das war jetzt das Praktikum, was du gemacht hast. Das Wort Fundraising existierte noch nicht in deinem Kopf, vermutlich das Thema Spenden auch noch nicht in deinem Kopf. Wie ging es dann weiter? Nach dem Praktikum hast du. Für dich festgestellt, sozialistische Betriebswirtschaft findest du cool, da bleibst du mal oder wie ging es dann weiter?

Sprecher 2 Naja, also ich fand es eigentlich ganz interessant, in diesem Bereich zu arbeiten. Ich hatte auch diese verrückte Vorstellung, dass man in diesem Bereich eigentlich mehr verändern kann, als wenn man jetzt irgendwie in die Politik geht oder so, was ja auch durchaus ein paar Leute gemacht haben.

Sprecher 1 Gerade in der Zeit, ja

Sprecher 2 Ja, also ich hatte eigentlich das, was mein Vater auch hatte. Also man hatte so das Gefühl, es verändert sich was und der Nächste, der kommt, da wird wieder was gehen. Also man muss ja ehrlicherweise sagen, als Honiger kam, hat sich auch was getan. Die hat wahnsinnig viele Wohnungen gebaut, da hat sich auch vieles verändert Aber auf wessen Kosten? Das war immer die Frage. Und es war zum Schluss ein Unrechtsstaat, das muss man ganz ehrlich so sagen, auch wenn man es nicht immer in jeder Faser so mitbekommen hat. Aber Man hat so wahrgenommen.

Sprecher 1 Ja, aber jetzt doch nochmal eine Schleife da rein, aber hat eigentlich nur sekundär was mit unserem eigentlichen Thema zu tun. Aber wenn du wirklich diese Sachen aktiv mitbekommen hast, genau in deiner. entscheidenden Entwicklungsphase warst, also Pubertät, Ende deiner Jugend, um also hin zum Erwachsenenalter. Was macht es denn mit dir oder wie geht’s gehst du eigentlich damit um, wenn du momentan in den ganzen Medien siehst, dass es in der DDR doch besser war und wir doch jetzt gerade aktuell in einer Diktatur leben?

Sprecher 2 Ja, das ist schon sehr witzig. Also, ich muss ganz ehrlich sagen, ich verstehe diese Leute auch Eigentlich gar nicht. Insbesondere deswegen nicht, weil das teilweise Leute sind, denen es eigentlich wirklich gut geht. Also die auch nichts auszustehen haben. Und schon aus diesem Grunde muss ich mich darüber schon sehr wundern. Ich glaube, das ist einfach auch so eine, da kommen jetzt Dinge hoch, die vielleicht schon viel eher angerichtet worden sind, so kurz nach der Wende, vermute ich. Ich sage immer gerne, wir sind zweimal beschissen worden, einmal vor der Wende, einmal nach der Wende. Also das erste Mal einfach vom System und das zweite Mal vom Wirtschaftssystem. Also ich glaube Jeder hat irgendeinen Versicherungsvertrag, ein Auto gekauft oder was weiß ich was und ist damit auf der Nase gelegen, weil wir einfach keine Erfahrung damit hatten. Also ich kann ruhig sagen, wir waren einfach zu blöd dafür.

Sprecher 1 Ja, gut, aber stopp! nicht um die Systeme verteidigen zu wollen. Das passiert aber hier, ich sag mal, im Westen, um mal wieder von Osten und Westen zu reden, um es mal zu thematisieren. passiert ja genauso. Also die Menschen werden ja hier durch den durch den Kapitalismus und durch das Überangebot ja auch komplett verarscht. Also auch nicht wissen, wie voll mein Keller ist mit Zeus. was einfach Fehlkäufe waren, wo wir auch wirklich an der Nase beigeführt worden sind. Ich will es überhaupt nicht, ich will es überhaupt nicht beschönigen, ich will es überhaupt nicht relativieren. So klar, ich erinnere mich, als wir 1990, wann war denn die Währungsreform? Juni, glaube ich, oder zu Ostern, glaube ich. Ja, irgendwie so, dass wir an dem ersten Wochenende Sind wir nach Meißen gefahren? Also meine Verwandtschaft kommt aus Meißen, was ja auch bei euch um die Ecke ist, quasi. Und wir haben eine Pause am Rastplatz gemacht, direkt die erste hinter der Grenze. Und ich erinnere mich dann, dass zwei Leute mit offenem Kofferraum auf uns zugekommen sind und uns uns irgendwelche silbernen Bestecke andrehen wollten, weil es gerade irgendwie vermutlich auf DDR-Grundstück war und man dort bestimmte Dinge tun konnte, die man auf westdeutscher Seite nicht machen konnte. Es ist ja. War ja Goldgräberstimmung für alle beteiligt.

Sprecher 2 Also ich will mal sagen, ich habe diese Zeit eigentlich gar nicht so negativ in Erinnerung. Einfach weil man so das Gefühl hatte, jetzt geht was. Jetzt verändert sich was, jetzt tut sich was. Es war allerdings niemandem klar, in welche Richtung das geht. Also ich war damals schon auch noch der Meinung, Okay, wir sollten uns jetzt nicht einfach so anstücken lassen an die Bundesrepublik, sondern wir sollten schon versuchen, einen Weg zu gehen, der irgendwie besser ist oder der aus beiden Welten das Beste vereint. Das scheiterte aber dann relativ schnell an dem Zehn-Punkte-Plan von Kohl und an seinem Auftritt, den er hier in Dresden ja auch hatte.

Sprecher 1 In Dresden, richtig, das war ja in Dresden.

Sprecher 2 Und wo im Endeffekt der Slogan kam Wenn die D-Mark nicht kommt, gehen wir zu ihr. Und da war mir irgendwie auch klar, okay, also die Leute, die, gerade die, die da am meisten geschrien haben, sind glaube ich auch die die sich jetzt auch so echauffieren, weil irgendwie sie das Gefühl haben, dass sie benachteiligt werden. Und ich weiß nicht, woher das kommt. Ich kann es mir wirklich kaum erklären, Das sind teilweise ganz normale Leute. Das ist jetzt nicht irgendwie Recht des Pack, wie es mal der Gabriel ausgezeichnet hat. Aber die lassen sich sehr leicht instrumentalisieren und das ist eher das Problem. Und da haben wir momentan Zustände wieder, die wir vielleicht vor 20 Jahren schon mal hatten. Denn kurz nach der Wende gab es diese Situation ja schon mal Und da gab es schon Mob auf der Straße und da gab es auch harte Auseinandersetzungen, da gab es sogar Tote. Das muss man ganz ehrlich sagen, das haben viele vergessen. Das ist das jetzt schon Opa Z vom Krieg, ja. Also das ist aber wirklich so eine Sache, die, weswegen ich auch versuche. unserem Sohn und auch Leuten, mit denen ich arbeite, immer weiterzugeben, Leute, ihr müsst den eigenen Kopf entwickeln. Ihr müsst wirklich selber denken. Und selber Entscheidungen für euch treffen und für andere. Und das ist erstmal die Grundlage. Und deswegen kann ich jetzt, wenn Leute protestieren, auch nicht böse sein. Das ist vollkommen okay, wenn sie protestieren. Aber wenn sie über Angela Merkel im Führerbunkerhaus sprechen, dann muss ich leider sagen, entschuldige bitte, aber bis dahin und nicht weiter.

Sprecher 1 Aber diskutierst du noch mit Menschen, die dir auf der Frage begegnen?

Sprecher 2 Ich diskutiere durchaus. Das Problem ist, dass die Leute Ironie nicht verstehen. Und wenn du ihnen mit harten Fakten kommst, verstehen sie es erst recht nicht. Also von daher ist es sehr, sehr schwierig. da wirklich eine Veränderung herbeizuführen. Diese Leute sind zum großen Teil abhicht auf Recht und Ordnung. Und das verbindet sich für die immer mit einem starken Staat. Und deswegen sind das für mich eigentlich so die letzten vergessenen Ossis. Muss man ganz ehrlich so sagen, denn ich will eigentlich gar nicht mehr so sehr auf Ost und West, auch wenn es Unterschiede gibt zwischen uns nach wie vor. Übrigens auch beim Spenden.

Sprecher 1 Genau. Danke für diese politische Schleife. Auch wenn wir beide, glaube ich, sehr stark davon überzeugt sind, dass Fundraising sowieso immer politisch ist. Definitiv. Jetzt mitten, jetzt mitten In diese Situation rein. Alles kann gehen, alles verändert sich, sowohl gesellschaftlich als auch verwaltungstechnisch, als auch bei dir, als junger Mensch in dem Praktikum bei den Sachsen-Werken. Was kam dann? Also, Fundraising war ja immer noch nicht in deinem Leben drin.

Sprecher 2 Dann haben wir ein Ausbildungsstudium. Das hat eigentlich auch noch ein bisschen gedauert. Also ich hatte dann, ja, ich hatte ja schon meinen Studienplatz, ja, Sozialistische Betriebswirtschaft, was ich Dann im Herbst 89 auch wirklich angefangen, also wirklich im heißen Herbst. Das war eigentlich, lernte man dort etwas, von dem man nicht mehr hundertprozentig überzeugt wurde.

Sprecher 1 Ich wusste überhaupt gar nicht, dass es den Begriff gab, sozialistische Betriebswirtschaft. Also ich bin davon ausgegangen, dass es ein völlig kameraler Staat gewesen ist, wo Kameralistik gegalten hat und wo ich alles tue, aber nicht bilanzieren zum Beispiel.

Sprecher 2 Äh, doch doch, nein, nein. Also wir hatten ganz normales, also wir hatten ich sag mal nur ein Beispiel, unser Volkswirtschaftsprofessor ist dann nach der Wende noch getingelt durch alle westdeutschen Universitäten und hat dort Vorlesungen gehalten über Hegel, Marx Feuerbach und wie sie alle hießen und ist dort gefeiert worden für seine Vorlesungen. Der hat auch ordentlich was drauf, der war auch ein sehr, sehr guter Rhetoriker. Und das hat Riesenspaß gemacht, bei dem in der Vorlesung zu sitzen, weil da konnte es wirklich gut erklären. Und ich sage mal so, Marx gehört so Volkswirtschaftslehrer dazu und betriebswirtschaftlich sicherlich das Thema Marketing sowas hat. Wir nicht. Brauchst du auch nicht, wenn du einen Mangel zu verwalten hast. Ja, außerdem. Ja, jedes Unternehmen auch Die verrücktesten Werke, zum Beispiel das Sprengstoffwerk, was wir hier in Dresden hatten, musste Konsumgüter herstellen. Jetzt fragt man sich natürlich, was stellt ein Sprengstoffwerk dann als Konsumgut her? Also Silvesteraken waren es nicht, kann ich sagen. Die stellten dann Maschendraht her. Also das war die F, die, das war sozialistische Betriebswirtschaft. Das klappte hinten und vorne nicht. Deswegen war das eigentlich dann für mich auch immer so ein Grund, erstmal die Grundlagen zu kapieren. Ja, deswegen machte ich das. Aber ich war dann schon aktiv, so Anfang der 90er Jahre, auch im Studentenrat, damals hieß er noch so. Heute natürlich Studierendenrat. Da machte ich, wenn man so will, Karriere. Ich gründete unter anderem eine studentische Fahrschule. die es heute noch gibt, eine studentische Arbeitsvermittlung, die es heute noch gibt, so verschiedene Sachen. Also ich machte eigentlich das zum Beruf, was ich im Studium vielleicht so ein Stück weit lernte, aber ich setzte es quasi dann sofort um und das macht dann Riesenspaß. Also es war natürlich auch wieder Organisationsjob.

Sprecher 1 Bis zum Diplom in der sozialistischen Betriebswirtschaft hat es dann nicht gereicht.

Sprecher 2 Nein, also bis zum Vordiplom hat es gereicht. Dann wurde unsere Fakultät eigentlich abgewickelt. Das war 1993. Bis dahin hat es gedauert. Ja, genau. Also Anfang 93 hieß es dann: Okay, Studium fällt aus. Und ihr müsst euch was Neues suchen oder ihr müsst dann eben in die Betriebswirtschaft wechseln. Und da habe ich vielleicht den ersten entscheidenden Fehler gemacht in der Karriere. So im Nachgang. Dass ich damals gesagt habe, ich mache die Betriebswirtschaft zu Ende. Weil ich wechselte dann, es kam ein junger Professor, Professor Donsbach aus Mainz. der dort Kommunikationswissenschaft bei Frau Nölle-Neumann gelernt hatte und machte bei uns die Kommunikationswissenschaft auf. Und das fand ich total spannend. Und das hatte mich schon immer fasziniert. Was mit Medien? Ja, was mit Medien, genau. Und dazu wählte ich mir dann noch Soziologie und dann hätte ich mal vielleicht Politik oder irgendwas oder was weiß ich was, neuere Geschichte oder was daneben noch nehmen sollen als ähm Masterstudiengang, aber ich hab’s nicht gemacht, sondern hab gesagt, gut, die Betriebswirtschaft hast du Vordiplom, machst du weiter Und das Problem war, dieses Studium war dann unstudierbar geworden, weil das hatte niemand Erfahrung, das war ein vollkommener Umbruch vom Diplom, auch noch dann diese in diese Masterstudiengänge da hinein Es funktionierte einfach hin und vorne nicht. Also, Ende vom Lied war, ich wurde so langsam zum ewigen Studenten. Ich hatte meine anderen beiden Fächer abgeschlossen, aber mit der BWL wollte es einfach nicht werden. Ich wurde dann auch nicht mehr warm damit, ganz ehrlich. Also ich dann meine ersten Unternehmensfinanzierungsvorlesung gehört hatte und da über Shareholder Value gehört hatte, da hatte ich nur gesagt, das ist doch total falsch. Das funktioniert doch so überhaupt gar nicht. Und wenn du das Unternehmen nur danach bewertest, wie hoch die Anteile sind und nicht danach, was da drin für Arbeit kapitalisiert ist, Herrgott nochmal, das kann doch gar nicht funktionieren. Und es funktioniert auch nicht, weil damit natürlich die Gewinne über allem stehen und nicht das, was das Unternehmen eigentlich macht. Deswegen reden heute viele über Gemeinwohlökologie.

Sprecher 1 jetzt da 25 Jahre schon vorher erkennbar war, über den jetzt alle heißt diskutieren.

Sprecher 2 Ja, ja, genau. Und das, ähm, aber wie gesagt, sowas, es braucht halt auch alles Zeit, ja, bis sich dann solche Dinge auch als nicht als Spinnerei irgendwie abtun lassen, sondern dann irgendwann auch, ja, ich will nicht gleich sagen zum Mainstream werden, aber zumindest zu hörbar werden. Und das war eine spannende Zeit. Wie gesagt, ich arbeitete dann nebenher schon auf Vermittlung meines Professors bei einer Unternehmensberatung. Und da kam ich zum ersten Mal mit dem Thema Fundraisingkontakt.

Sprecher 1 Jetzt mal, ohne dich jetzt vorführen zu wollen. Hast du irgendeine Art von Abschluss?

Sprecher 2 Ja, ehrlich gesagt, ich habe ein Vordiplom in BWL, ja. Wie großartig ist das denn?

Sprecher 1 Du bist einer der erfolgreichsten Unternehmer in der deutschen Fundraising-Szene und das beweist mal wieder, es geht auch so.

Sprecher 2 Ja, also wie gesagt, es war dann irgendwie auch die Luft raus, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich hatte dann während meines Studiums schon eine eigene Kommunikationsagentur mit einem Freund zusammengegründet. Ja, es war irgendwie, es war natürlich auch eine wilde Zeit, muss man einfach auch sagen. Also alles konnte gehen. Ich habe jetzt erst wieder jemanden getroffen, der auch eine eigene Firma hat, die er damals auch entwickelt hat. Für den habe ich damals noch ein Sponsoring-Krezept für seinen Studentenclub geschrieben. Also Ja, das waren wirklich wilde Zeiten. Und wie gesagt, in der Unternehmensberatung hat man natürlich dann auch vieles kennengelernt. Das war auch sehr spannend. Und die hatten halt einen Kunden, das war die Stiftung Wald für Sachsen. Und diese Stiftung sollte jetzt auch dieses Spenden. Irgendwie, wie haben sie es gesagt? Wir müssen jetzt auch Spenden eintreiben.

Sprecher 1 Auch das ist der Punkt, der seit 20 Jahren sich ja auch nicht ändert. Was meinst du denn? Jede Woche, jede Woche kriege ich diese Vokabel um die Ohren gehauen, von wem auch immer.

Sprecher 2 Ja, und ich hatte gar keine Ahnung, null, ja. Und machte dann das, was ich auch in der Firma gemacht hatte, recherchieren. Ich war dort im Bereich Marktforschung unterwegs.

Sprecher 1 Entschuldigung, Entschuldigung, ganz kurz, wie hast du recherchiert? Damals war das ja noch nicht so ganz so einfach. Da hatten wir ja noch Mikrofischkarteien in irgendwelchen Holzschubladen in den Büchereien.

Sprecher 2 Ja, also das war schon, muss man sagen, also ehe ich dann soweit war, war es 98 geworden. Also es war dann schon wieder ein bisschen Zeit vergangen, muss man ganz ehrlich sagen.

Sprecher 1 98 war ich im Ja, ich glaube im zweiten Semester, da fing es gerade mal an, dass an meiner Hochschule ein Rechnerraum eingerichtet wurde, wo dann gesagt wurde, ihr könnt ja mal gucken, es gibt sowas wie dieses Internet und macht aber nicht so viele böse Sachen da.

Sprecher 2 Ja, also das war schon auch so, das muss man auch wirklich so sagen. Ich habe dann lustigerweise als allererstes mal die Zeitschrift des Bundes für Sozialmarketing bestellt. Ich habe ganz wollen von Wand. Ja, ich hab die auch noch. Die stehen hier bei mir noch schön im Regal, weil die braucht man irgendwann nochmal.

Sprecher 1 Es ist die Frage, ob man sie braucht, um sie gegen jemanden zu verwenden oder zu historischen Zwecken.

Sprecher 2 Wahrscheinlich eher das. Weil ich sag mal so, zu dem Zeitpunkt steckte ja auch das deutsche Fundraising noch in Professionalisierungstendenzen, um es mal ganz vorsichtig zu sagen.

Sprecher 1 Das gab es ja noch gar nicht. Also es gab den Begriff ja auch noch gar nicht. Es gab vielleicht die Aktivitäten und es Es gab die tatsächlichen Praktiken in bestimmten Organisationen, aber und es gab Menschen, die in Amerika waren und da mal was gehört haben.

Sprecher 2 Ja, also ich habe jetzt. gerade auch wieder gehört mal in Mitte der Achtziger Jahre, da haben Organisationen noch Telefonbücher abgeschrieben und haben die Leute angeschrieben. Und teilweise mit Responseren von 25 bis 40 Prozent der Frage.

Sprecher 1 Da gibt es Unternehmenskonzepte, die haben dazu geführt, dass dieses Telefonbuch abschreiben sie reich gemacht hat.

Sprecher 2 Ja, hammerhart. Also fasziniert mich immer wieder. Aber ja, ich hatte dann sozusagen stand die Aufgabe, okay, was machst du jetzt? Kommst jetzt voran, dann gehst du zur Stiftung Wald für Sachsen nach Leipzig und arbeitest dort. Das war für mich sozusagen auch zum ersten Mal quasi richtig aus dem Nest raus. Wohnungen in einer WG zusammen mit zwei Studenten und dann dort arbeiten. Und das war eigentlich eine tolle Tätigkeit. Wie weit warst du dann?

Sprecher 1 Lass uns nochmal zusammenfassen.

Sprecher 2 Da war ich dann schon 28.

Sprecher 1 Das war dann auch in Leipzig in dieser boomenden Zeit, wo Leipzig komplett umgewickelt wurde und umgebaut wurde, ne, oder?

Sprecher 2 Ja, ja, also das Leipzig wurde eine ganz andere Stadt. Also muss man auch ganz ehrlich sagen. Ich meine, die waren schon immer weltoffner, die waren allein schon durch die Messe und durch den Handel. Da fiel auch immer mal was vom Laster, wie ich erfahren habe, von meiner Frau zu Messezeiten. Also Das war schon immer ein bisschen anders. Aber sie wurde jetzt auch vor allen Dingen jünger, also noch jünger, als sie schon war. Also, das fiel mir dann auch auf, als ich wieder nach Dresden zurückkam. Dresden war viel älter, also quasi machte als Barockstadt seinen Namen alle Ehre. Das war schon. Ein bisschen anders. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, ich bin da nie so richtig warm geworden. Vielleicht fehlte mir da auch mein Elbtal, vielleicht war ich da auch nie so verklärt. Auf jeden Fall als dann nach einem Jahr, ich hatte die Anzahl der Spenderinnen und Spender von 300 auf 1500 hochgeblasen Also regelmäßiger Spender, mal dazu gesagt.

Sprecher 1 Bucht auf den Mann, bucht ihn, wobei die Rahmenbedingungen, ich glaube, ein paar Jahre später durchaus anders sind.

Sprecher 2 Ja, wenn ich jetzt noch dazu sage, dass wir eigentlich kein Budget hatten, und dass ich bei meinen Haufen. Von meinem Chef noch was auf den Deckel bekam, weil meine erste Telefonrechnung, die ich da produziert hatte, die waren, die lag, glaube ich, knapp unter 1000 Euro. Und da fragte er mich dann, ja was hast du denn gemacht? Ich sage, na ganz einfach, ich habe erstmal alle 300 angerufen, um überhaupt das mal eine Klarheit zu bekommen, warum die eigentlich uns unterstützen.

Sprecher 1 Mit Menschen geredet.

Sprecher 2 Ja, das hatte ich natürlich so in der Marktforschung gelernt. Also das hatte jetzt mit Fundraising noch nicht allzu viel zu tun. Lustigerweise habe ich 1998 meinen allerersten Fundraising-Kurs gemacht in Bad Honnev. Damals noch mit dem Nachtzug bis dahin gefahren und meine erste Referentin war Dr. Marita Heibach zum Thema Großspenden-Fundraising. Wahnsinn!

Sprecher 1 Großartig Großartig. Also, das ist lustig. Also, auf der einen Seite ist es ja schön, dass wir in dieser Szene über ganz viele Jahre so eine Konsequenz und auch eine Stringenz haben, so gerade was Personen angeht. Das hast du gerade bei dem BSM-Magazin schon beschrieben, wo ich sage, ich hab die Dinger auch. Und da sind teilweise immer noch dieselben Nasen zu sehen, die man heute in bestimmten Zeitschriften auch noch sieht. Auf der anderen Seite, das ist aber auch erschreckend, ja. Also ich meine Ja, ich finde es ja schon, auch das Großspenden-Fundraising, von dem ich persönlich nahezu überhaupt keine Ahnung habe, hat sich sicherlich weiterentwickelt und ganz massiv auch technisiert. Auch das Verhältnis zwischen Großspendern und Spenderinnen und Spendern, äh nein, andersrum, zwischen Fundraisern und Großspendern hat sich auch nochmal geändert. Und auch die Kommunikation hat sich geändert. Aber dennoch. betonen wir immer noch die Wichtigkeit. Und das macht mir Angst. Aber dazu vielleicht gleich nochmal. Also das hat sich da überhaupt nichts geändert. Ich weiß es nicht. Aber auf jeden Fall warst du in Bad Honnev, hast dein erstes Seminar bekommen.

Sprecher 2 Genau, und dann, ich glaube, das Jahr drauf war der Fundraising-Kongress in Leipzig. Und da habe ich meine erste Kongresserfahrung gemacht. Und da habe ich so, also ich sehe es jetzt so Zu denen, die jetzt neu zum Kongress kommen. Das ist so Staunemann und Söhne. Also wow, was es alles gibt. Und so viele Leute arbeiten da.

Sprecher 1 Bunte Glisterwelt. Hoppla.

Sprecher 2 Dann Gala und gut, Disco, das fand ich damals, von dem Thema war ich weg. Ich hatte früher selber aufgelegt und ja, das war auch eine wilde Zeit, aber Das hatte auch ganz anderen Hintergrund, muss man ehrlicherweise sagen. Also das hatte mit der Disco, die dort gemacht wurde, gar nichts mehr zu tun und deswegen war ich irgendwie weg von dem Thema. Aber was mich so faszinierte, waren so die vielen Leute, die mit diesem Thema zu tun hatten. Und das war schon krass. Aber wie gesagt, das war ein Jahr in Leipzig und dann holt nämlich mein Chef ran und sagte zu mir, naja, Herr Dabersteh, wie würden Sie denn jetzt weiterverfahren? Und da habe ich gesagt, naja, also ohne Budget wird es nicht weiter gehen. Also wir müssen jetzt auch nochmal ein bisschen Geld in die Hand nehmen, einfach um dann das auf breitere Füße zu stellen. Wir können die Stiftung Wald für Sachsen einfach nicht nur hier in Sachsen weitermachen. Wir müssen das Thema bundesweit aufstellen, sonst wird das nichts. Und das war natürlich eine Riesenvision, die ich nach einem sehr intensiven Gespräch auch mit Barbara Kroll, damals aus der Schweiz, die Mailing-Papstin, mit der ich heute immer noch freundschaftlich sehr, sehr Gern und gut verbunden.

Sprecher 1 Immer noch eins der Standardbücher geschrieben zum Bereich Direct Mailing, was man immer noch gut lesen kann und immer wieder aktualisiert wird, muss man sagen.

Sprecher 2 Ja. Und ich durfte mittlerweile auch Co-Autor bei ihr sein. Also auch da sieht man dann einfach da eine Entwicklung. Und ich bin da rangegan und dachte mir, ja, jetzt muss es auch wirklich vorangehen und wir hatten auch gute Chancen. Wir hatten ein super Thema, ja, mit einem Europflanzen, einen Quadratmeter Wald. Und das in Deutschland, das ging damals noch. Heute würde man viel mehr Geld dafür brauchen. Und wir hatten Flächen, wir konnten aufforsten wie die wilden. Also es wäre wirklich super gegangen, es war ein super Thema. Ich habe sogar die unter dreißigjährigen zum Spenden bekommen. weil du sollst ja bis zu 30 bist mal einen Baum gepflanzt haben. Das funktioniert so.

Sprecher 1 Schöne Metapher.

Sprecher 2 Ja, also wir haben tolle Projekte gemacht. Wir hatten im November und im Februar, wo ja die klassische Pflanzzeit ist und ja immer super Wetter, also so nieselig. Leicht kalt und du kriegst immer kalte Füße. Da machten wir Pflanzaktionen mit 400 Leuten auf dem Acker, die uns danach noch sich bedankt haben, dass sie dabei sein durften. Also auch emotional war das einfach. Das wird super. Hat riespaß gemacht. Aber wie gesagt, mein Chef wollte kein Budget hergeben und dann rief mein alter Chef an von der Unternehmensberatung und fragte mich, ob ich nicht den neuen Geschäftsbereich in seiner Firma Marketing Intelligence übernehmen möchte. Und als ich dann nach Dresden nach Hause kam, war ein Vertrag in meinem Briefkasten, sowas machte man damals so. Und da stand eine Zahl drauf, die ich nicht ablehnen konnte. Und da war ich erstmal wieder raus aus dem Fundraising, aber nicht lange, weil wir hatten dann viele Kunden, die so institutionelle Kunden waren und die auch immer wieder das Thema Finanzierung hatten. Und irgendwie war ich dann auch immer wieder drin und fragte dann zwischendrin auch immer mal, na habt doch mal überhaupt. über Spenden nachgedacht für eure Organisation. Und da merkte ich dann aber auch immer mehr, dass ja, das ist eigentlich ein spannendes Thema. Das hat ja auch Spaß gemacht. Und 2003 war dann der Moment, wo es in der Firma irgendwie nicht mehr so ganz rund lief und ich mir dachte, ja. Jetzt ist vielleicht der Moment auch gekommen, wo du nochmal wechselst, wo du nochmal was Neues machst und du wolltest irgendwann mal was mit Werbung machen Und dann habe ich bei einer größten ostdeutschen Werbeagentur angeheuert. Die wollten mich unbedingt haben, weil ich war ja nun vier, fünf Jahre als Unternehmensberater unterwegs. Ich kannte sehr, sehr viele Unternehmen. Und das war natürlich eine super Voraussetzung und die wollten mich unbedingt als Kontakte haben. Und als ich dann am ersten Tag da ankam, sagten sie zu mir, ach, hat ihnen das niemand mitgeteilt, wir mussten alle Neuanstellungen wieder canceln.

Sprecher 1 Ja, vielen Dank.

Sprecher 2 Jo, auch das war der Wilde Osten. Das war 2003 nicht gerade ein Top-Jahr, um Arbeitsplätze zu finden. Und mein Chef sagte zwar, ich würde euch gerne mitnehmen nach Frankfurt am Main, aber ich sagte: Nee, Frankfurt am Main, ganz ehrlich, ist jetzt nicht so das Ding. Das Dumme war nur, ich hatte gerade geheiratet, Kind war unterwegs. Ja, was machst du dann? Und ja, dann war meine Frau so verrückt zu mir zu sagen, naja, hast du mal darüber nachgedacht, dich selbstständig zu machen? Sie war schon seit 1992 selbstständig. Also für sie war das ein ganz normaler Vorgang. Sozusagen für mich war das eine ganz neue Welt. Ich musste ja muss ja alles selber machen. Dann hatte ich ein halbes Jahr Zeit, darüber nachzudenken, gut dotiert über mein Arbeitslosengeld, was es ja noch von dem Gehalt wegging, was ich ja eigentlich bei der Werbeagentur hätte kriegen müssen. Die hatten nämlich leider vergessen, mir zu kündigen. Und dementsprechend war ich natürlich bei denen schon angestellt. und hatte natürlich auch Anspruch auf das Gehalt und 14 Tage Urlaub, was ich natürlich dann freudig auch in Anspruch genommen habe. Aber ich hatte dann Zeit Hab meine Firma überlegt, was will ich machen und irgendwann kam dann das Thema, ja, Beratung macht Spaß, Fundraising macht auch Spaß. Und dann habe ich die Spendenagentur gegründet.

Sprecher 1 Genau, also ich habe jetzt hier stehen. Wir haben den Fehler gemacht, dass ich völlig vorausgesetzt habe, dass die meisten Menschen wissen, wer du bist. Weil man braucht nur den Namen sagen. Wir haben überhaupt gar nicht gesagt, was du eigentlich machst und wer du eigentlich bist. Aber ich habe bei mir Hier stehen. Herausgeber, Verleger, Veranstalter, Berater, Redner, ich glaube, dass die Liste ganz bestimmt nicht vollständig ist. Als was würdest du dich denn jetzt aktuell bezeichnen? Was bist denn du?

Sprecher 2 Ja, eigentlich Kommunikator.

Sprecher 1 Okay, das fehlt dir.

Sprecher 2 Das trifft es eigentlich am besten, weil das ist das, was ich zum großen Teil mache. Natürlich berate ich, ich berate gemeinnützige Organisationen hier, sagen wir mal, im Raum Mitteldeutschland vor allen Dingen. Das sind meistens so kleine, mittlere, eher regionales Fundraising. Das mache ich, wie gesagt, schon seit 2003. Und ja, 2004 habe ich schon den ersten ersten Fundraising-Tag gemacht. Ehrlicherweise natürlich auch unter der Prämisse, hm. Also ich will jetzt eigentlich nicht ständig wieder erklären, was Fundraising ist.

Sprecher 1 Das machst du aber doch jedes Jahr, bei jeder Veranstaltung immer wieder selber, oder? Jedes Mal, wenn ich die Programme sehe von den Fundraising-Tagen, hinter denen du und ihr ja auch steckt. Sind zu Recht natürlich Einstiegsveranstaltungen dabei und ich habe das Gefühl, besonders bei den bei den in Sachsen und im östlichen Bereich, oder?

Sprecher 2 Ja, also es ist nach wie vor so, dass sich die Fundraising-Szene doch sehr stark unterscheidet zwischen denen in den sogenannten alten Ländern und denen in den ostdeutschen Bundesländern. Das muss man ganz ehrlicherweise so sagen. Warum ist das so? Ich sag mal so, wir sind eigentlich vom Professionalisierungsgrad einfach dort, sagen wir mal, so Ende der Neunziger. was man jetzt in der Bundesrepublik im Gesamten hätte, normalerweise. Wir haben viel weniger Fundraiserinnen und Fahrndräser, die angestellt sind, die wirklich eine hundertprozentig Fandresser und Fundraiserstelle haben. Also davon kann ich jetzt hier in Sachsen, da kann ich mal zwei Hände hochhalten und dann ist viel Und was wir auch haben, sind halt viele Menschen, die quasi in dem Thema quer drin sind, die also irgendwas dazulernen, die das als Aufgabengebiet mit oben draufgeknallt bekommen zu noch Projektassistenz, Marketingassistenz und Geschäftsführung Wenn du das hörst, dann wirst du feststellen, ja, das hatten wir auch alles schon mal, bis man dann irgendwann festgestellt hat, das geht aber so nicht.

Sprecher 1 Aber warum ist das so? Also, ich Hobbypsychologe, der ich ja bin, so, oder auch ich habe ein bisschen Soziologie gemacht, meine Vermutung wäre ja jetzt, wenn nicht seit der Deutschen Einheit schon 30 Jahre vergangen wären, so sagt, naja, die Menschen sind halt große. groß geworden, dass einfach der Staat für alles sorgt, dass ich selber keine eigene Leistung bringen muss, dass ich, dass ich mich immer zurücklegen kann, weil irgendwie wird schon für irgendwas ges Gesorgt, also ist mein Altruismus auch eher zurückhaltend. Aber ich sag mal, das sind 30 Jahre vergangen. Wenn es denn ansätzlich so wäre, wie ich jetzt hier vermutet habe, ich weiß nicht, ob das stimmt, das ist eine reine Vermutung.

Sprecher 2 Ja, ich glaube, da ist ein Denkfehler Es liegt gar nicht daran, dass die Menschen hier im Osten nicht spenden. Das tun sie nämlich. Aber sie tun es anders und die Zielgruppe ist eine andere. Wir haben keine 70-Plus-Zielgruppe hier. Die Zielgruppe, die wir hier haben, ist 50 plus. Das heißt, das ist auch eine Zielgruppe, die ganz anders ist. Also, wir sind eigentlich mit den Babyboomern sind wir schon groß. Ich sage immer, die ostdeutschen Spender sind unwahrscheinlich kritisch. Erwarten viel mehr Transparenz, also beispielsweise, nur mal ein klassisches Beispiel. Du schickst, also jemand spendet dir was und der hat nicht innerhalb von zwei, drei Tagen seine Spendenbescheinigung auf den Tisch.

Sprecher 1 Aber das sind doch Anforderungen, die im Grunde genommen ja so völlig, völlig legitim und völlig normal sind und aus denen, sage ich mal, ich mache jetzt absichtlich die Trennung Ost-West auf, ja, betont. Wo das westliche Fundraising einfach eine Menge von lernen kann. Aber das sind doch genau die Anforderungen, die möchte ich ja in den anderen Organisationen auch haben. Natürlich will ich wissen, was mit der Kohle passiert. Natürlich möchte ich wissen, dass es alles angekommen ist. Natürlich möchte ich weg von Transparenz vielleicht sogar hin zur Wirkung gehen. Ja, das ist doch eigentlich toll.

Sprecher 2 Ja, ich sag mal so, dass das Fundraising trotzdem nicht so aus dem Knick kommt hier bei uns, liegt unter anderem aber auch noch an was anderem und zwar an einer. Sagen wir mal, strukturellen Ungleichheit, die den NGOs, die es hier bereits gab, also den großen sozialen Träger, den Wohlfahrtsträgern, die ja schon zum großen Teil auch das Fundraising in Deutschland Mitbestimmen, wenn auch vielleicht nicht so vorn im innovativen Bereich, aber in der Breite, dass die nach der Wende mit Förderprogrammen ausgestattet worden sind für Investitionen, wo sie einfach kein Fundraising machen mussten. Da gab es Revolving-Fonds und die gibt es teilweise immer noch. Da ist sehr viel Geld auch in diese Infrastruktur geflossen, sodass die eigentlich eher in Entgelten gedacht haben, aber nicht in Spenden. Und wenn solche großen Tanker, wenn solche großen Organisationen kein Fundraising machen, dann wird es kritisch. Aus meiner Sicht. Weil die haben eigentlich die besten Möglichkeiten und die könnten auch ein professionelles Fundraising hier im Osten viel besser etablieren als die ganzen vielen kleinen Vereine, die es hier gibt und die schon lange professionelles Fundraising machen.

Sprecher 1 Aber jetzt reden wir ganz viel über deine eigene Person. Und wenn ich jetzt mal so ein bisschen in die Szene hineinschaue und wenn ich auch an wenn ich persönlich Anfragen bekomme aus den Ostern Löstlichen Bundesländern, ich verweise eigentlich immer nur an entweder dich oder an die ganz liebe Kollegin Doris Voll die mir so als freie Beraterinnen und Berater so in den Weg kommen. Ich habe auch das Gefühl, dass die dass die Szene in. Ostdeutschland gar nicht so ausgeprägt ist. Täuscht das oder seid ihr da wirklich allein auf weiter Flur?

Sprecher 2 Also ich würde sogar sagen, wir haben mehr Fördermittelberater als freie Fundraising-Berater. Und das liegt auch an den Strukturen. Ich sage es auch ganz ehrlich, du kannst normalerweise nicht nur von dem reinen Fundraising-Beratungsgeschäft auch nicht leben. Und deswegen, ich sage ich mal so, wie gesagt, habe ich auch den ersten Fundraising-Tag in Dresden. Interessanterweise hatten sich so ein paar Leute zusammengefunden zu der Zeit. Das waren sechs oder sieben, die so in den Bereichen was machten. Von denen heute sind nur noch zwei übrig, das sind Doris und ich. Und Doris hatte damals vor, den ersten Thüringer Fundraising-Tag zu machen. Damals hieß er noch so, heute Mitteldeutscher Fundraising-Tag in Jena. Und ich hatte denselben.

Sprecher 1 Einer der wenigen, den du dich machst, ne? Also der, der nicht auf deiner Liste ist.

Sprecher 2 Ja, aber der im selben Jahr entstanden ist. Also wir feiern jedes Jahr sozusagen unser Jubiläum gemeinsam, weil wir haben es abgesprochen, wir haben gesagt, Gut, okay, wir sollten uns auch ein bisschen aus dem Weg gehen, mach du mal im Frühjahr, ich mach im Herbst. So ist dann entstanden Und machen wir nach wie vor so und unterstützen uns auch gegenseitig. Doris wollte ich eigentlich dieses Jahr mal wieder einbinden in meine Fundraising-Tage zum Beispiel. Das wird aber nun ja alles anders. Und von daher kann ich jetzt auch mal so sagen, die Fundraising-Tage waren natürlich dann quasi sogar eher da als das Magazin. Weil einfach Bedarf war an Weiterbildung, auch ein Bedarf. Aber ich habe eben jetzt beispielsweise in Sachsen festgestellt, beim letzten Fundraising-Tag, da war eine Organisation da, die war beim allerersten Fundraising-Tag dabei. Ja, und die waren wieder in Einsteigerkursen und ich war geradezu erschüttert und als ich dann aber die Namen gelesen habe, habe ich festgestellt, das sind ja ganz neue Namen. Also Ich glaube, da muss man dann auch mal über Wissensmanagement in der Organisation ganz doll nachdenken.

Sprecher 1 Absolut. Jetzt, genau, ich hatte eigentlich ursprünglich gedacht, wir fangen mit dem Magazin an. Jetzt fangen wir nicht mit dem Magazin an, sondern mit den Fundraising-Tagen. Du hast vorhin in deinem Erlebnisbericht beschrieben, dass du zum ersten Kongress nach Leipzig oder einen der ersten Kongresse nach Leipzig gekommen bist. Bis heute ist der Fundraising-Kongress ja. Auch wenn es die Veranstalter nicht so gerne hören, der durchaus hochpreisig. Das ist eine Veranstaltung, da geht man nicht als kleiner Taubenzüchterverein hin, weil es einfach auch vielleicht gar nicht das richtige Publikum ist. Ich wäre von deinen, von euren Fundraising-Tagen erlebt und sehe das immer als genau das Ding, was in Deutschland gefehlt hat. Oder zumindest zumindest Bis heute auch sonst nicht weiter angeboten wird, nämlich dass ich die Chance habe, dort was über Fundraising zu lernen, aber eben auch es vertiefend anwenden zu können. Wie siehst du die Diskrepanz? Vielleicht gar nicht unbedingt nur jetzt in Ostdeutschland? zwischen den absoluten Profis und dem und dem fast schon hobbybetriebenen Fundraising in Deutschland. Du hast ja den Spagat, du kennst beide Welten. wo siehst du denn da das Potenzial auf auf der Seite des des eher nicht hundertprozentig professionellen Fundraisings

Sprecher 2 Also ich glaube ja, dass der, äh, man sagt immer gern, der Spendenmarkt wird von den 200 großen Organisationen dominiert. Und das trifft vielleicht auch rein umsatzmäßig auch zu, einfach weil diese Organisationen gelernt haben, Fundraising wirklich als Marketing zu verstehen und auch entsprechend anzuwenden. Aber dieses, ich nenne es mal das Long Tail des Fundraisings, ja, diese vielen, vielen Menschen, die sich da täglich engagieren und die auch täglich auch um Spenden bitten Das ist noch viel größer. Ich glaube auch, dass das Spendenaufkommen in Deutschland ja viel größer ist als das, was uns die GfK da jedes Jahr serviert. Einfach aus dem Grund heraus, weil es so wahnsinnig viele Vereine, so wahnsinnig viele Stiftungen in Deutschland gibt. Also wir reden hier von einem Volumen von 680. 000 wahrscheinlich. Organisation and davon machen nicht alle Fundraising, aber selbst wenn nur ein Drittel davon Fundraising macht, kann man sich forstellen wie groß the markt is Und aus dem Grund glaube ich einfach, da ist viel mehr Musik drin. Ich sehe den Unterschied natürlich vor allen Dingen darin, was kann ich als kleiner Verein machen. Mit welchen Ressourcen kann ich umgehen und was können die Großen logischerweise machen? Ich sehe aber gerade bei den Kleinen, und dadurch, dass ich natürlich auch den Einblick habe und sehr, sehr viele kleine und mittlere Organisationen in den letzten Jahren beraten habe, Sehe ich unwahrscheinlich viele Vorteile in einem sehr engen Fundraising, so würde ich es mal bezeichnen. Die sind sehr eng dran an ihren Spenderinnen und Spendern. Das können große Organisationen zum Teil nicht Mehr. Die brauchen dafür Automaten, die ihnen dann Karten unterschreiben. Das machen die Leute dort noch selber und von Hand. Und das merkt man. Und das Dumme ist nur Dass sie irgendwann mal in irgendeinem Mailing-Workshop waren und gelernt haben, ja, das muss jetzt alles irgendwie automatisiert werden und ganz schnell und ganz schnell. Und dann sage ich immer, nee, Fundraising macht Mühe. Und Mühe braucht auch manchmal ein bisschen Zeit und auch ein bisschen Ausdauer. Und wenn ich dann 3000 Briefe, das ist so mein persönlicher Rekord, von Hand unterschrieben habe. dann ist das einfach nochmal was anderes. Und dann nehme ich mir auch diesen Tag Zeit, um das zu schaffen.

Sprecher 1 Ja, aber jetzt bist du mit dem Fundraiser-Magazin ja top of the edge. Wenn man sich die Artikel anschaut, das sind teilweise wissenschaftliche Erkenntnisse drin, da geht es um Forschung, da geht es um weltweiten Austausch, da geht es um weltweite Erfahrungen und Instrumente. Und auf der anderen Seite bist du Berater mit der Spendenagentur eben auch für ganz klitzekleine Projekte vor Ort. Wie schaffst du denn Spagat? Also zwischen dem sehr abstrakten, globalen bis hin zu, du hast mir mal berichtet von einer Museumseisenbahn, die du jetzt gerade betreust. Also das, das ähm Das ist doch wie, ich sag mal, wie der Gehirnchirurg auf der einen Seite und auf der anderen Seite erklärt man dem Kindergartenkind, wie man im Pflaster richtig aufklebt, oder?

Sprecher 2 Würde ich gar nicht so sagen. Weil das, was Fundraising ausmacht, Nämlich eine persönliche Beziehung zu seinen Spenderinnen und Spendern aufzubauen. Das ist ja für alle gleich. Es geht nur darum, die spezifischen Stärken der Organisation herauszufinden, wie sie das am besten machen können. Das schaffen Große, die viele Menschen betreuen. sozusagen natürlich nur über eine vermittelte Kommunikation, währenddessen das natürlich kleinere Organisationen durchaus in einer direkten Kommunikation noch schaffen können. Und natürlich sind die dann auch im Fundraising und auch in der Bindung stärker, einfach deswegen, weil sie diese persönliche Beziehung in die Wageshalle werfen können. Irgendwann kommt dann aber der Punkt, wo es einfach zu viele Spenderinnen und Spender wären, weil die ja die Organisation alle so toll finden. Und dann kommt auch der Punkt, wo man dann nachdenken muss, wie kann ich das Professionalisieren und das sind eigentlich die Organisationen, die zu unseren Fundraising Tagen vor allen Dingen kommen. Also, ich sage mal so eher so diese Mittel Dieser Mittelstand im Fundraising, so würde ich ihn mal nennen, die eben jetzt feststellen, ja, wie wir das in den letzten Jahren gemacht haben, damit kommen wir es nicht mehr klar. Wir brauchen eventuell Personal oder wir brauchen irgendwie clevere Methoden, mit denen wir das machen können. Es muss sich irgendwie weiterentwickeln Die Projekte sind ja zum Teil auch dann gewachsen aufgrund der Spendenmöglichkeiten, die da gekommen sind. Das muss man ja auch immer so sehen. So eine Organisation ist ja ein recht dynamischer Prozess.

Sprecher 1 Was macht dir denn da persönlich am meisten Spaß im Beratungsgeschäft?

Sprecher 2 Ich hatte mal einen Kollegen, der mich mal gebeten hat und gesagt hat, darf ich mich mal zu dir reinsetzen in so ein Beratungsgespräch? Und als er danach rauskam, war der völlig fassungslos und sagte zu mir, sag mal, ist dir das eigentlich nicht peinlich, dafür Geld zu nehmen? Und ich habe zu ihm gesagt, ja, aber sag mal, wie kommst du denn jetzt da drauf? Naja, du erklärst denen doch im Endeffekt Sachen, die sie aus jedem Buch mitnehmen könnten. Das steht ja überall dort drin. Ich sage, ja, es steht da drin. Aber glauben es die Leute deswegen?

Sprecher 1 Ja, oder haben sie es gelesen?

Sprecher 2 Und haben Sie es gelesen? Das kommt noch dazu. Können sie es wirklich anwenden? Das kommt noch dazu. Können Sie sich wirklich vorstellen, dass ein Dank eine dankgeschriebene Karte besser funktioniert als ein Serienbrief, den die Sekretärin unterschreibt? Das sind das sind Wirklich Kleinigkeiten, aber es sind Basics und die kommen immer und immer und immer wieder. Und das erlebe ich bei kleinen Vereinen genauso wie bei großen. Und ich bin immer wieder fasziniert, dass immer diese Basics nicht eingehalten werden. Es macht mich teilweise auch, ich komme dann nach Hause und denke, Herrgott nochmal, irgendwann muss das doch mal aufhören. Du hast jetzt ein Fernresermagazin am Start, du machst Handracing-Tage, du machst Weiterbildung, du bist bei der Akademie und machst dort den NGO-Dialog, den Newsletter dort mit inhaltlich. Irgendwann müssen es die Leute doch mal kapiert haben, wie das funktioniert. Aber nein, es kommen entweder immer wieder neue Leute, das ist das eine, oder es wird einfach im täglichen immer wieder vergessen, dass man auf diese Basics zurückkommen muss.

Sprecher 1 Verändern sich die eigentlich in irgendeiner Form? Also ich kann es jetzt nur an mir ausmachen. Ich bin jetzt sieben Jahre selbstständig, gehe jetzt in eines Jahres acht Jahr rein und habe das letzte Mal als Fundraiser davor gearbeitet. So, da habe ich tatsächlich alles gemacht von der 5-Euro-Spende bis zur Erbschatzabwicklung. Irgendwie alles so, ne? Aber ich habe immer das Gefühl, wenn ich jetzt mit Leuten zusammensitze und demen was erzählen soll. Dann bin ich auch nicht mehr glaubwürdig, weil ich es ja irgendwie schon seit acht Jahren wirklich definitiv nicht mehr praktisch tue. Und mein Stand der Kenntnisse, wie ich denen weiterhelfen kann, im Grunde genommen von Kunden zu Kunden mit den Kunden weiter wächst. Das ist ja auch kein Beratungsgeheimnis, dass man im Grunde genommen ja immer von den den eigenen Kunden am meisten lernt. Aber nehmen die dir das denn noch ab oder erdest du dich selber durch private Fundraising-Aktivitäten, die du selber noch tust?

Sprecher 2 Also das kommt natürlich noch erschwerend hinzu. Also man macht natürlich auch selber immer mal wieder was. Also ich habe vor zwei Jahren. Die Kirche hier in Dresden in Lockwitz und in Rostow sind zwei Kirchen, die zur Kirchgemeinde gehören. Da kam der Kirchenvorstand zu mir, der Cornelius Neumann, ein sehr veritierender Tabler Herr, der sich da bei mir anmeldete mit schlur weißem Haar. Und wir sprachen darüber und dann sagte er zu mir, ja, Herr Daberstiel, muss Ihnen sagen, wir haben davon keine Ahnung. Wir haben hier ein Spendenaufkommen, das ist sehr gering Im Jahr und jetzt sollen wir plötzlich über 30. 000 Euro zusammenbekommen für diese Kirche, um das in Ordnung zu bringen um die Innensanierung zu starten. Wir können Fördermittel bekommen, wir kriegen Mittel von der Landeskirche, aber wir brauchen auch Eigenmittel. Deswegen bin ich bei Ihnen. Können Sie uns da unterstützen? Und ja, da ist es dann natürlich auch so: da kann ich mich dann immer entscheiden. Da kann ich dann sagen, mache ich da jetzt was ehrenamtlich oder mache ich das jetzt als Beruf? Das Ergebnis ist hoffentlich dann immer dasselbe, nämlich es ist erfolgreich.

Sprecher 1 In dem Fall ist das Ergebnis auch, dass dieses Vorhaben den Deutschen Fundraising-Preis erhalten hat.

Sprecher 2 Ja. Was mich auch sehr gefreut hat, weil ich wollte mich eigentlich gar nicht bewerben, aber ich bin dann extra nochmal aufgefordert worden, doch dieses Projekt einzureichen. Du bist beworben worden, kann man ruhig so sagen Das war natürlich auch ein Projekt, wo ich auch viel Herzblut reingesteckt habe und was auch wieder Riesenspaß gemacht hat, weil ich sage mal, alleine in diesen Dankesgottesdienst zu sitzen. Ich meine, wie gesagt, ich bin nicht In der Kirche. Aber allein diesen Dankesgottesdienst zu sitzen und die Leute zu sehen, wie sie die Hälse recken, wer alles gespendet hat. Thema Dorf und soziale Kontrolle. Das war so faszinierend, ja, und mein Nachbar kam am nächsten Tag zu mir. und sagte du, ich habe so einen Ärger jetzt, ich war nicht beim Dankgottesdienst, ich hatte zu tun in meiner Firma, aber mich haben heute schon drei Leute darauf angesprochen. Ob ich denn nichts gespendet hätte.

Sprecher 1 Sozialer Druck, ja, spannend.

Sprecher 2 Also alleine aber auch zu sehen, dass sich da Leute engagiert haben, die überhaupt nichts mit der Kirche zu tun hatten. Und das konnte sich die Kirche vorher überhaupt nicht vorstellen, dass das funktioniert.

Sprecher 1 Das Kirchengebäude als Gebäude an sich und als Identifikationsmerkmal im Dorf.

Sprecher 2 Ja, einfach, wir haben das natürlich dann auch auch anders positioniert in dieser Zielgruppe. Wir haben uns dann darüber Gedanken gemacht, okay, wie denkt denn jetzt die Zielgruppe Christ und wie denkt die Zielgruppe nicht Christ Und dann haben wir gesagt, gut, okay, für die einen ist es ein Kulturdenkmal, für die anderen ist es ein Glaubenssymbol auch. Ein Raum, in dem der Glaube gelebt wird. So, und dementsprechend haben wir natürlich zwei Briefe geschrieben und nicht nur einen. Und natürlich hat mich die Pfarrerin gefragt, ob das denn nötig ist. Aber das ist Fundraising und das können deswegen, das ist der Punkt. Das würde doch eine große Organisation normalerweise auch so machen. Machen sie teilweise aber auch nicht. Also gerade Differenzierung ist ein ganz großes Thema und wenn ich mit Agenturen spreche und die sagen, ja, Wir wollen das gerne auch mal bei den Großen noch ein bisschen stärker. Wir wollen mehr testen und so weiter. Da fehlen dann die Budgets für solche Dinge. Und da muss ich ganz ehrlich sagen: das sind alles Basics. Das sind keine Dinge, die eine große Organisation anders machen kann als eine kleine. Da ist kein Unterschied. Und das, was wir mit dem Fahrndräsermagazin machen, ist natürlich dass wir versuchen, eben in diese Dinge auch einen Einblick zu geben, aber ich kann nicht jedes Mal ins Magazin reinschreiben, Leute, sprecht mit euren Spendern. Also

Sprecher 1 Danke für diese Brücke, die du jetzt da gerade baust. Du als Matthias bist omnipräsent auf irgendwie gefühlt jeder größeren Veranstaltung. Man kennt dich, du bist auf der Bühne, bist nicht auf der Bühne, bist manchmal nur im Publikum, aber trotzdem bist du präsent. Genauso präsent ist auf jeder Veranstaltung das Fundraiser Magazin. Das liegt aus, es wird aktiv beworben und es ist Mit Abstand Diepflichtlektüre für Menschen, die irgendwie in dieser Branche unterwegs sind. Das Magazin gibt es seit ganz vielen Jahren dazu vielleicht gleich nochmal und du betonst immer, dass du einer der Herausgeber des Magazins bist, bevor wir mal zum Magazin einsteigen, wieso bist denn du nur einer? Wer gehört denn da noch dazu?

Sprecher 2 Naja, ich sag mal so, ich hatte damals nur Ahnung vom Fundraising, oder zumindest dachte ich das.

Sprecher 1 Und von Werbung hast du gesagt. Nicht von Journalismus, denn das ist aus der Werbung heraus entstanden und nicht aus deinem Investigativjournalismus heraus.

Sprecher 2 Von Journalismus, sagen wir mal, ich hatte. mir zumindest in der Studentenzeitung, für die ich gearbeitet habe, Meriten erworben. Ob das jetzt alles so gut war oder nicht, das mag dann meine Frau besser beurteilen, weil sie war die Chefredakteurin. und Herausgeberin dieser Zeitung und aber klar Wir haben einfach überlegt, wir hatten die Fundraising-Tage und wir merkten einfach, okay, die Leute wollen irgendwie jetzt noch mehr Informationen. Die wollen da dranbleiben beim Thema. Also wir waren in dem Falle die Media Vista KG Da gehörte meine Frau dazu, Daniela Münster, und ihr Kompagnon der Udo Lena. Und die organisierten auch die Fundraising-Tage hier in Sachsen auch schon mit. Das fand doch alles bei uns gemeinsam im Büro quasi statt. Also es war quasi schon ein Gemeinschaftsbildung. Zweren beiden Firmen, meiner Spendenagentur und der Media Vista. Ja, dann hatten wir bei dem Fantasy-Tag in Potsdam 2008 eine Umfrage gemacht und gesagt, wie wollten wir Informationen haben zukünftig. Und die Aussage war, ja, entweder E-Mail, Newsletter, da war damals gerade ganz en vogue, ja, lose Blattsammlung, auch das war damals noch sehr verbreitet. Oder eben als Magazin. Und da kreuzten über 65% als Magazin an. Und da war uns klar, okay, das ist jetzt zwar die teuerste Variante. Aber meine Kompagnons von der Media Vista KG, die hatten halt schon Ahnung aus diesem Bereich, einfach weil sie Zeitungen produzierten, weil sie auch für Kunden so, heute würde man das Corporate Publishing nennen, damals nannte man das noch

Sprecher 1 Geschäftsbericht oder andere Dinge machten. Content Marketing.

Sprecher 2 Ja, genau. Und von daher trafen sich da zwei Welten: meine Fundraising-Wissenswelt und ihre Verlagswissenswelt. Und dann entstand das Fundraiser-Magazin. Und das erste Magazin war jetzt noch nicht so riesig. Wir haben es jetzt letztes Mal wieder angeschaut und herzlich gelacht. Das muss man auch können, glaube ich.

Sprecher 1 Ich glaube, die Ausgaben, ähm, die alten Ausgaben, nicht die jeweils aktuellen, gibt es zum kostenlosen Download auf eurer Website. Auch die eins?

Sprecher 2 Da bin ich mir jetzt gar nicht so sicher. ob die 1 noch dabei ist.

Sprecher 1 Ich muss auch überlegen, ob ich die, ob ich die überhaupt schon meine Hand hatte, ob ich die ohne.

Sprecher 2 Also das war Herbst. glaube ich 28, 2,9, irgendwie sowas. Nee, 2,6 war das. 2,6, genau, Entschuldigung. 2-6. Und da haben wir. Da hatten wir eigentlich noch ein bisschen mehr als 30 Seiten und damit das Heft überhaupt noch was aussah, haben wir noch gar noch auf dickerem Papier gedruckt. Also Ich meine, Werbung, Marketing. Und ich glaube, der erste richtige Werbekunde, da bin ich heute noch immer noch dankbar. War die Fundraising Akademie, die relativ schnell kapiert hatte, wohin das geht. An der Stelle vielen Dank nochmal, Thomas. Und mit der zweiten Ausgabe waren wir zumindest jetzt erstmal schon gut aufgestellt. Dann erschienen sie viermal, mittlerweile erscheint sie eher sechsmal. Das Hefte-Heftumfang ist jetzt nicht mehr unser Problem. Jetzt müssen wir eher auf dünnerem Papier drucken, weil wir jetzt langsam vom Versand her zu dick werden. Jetzt müssen wir auch langsam aufpassen, dass wir auch immer gute Themen auswählen. Das war damals auch noch nicht so. Ich habe damals wahnsinnig viel geschrieben. Heute kriegen wir so viele Informationen, so viele Menschen wollen auch gerne für uns was schreiben und auch aus ihrer eigenen Erfahrung berichten. Und das ist eigentlich die große Stärke des Fantasy-Magazins. Und deswegen rede ich eigentlich immer eher vom Wir Als jetzt von mir. Ich bin quasi nur die Rampensau. Ich stehe nur vorne. Ehrlich gesagt, eine ganze Menge Arbeit. Daniela kümmert sich um das, was im Hintergrund ist, um die Chefredaktion, um die Themen Um das Layout, damit das alles ordentlich auch aussieht. Und das ist eine heidene Arbeit. Udo kümmert sich um alles technische Backoffice, dass der Shop funktioniert, wo man das Ding bestellen kann und dass das dann auch am selben Tag rausgeht. Buchhaltung, solche Dinge, ist auch selber auch im Layout natürlich auch unterwegs. Also da mache ich überhaupt nichts dran. Ich besorge vielleicht noch Themen, schreibe selber oder eben kümmere mich natürlich um Auch einen nicht ganz unwichtigen Teil an der ganzen Sache. Und das ist das Anzeigengeschäft, weil das trägt im Endeffekt das Magazin.

Sprecher 1 Du verkaufst die ja nicht oder ihr verkauft die Ausgaben ja nicht, weil erstmal legen die. Gefühlt überall aus. Man kann sie überall mitnehmen. Wenn man so ein Veranstaltungsreisender ist, bräuchte man es rein theoretisch gar nicht abonnieren, was ich niemandem empfehlen würde. Abonniert das Ding, ja. Aber im Grunde genommen Ich kann mich erinnern oder korrigiere mich bitte, dass es in den vergangenen Jahren immer eine Porto-Kostenerstattung war für das Geld, oder?

Sprecher 2 Naja, ehrlicherweise muss man auch sagen, also wir vertreiben das Heft jetzt in Deutschland für 40 Euro. Für Sechsausgaben. Ja, das ist für ein Fachmagazin schon low level. Also, wenn ich so vergleichbare Magazine habe, die haben einen Abo-Preis, der liegt bei 120 Euro aufwärts. Absolutely. Wir haben aber gesagt, wird denn unsere Szene, in der wir uns hier bewegen, das Thema Anzeigen tolerieren oder sogar positiv finden? Und wie können wir denn eigentlich Themen im Fundraising verbreiten, wenn wir sie hinter einer quasi Mega-Bezahlschranke verstecken? Und deswegen haben wir gesagt, das ist eigentlich nicht das Thema. Vielleicht war da auch ein bisschen so dieses Studenten Zeitungsding ein bisschen dahinter, weil die Studentenzeitung ist immer noch kostenfrei. Die liegt einfach aus, die kann sich jeder mitnehmen und die finanziert sich nur über Werbung. Wir haben gesagt, gut, das ist ein Fachmedium, also du musst doch einen Preis nennen. Der erste Copypreis waren 25 Euro. Aber ja, jetzt sind wir bei 40. Das ist jetzt auch noch nicht die Welt. Und mittlerweile erscheinen wir ja nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und in Österreich.

Sprecher 1 gerade gesagt, ihr habt euch die Nummer 1 nochmal angeschaut, habt nochmal herzlich gelacht. Das Fundraiser-Magazin ist mittlerweile in drei Ländern etabliert. Ist es denn von Anfang an so gewesen, dass die Menschen euch das aus der Hand gerissen haben oder gab es da eher auch Skepsis?

Sprecher 2 Also ganz ehrlich, Wir wollten eigentlich nur ein Magazin machen für die neuen Bundesländer. Ach ja. Weil wir gedacht haben Na, die im Westen, die wissen das ja alles schon. Und ja, dann kam der zehnte Abonnent und er kam aus Bozen in Südtirol. Oh nein. Und da war uns irgendwie klar, okay, das Ding ist auch größer und wir haben auch heute natürlich deutlich mehr Abonnenten. Also die meisten Abonnenten haben in Baden-Württemberg beispielsweise. Ja, also von daher, ich kann so für uns sagen, wir haben uns da einfach auch ein bisschen mit der Szene dann entwickelt, auch mit diesen Magazinen so ein Stück weit. Am Anfang wurde es durchaus auch noch von ein paar Leuten so ein bisschen belächelt, so als Bessere Newsletter und so weiter. Das Problem war nur, der Verband hatte gerade seine Zeitschrift von viermal im Jahr auf zweimal im Jahr zurückgestutzt, von vierfarbig auf schwarz-weiß. Wir kamen mit dem vollfarbigen Magazin auf den Markt. Wir hatten also schon mal einen Hingucker. Es wurde auch sehr gutiert. Die Schweizer hatten auch ihr Magazin eingestellt. Und ein paar Jahre später war es mir dann auch gelungen, den Schweizer Verband eben als Partner da zu gewinnen. Das war auch eine tolle Kooperation. Ist sie noch bis heute? Also an der Stelle, Roger Tinner. Vielen Dank für die Zusammenarbeit. Und Günter Lutschinger von Fundraising Verband Österreich kam dann später noch mit dazu und war auch begeistert davon und alle Verbandsmitglieder dort. kriegen unsere Magazinen. Und das ist für uns eine sehr gute Vertriebsstrategie und es ist für den Verband eine gute Strategie und deswegen passt das gut zusammen

Sprecher 1 Ist doch ideal. Also ich meine, letztendlich habt ihr, glaube ich, auch ziemlich viel Glück, was die Größe, die aktuelle Größe der Fundraising-Szene angeht, weil wenn man sich überlegt, wenn jetzt jemand versuchen würde, ein Gegenbeispiel aufzubauen, mit Mitbewerber aufzubauen, erstmal habt ihr jahrelangen, hättet ihr jahrelangen Vorlauf, ja, an der Stelle, dass ihr einfach die Erfahrung habt und einfach auch das Ja, die, die, die Reichweite habt, die andere erstmal bräuchten. Und auf der anderen Seite ist, glaube ich, unsere Szene aber auch nicht groß genug, dass es einen, dass es einen Mitbewerber in der Form lange auf dem Markt halten würde, aus meiner Sicht, ohne jetzt wirklich Ahnung zu haben von dem Thema. Es gibt ja genügend Zeitschriften oder Postillen oder Illustrierten von Agenturen und so weiter, aber die erreichen ja alle nicht die Qualität und den Umfang von Fundraiser-Magazin.

Sprecher 2 Naja, also wir müssen schon auch immer wieder daran arbeiten. Also das ist vielleicht auch so ein bisschen der Punkt. Genügsam zu sein reicht an der Stelle nicht. Also du musst dich da auch weiterentwickeln. Wir haben so viele Themen, also wir haben Aktuell könnten wir unser ganzes Heft mit Online-Themen vollkrachen. Also das wäre überhaupt kein Problem. Mit Corona sowieso Ich wurde sogar schon gefragt, ob wir eine Corona-Sonderausgabe machen. Machen wir nicht, weil es hängt uns ehrlich gesagt jetzt auch schon zum Hals raus. Außerdem haben wir einen festen Rhythmus und der richtet sich nicht nach Corona. Aber davon abgesehen Es ist für ein Magazin extrem wichtig, eigentlich Konkurrenz zu haben. Also deswegen hätte ich da gar kein Problem mit. Aber natürlich, unsere Szene ist klein. Wir gelten auch als Kleinstverlag in der Fachpresseszene. Also das weiß ich dadurch, dass wir uns mal verrückterweise für einen Fachpresse Award angemeldet haben und haben uns das als Crowdfunding finanzieren lassen von unseren Lesern. Da bin ich heute noch sehr stolz drauf. Obwohl das Crowdfunding-Video möchte ich niemandem mehr zeigen.

Sprecher 1 Das ist ein gutes Beispiel, wie man es nicht macht. Ich suche es nochmal raus, ich schreibe es mir nochmal aus.

Sprecher 2 Aber was ich da gelernt habe, war, da kam eben jemand, der Verlagschef vom Verlag der deutschen Wirtschaft, also dem einen oder anderen Fachverlag sagt das vielleicht was, also einer der größten Fachverleger Deutschlands Knallte mir hinten auf den Rücken und sagte, ah, Daustiel, haben sie toll gemacht, jetzt haben sie es den ganzen alten Sekten auch mal gezeigt, wie das geht, mit einer Entgeltfinanzierung, die über Crowdfunding läuft. Aber ganz entscheidend war, glaube ich, der Moment der Jurybewertung, die gesagt hat, dass wir als Kleinstverlag es geschafft haben, dieses Thema so in der Breite abzudecken. Das ist für uns eigentlich so auch immer der Ansporn jetzt. Deswegen haben wir jetzt auch unser Webangebot auch ein Stück weit umgestellt, weil wir einfach merken. Dass das Magazin schon sich ein bisschen stärker noch an die Profis richtet, an die, nicht mal so unbedingt an die Einsteiger, obwohl wir auch viele Einsteigerthemen drin haben und das auch immer wieder versuchen zu etablieren. Aber es wird einfach nach anderen Begriffen gesucht, ja, als jetzt Marketing Automation. Also das suchen nur ganz wenige Leute, die im Fundraising unterwegs sind. Momentan Da versuchen wir jetzt eher im Web Angebote zu machen und da auch mal How-To-Artikel zu liefern, damit man erstmal überhaupt eine Ahnung bekommt und dann bestellt man sich das Magazin, damit man sozusagen dann im Professionellen bleibt.

Sprecher 1 Eine persönliche Anmerkung oder eine persönliche Frage, du weißt vielleicht, worauf ich hinaus will, weil ich dich da schon immer wieder angehauen habe. Es gab ja jetzt nun mal keine Corona-Sonderausgabe, sondern es gab zum ersten Mal das Fundraiser-Magazin für Abonnentinnen und Abonnenten auch als PDF, also zum Runterladen. Ich bin jemand, ich lebe das digitale papierlose Büro tatsächlich. Also ich habe wirklich, dass ich mal irgendwie 500 Blatt Papier ausdrucke, in einem Jahr ist das schon viel. Ich persönlich warte auf sowas. Ich brauche dieses Ganze zu Geschicke von Magazinen nicht. Warum setzt ihr so auf Papier immer noch?

Sprecher 2 Jetzt könnte ich ganz profan sagen, weil es die Zielgruppe so will. Momentan ist es auch noch so. Es wird ja viel von Verlagssterben gesprochen. Das ist aber im Fachverlag noch lange nicht der Fall. Im ganzen Gegenteil Einfach, weil wir ja keine breite Information, sondern eine spitze Information senden. Und aus diesem Grund werden wir natürlich auch für diese Spitzeninformationen geschätzt, weil einfach Jemand, der Fundraising macht, liest Fundraiser-Magazin, der liest jetzt nicht oder versucht jetzt nicht ein Thema in der, in der, was weiß ich, was gibt es bei euch, die Watz, beispielsweise, da ein Thema zum Thema Fundraising.

Sprecher 1 Entschuldigung, also wer liest das noch?

Sprecher 2 So. Also das funktioniert halt noch in diesem Bereich, aber wir machen uns schon länger Gedanken Ob wir sozusagen an der Stelle auch digitaler werden können. Das Problem an der Sache ist, wir sind halt auch wirklich nur ein kleiner Verlag. Das musst du auch finanzieren, das muss auch organisiert werden. Wir sind jetzt insgesamt hier acht Leute, die an diesem Produkt arbeiten. Drei davon angestellt, drei Herausgeber und zwei, drei feste Freie sozusagen.

Sprecher 1 Plus Fabian Fröhlich, der, glaube ich, irgendwie auch ehrlich. Noch dazu kommt, ne?

Sprecher 2 Ja, der Fabian hat hier sein Auskommen. Der steht immer neben der Kaffeemaschine. Also, die sind alle dabei. und tragen das Magazin und wenn jetzt natürlich noch mehr Aufgaben kommen und so eine, man stellt sich das immer so leicht vor, man macht da einfach eine PDF und die stellt man in Ganz so ist es ja auch nicht. Aber wir denken jetzt wirklich drüber nach. Wir haben es jetzt mal zu Corona-Zeiten für die Abonnenten gemacht und haben ihnen einfach mal die PDF geschickt.

Sprecher 1 Ich kann mir nämlich auch nicht vorstellen, dass die Menschen dann da weniger Geld für zahlen würden. Also ich kann mir vorstellen, dass der ganze Vertrieb und die ganze Logistik mit Papier Und so weiter, dass das eher wegfallen würde und dass das nicht die Aufbereitung eines PDFs für Abonnenten kompensieren würde. Also ich glaube nicht, dass es dadurch günstiger werden würde für die Abonnenten. Also die wären immer noch bereit, dasselbe zu zahlen.

Sprecher 2 Ja, ich glaube, es ist auch nicht so sehr die Frage des Abo-Modells an der Stelle, sondern es ist wirklich die Frage der Nutzung. Und viele Leute lassen sich das Heft auch nicht ins Büro schicken, sondern lieber nach Hause Und lesen das dort. Das ist ja auch ein bisschen unser Anspruch. Wir wollen ja Fachlektüre, die Spaß macht. Also sie soll ja auch durchaus ein bisschen unterhaltsam sein. Für den einen oder anderen schießen wir da manchmal auch ein bisschen übers Ziel hinaus, aber das ist auch ein bisschen unser Anspruch. Im Wort Fundraising steckt ja auch das Wort Fun. Also es soll ja auch ein bisschen Spaß machen. Und das ist das eine, dass die Leute sich nach Hause schicken lassen. Und das andere, was noch dazu kommt, ist, dass wirklich die Masse der Leute gerne mit unserem Magazin reist Also, das wird einfach eingepackt und dann hast du Bezug, was zu lesen. Und unsere Szene reißt sehr viel.

Sprecher 1 Reiste sehr viel, weißt der gerne, wie sich das jetzt verändert.

Sprecher 2 Genau, deswegen auch jetzt die PDF quasi. Aber es war jetzt für uns auch mal ein Test, wie ist denn jetzt die Reaktion? Wir haben durchaus positive Reaktionen darauf. Wie gesagt. Wir machen ja, ich möchte jetzt nicht sagen, wir machen alles aus dem Bauch aus, das stimmt so nicht. Wir überlegen schon relativ genau, wann wir was neu machen, und Dann sind aber gewisse Ereignisse, die uns sozusagen da ein Stück weit treiben. Und ich glaube, Corona hat uns jetzt an der Stelle auch, wie alle anderen, auch ein Stück weit digitaler gemacht. Und ich glaube, da werden wir jetzt auch nochmal weiter drüber nachdenken, inwiefern wir das. noch verbessern können.

Sprecher 1 Kannst du aus dem Nähkästchen plaudern? Nochmal zurück zur Ausgabe 1, über die ihr euch intern amüsiert habt. Was war denn so der größte Fail? Hast du sowas, an was du immer wieder drinks und nachts umschweißgebadet aufwachst, wenn du daran zurückdenkst?

Sprecher 2 Ach, ich glaube, einen Fehl in dem Sinne gab es nicht, aber es gibt natürlich viele Dinge, die wir so heute nicht mehr machen würden. Also sei das im Layout oder sei das auch, dass man eine Anzeige von einem Kunden platziert und der Konkurrent hat den Artikel geschrieben. Ja.

Sprecher 1 Ich erinnere noch an so einen Lara Croft-Verschnitt, der, ich weiß nicht, ob es in Dresden war, Face-to-Face-Menschen abgelichtet hat.

Sprecher 2 Das finde ich auch so ja, wobei ich sagen muss: also die Dialoger fanden das total cool.

Sprecher 1 Die fühlten sich in der Rolle, ne?

Sprecher 2 Die fühlten sich da total bestätigt, dass Es war eine Idee von einem damaligen Mitarbeiter, von Paul Stadlofer, der gerne fotografiert hat und der einfach sich dann jemanden geschnappt und gesagt hat, Wirdst du das gerne machen? Und dann wurde die da am Dresdner Staatsschauspiel in dem Gang, weiß ich noch, da gibt es diesen wunderbaren Kolonnadengang, da wurde das dann gedreht. Und das ist, wie gesagt, also in der Dialogerszene ist das richtig gut angekommen. Es gab aber auch einige, die das ein bisschen despektierlich fanden. Das weiß ich auch. Aber auf der anderen Seite wollten wir natürlich auch mit dem Klischee so ein Stück weit spielen. Und ich glaube, das gehört eben auch dazu für ein gutes Fachmagazin, dass du einfach dich mit den Leuten auch fachlich auf ein Niveau bewegst. Also das ist jetzt keine, das ist dann eben. Auch keine Studentenzeitung an der Stelle mehr, sondern das ist dann eben nochmal was anderes. Und da musst du auch gewisse Dinge voraussetzen, die die Leute kennen und wissen. Und sicherlich manchmal ist es dann auch ein bisschen übertrieben. Oder du bist da auch mal drüber. Es gibt manchmal aber auch ganz lustige Reaktionen, wo wir uns manchmal auch so ein bisschen wundern. Also wir haben sehr oft die Frage Gender oder Nicht-Gender.

Sprecher 1 Kommt ja oft, woran wann heißt das denn endlich Fundraising-Magazin?

Sprecher 2 Ja, also wir hatten sogar schon Leute, die gesagt haben, wir abonnieren euch nicht, weil ihr Ferndreh selbst. . Ja, da muss ich dann natürlich sagen, gut, okay, ähm Wir hätten es natürlich eigentlich gerne Fundraiser-Magazin genannt. Aber das Titelrecht an diesem Titel lag schon woanders und das liegt nach wie vor bei einem großen Verlag. Und den fragen wir nicht, ob wir das haben. können und es ist auch jetzt müßig, sich darüber nachzudenken. Wir haben damals gesagt Fundraiser ist eine Mehrzahl, es ist ein Plural und es sind alle gemeint. Aber wir haben auch mal uns den Scherz erlaubt zum ersten Fundraiserinnen-Tag mal eine Ausgabe zu machen, die dann eben speziell einen Aufkleber drüber hatte, Fundraiserin. Magazin.

Sprecher 1 Jetzt hast du gesagt, ein Fail gab es nicht. Gibt es denn was, was euch zieht? Also frei nach dem Volksbank-Motto, jeder hat etwas, was ihn antreibt. Gibt es was, wo du sagst, das ist eine Sache, wenn es wirklich gerade mal scheiße läuft? Dann denke ich genau daran zurück, weil das sind so die Geschichten aus dem Fundraiser Magazin, die dafür sorgen, dass wir es gerne und weiterhin machen.

Sprecher 2 so einige Sachen, ich sag mal, Fehls gibt es immer. Also du, also wir machen, ich glaube, vier Leute lesen das Ding mittlerweile Korrektur und trotzdem ist uns letztens wieder eine Überschrift was zwischengerutscht. Also Das sind einfach Dinge, die entstehen beim Machen, die muss man dann akzeptieren, muss man auch beim nächsten Mal einfach versuchen, besser zu machen, da muss man Prozesse anstecken. Stellen und sagen, gut, okay, wie können wir das verbessern? Das machen wir eigentlich relativ regelmäßig. Also da achtet auch Daniela extrem drauf, weil die ist bei uns quasi der Quali. Freak und das muss dann auch alles tiptop sein. Ja, also halbe Sachen kannst du mit deinem Eller nicht machen. Da kriegst du ganz schnell Feuer.

Sprecher 1 Sagst du in die Mutterfunktion, einmal als Kollege und zusätzlich als Ehemann

Sprecher 2 Ja, das ist auch so vollkommen okay. Ja, das ist ja auf Arbeit. Ja, also wenn ich hier mein Büro verlasse, dann sollte man dann auch alles hier im, sozusagen, was auf dem Platz ist, ist auf dem Platz. Aber da geht es um Arbeit. Und ich glaube, es gibt eine ganze Reihe von guten Geschichten von Leuten, die aus dem Fernträzer-Magazin gelernt haben, die uns dann auch schreiben und sagen, wir haben das jetzt so gemacht und wir haben das angewendet und es hat funktioniert und wir sind total begeistert. Da gibt es schon einige Storys, die wir da gehört haben oder Leute, die unwahrscheinlich dankbar sind, dass es uns gibt, einfach weil sie Ja, weil wir einen Überblick geben über das ganze Thema und weil wir auch versuchen, nah an den Leuten dran zu sein mit den Problemen, die sie wirklich haben und die sie bewegen. Das musst du dir immer wieder neu erarbeiten, aber die Szene entwickelt sich ja immer weiter. Wer hat denn vor zehn Jahren über Marketing Automation gesprochen? Entschuldigung, niemand. Da war man noch froh, dass die Datenbank einigermaßen funst.

Sprecher 1 Ja, und die ist immer noch nicht vorhanden. Da sind wir ja keinen Schritt weiter.

Sprecher 2 Ja, und ich saß ganz ehrlich, ich hab. Wir arbeiten jetzt gerade an unserer Sonderausgabe zum Thema Datenbanken wieder. Es kommen ja immer wieder neue Hersteller dazu. Ich habe gerade wieder zwei neue, die sich gerade angemeldet haben, also für diese Sonderausgabe. Das ist einfach so. Die Szene entwickelt sich weiter und wir müssen uns natürlich dann mit dem Magazin auch weiterentwickeln, ein Stück weit.

Sprecher 1 Auch nochmal ein schöner Übergang. Du hast gerade gesagt, du bist 50 Jahre alt geworden und deine Videobotschaften, die du persönlich bekommen hast, die nicht öffentlich sind, ich durfte es sehen. Die drin, dass es eben die zweite Lebenshälfte ist, die jetzt beginnt. Ihr seid, ich weiß nicht, wie alt der Udo ist, wie alt seine Frau ist, aber ihr seid alle ungefähr in dem Bereich. Das heißt, ihr seid noch nicht im Bereich der Rente. An Rente ist eben noch nicht zu denken und insbesondere nicht an Übergabe des Resenträses. des Magazins, deswegen die Frage, wo geht es denn hin mit dem Magazin? Wo seid ihr denn in fünf Jahren?

Sprecher 2 Tja, das ist eine gute Frage. Momentan entwickelt sich ja eine ganze Menge. Es wird alles digitaler. Es ändert sich eine ganze Reihe von Dingen. Ich hatte Auch erwartet, dass wir von den ganzen Newslettern, die es da gibt, Podcasts und anderen Dingen.

Sprecher 1 Auch da gibt es ja immer mehr jetzt, ne?

Sprecher 2 Ja, natürlich. tut sich was, aber es ist auch immer wieder ein Kommen und Gehen stellig fest. Also du, wenn du einen langen Atem hast, hast du Ja, und den haben wir, das muss ich ehrlich sagen. Das hat sich so entwickelt, aber das hängt auch damit zusammen, dass wir anders investieren. in Zukunft, nämlich wir sind nach wie vor eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Sprecher 1 Ja, wie seid ihr trotzdem kommerziell ausgerichtet, ihr seid nicht gemeinnützig. Ihr stellt keine Spendenwettung aus.

Sprecher 2 Nein, das machen wir nicht. Aber wir tragen das Risiko persönlich und so treffen wir unsere Entscheidungen. Und dementsprechend machen wir keine Kurzschlüsse, sondern wir denken immer langfristig, weil wir immer überlegen müssen, können wir uns das leisten. Und ich glaube, das ist eine andere. gute Strategie, auch als Unternehmer, dann an dieser Stelle, genau zu überlegen, was man macht. Und deswegen kann ich auch jetzt gar nicht sagen, ja, wir müssen jetzt ganz unbedingt tolle Sachen machen. Das sage ich zwar hier intern immer mal und da wäre ich auch manchmal, kriege ich dann auch was vorgesetzt, wo man dann gesagt hat, jetzt hast du wieder ganz schön weit nach vorn gedacht, aber Das ist gut so, dass man sozusagen da auch beide Seiten hat in der Firma und miteinander ringt um das Beste, um die beste Idee, um das Beste vorankommen. So muss das sein.

Sprecher 1 Wie schön Jetzt haben wir eigentlich im Grunde genommen nur einen Teil von dem gesprochen, was du wirklich tust. Wir haben den Verlag nicht angesprochen, wir haben deine Rednerfunktionen nicht angesprochen, über die Beratertätigkeiten sind wir gegangen. Aber auch, wie gesagt, man kann bei euch auch Bücher kaufen. Jetzt hast du bei deinem Bildern, die ich von dir in Konferenzen sehe, jetzt auch in den Videokonferenzen, sitzt man auf einer riesengroßen Bücherwand. Das heißt, du rezensierst ja auch, jetzt mal Hand aufs Herz, kommst du zum Lesen? Liest du das überhaupt alles oder lässt du Das Lesen.

Sprecher 2 Also mittlerweile lasse ich auch eine ganze Menge lesen, weil das schafft man auch nicht mehr alles. Aber ich sage mal so, die Klassiker, die habe ich schon alle gelesen und das muss man, glaube ich, auch Es ist auch zu empfehlen, einfach weil man eine ganze Menge von den Kolleginnen und Kollegen lernt. Ich lerne auch immer wieder Neues dazu, bin nicht allwissend, um Gottes Willen. Ich versuche nur so viel Wissen wie nur möglich zu bekommen. Das ist vielleicht der Punkt. Also Ich bin eigentlich immer ein sehr neugieriger Mensch gewesen. Deswegen habe ich, glaube ich, auch in der Marktforschung angefangen. Und das hat damals schon Riesenspaß gemacht für Oberflächentechnik, funktionelle Lebensmittel und Faltbote was zu machen, genauso wie heute im Fundraising. Also von daher kann ich nur sagen, das ist ein super Antrieb, den man da hat. Und sicherlich, so ein Verlag ist ja auch immer eine Sache, die sich weiterentwickeln muss. Also dass wir jetzt Bücher rausbringen, ist im Endeffekt auch nur konsequent, weil wir dann einfach auch Fachautoren haben, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten. die dann irgendwann zu uns kommen und sagen, sag mal, wir würden gern. So war das auch beim Buch von Andreas Berg, der kam zu mir und sagte zu mir, ich habe da eine Idee, ich würde das gerne machen. Also sagte Database und Fundraising, da sagte ich sofort, Gott sei Dank schreibt endlich mal jemand ein Buch über dieses Thema. 19 Jahre hat es gebraucht, dass mal wieder ein Buch zu diesem Thema kommt. Ja, von daher. Ja, ist es dann für uns auch so ein bisschen eine Pflicht, an der Stelle dem dann eigentlich auch nachzugehen, obwohl das ein Buch heutzutage ehrlich gesagt jetzt nichts ist, womit man jetzt unwahrscheinlich reich wird. Also das Kann ich nicht sagen.

Sprecher 1 Ich habe noch zwei Fragen an dich.

Sprecher 2 Ja.

Sprecher 1 Inhaltlich. Die eine Frage ist: wenn ich dich schon mal hier habe, du bist einer der Vordenker im Fundraising, wie schon mehrfach jetzt betont, überall präsent. Und du hast einen Wirklich riesengroßen Einblick in die deutsche Fundraising-Szene als auch auf die Meta-Ebene des ganzen Themas. Was passiert denn jetzt so in den kommenden Jahren im Fundraising? Jetzt mal unbedingt jetzt das Wort mit dem C in den Mund zu nehmen, das meine ich jetzt tatsächlich nicht. Aber du verfolgst jetzt die Szene und du verfolgst die Entwicklung des Fundraisings auch seit vielen Jahren. Siehst du momentan irgendwelche einschneidenden Veränderungen oder glaubst du, dass es sich einfach Stück für Stück weiterentwickelt? Wo geht es hin? Also wie verändert sich das Fundraising in den kommenden, sagen wir, fünf Jahren? Kristallkugel.

Sprecher 2 Vielleicht erstmal eine Korrektur. Ich bezeichne mich, also ich würde mich nicht als Vordenker bezeichnen, eher als Mitdenker. Weil es gibt einfach so viele Strömungen und so viele Ideen in dieser Szene, du kannst gar nicht Vordenker sein. Also ich sehe auch fast niemanden, der das wirklich ist, weil so viel Neues immer dazukommt. Aber Auf deine Frage zurückzukommen, ich glaube, das Fundraising wird noch viel breiter werden, als wir uns das vorstellen können. Es werden viel mehr Organisationen in diesen Markt hineingehen und es wird noch viel mehr Konkurrenz geben um die Spenderinnen und Spender. Das klingt jetzt erstmal nach Binsenweisheit. Aber was ist die Konsequenz? Diese Frage müssen wir uns stellen. Und da sehe ich den großen Pool der sogenannten Nichtspender, über den sich eigentlich so gut wie niemand kümmert. Und ich glaube, um diesen Pool wird man sich zukünftig auch bewerben müssen. Wir werden Menschen dazu bringen müssen, zu spenden. Und das zum ersten Mal. Und das mit einem guten Gefühl. Und ich glaube, da wird sich eine ganze Menge tun. Viele regionale Organisationen tun das bereits Mit Erfolg, weil sie regional sind, weil sie vor Ort sind. Das ist ein Trend, den ich absolut sehe, den auch die großen Organisationen mittlerweile verstanden haben. Auch die versuchen regionaler zu werden, ein Gesicht zu bekommen vor Ort Und was ich noch sehe, ist bei den großen Organisationen, dass man Prozesse viel stärker auf Spender ausrichtet, weniger auf Projekte, sondern mehr auf die, die das Geld hineinbringen. Das hat allerdings auch eine Gefahr, weil da bewegen wir uns relativ schnell in reine Kundenbeziehungen hinein und ich glaube, das können wir uns nicht leisten auf die Dauer. Weil dann erwarten die Kunden von uns nämlich dann wirklich eine Gegenleistung und spätestens da sind wir raus im Fandort.

Sprecher 1 Genau, also das ist das, was ich ja auch oft sehe, dass ich glaube, dass wir von dem Fundraising in der Form, wie wir es kennen, auch mit dem Thema Gegenleistungsf. . Freiheit, Zuwendungsbestätigung, deutsches Gemeinnützigkeitsrecht, dass wir da Veränderungen erleben werden, allein schon bei der Definition. Jetzt durch Corona, jetzt habe ich das Wort doch nochmal gesagt, kommen Kleine Institutionen auf Portale, auf digitale Instrumente und tun Dinge raus, die wir vor wenigen Wochen noch mit Kopfschütteln bebeugt hätten, aber sie sind einfach erfolgreich. Und da werden wir glaube ich auch nochmal gucken, was ist eigentlich Fundraising von der Bedeutung her, was für einen gesellschaftlichen Wert muss das haben? Ich kriege auch immer auf den Deckel wegen der Definition von Fundraising und ich weiß, dass es hier mit Spendenquittung und ohne Spendenquittung da auch und auch unter dem Begriff Spende durchaus unterschiedliche Auslegungsmöglichkeiten gibt, aber ich glaube, dass wir nur in der Schnittmenge zu auch social startups, social business organisationen eine Menge lernen werden

Sprecher 2 Also davon bin ich eigentlich sehr, sehr fest überzeugt. Also ich war gerade dabei, als ich glaube ich letztes Jahr, Anfang letzten Jahres, Social Entrepreneurship. Network in Sachsen gegründet worden ist. Und die Kollegin, die da extra aus Berlin vom Gesamtverband angereist war, war total geflasht, dass sie plötzlich vor 40 Leuten standen, die alle ein eigenes Business hatten, eine eigene Business Idee, ein Business Case, an dem die jeden Tag gearbeitet haben. Und das ist toll Dass es das gibt und das wird uns alle auch voranbringen, weil ich glaube, das wird uns auch zu einer zumindest veränderten Wirtschaft bringen. Ich würde nie sagen, dass das unsere Wirtschaft gänzlich verändert. Aber es wird zu einer veränderten Wirtschaft in gewisser Weise führen.

Sprecher 1 Ich habe vergessen, ob ich das hier im Podcast schon mal erwähnt hatte, aber ich habe im familiären Umkreis ja genauso ein Ding, der Cousin von meiner Frau, der hat mit Seiner Frau wiederum ein Unternehmen gegründet, das heißt Bracenet. Die holen so Geisternetze aus dem Ozean und auch schon mal ein Magazin. Ob ich das echt? Übersehen, vermutlich sogar. Und der Benjamin und die Madeleine, die das Ganze machen, die haben noch nie in ihrem Leben was von Fundraising gehört gehabt. Und immer wenn wir uns auf irgendwelche Geburtstagen getroffen haben, haben so berichtet, dass wir festgestellt haben, wir schwimmen eigentlich im selben Wasser. Gefühlt, aber auf völlig unterschiedlichen Bahnen. Und die spenden auch einen festgelegten Teil ihres Umsatzes oder ihres Gewinns, ich weiß es gar nicht ganz genau. Und die werden momentan total gehypt. Ja, also es gibt kaum, die sind ständig im Fernsehen, sind ständig im Magazinen und Unternehmen wollen für ihre Kunden diese Geisternetze, Armbänder kaufen. Und man sagt, naja, aber die, was die tun, ist von ihrer, von ihrer Motivation heraus, die wollen was Gutes tun, die wollen die Welt verändern und verbessern, holen diesen Abfall aus den Meeren und machen dann was damit, aber ganz klar als GmbH. Ja, so, aber nichtsdestotrotz tun sie gute Dinge. Das ist eine Kundenbeziehung, die sie aufbauen, aber trotzdem finde ich, auch als gemeinnützige Organisation, als Social Business, kann man genau von diesem Ansatz verdammt viel lernen. Und das meine ich eben auch mit diesen Schnittmengen.

Sprecher 2 Achso ganz klar, wir haben es zum Schluss immer mit Menschen zu tun und Menschen sind extrem verschieden. Die haben extrem verschiedene Wünsche, extrem verschiedene Ideen, manche sind extrovertiert, manche introvertiert. Die kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Und deswegen wird es Leute geben, die werden eben nach wie vor bei Aldi die Milch kaufen und es gibt einfach andere Leute, die kaufen vielleicht. . Demnächst, wie das in Frankreich schon gang und gäbe es, ihre Milch im Supermarkt mit dem Aufschlag für den Bauern und mit dem Aufschlag für eine gesunde Kuh. Das ist ganz normal, da muss nicht mal Bio draufstehen. Da geht es einfach um Vertrauen. Und das ist auch die Währung im Fundraising im Endeffekt. Und deswegen sind wir uns da gar nicht so weit voneinander entfernt. Ich glaube schon, dass wir da auch eine ganze Menge voneinander lernen können. Ihr habt das ja selber jetzt bei eurer Session Fundraising in der Krise. Bei der Online-Konferenz gehabt, wo ja auch gesagt wurde, wir müssen so ein bisschen so eine Start-up-Philosophie. Anlegen. Und ich glaube, wir sind schon ganz schön gesettelt in unserer Fundraising-Szene. Ich glaube, so ein bisschen frischer Wind tut uns da durchaus gut. Und aber. Ich würde empfehlen, dass die, die frischen Wind reinbringen wollen, nicht immer gleich sagen, dass sie das Fundraising ablösen. Das war ein Fehler sowohl bei Online-Spendenformularen als auch beim Crowdfunding. Das schreckt die Leute nur ab. Also lieber reingehen und sagen, wir sind neu, wir machen was anders.

Sprecher 1 Das ist aber auch der Effekt, du musst die Leute aber auch halten können, denn oft sind die ja nach so einem Kongressbesuch auch schnell wieder weg und kommen kein zweites Mal. Weil Sie feststellen, Sie haben gar keine Chance, irgendwie hier reinzukommen in dieses schon vorhandene geflochtene Netzwerk.

Sprecher 2 Ja, also. . Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte es natürlich damals ein bisschen einfacher. Ich war natürlich auch ein bisschen exotisch, so aus dem Osten. Aber vielleicht hatte ich auch eine spannende Vita und bin auch auf die Leute relativ offen zugegangen. Ich glaube, das geht schon was. Also ich glaube, es gibt jetzt nicht Auch nicht die Fundraising-Szene. Also es gibt sicherlich eine Szene, die, wo man sich untereinander kennt. Und ich erlebe es ja jetzt selber bei unserem Fundraising-Symposium, was wir jedes Jahr in Frankfurt machen, was sich dann doch mehr an die Profis richtet. Das ist schon ein bisschen wie Familientreffen. Das ist schön, dass es das gibt. Das braucht es auch. Es braucht auch sozusagen die gegenseitige, ich will nicht sagen Anteilnahme, aber so diese gegenseitige Bestärkung. Dass das, was man macht, Gutes, dass man sich, wie man sich gegen seinen Vorstand dann doch durchsetzt, oder so. Das braucht es, diesen kollegialen Austausch. Das ist auch für mich so ein Moment gewesen, weswegen ich in den Fundraising-Verband eingetreten bin. Das sage ich an der Stelle vielleicht auch nochmal ganz deutlich. Ich liege sicherlich mit dem Verband manchmal nicht so unbedingt immer 100% d’accord. Aber als Mitglied lebe ich den Verband, in dem ich Kollegen und Kolleginnen Hilfestellung gebe, wo ich nur kann. Ich habe damals meine erste Beratung gehabt, kollegiale Beratung vom Fundraising-Verband mit einer Kollegin, die mir geholfen hat, zu entscheiden, wie mache ich denn jetzt meine Agentur mache Als freier Beruf oder als Gewerbe oder was auch immer. Und das hat mir damals extrem geholfen. Das war eine Information, die war nirgends zu lesen. Die habe ich dann einfach von einer Kollegin bekommen. Und da liegt der intrinsische Wert eines Verbandes. Der liegt nicht unbedingt im Marketing und im Lobbyarbeit, sondern der liegt für mich in der Verbindung mit Kolleginnen und Kollegen.

Sprecher 1 Und dass du eine spannende Vita hast und hattest und hoffentlich auch noch lange Zeit haben willst, hast du hier im Laufe der letzten Anderthalb Stunden wunderbar erzählt. Dafür bin ich sehr dankbar und ich glaube die Hörerinnen und Hörer auch. Ganz vielen Dank, lieber Matthias, dafür, für den Einblick in die Dresdner Fundraising-Welt und weit darüber hinaus. Ich habe aber gesagt, ich habe noch zwei Fragen. Die erste Frage ist auch schon etwas ausgeufert, aber nennen wir es jetzt den zweiten Fragenabschnitt. in der Hoffnung, dass du dich darauf vorbereitet hast. Wenn nicht, dann freue ich mich umso mehr, weil die meisten bereiten sich nämlich nicht drauf vor, umso schöner ist, das Stadttern gleich zu hören. Weißt du vielleicht, dass die letzte Frage an jemanden, der zum ersten Mal eine Solo-Folge hier hatte, immer ist, die Bitte nach der Nennung einer Organisation. . für diejenigen, die das hier gefallen hat und die sagen, ja, das war jetzt mit durchaus mal was wert, möge doch bitte jetzt den Spenden-Button einer Organisation drücken, die wir auch in den Shownotes verlinken, die uns der Herr Dabastiel jetzt nennt und die nicht seine eigene, nicht sein eigenes Produkt. und nicht sein Kunde sein darf.

Sprecher 2 Da brauche ich ehrlich gesagt nicht lange drüber nachzudenken.

Sprecher 1 Oh, das habe ich selten. Also meistens kommt dann das habe ich jetzt aber gar nicht. Dann hörst du immer klick, klick, klick, schnell mal gucken auf der Website, was könnte ich denn nehmen.

Sprecher 2 Nein, also es ist eine Organisation, die ich schon lange verfolge und die mir auch durch ihr Marketing immer sehr, sehr viel Spaß macht. gut auffällt, wo gerade eine sehr, sehr liebe Kollegin Susanne Tarun hingewechselt ist.

Sprecher 1 Ah, ganz liebe Grüße.

Sprecher 2 Sage ich Mission Lifeline.

Sprecher 1 Ich kann mich an Mission Lifeline. Moment, stopp, stopp, stopp. Susan ist gewechselt?

Sprecher 2 Ja.

Sprecher 1 Ah, so, okay. Ihr arbeitet jetzt dort. Genau, ich wollte sagen, ich kann mich noch erinnern, dass ihr alter Arbeitgeber nämlich auch einen neuen Namen bekommen hat. Deswegen hatte ich jetzt gedacht, aber Mission Lifeline hießen die nicht. Wie schön! Was macht Mission Lifeline?

Sprecher 2 Also mittlerweile machen sie nicht nur Seenotrettung im Mittelmeer, sondern mittlerweile kümmern sie sich auch um Flüchtlingslager, auf Lesbos und in anderen Gebieten und versuchen da einfach wirklich Flüchtlinge. Vor Ort zu helfen. Es ist immer leicht zu spenden und zu sagen, dann habe ich das weg. Von mir. Aber die haben eine Organisation gegründet, so wie ich damals auch meine ersten Firmen gegründet habe, einfach nach dem Motto, da musst du jetzt was machen. Ja, und diesen Pioniergeist, der da drin steckt, den finde ich immer wieder faszinierend und insbesondere, wenn er dann in einem Ökoladen um die Ecke stattfindet, wo man sich abends zusammen trifft, fast schon konspirativ. Und dann darüber nachdenkt, wie kann man jetzt einen Bootsführerschein machen. Also die Jungs und Mädels, die verdienen einfach vollen Respekt, weil die haben sich gegen alle Widrigkeiten, auch gegen Politik Gegen die EU und viele, viele andere da versucht durchzusetzen. Die haben Prozesse gewonnen, die verdienen auch wirklich jeden Euro zurecht.

Sprecher 1 Also die haben diese Organisation, die ich jetzt nur vom Namen schon mal gehört habe, die du jetzt wunderbar erklärt hast, vielen Dank dafür. Hab bei mir persönlich jetzt schon gewonnen, weil Susanne jetzt da arbeitet. Ich kenne Susanne von der Fundraising Akademie her aus dem Kurs. Ganz großartige Kollegin, vielen Gute. Grüße in die Richtung und alles Gute für den Stellenwechsel. Wie schön. Prima. Aber die sitzen auch in Dresden, ne? Sagst du?

Sprecher 2 Die sitzen auch in Dresden, genau.

Sprecher 1 Ein ganz bekannter Mittelmeerhafen Dresden.

Sprecher 2 Naja, sagen wir mal so. Winnschifffahrt haben wir schon mit der Elbe, darf man nicht ganz vergessen, auch wenn es bei uns so trocken ist mittlerweile, dass unser Elbbegel mittlerweile auf 70, 80 Zentimeter wieder sinkt. Das ist echt brutal und als Hobbygärtner kann ich nur sagen, lass es bitte mal wieder regnen.

Sprecher 1 Es ist Brückentag und ich würde dich jetzt. . In deinen Hobbygarten entlassen und in der Hoffnung, dass du eine Menge Zeit hast, dieses Wochenende in deinem Garten zu verbringen. Hier haben sie zumindest ein paar Troppen angesagt, aber der Boden ist auch so trocken. Ich glaube, das wird nicht reichen. Ja, Herr im Himmel, lass es regnen. Das sind aber blöde Schlussworte, die würde ich jetzt nicht stehen lassen. Matthias Kriegen folgt Sonne. Vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, hier dich mal einen verbalen Nackig zu machen. und mal so ein bisschen Einblicke zu geben in die Arbeit des Fundraiser-Magazins, der Fundraising-Tage und insbesondere von deinem Leben. Ich glaube, dass viele Menschen jetzt dich so ein bisschen besser einschätzen könnten. Insbesondere die sozialistische Betriebswirtschaft ist mir hängen geblieben. Da kannst du davon ausgehen, dass ich da definitiv nochmal googeln werde. Sehr schön. Ja, alles gesagt. Gibt es irgendwas, was noch gesagt werden muss? Ja, vielleicht eine Kleinigkeit.

Sprecher 2 Sach, schieß los. Ich will mich einfach bei allen bedanken, die uns lesen. Oh ja. Weil das ist nicht selbstverständlich. Also. Zum Schluss kostet es trotzdem Geld, es kostet Zeit und auch vor allen Dingen für die vielen, vielen Briefe und und Mails und so weiter, die wir immer wieder bekommen, wo wir Hinweise bekommen und vor allen Dingen für die Autorinnen und Autoren, weil das Ohne die würde das so nicht funktionieren und die auch gar nicht das Wort Honorar in den Mund nehmen, sondern einfach sagen, ich möchte da gerne was bei euch schreiben. Und ich glaube, daran werden wir die ganze Zeit auch immer weiter arbeiten, dass man gerne bei uns mitmachen kann. Das ist, glaube ich, das, was unser Magazin wirklich ausmacht. Und auch unsere Tage.

Sprecher 1 Ihr kriegt echt doch Briefe? Tja, wir kriegen auch noch Karten. Karten einverstanden, Karten finde ich ja schön, so als irgendwie, ne? Schreibe ich ja auch nochmal so als Dankeschön oder so, aber Briefe echt?

Sprecher 2 Ja, wir haben letztens ein anonymes, sagen wir mal, unsere Lieblingskategorie ist ja schöner Scheitern.

Sprecher 1 Oh ja, da habe ich auch mal schon seit Monaten eine Story, die ich euch schicken wollte.

Sprecher 2 Ja. Und unser, wir haben letztens eine anonyme Story sozusagen zugesandt bekommen, wo wir auch lange diskutiert haben in der Redaktionskonferenz. Machen wir das und machen wir nicht Wir haben sie dann gebracht, weil sie wirklich auch krass war. Und das war so ein Alarmzeichen, worauf man achten sollte, wenn in einer Organisation was schiefläuft. Aber ja, schöner Scheitern ist eben auch so ein Ding. Ohne die Leute, die da was bringen, die uns da Informationen geben, würde das nicht funktionieren. Ich kann nur sagen, wir haben im nächsten, also das aktuelle Heft ist gerade raus. beschäftigt sich mit dem Thema Donor Journey, übrigens auch ein Zukunftsthema für viele noch. Und da ist eine Story drin, beispielsweise zu PayPal, da lacht ihr euch schlapp.

Sprecher 1 Schönes offenes Ende. Ich danke dir erneut sehr. Euch da draußen ein schönes Wochenende. Also ich glaube, wenn ihr das hört, ist vermutlich Wochenende, weil ich werde es vermutlich erst morgen schneiden. Danke dir erneut, Matthias, für deine Zeit und ja, alles Gute für euch da draußen. Bis zur nächsten Folge.

Sprecher 2 Danke.

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Tach, ich bin Maik Meid.

Ich unterstütze seit 20 Jahren gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft mit Medien und Workshops rund um’s Fundraising und Kommunikation. Und seit Anfang 2023 bleibe ich für Euch tagesaktuell auf dem KI-Entwicklungsstand der Dinge. (Ich mach wirklich kaum anderes mehr…)

© Maik Meid Fundraising Media