Über’s Texten im Fundraising | Direkt vom Deutschen Fundraising Kongress 2019 in Kassel | Dr. Udo Marquardt im Gespräch mit Andreas Berg und Maik Meid.
Transkript
Sprecher None So the other stuff
Sprecher 1 Herzlich willkommen zurück auf dem Deutschen Fundraising-Kongress 2019 in Kassel. Wir müssen jetzt so tun, als ob das unsere zweite aufgenommene Folge ist, die wir nämlich jetzt als zweites veröffentlichen. Dabei sind wir total aufgeregt, weil es ist nämlich tatsächlich die. erste Folge, die wir heute aufnehmen. Und der Andreas ist auch schon völlig fertig von diesem. Ich bin vollkommen fertig, vor allem wenn du das sagst, brauchen wir auch nicht mehr so tun. Genau. Deswegen tun wir auch nicht so, weil in der zweiten Folge begrüßen wir dann auch mal ganz herzlich. Wen wir aber besonders herzlich begrüßen, dies, sollen wir mal förmlich sein, Dr. Udo Marquardt.
Sprecher 2 Ja, hallo, herzlich willkommen.
Sprecher 1 Schön, dass du da bist. Du bist hier auf der Ausstellungsfläche in Kassel, unser direkter Nachbar, nicht nur du alleine. Wir haben etwas Sicherheitsabstand zwischen uns gelassen, habe ich festgestellt. Es war, glaube ich, anders geplant, aber wir können uns zuwinken und du bist mit Deine Agentur?
Sprecher 2 Unterwegs der GFS. Der GFS Fundraising Solutions GmbH aus Bad Honnev, die in diesem Jahr 40 Jahre alt ist. Respekt. Das wusste ich gar nicht.
Sprecher 1 Es kam letztens diffundiert ins Postfach, also in den Briefkasten. Da habe ich das echt überlesen.
Sprecher 2 Nein, da steht auch nicht drin. Wir. Hängen das jetzt nicht so hoch, weil dann muss man es feiern und dann wird es sehr kompliziert und wir haben genug zu tun.
Sprecher 1 Aber sag doch noch mal ein bisschen was zu GFS. Die GFS, also seit 2005 im Fundraising, die GFS hab mich eigentlich von da aus immer in Anführungsstrichen begleitet, dass ich sie präsent erlebt habe, dass sie immer da war. Was seid ihr für eine Agentur? Was macht ihr und was machst du besonders konkret dort?
Sprecher 2 Also fangen wir mal mit der GFS an. Die GFS ist das, was man eine Full-Service-Agentur nennt. Man kann bei uns Mailings machen, man kann bei uns sich, ja ich sag mal, den ganzen Bereich des Database Fundraisings machen, wir sagen Data-Driven Fundraising. Man kann bei uns Mitgliederverwaltung machen, man kann bei uns seine Daten hosten. Man kann unsere Software Active Donor anmieten. Möchtest du mehr im Werbung?
Sprecher 1 Ich wollte fragen, was macht ihr nicht?
Sprecher 2 Nein, ich sage ja Full-Service-Agentur, Telefon machen wir nicht. Haben wir mal gemacht, machen wir aber nicht mehr. Das ist ja ein immer schwierigerer. Bereich geworden aufgrund der Datenschutzgesetze.
Sprecher 1 Der Andreas sitzt dir hier direkt gegenüber, du warst auch mal bei dem Laden, ne?
Sprecher 3 Ich warm Also, wenn man es genau nimmt, war ich zweimal bei dem Laden. Okay. Jetzt, ja, das ist aber beim zweiten Mal. Richtig, also ich war mal 97 bis 99. Bei der GFS und dann von 2005 bis 2011. Hab ich angefangen zu studieren, 1997.
Sprecher 2 Da habt ihr schon richtig gearbeitet. Was machst du da konkret? Ich bin dort, ja man sagt Berater, vorher war das mal Key-Account Manager, aber Berater finde ich irgendwie doch den angenehmeren Beruf und Texter. Macht die Visitenkarte auch nicht so lang. Genau, das macht die Visitenkarte etwas kürzer. Es ist angenehm Deutsch, also Berater und Texter. Ja, ich berate Kunden und ich. Ich schreibe Mailings, Jahresberichte, was immer es zu schreiben gibt.
Sprecher 1 Genau. Darum soll es im Grunde genommen ja auch heute bei dem inhaltlichen Input gehen. Denn wir haben bei der Vorbereitung zum Kongress ja auch überlegt, was können wir jetzt zum dritten Mal auch ein bisschen anders machen und einen Wunsch war, noch ein bisschen stärker in die Themen zu gehen. Du bist Du hast die Einladung angenommen, nicht nur weil wir hier Nachbarn sind am Stand, sondern weil du eben morgen auch eine Masterclass, glaube ich, keepst. Zum Thema Texten und da hat Andreas gesagt, der Udo hat eine Menge zu erzählen. Und besonders aus dem aus der Masterclass, was ihr vorhabt. Aber lasst uns doch mal gucken. Also, Texten habe ich doch in der Schule gelernt. komme ich ja sehr stark von meinem digitalen Bereich her, gebe selber Seminare zum Thema Online-Texten. Da kann doch alles nicht so schwer sein. Ich meine, um eine Spende zu bitten, wo ist denn das Problem? Wofür brauche ich denn da besondere Regelungen? Brauche ich überhaupt besondere Regelungen fürs Fundraising? Also Warum brauche ich jemanden, der sich auf Texten spezialisiert?
Sprecher 2 Ich brauche, glaube ich, jemanden, weil. Erstens mal machen wir, wenn wir Fundraising machen, wir machen Direktmarketing. Egal in welcher Ecke das jetzt ist vom Fundraising, es ist Direktmarketing. Wir versuchen Menschen zu einer direkten Handlung aufzufordern und zwar zu spenden. Oder mitzumachen, Mitglied zu werden, was auch immer. Und fürs Texten, fürs Direktmarketing gibt es eine ganze Reihe von ganz interessanten Regeln. Das hängt meiner Ansicht nach damit zusammen, dass wir zum ersten Dass wir zum ersten Punkt eigentlich Briefe schreiben, die kein Mensch lesen muss. Wir oder E-Mails schreiben oder Posts schicken oder jetzt. inzwischen bei WhatsApp unterwegs sind oder was auch immer, aber das muss eigentlich kein Mensch lesen. Man will Liebesbriefe lesen, man muss den Kram vom Finanzamt lesen, man müsste sich die ein oder andere Rechnung angeben.
Sprecher 1 Die aber auch mal einen Kurs vertragen könnten in Texte, die man versteht.
Sprecher 2 Das auch, ja. Aber es geht erstmal darum, eine klare Botschaft zu haben, die gut lesbar, gut verständlich zu transportieren, die Leute nicht Zu überfordern, auch wenn sie Professor sind, muss man nicht unbedingt Sätze von Hegelschen Ausmaßen lesen, sondern das sollte auf den Punkt kommen, das sollte klar sagen, was man will. Am Ende wirklich immer die Spendenaufforderung. Und es sollte mit Herz geschrieben sein, es sollte die Leute ansprechen und da kannst du dir ein bestimmtes Vokabular aneignen, da kannst du dir bestimmte Techniken aneignen. Und darum wird es morgen in dieser Masterclass Fundraising schreiben gehen.
Sprecher 1 Ich hab, wenn ich jetzt so in die Fundraising-Szene reinschaue und auch im Einführungsbereich bin und ein paar Sachen versuche zu erklären. Ich bin jetzt kein Textgott so, aber ich höre von vielen Teilnehmern und Teilnehmern, oh, Texten kann ich gar nicht, ich kann nicht schreiben, ich habe immer eine Blockade, ich kann es überhaupt nicht. Würdest du sagen Texten kann erstmal jeder, wenn man das Werkzeug lernt und beherrscht? Oder würdest du sagen, naja, das ist schon so, das ist auch eine gewisse Gabe, die man mitbekommen hat und das kann nicht unbedingt jeder?
Sprecher 2 Also grundsätzlich kann erst mal jeder ja schreiben, gehe ich jetzt mal von aus. Auch wenn die Analphabetenrate, wie ich es noch gelesen habe, heute noch links sechs Millionen, davon drei Millionen Mutler.
Sprecher 3 Sprachler, die nicht schreiben und lesen.
Sprecher 2 Also die Analphabetenrate ist doch relativ hoch, aber ja, schreiben können wir, aber es tun sich viele Leute schwer damit und das hängt ein bisschen damit zusammen, dass sie irgendwie immer meinen, man müsse sich besonders gewählt ausdrücken. Man müsse sich irgendwie so ausdrücken, dass es ernst klingt oder wie auch immer. Und das führt dann in der Regel zu so einem Nominalstil. Und dieser Nominalstil, der klingt Eigentlich gar nicht wirklich schön. Also, das ist so das typische Anschreiben, das man aus Beamtenstuben kennt. Und das klingt nicht schön, das liest sich nicht gut und damit verstellst du sehr oft Inhalte. Also ein guter Satz besteht aus Subjekt, Prädikat und Objekt.
Sprecher 1 Ja gut, das stimmt. Morgen in them in der Masterclass, ihr habt ja Ich glaube, fünf Stunden, sechs Stunden netto, schon Zeit.
Sprecher 3 Müsste man an der Stelle vielleicht, weil du gerade die Mehrzahl benutzt hast, noch darauf hinweisen, dass du die Masterclass ja nicht alleine machst, sondern. Mit Bettina Metz von der Welthungerhilfe?
Sprecher 2 Nein, das ist. Bettina Metz ist die Geschäftsführerin Von UN Women und zwar der deutschen Abteilung von UN Women und das ist eigentlich schade, dass die Bettina heute nicht hier ist, weil. Ein großer Teil wird Gendersprache sein. Wie sprechen wir so, dass wir Männer und Frauen gemeinsam ansprechen und dass wir das auch noch sprachlich ansprechend tun? Also sprachlich schön. Das Sternchen, was es jetzt ja so bei den MitarbeiterInnen gibt, oder die Sprechpause, das liest sich oft. Oft komisch, das liest sich oft seltsam. Ich habe gerade einen Text geschrieben, da ging es immer um Psychologinnen und Psychologen. Und wenn du drei Sätze hintereinander immer Psychologinnen und Psychologen schreibst, dann klingt das komisch, aber man kann zum Beispiel dann auch formulieren die psychologischen Fachkräfte. Und das ist dann gendermäßig okay, da werden Männer und Frauen angesprochen und da die Hälfte der Bevölkerung, Gott sei Dank, Frauen sind, ist das durchaus sinnvoll, sie entsprechend anzusprechen, weil wir würden uns, jetzt ist hier eine Männerrunde, wir würden uns ja auch. Seltsam fühlen, wenn man in einen Raum käme und dort würde dann gesagt, Vorlesung zum Beispiel, liebe Studentinnen, da würden wir Da würde ich mich in zweifacher Hinsicht merkwürdig fühlen. Und die Frauen kriegen es aber oft zugemutet, dass man sagt, liebe Studenten.
Sprecher 3 Es ist ja das klassische Beispiel, wenn irgendwo ein Foto gemacht wird mit 100 Lehrerinnen, dann und es kommt ein Mann dazu, dann sind 101 Lehrer auf dem Foto. Genau.
Sprecher 1 Aber jetzt. Wer wollte eigentlich gerade fragen, was ihr morgen in der Masterclass macht, aber vielleicht doch nochmal zurück, weil das Thema Gendern ja wirklich auch omnipräsent ist in den Medien. Würdest du sagen, es gibt die eine Lösung? Es quietscht hier aber was ganz furchtbar.
Sprecher 2 Es gibt bestimmt nicht die eine Lösung, aber es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen, sehr kreativen, sehr gut gemachten Lösungen.
Sprecher 1 Diese unterschiedlichen Lösungen, die sieht man tagtäglich in der Zeitung und auch hört man im Radio. Wie wähle ich denn meine sinnvolle? Ist das ein demokratischer Prozess für mein Medium oder. Alles das, was irgendwie nach Gefühl geht… Ich meine, es gibt ja wirklich unterschiedliche Gender-Möglichkeiten. Also Sternchen, wie du schon gesagt hast und großes I und wie auch immer.
Sprecher 2 Das sind alles Möglichkeiten. Es gibt aber noch eine ganze Reihe mehr, aber da brauchst du ein bisschen sprachliche Kreativität zu. Und da gibt es auch ein paar Trips und Tricks und die gibt es von der Bettina in der Masterclass.
Sprecher 1 Ich glaube, die Stadt Hannover, war das nicht auch vor ein paar Wochen, dass die Stadt Hannover beschlossen hat, ab sofort nur noch genderkonform zu schreiben? Was auch eine. Sowohl eine Welle der Entrüstung als auch eine Welle der Zustimmung letztendlich hervorgerufen ist.
Sprecher 3 Ja, wo ich, also ich muss sagen, mich hat das gewundert mit der Welle der Entrüstung, weil so Ungewöhnlich ist es ja nicht. Also bei Städten wüsste ich es jetzt nicht, aber wenn du zum Beispiel die evangelische Kirche dir anguckst, mit auch den großen evangelischen Werken, auch ein Teil der. katholischen Werke und Organisationen, Gewerkschaften, also es sind ganz große in der Mitte der Gesellschaft versammelte Organisationen, die schon seit Jahren gendern. Entschuldigung.
Sprecher 2 Ja, ja, es gibt natürlich auch eine Gegenbewegung. Das ist eine Gruppe, die wird von Schriftstellern, Journalisten etc. die sagen, das ist alles Quatsch, aber. Ich denke, gerade im Fundraising, also wir haben es sehr viel mit Frauen zu tun, die spenden und die diese Briefe lesen und die quasi schon grammatisch auszuschließen, halte ich für fahrlässig.
Sprecher 3 Ja, zumal man weiß ja aus der Neurologie auch, dass man dieses sogenannte Mitdenken, es wird ja immer gesagt, wir benutzen die männliche Form und wir denken die Frauen dann mit, das funktioniert nicht. Wenn der Frame, also der Sprachrahmen männlich aufgerufen ist, ist man eigentlich nicht mehr in der Lage, an eine Frau zu denken. Vielleicht liegt es daran, dass Mitdenken insgesamt eine schwierige Angelegenheit ist. Das durchaus auch.
Sprecher 1 Jetzt wenden sich ja Organisationen an Agenturen und an Dienstleister gerade auf dem Mailing-Bereich, weil sie unterstellen, dass sie es, wenn sie es an Profi in die Hand drücken, dass die Profis es besser können. Und man versucht ja, so erlebe ich das gerade im Mailing-Bereich auch diese Medien so zu optimieren, dass man letztendlich wirklich einen guten Ertrag hat und einen besseren Ertrag hat als davor. Gibt es denn schon Erkenntnisse aus dem Mailing-Bereich, dass eine. Geschlechtergerechte Sprache möglicherweise auch zu besseren oder zu höheren Spenden führt?
Sprecher 2 Nicht, dass ich wüsste. Ich denke aber, das ist ein bisschen auch liegt ein bisschen auch an der Thematik, die eine Organisation hat. Also UN Women, um dann nochmal auf Bettina zu kommen, die hier schmerzlich fehlt, um absolut her. die Geschlechtergerechtigkeit bezüglich dieses Kurses auch aufrechtzuerhalten. UN Women hat natürlich typische Frauenthemen und diese Themen sprechen Frauen an. Und ich habe gestern noch mit der Bettina zusammengesessen. Wir haben über ein Mailing diskutiert. Das fing interessanterweise damit an, stellen Sie sich vor, Sie sind hoch schwanger. Und dann haben die hinterher gedacht, Moment mal, Moment mal, damit schließen wir aber dann von vornherein alle männlichen Spender aus und haben dann eine zweite Version gemacht, die beginnt dann, stellen sie sich vor, Ihre Frau ist hochschwanger. Also Ja.
Sprecher 3 Ist aber als Lösung gut, aber ich bin dann schon wieder in der praktischen Umsetzung schwierig, weil man oft nicht sicher sein kann, ob man gerade einen Mann oder einer Frau schreibt. Also beim Schreiben ist das. . Beim Schreiben ja, aber wenn man es nachher umsetzen will, geht man dann in der Regel nach der Anrede. Ist aber nicht immer gesagt.
Sprecher 2 Dass das dem tatsächlichen Geschlecht der Lesenden in dem Fall dann entspricht. Wir haben Versuche gemacht bei der GFS mit speziellen Ansprachen von Frauen, speziellen Ansprachen von Männern, die gingen also auf der einen Seite über die direkte Ansprache Die gingen über Motivationen. Was motiviert einen Mann zu spenden? Was motiviert eine Frau zu spenden? Kann man Daniel Böhle fragen, die hat ja da sehr interessante Untersuchungen zu gemacht. Die gehen stark auch über die Bildsprache und die Ergebnisse waren durchaus besser, aber man weiß jetzt, man müsste eine ganze Reihe von Gegentests machen und dann wiederum Versionen aussenden mit dem gleichen Bild und den unterschiedlichen Texten, um wirklich zu schauen, was ist da eigentlich der Faktor, der am Ende den Ausschlag gibt. Aber es spielt offensichtlich in irgendeiner Weise eine Rolle. Ich glaube, das hat auch mit Respekt vorm Spender und vor der Spenderin zu tun, dass man sie entsprechend anspricht.
Sprecher 1 Zu Danielle nochmal kurz, die war hier auch schon im Podcast, hat auch ganz ausführlich über Psychologie im Fundraising gesprochen. Auf die Folge weise ich dann auch gerne nochmal hin. Dann vielleicht doch nochmal ganz konkret zu deinem Workshop, zu deiner Masterclass morgen. Wie war die ausgeschrieben? Kann da jeder dran teilnehmen oder sagst du schon, na, ich möchte Menschen haben, die regelmäßig mit Schreiben zu tun haben?
Sprecher 2 Da kann erstmal grundsätzlich jeder dran teilnehmen, natürlich. Also es gibt ja die unterschiedlichsten Organisationen und nicht für jede Organisation ist eine Agentur passend. aber sich einfach ein wenig Gedanken darüber zu machen, wie gehe ich an so etwas. Und da gibt es wirklich Handwerkszeug, das du lernen kannst. Das sind ganz einfache Sachen, also kein Absatz länger als sieben Zeilen, kein Satz länger als 13 Worte. Das ist fast eine Checkliste, die man abgeschnitten kann. Das ist eine Checkliste, die kannst du abarbeiten und dann gibt es Dann gibt es noch etwas Wunderbares, das ist der sogenannte Reading Ease-Index, der Flash-Index und den konnte man früher mal bei Word einstellen. Inzwischen muss man den online Sich anschauen, aber dass man einfach sieht, wie kompliziert ist denn so ein Text und wie schwer mache ich es eigentlich meinem meinem Leser und das Erstaunliche ist, man denkt ja am Anfang, oh Gott, das funktioniert nie. Ich habe es wirklich ausprobiert mit allgemeinen Geschäftsbedingungen, mit Bildartikeln und so weiter und so weiter. Und das funktioniert und man kann da immer mal gegenchecken. Das ist interessanterweise auch inhaltsneutral. Das geht also über Endungen, Satzlängen und lauter Geschichten.
Sprecher 1 Ich mach das regelmäßig mit Websites, wenn ich Websites untersuche und ich hab ich behaupte mal, ich nehme mich jetzt mal weit aus dem Fenster, dass bei den Websites, die ich gesehen habe. bei 90 bis 95 Prozent der gemeinnützigen Organisationen, die alle beim Flash-Wert irgendwo im Bereich der allgemeinen Geschäftsbedingungen sind, bei einer Startseite und bei Informationsseiten. Ich hätte jetzt wenigstens noch auf Frankfurter Allgemeine getippt oder so. Das ist wirklich auch relativ komplex. Aber ich bin überrascht oder ich bin positiv überrascht und auch bestätigt darin, dass im klassischen Text Bereich fürs Mailing, der Flash letztendlich auch noch eine Rolle spielt. Also zur Orientierung. Ich sage immer, es ist immer, es ist keine Kristallkugel, sondern es dient lediglich der Orientierung. Und man soll da auch keine Wissenschaft daraus machen. Oder wie siehst du es?
Sprecher 2 Also Ich finde das manchmal als Texte einer Agentur ganz interessant, wenn du dann mit Fachabteilungen argumentieren musst und es sehr komplex wird und da sehr viele Fremdworte drin sind, finde ich es ganz argumentiert. Ganz angenehm, das als Hinweis zu haben, ihr verkompliziert den Text im Augenblick und er wird nichts, er wird vielleicht fachlich genauer, aber nicht unbedingt einfacher. Das finde ich, das finde ich ganz hilfreich. Insgesamt, glaube ich, eher eine ganz charmante Angelegenheit, um so ein Gefühl für das eigene Schreiben zu kriegen. Es gab auch mal bei der FAZ etwas, da konnte man seine Texte einlesen und dann wurden Wurden die verglichen, ob man schreibt wie Peter Hantke, wie Günther Grass oder so? Das war das war auch ganz interessant. Okay, aber das ja. Hast du nicht so ausgetestet wie den Index? Nein, nein, nein, das habe ich nicht so ausgetestet. Und das ist ja auch fürs Mailing oder überhaupt fürs Fundraising jetzt nicht wirklich relevant. Das ist dann eher so was fürs Ego, wie ich schreibe, wie Hand oder Gras.
Sprecher 1 Mal ganz konkret morgen, was macht ihr, wie geht ihr vor? Also wie ist euer Tag ab? Wie läuft der ab? Wie ist der aufgebaut?
Sprecher 2 Also der Tag besteht im ersten Teil bis zum Mittagessen. Im Prinzip so um all geht es um allgemeine Regeln zum Texten. Wir werden texten, wir werden schreiben. Wir werden uns auch mitgebrachte Mailings angucken. Wir haben natürlich auch, um uns da selber auch ein bisschen nackig zu machen. Wir haben auch selber Sachen mitgebracht. die wir getextet haben, dass man so ein Gefühl dafür hat, was macht der andere. Es geht auch nicht darum, irgendjemanden zu blamieren und zu sagen, das ist furchtbar, sondern einfach ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie funktioniert sowas und es gibt doch erstaunlich viele sehr einfache Regeln wie eben dieses Abzählen etc. Das ist ja das ist der eine Teil. Der zweite Teil, das ist der Nachmittag, der wird mehr von Bettina gestaltet. Da geht es um das Thema Gendern und das werden wir dann hinterher Natürlich auch üben.
Sprecher 1 Ich werde gerne dabei. Ich hab mal einen Text-Workshop hier gemacht im Fundraising Kongress. Das war sogar noch in Fulda, glaube ich. Also schon dabei. Also schon länger her, genau. Aber ich kann mich daran erinnern und der war gut, weil ich zu dem Zeitpunkt auch sehr, sehr wenig geschrieben hatte und wirklich auch Wer Schiss hatte vom Schrei, muss man schon sagen. Und der hat wirklich so auch dieses Sache gelockert. Habe ich auch festgestellt, dass glaube ich. Ich unterstelle das jetzt mal, dass es bei euch genauso sein wird, dass du dadurch letztendlich, durch dass du einen Masterclass besuchst, nicht unbedingt jetzt erstmal besser schreiben kannst. . Ich behaupte immer, es geht durchs Machen. Also man muss es dann auch tun und regelmäßig tun, immer wieder schreiben. Und dann entwickelt sich auch ein besser oder ein eigener Stil, der dann hinterher einfacher wird. Also ich glaube, man muss erst mal an sich selber auch nicht ganz so hohe Anforderungen setzen.
Sprecher 2 Also, das ist auch immer eine. Das ist ja auch immer, wie soll ich das sagen, wenn ich 24 Stunden vor einem Text von einer halben Seite sitze, dann ist das nicht sehr zielführend und das ist auch nicht sehr effektiv. Also auch dann, wenn man seine Arbeitszeit dabei mit berechnet, etc. Es gibt aber eben diese einfachen Regeln und ich habe eine Ausbildung als Radiojournalist gemacht und eine der beeindruckendsten Sachen, die ich dort erlebt habe, war, dass wir teilweise die Volontäre, die da waren Dass wir teilweise auf Minuten geschrieben haben. Also Radio ist ja, gerade wenn du für Nachrichten schreibst, du hast einfach die Vollstunde nur und dann musst du fertig sein. Und wenn du fünf Minuten vorher kommst. Dann hast du fünf Minuten für einen Text, und von dem weißt du, der soll 30 Sekunden lang sein. Du hast dann nicht so viele Möglichkeiten, was zu machen. Also haust du da etwas in die Maschine und das nimmt dir auf der einen Seite so ein bisschen die Angst davor, etwas zu machen. Du siehst dann auch, die Welt geht nicht unter, wenn es nicht ganz so doll war. Du lernst noch etwas dabei, was ich ganz toll finde, was ich einen der wichtigsten Hinweise überhaupt finde, nämlich, Schreib fürs Vorlesen. Wenn du einen Text vorlesen kannst und den so vorlesen kannst, dass du Luft behältst, dass du weißt, wo du atmen kannst in deinem Satz, dann hast du wahrscheinlich einen relativ guten Text geschrieben. wenn du aber einen langen Satz hast, also nochmal, jetzt ist es ein Subjekt, Prädikat, Objekt und der Rest ist drumrum, also du kannst eine halbe Seite drumherum stellen, aber es ist immer nur der Mann geht zum Fluss, die Frau geht zum Fluss. Das ist der, Entschuldigung, das ist die Brücke und der Rest, den du dann dazwischen schreibst. Der Mann, der schon vor 24 Jahren, zum ersten Mal an dieser Stelle stand, damals allerdings noch als junger Student, der war gerade aus einer Kleinstadt im Sauerland gekommen und befand sich jetzt mitten in Hamburg, dieser pulsierenden Metropole, geht langsamen Schrittes Gemessen, möchte man fast sagen, zu diesem großen Fluss, den man allgemein Elbe nennt, der aber in der Hamburger Mundart und so weiter und so weiter. Das ist trotzdem nur der Mann.
Sprecher 3 Ich habe die ganze Zeit versucht, ob ich irgendwo einen Punkt unterbringen kann, aber es war wirklich ein Satz. Touche.
Sprecher 2 Es war wirklich ein Satz und eine der Besten Hilfen, die ich bekommen habe von meinem damaligen Chefredakteur, der mich ausgebildet hat, war ein Satz, ein Gedanke. Wenn du zwei Gedanken hast, mach zwei Sätze durch.
Sprecher 1 Ich habe meinen bekannter und Kollege Paul Gareis, der auch eine Agentur in Münster hat, der hoffentlich auch in den kommenden Tagen hier nochmal beim Recap erscheinen wird. Der hat das CD und den Reunch für das Bundesverwaltungsgericht gemacht. Und ich erinnere mich an eine Situation, wo er ein Dokument hatte. Und in dem Dokument, das waren anderthalb Seiten, anderthalb Kinder vier Seiten Richterdeutsch. Und dann wurde das nochmal runtergesetzt auf auf Normalsprache und das Ergebnis dann hinter für die Website war, die Gerichte sprechen sich untereinander ab. Punkt. Also nichts anders. Von anderthalb Seiten auf Ein Satz runter und hat es mit Richtern zu tun auch, ne? Unterschiedliche Berufsgruppen haben natürlich auch nochmal unterschiedliche Ansprüche an Sprache.
Sprecher 2 Ja, das ist richtig. Es gibt eine gewisse Präzision. Fachsprache ist teilweise auch nicht zu verachten, einfach weil man Dinge präzise benennen muss, in der Medizin, in der Juristerei, wo auch immer. Aber das brauchen wir nur bedingt im Fundraising, denke ich. Und ich glaube, viel wichtiger ist, dass ich Menschen emotional berühre, weil also wir spenden nicht weil wir eine tolle Excel-Liste gesehen haben, sondern wir spenden, weil uns etwas berührt, weil uns etwas bewegt, weil wir etwas sehen und denken, das kann so nicht bleiben, das muss ich verändern, dafür tue ich was, dafür gebe ich mein Geld. Oder weil die denken, Herrgott, machen die eine tolle Arbeit, die unterstütze ich. Und an dieses Gefühl muss man rankommen. Und da kommt man eben auch mit sprachlichen Mitteln ran.
Sprecher 1 Schreibt es sich denn fürs Mailing anders als für einen Jahresbericht oder für ein anderes Medium, was du für eine gemeinnützige Organisation entwickeln musst?
Sprecher 2 Ja. Es schreibt sich vollkommen unterschiedlich von Organisation zu Organisation, das ist das eine. Also ich Ich unterschreibe diese Texte ja nicht selber, sondern die unterschreibt jemand anders. Und die muss, der muss sich damit wohlfühlen mit diesem Text. Das muss sein Text sein. Deswegen finde ich das zum Beispiel. Ganz wichtig, dass die Leute in den Texten herum korrigieren, dass sie Änderungen wollen. Das ist enorm wichtig, weil das ist auch eine Form der Aneignung des. etwas sich zu eigen machen.
Sprecher 1 Aber ich hab da die Erfahrung gemacht, als ich noch selber als Fundraiser unterwegs war, dass du dass du die tollsten Texte entwickeln kannst und auch von Profis machen lassen kannst. Nachdem es dann einen Vorstand in der Hand hatte, ist nichts mehr übrig von dem, was du eigentlich als professionell bezeichnet hast, aber es trotzdem letztendlich demokratisch legitimiert dann durchgeht. Gibt es da auch ein Geheimrezept, dass du sagst, naja, ich versuche dann schon zu argumentieren, warum der emotionalere Satz besser ist, oder hast du auch die Erfahrung, dass dann eher der Vorstand durchkommt oder Bereichsleiter, wer auch immer?
Sprecher 2 Ich versuche zu argumentieren für das, was ich tue. Ich stehe aber auf dem Standpunkt, das ist nicht mein Text. Also schlussendlich ist das. Das ist der Text der Organisation… Ich bin Dienstleister und wenn die blau wollen, kriegen die blau und wenn die grün wollen, kriegen die grün, auch wenn ich selber rot oder gelb schöner finde.
Sprecher 1 Ja, ist klar. Texten ist gar nicht so deins, Andreas, oder? Absolut falsch.
Sprecher 3 Echt? Eigentlich ja. Also ich habe da gerade ein Buch geschrieben, ein Fachbuch. Ich hab gar nicht dran gedacht, verdammt. Ist aber aus meiner Sicht, muss ich sagen, finde ich, die Art des Textes, die man schreibt, ist gar nicht so wichtig. Also ob es jetzt ein Fachbuch ist oder ob man auch Kurzgeschichten, ob man eine Kurzgeschichte schreibt. Entscheidend ist im Grunde, dass man einfach schreibt. Weil man überarbeitet es ja nachher sowieso nochmal. Und das Schlimmste, was man machen kann, ist sich vor einen Bildschirm oder ein weißes Blatt Papier setzen und mit der Einstellung, ich schreibe jetzt einen guten Text. Also es ist im Grunde nicht so, dass man zu wenig gute Texte schreibt, sondern man schreibt eigentlich zu wenig schlechte, weil man sich selber in so eine Blockade reinbringt. Deswegen, oder wie siehst du das? Also ich neige immer dazu, einfach zu schreiben. Und wenn es nicht funktioniert hat, kann man den Text ja auch noch löschen.
Sprecher 2 Ich habe, also manchmal braucht es ja etwas, bis man auf den Punkt kommt. Und bis man eigentlich da ist, wo man hin möchte, und dann eiert man an seinem ersten Satz herum. Und ich habe es eigentlich so gelernt von meinem wunderbaren Chefredakteur damals, Karl-Heinz zu Bonzen, hieß er in Freiburg leider verstorben. Der Karl Heinz hat mir beigebracht, dann schreib doch erstmal, fang an, rede, quassel, schreib etwas vor dich hin. Du bist wahrscheinlich im zweiten oder dritten Absatz, bist du da, wo du eigentlich hin willst, und da bist du bei dem, was du sagen willst, und den Rest vorher schmeißt er einfach weg. Das ist so etwas. Und dann, was ich auch noch wichtig finde, ist, du machst Work in Progress. Also ein Text ist eigentlich nie wirklich fertig. Ist ein Topf, oder? Also der muss erstmal eine Nacht ziehen und dann muss er nochmal umrühren. Das, also auch das auf das auf der einen Seite nein, aber man sieht hinterher dann die Dinge plötzlich mit ganz anderen Augen und denkt sich, ui Das hätte ich auch anders machen können. Was auch noch hilfreich zum Beispiel ist, ist immer, wenn man so etwas am Bildschirm schreibt Sich so etwas auszudrucken oder mal auf den fertigen Brief Zahlschand, dann beim Fundraising zu setzen. Das objektiviert den Text und man sieht dann auch seine Tippfehler ein wenig.
Sprecher 1 Ich glaube, ich habe gefühlt, alle Reintexteditoren irgendwie durch, die es auf dem Mac so gibt Bestimmt nicht, aber ich habe wirklich viel ausprobiert. Ich bin mal bei einem Editor, bei einem Eingabeteil mal hängen geblieben, was ich aus Spaß mal ausprobiert habe, aber die Programmierer meinten das durchaus ernst. Da kannst du eine Latenzzeit einstellen und wenn du halt innerhalb dieser Latenzzeit nichts getippt hast, ist der ganze Text weg. Das heißt, also hast du nach 10 Sekunden nichts geschrieben und dann nach 15 Sekunden. Also die halten dich am Schreiben, auf das du, wenn du mal irgendwo bist, einfach mal Einfach mal raus, alles raus, alles raus. Und dann halt Ende. Ich habe es wirklich nur einmal ausprobiert und hab’s da nicht mehr verwendet. Aber was hältst du von solchen Methoden?
Sprecher 2 Die sind ganz lustig. Ich kenne die eben aus meinem Volontariat, wo wir da alle gesessen haben und gegen die Uhr geschrieben haben und dann wurden hinterher die Texte vorgelesen und verglichen. Das ist zum Üben prima, das würde ich allerdings im wirklichen Leben, sage ich mal, würde ich das jetzt nicht machen. Ich finde das eher. Furchtbar, wenn du etwas geschrieben hast und du hast es einigermaßen fertig und dann ist es plötzlich weg, weil du dir einen Kaffee holen gehst.
Sprecher 3 Okay, okay, okay. Gibt es eigentlich Texte, die du noch mit der Hand schreibst oder schreibst du immer am Computer? Ich schreibe Notizen mit der Hand. Notizen, aber du würdest nicht sagen, ähm Ein Mailing-Text schreibe ich auch schon mal mit der Hand, weil es dann einfach anders läuft.
Sprecher 2 Also handgeschriebene Texte sind was ganz Wunderbares. sind auch im Fundraising ausgesprochen erfolgreich. Also es gibt ja auch Methoden, inzwischen handgeschriebene Texte mit der Originalhandschrift einer Person schreiben zu lassen. Müsste man einen Stiftungsantrag auch mal hin beschreiben, weil sie sagen sollen. Ja, aber Das meinte ich gar nicht, sondern. . Nein, nein, ich weiß, ich wollte das nur als kleine Klammer, um noch ein bisschen beim Fundraising zu bleiben. Also ich mache, die funktionieren wunderbar, diese Texte. Und diese Handgeschriebenen, der. Punkt ist aber, ich habe den Computer, also ich bin ja jetzt auch ein paar Jahre alt, ich habe den Computer noch erlebt, als man so Teile kriegte, da gab es noch kein Windows, da gab es DOS, ja. Das Disc Operating System und es gab wunderbare 24- und 12-Nadeldrucker etc. etc. Die habe ich schon als Riesenerleichterung gegen eine Schreibmaschine empfunden. Also ich habe mehrere wissenschaftliche Arbeiten geschrieben und wenn du da eine Fußnote vergessen hattest, war das eine Absicht Absolute Katastrophe, wenn du den Kram getippt hast, und ich habe den Computer eigentlich immer nur als Erleichterung in dieser Hinsicht empfunden.
Sprecher 1 Ich würde gerne zum Abschluss mal spekulieren und auch vielleicht mal in so eine völlig abstruse Richtung gucken, aber die hat mich persönlich im Laufe des letzten Jahres immer mal wieder beschäftigt, weil ich. . Schnipsel im Netz gefunden habe dazu, dass jetzt in Amerika es damit beginnt, dass durch Machine Learning oder durch KI. . Texte so personalisiert, also wirklich auch Prospect Mailings, wirklich so personalisiert werden können, aufgrund der Erfahrungen, aufgrund von vorhandenen Daten über Spenderinnen und Spender. Dass die Rechner selber anfangen, das Ganze zu übernehmen. Erste Versuche gibt es da, da gibt es auch entsprechende Projekte, die das umgesetzt haben. Ich habe keine Ahnung. wie erfolgreich das ist und ob das wirklich noch ein absolutes Alpha-Stadium ist, wie es dann funktioniert. Aber ich sehe dich schon sehr zögerlich, wie du jetzt hier, also ich glaube, ich kann aus deinem Gesicht ablesen, was du davon hältst, aber Was glaubst du, welche Wertigkeit wird in Zukunft noch der persönliche Brief haben im Zuge zu solchen automatisierten Geschichten? Wird man es überhaupt noch erkennen können in zehn Jahren? Oder in 20 Jahren vielleicht?
Sprecher 2 Also ich glaube, dass der persönliche Brief immer noch eine extrem hohe Wertigkeit hat. Völlig unabhängig jetzt, ob das um Fundraising geht oder nicht. Also Ich bin Vater einer wunderbaren Tochter und wir waren vor zwei oder drei Jahren über die Weihnachtsfeiertage in Argentinien und wir hatten ihr von ihrem Freund ein Geschenk mitgebracht. und von ihrem Freund einen Brief. Und einen handgeschriebenen Brief. Und was sie am tiefsten berührt hat, war, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen handgeschriebenen Liebesbrief bekommen hat. Und das ist ein Gefühl, das kannst du nicht toppen, wenn sich jemand hinsetzt und mit der Hand schreibt, ich liebe dich, ich. finde dich toll, du bist wunderschön. Das kann keine Maschine machen. Also ich möchte auch keine Maschine haben, die mir sowas schreibt.
Sprecher 1 Ja, also ich beobachte das auch sehr kritisch. Ich bin Sehr gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird. Wie, also, wir wollten kein Mailing, kein Mailing-Podcast machen, aber vielleicht zum Abschluss Das Mailing ist ja nicht totzukriegen. Das ist eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste, Fundraising-Instrument, was wir in Deutschland haben. Es wird aus meiner persönlichen Sicht die nächsten 10, 15, 20 Jahre auf jeden Fall noch Bestand haben. Glaubst du, es wird sich etwas Verändern durch die zunehmende Digitalisierung, was das Texten und was die Mailings angeht? Müssen die aufwendiger werden? Müssen die eher abgespecter werden? Wie würdest du das einschätzen? Wo geht die Reise hin?
Sprecher 2 Ich glaube, die Reise geht dahin, dass aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten, die wir haben, zum Beispiel Textteile aus Datenbanken zuzusteuern, dass du dort persönlichere auf die individuellen Affinitäten, Bedürfnisse vorlieben von Spendern genauer, präziser gesteuerte Briefe machst, ohne dass du hinterher mit 138 Textversionen arbeitest, sondern dass du das wie aus so einem Baukastensystem zusammensetzen kannst. Das ist, glaube ich, etwas wo die Reise hingehen wird, dass du also als Text da gar nicht mehr auf ein Blatt Papier schreibst, sondern in eine Datenbank hinein und dann werden hinterher Texte zusammengeschoben.
Sprecher 3 Was in den Ansätzen ja, muss man sagen, technisch auch heute schon geht. Also bei den Etwas moderneren Programmen ist es tatsächlich so, dass die eine Textblock-Datenbank haben, die man dann gesteuert, zum Beispiel, damit man nicht für jedes Projekt einen Dankbrief schreiben muss. ist da einfach der Textblock-Dankbrief für das Projekt, nein, der Textblock-Projekt vorgesehen und den zieht die Datenbank sich dann da raus. Dass man immer nur die Schnipsel schreibt oder man tauscht die Grüße aus zwischen Ostern und Weihnachten und so.
Sprecher 2 Also wir machen solche Sachen bei der GFS teilweise. Es ist immer noch sehr aufwendig, dass man also zum Beispiel im PS eine Spenden bitte nochmal formuliert und die formulieren wir dann unterschiedlich, teilweise einfach nur mit anderen Spendensummen, weil wir einfach wissen, das ist jemand, der gibt immer mehr als 50 Euro. Also kann ich den vernünftigerweise auch nach 60 fragen, sollte aber nicht unbedingt nach 30 fragen. Also das berühmte Up-Downgrading. Das kann man schon machen, das steuert man dann aus entsprechenden Listen dazu, und das wird sicherlich noch feiner werden, noch präziser werden, dass man das genauer zusteuern kann. dass man sich vielleicht auf die Patenschaft bezieht, die jemand hat, etc. Das ist aber im Augenblick noch relativ aufwendig und Das ist aber was, denke ich, da wird mit den kommenden Jahren die Reise so ein bisschen hingehen. Also dass diese sogenannte Donor-Journey, dass die eigentlich immer. . Mehr weggeht von der Pauschalreise hin zum Individualerlebnis.
Sprecher 1 Absolut, ja. Das ist auch ein wunderbarer Abschluss. Das war ja schon sehr romantisch dahergesagt. Lieber Udo, vielen Dank. Drei Tage Kongress stehen vor uns. Hast du spezielle Highlights für dich oder wirst du die ganze Zeit am Stand sein? Worauf freust du dich am meisten?
Sprecher 2 Erstmal freue ich mich auf die Masterclass und würde das erstmal gerne hinter mich bringen. Okay. Freue ich mich eigentlich immer auf die Party am Donnerstag sehr ernst.
Sprecher 1 Sehr ehrlich, sehr gut. Ganz herzlichen Dank dir für deine Zeit. Und liebe Leute, das die ihr auf dem Kongress seid und nicht zu Hause seid, kommt auf die Fläche. Die ist sehr grün, sehr viele Gartentische stehen dort. Da steht ganz dick GFS drauf. Und wenn ihr Fragen zum Thema Texten habt und darüber hinaus, was so eine Full-Service-Agentur denn so alles treibt, der Udo wird dort stehen und sein Kollege. Wie vielen Leuten seid ihr überhaupt hier?
Sprecher 2 Oh Gott, ich glaube, wir sind mit. zehn oder elf Leute.
Sprecher 1 Irgendjemand wird euch dort wird euch dort begleiten. Und wir haben gehört, dass hier zwischen unseren Stände auch ab morgen noch eine Getränkebar kommt. Das heißt, für Kaffee ist auch gesäumt. Habt es gut da draußen. Ganz herzlichen Dank. Ciao, ciao. Ciao. Ciao.
Sprecher 4 Doch wir beides haben dieses Mal gemacht. Wir haben mal eine Aufzeichnung abgeworfen.