Daniel Domscheit-Berg eröffnet den Deutschen Fundraising Kongress.
Transkript
Sprecher 1 Ja, obwohl noch einige Nachzügler kommen. Denke ich, dass wir mal beginnen, damit wir auch gleich mit den Seminaren auch sehr pünktlich fortfahren können. Wir haben ja alle einen dicht getakteten Zeitplan. Hoffe ich. Also, ich begrüße Sie ganz, ganz herzlich zum 25. Deutschen Fundraising-Kongress, auch dieses Jahr wieder in Kassel. Ich bin total begeistert. Wir haben die Anmeldezahlen vom letzten Jahr getoppt. Und zwar deutlich, was zeigt, dass diese Veranstaltung nach wie vor die Premium-Veranstaltung im Fundraising in Deutschland ist und auch eine der größten in Europa. Viele neue Teilnehmer, die Newbie-Session war echt überfüllt heute. Das finde ich auch ganz toll, dass sehr viele junge, neue Fundraiserinnen und Fundraiser den Weg hierher nach Kassel gefunden haben, wo doch heute auch so eine große Konkurrenz da ist, nämlich die Sonne. Wenn man bedenkt, letztes Jahr waren wir im Mai, da war es draußen zu kalt, da konnte man draußen nicht rumlaufen und ich konnte heute Morgen sogar im T-Shirt joggen um kurz vor sieben. Im April irre. Ja, außerdem, ich konnte joggen, das soll ich auch nur hören, danke. Ja, ich begrüße euch, ich begrüße Sie ganz herzlich. Es wird ein ganz toller Tag. Wir haben Super viele schöne, spannende Seminare, Workshops, Big Sessions. Uns erwartet eine wunderbare Gala mit Preisverleihung heute Abend. Die Sponsoren haben sich wirklich. . Ein Bein ausgerissen dieses Jahr, was dieses Jahr angeboten wird in der Ausstellungszone von Virtual Reality, grünen Oasen, Bierzelte, Karaoke. Es gibt auch noch einen Bierempfang. vor der Gala. Wer dorthin geht, den bitte ich auf der Gala nicht zu laut zu singen, weil das ist vor der Gala. Und wir beginnen aber wie immer mit einem spannenden Keynote-Eröffnungsvortrag, der wie immer ein wenig über den Tellerrand schaut und nicht nur ein Fundraising-Thema beleuchtet. Und ich freue mich sehr, dass wir dafür Daniel Domscheid-Berg gewinnen konnten. Nur einige Stichwort. Punkte aus seiner Vita. Er war WikiLeaks-Sprecher, er war und ist mittlerweile wieder Mitglied im Chaos Computer Club. Er ist Aktivist, er ist Autor. Er beschäftigt sich sehr intensiv mit Bildungsthemen. Er ist Gründer des Projektes Open Leaks. Also insgesamt jemand, der einen sehr offenen, kritischen Blick auf gesellschaftliche, aber auch auf technische Entwicklungen hat. Und ich bin sehr gespannt, was er uns heute zu erzählen hat. Gerade in der heutigen Zeit stehen wir alle vor der Herausforderung Wie transparent dürfen wir sein? Wie transparent müssen wir sein? Was erwarten die Menschen von uns? Wie gehen wir mit Mit Kritik um, wie gehen wir auch mit Whistleblowing um, wenn Sachen offengelegt werden, die manchmal nicht funktionieren? Wie gehen wir damit um, wenn es skandalisiert wird? Gestern Abend haben wir sehr schön gesehen, wie die Spender mit solchen Informationen umgehen. Was ich sehr spannend fand, auch wenn es Einzelfälle, waren es mal aus dem Mund der Spender zu hören. und so offen und vor großem Publikum. Das ist eigentlich auch genau das, was meine persönliche Einstellung ist und was auch die Zielsetzung des Fundraising-Verbands sein sollte. für große Transparenz, für große Offenheit zu plädieren, für einen mündigen und gebildeten Spender. was die Projekte und auch was Schwierigkeiten angeht, zu plädieren. Weil nur wenn man das schafft, dann kann man eine wirkliche Bindung und ein wirkliches Vertrauen aufbauen. Unsere Spender gestern Abend waren das beste Beispiel dafür. Und ja, in dem Zusammenhang freue ich mich dann sehr, sehr auf auf den Vortrag von Daniel Dumscheid-Berg. Und ich bitte um einen Applaus und begrüße hiermit unseren Eröffnungsrednern.
Sprecher 2 Ah ja, das Mikro an? Ja, gut, manchmal hört man das hier so schlecht auf der Bühne, jetzt höre ich mich auch wunderbar. Guten Morgen auch von meiner Seite und äh Vielen Dank für diese nette Ankündigung. Ihnen wurde jetzt ein spannender Vortrag versprochen. Ich werde mein Bestes geben in der nächsten halben Stunde. Ich freue mich erstmal ganz besonders hier zu sein aus Einem Grund, also ich glaube, zum einen haben wir was gemeinsam und es gibt etwas, was uns alle auch sehr stark voneinander unterscheidet. Die Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und mir ist, glaube ich, dass wir uns Alle oder die meisten von Ihnen, denke ich, und ich auch für Themen interessieren, die nicht unbedingt einen direkten monetären Hintergrund haben, also im Sinne von dem, dass man damit sehr viel Geld verdienen kann. Nur um das Geldes willen, sondern dass es sehr stark um ein Interesse an gesellschaftlichen Themen geht, um darum eine Lobby darzustellen für Themen, die ansonsten keine Lobby hätten. Irgendetwas positiv da, wo Not herrscht, in dieser Welt zu verändern. Und das treibt ja auch mich sehr stark um seit vielen Jahren. Deswegen bin ich in Projekten wie WikiLeaks engagiert gewesen, deswegen kümmere ich mich um Bildungsthemen. Aber was sie sehr stark von mir unterscheidet, ist, dass ich überhaupt keine Ahnung davon habe, wie man Geld verdient oder wie man Geld sammelt, um solche Projekte zu unterstützen. Und ich hätte mir an ganz vielen Stationen in meinem Leben gewünscht, dass ich Menschen wie Sie früher getroffen hätte. Weil ich glaube, dass wir zusammenkommen müssen. Und gegen Ende dieses kurzen Vortrags heute Morgen würde ich vielleicht auch gerne versuchen, dafür eine Lanze zu brechen, weil es ganz viele Themen gibt, die wir gemeinsam beackern müssen. Im Interesse unserer Zukunft. Ich fürchte, dass dieses Mikrofon hier ein wenig in meinem Bad hängt. Der Techniker ist schon unterwegs, so ist das auch mit der Technik manchmal. Aber wir fahren jetzt erstmal einfach weiter fort, vielleicht. Vielleicht eine kurze Frage, damit ich auch Sie ein bisschen besser verstehe heute Morgen. Ich sehe so lange einfach mal gut aus hier oben. Ja. Ja, jetzt. Testen wir das nochmal. Vielleicht kann ich einfach das Mikro hier haben, solange das Also wenn man das vielleicht einfach anschalten könnte und das hier abschalten und dann Test 1A, wunderbar, das sieht doch gleich viel besser aus. Ja, so ist es auch mit der analogen Technik. Das ist ja jetzt nicht mal so kompliziert, aber auch das funktioniert nicht immer. Vielleicht ganz kurz an dieser Frage. Also, ich bin ja heute quasi hier. Ursprünglich, glaube ich, war mal geplant, dass ein Vertreter von Facebook heute Morgen zu Ihnen sprechen könnte. Ich weiß nicht, wer von Ihnen. Ihnen in den letzten Monaten von diesem Facebook-Skandal vielleicht betroffen war? Wen treibt das um? Denken Sie, dass das kritisch ist, irgendwie die Art und Weise, wie vielleicht All diese Daten dazu führen, dass Wahlen beeinflusst werden oder unsere Demokratie irgendwie anders funktioniert. Ist jetzt högerlich, aber ich hoffe doch, dass Dass das ein paar mehr Leute sind. Ja, vielleicht fühlen sie auch alle schon ganz latent, dass das ja auch ein Thema ist, was vielleicht Schnittpunkte hat zu der Arbeit, die Sie machen. Ich war gestern ganz kurz unten unterwegs. Ich habe natürlich festgestellt, dass es Die Deutsche Post unten einen Stand hat, andere Institutionen einen Stand haben, die ja auch in genau diesem Geschäft sind und auch sie sind irgendwie in diesem Geschäft, nämlich die Menschen zu finden, die man irgendwie erreichen will. Für das, was man vermitteln will. Und eine der ganz großen Herausforderungen für uns als Gesellschaft in den nächsten Jahren wird sein, wie wir Spielregeln dafür aufstellen. Wo der Zweck die Mittel vielleicht heiligt und wo auch nicht. Wo wollen wir, dass es möglich ist, Menschen zu erreichen und dafür auch vielleicht die Daten dieser Menschen benutzen? Und wo überschreitet das irgendeine Grenze? Und es gibt ganz viele im Rahmen dieser Entwicklung heute, ganz viele solcher Herausforderungen, die ganz immens kompliziert sind, wo auch ich persönlich gar keine Idee habe, wie man sich einem solchen kritischen Dialog irgendwie eine Auseinandersetzung damit gut annähern kann, wie man da irgendwie zu einem Ziel kommt. Aber das wird eine der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen für uns heute sein. Und von daher glaube ich, ist es ganz wichtig, dass man sich damit zumindest auch reflektierend auseinandersetzt Aber die Frage an der Stelle sind, was sind überhaupt die Mittel, wenn wir jetzt fragen, welche Mittel dürfen zum Zweck führen? Was sind die Mittel heute? Um was geht es, wenn wir von Digitalisierung sprechen, wenn wir uns fragen, was all diese wunderbare Welt des Internets für uns alle bringen kann? Und um das ein bisschen in Kontext zu setzen, würde ich gerne versuchen, Ihnen ein paar Beispiele zu geben. Und wir müssen ganz kurz zuerst in die Vergangenheit schauen. Das, was heute um uns herum passiert mit dem Internet, das ist eine Kommunikationsrevolution. Und wenn wir etwa 600 Jahre in die Vergangenheit gehen, ein bisschen südlich von hier, dann gab es da den Herrn Guttenberg, von dem haben Sie sicherlich gehört. Der hat dann eine ganz ähnliche Idee wie das, was das Internet heute darstellt. Er hat nämlich festgestellt, dass es Herrschaftswissen gibt, dass in den Händen einiger ganz weniger, damals Menschen mit einer religiösen Zugehörigkeit oder zum System der katholischen Kirche, zugehörig Und ein paar wenigen Menschen, die vielleicht in die richtigen Familien geboren waren oder so. Und diese wenigen Menschen als ganz kleiner Teil einer Gesellschaft, die hatten dieses Privileg, darüber entscheiden zu können. was aufgeschrieben wird, überhaupt lesen zu können, was aufgeschrieben wurde, zu entscheiden, mit welcher Interpretation Dinge aufgeschrieben werden und damit zu entscheiden, was überhaupt die Geschichte der Menschheit sein wird. Und dann kam dieser Mensch auf die Idee, er hat ein paar Funds gerased, könnte man sagen, hat ein paar Spender gefunden, denen eine Division einer Maschine, die Bücher drucken kann, verkauft hat. Und diese Menschen haben dann geholfen, diese Maschine zu finanzieren. Die Buchdruckmaschine wurde gebaut und damit wurde etwas Disruptives in Bewegung gesetzt, das die Welt so vorher nie gesehen hatte. Als Konsequenz daraus gab es Martin Luther, der einen Gegenentwurf zum bestehenden System der Welt in die Welt getragen hat. Gedruckt, das wurde gedruckt und irgendwo verteilt. Diese Idee ist heute überhaupt nicht nachvollziehbar. Die ist so radikal und so disruptiv, dass wir es uns ganz schwer vorstellen können. Aber wenn man sich damit ein bisschen auseinandersetzt, dann kann man vielleicht ungefähr erahnen, wie disruptiv die wir. Mechanismen und die Dynamiken des Internets heute um uns herum sind. Und es gibt verschiedene Kernaspekte einer solchen Kommunikationsrevolution, die immer gleich sind. Der Disruptor kommt immer von außerhalb. Wir haben im Vorgespräch zu dieser Veranstaltung darüber gesprochen, welche Rolle Amazon Smile zum Beispiel für Sie alle spielt. Und das ist genau ein solches Beispiel. Der Disruptor in Ihrem Business, der kommt nicht aus Ihrem Business, sondern der kommt aus irgendeiner Ecke, die vorher nie jemand erahnt hätte. Genauso wie unten ein Disruptor vor dem Haus geparkt, ist nämlich die deutsche Post, die in den E-Markt, E-Mobilitätsmarkt eingestiegen ist, weil die deutsche Automobilindustrie viel zu langsam war, um sich irgendwie sinnvoll zu bewegen. Und so haben wir in ganz vielen Bereichen der Gesellschaft heute auf einmal mit Disruptoren, mit Menschen oder Organisationen zu tun, die alles durcheinander bringen, alles das, was wir dachten, was schon immer so war und immer so sein wird. Und irgendwie müssen wir damit umgehen. Weil die Welt um uns herum sich ganz stark verändert. Und das mit einem einer zunehmenden Geschwindigkeit. Und so ist auch dieses WikiLeaks-Projekt, in das ich eingestiegen bin, 2007, das ich geholfen habe, aufzubauen. Ein solcher Disruptor. Wir waren Informatiker, Menschen, die sich neugierige Menschen, würde ich mal sagen, die überhaupt nichts mit Medien oder Journalismus zu tun hatten. die auf der anderen Seite aber der Weinung waren, dass es da eine Versorgungslücke gibt. Die Versorgungslücke für all die Whistleblower in den Organisationen, die wissen, wo Dinge schieflaufen. Die keine Lobby haben, die keine Gesetze haben, die sie schützen, wenn sie sich an die Öffentlichkeit wenden. Und für die wir eine Plattform gebaut haben, um zu versuchen, diesen Menschen Gehör zu verschaffen. Und diese Plattform, aus der kann man jetzt verschiedene Lehren ziehen, also zum einen würde ich sagen, waren wir zwei Jahre lang die erfolglosesten Fundraiser, die die Welt je gesehen hat. Wir haben irgendetwas aufgebaut, was mich finanziell, bis ich da ausgestiegen bin, eigentlich komplett ruiniert habe. Ich habe jeden Euro, den ich jemals gespart habe in meinem jungen Leben, in diese Plattform investiert, genau wie eine Handvoll anderer Leute. Und wir haben Dinge gemacht, die auf den Titelblättern der großen Zeitungen dieser Welt gelandet sind. Überall auf der Welt hat man verfolgt, was da passiert ist. Aber wir haben es nicht geschafft. wirklich mehr als einen vierstelligen Euro-Betrag an Geldern zu akquirieren. Das war vollkommen verrückt. Und dann haben wir aber über zwei Jahre es geschafft, und das ist das, was glaube ich ganz wichtig ist mit dem Internet, und eine der Lektionen, die Sie vielleicht mitnehmen können, wir haben es geschafft, unsere Geschichte zu erzählen. Und zwar nicht, möglichst viele Freunde auf Facebook zu sammeln und möglichst viel Marketing in dem Sinne zu betreiben, dass wir versucht haben, ganz viele Menschen zu erreichen, sondern was wir geschafft haben, war, dass wir transparent gemacht haben, woran wir glauben. Und das ist die Geschichte, das ist die Story, die wir geschafft haben zu erzählen. Und dann hat das so ein bisschen gedauert, aber es hat sich gelohnt, darin zu investieren. nicht Leute zu integrieren, die möglichst gut Geld akquirieren können, sondern erstmal sicherzustellen, dass Menschen verstehen, woran wir glauben, damit sie auch daran glauben können. Und dann kam 2010 mit ein paar unserer großen Veröffentlichungen dieser Moment, in dem das irgendwie umgekippt ist. Und auf einmal sind wir ertrunken im Geld. Wir wollten 600. 000 Euro haben, das war so unser Benchmark. Wir sind genau genommen 2009 in einen Streik gegangen. Wir haben gesagt, wir schließen jetzt diese Plattform, weil wir pleite sind. Und dann kam das zusammen mit Berichterstattungen und ein paar tollen Veröffentlichungen und wir haben gesagt, wir brauchen 600. 000 Euro, um ein Jahr weitermachen zu können. Und auf einmal waren die da, mehr oder weniger so über Nacht. Und dann ist etwas passiert, und das ist jetzt die schlechte Lektion für Sie alle, was nie hätte passieren können und was dazu führt, dass mein damaliger Kollaborateur immer noch in dieser Botschaft sitzt. Ich weiß nicht, haben Sie vielleicht mitbekommen in den Medien und dass man eigentlich von dem Projekt bis auf relativ komische Schlagzeilen sehr wenig hört. Dass es aus meiner Perspektive weit hinter dem zurückgeblieben ist, was es hätte sein können. Wir haben es geschafft, Transparenz zu schaffen über das, an was wir glauben. Aber wir haben es überhaupt nicht geschafft, Transparenz darüber zu schaffen, warum man uns vertrauen könnte. Und in einem Markt, in dem man eben kein Produkt hat, das man verkauft, in dem man nichts hat, was die Menschen sich später ins Regal stellen können oder womit sie morgens zur Arbeit fahren oder irgendetwas anderes, was greifbar ist. Sondern in einem Markt, in dem es mehr so um Werte geht, um irgendetwas, an was man glaubt. Fast schon was Metaphysisches irgendwie. In einem solchen Markt ist Vertrauen langfristig das Einzige, was irgendeine Rolle spielt. Und das haben wir nicht geschafft. Ganz im Gegenteil, wir waren wahrscheinlich die Organisation, die den größten Widerspruch gelebt hat, nämlich Transparenz von allen gefordert hat, aber nicht in der Lage war, das kleinste bisschen Transparenz über sich selbst bereitzustellen. Und das ist total nach hinten losgegangen. Ich habe mich 2010 aus diesem Projekt verabschiedet, genau aus diesem Grund. Ich hatte den Eindruck, das läuft in die vollkommen falsche Richtung. Wir haben ein halbes Jahr lang gestritten, wohin wir eigentlich wollen und wie wir da hinkommen. Und dann haben wir festgestellt, dass wir überhaupt nicht das Gleiche wollen. Und ich bin gegangen mit einigen anderen. Und das ist vielleicht dann auch einer dieser Ratschläge, die ich für Sie heute dabei habe. Wenn Sie irgendwann in der Situation sind, dass Sie den Eindruck haben, in Ihrer Organisation entwickelt sich das falsch. dann werden Sie zu dem, der dagegen aufbegehrt. Kämpfen Sie für das, an was Sie glauben, weil es nichts Wichtigeres gibt als dieses Wertegerüst, das wir alle mit uns herumtragen. Nachdem wir irgendwie leben und mit dem Richtschnur, die wir haben, die uns irgendwie ehrlich halten kann. Und genau in diesem Markt ist diese Ehrlichkeit, dieses Vertrauen Das ist das Wichtigste, was es überhaupt irgendwie gibt. Und dafür müssen wir alle kämpfen. Und so ist Transparenz nicht nur etwas, was nach außen funktioniert, sondern das ist auch etwas, was innen wirken muss. Es ist eine Art von Kultur, die wir in Organisationen heute etablieren müssen, damit diese Organisationen sich auch intern aufgrund von Intransparenz nicht fehlentwickeln. Und wenn wir, ich glaube, die wenigen Fundraising-Skandale der letzten Zeit beschäftigen Sie ja sicherlich auch ein ganz bisschen oder die Skandale um Organisationen, die Spendengelder sammeln. Ich glaube, da fehlt einfach diese Art von Kultur. Es gibt keine Fehlerkorrektur und genau darum geht es eigentlich, je komplexer ein System wird, und das kann man dann ganz wunderbar als Analogie aus der Softwareentwicklung verstehen. Je komplexer ein System wird, desto wichtiger ist es, dass es transparent bearbeitet wird, weil man ansonsten überhaupt nicht mehr durchblickt, was da wo passiert und welche Dynamiken so etwas entfaltet. Das ist der Grund, warum Open Source so wichtig ist und Open Hardware, weil es nachprüfbar wird, weil es sicherstellt, dass wir als Gesellschaft oder als Organisation verstehen können, wie sich um uns herum überhaupt alles entwickelt. Und so ist Transparenz, dieser schwammige Begriff, unter dem auch gefühlt irgendwie jeder was anderes versteht, ist aber eines der Kernthemen der heutigen Zeit und etwas, wo wir uns als Gesellschaft neu erfinden müssen, damit wir zukunftsfähig werden und zukunftsfähig bleiben. Und so wurde über dieses Engagement bei WikiLeaks der ganze Leaking-Aspekt in der Gesellschaft heute so eine Art Volkssport. Transparenz auf der einen Seite ist ein neues Kulturgut, das etabliert wurde, aber viel schlimmer. Eigentlich ist Intransparenz heute so etwas wie die neue Sau, die durchs Dorf getrieben werden kann. Das ist die größte Gefahr bei der ganzen Angelegenheit. Es gibt einen neuen Anspruch an uns alle. Und immer dann, wenn man nicht bezahlt für irgendetwas, was man hinterher benutzen kann, ist dieser Anspruch wahrscheinlich sogar unverhältnismäßig höher. Wenn Sie etwas kaufen und das ist schlecht, dann geben Sie eine schlechte Bewertung ab bei Amazon oder wo auch immer Sie das heute bestellen. Aber wenn Sie etwas kaufen, was Ihnen nur das gute Gefühl als Gegenwert bringt, und dann haben Sie hinterher den Eindruck, Das ist nicht so eingesetzt worden, wie Sie sich das vorgestellt haben, dann ist das skandalös. Viel skandalöser als der Umstand irgendeines Produkts, das nicht richtig funktioniert. Und so ist diese Sau, die durchs Dorf getrieben werden kann, für sie heute bestimmt wesentlich gefährlicher als für die meisten kommerziellen Unternehmen, die einfach irgendetwas verkaufen in all dem Schrott, den eh alle kaufen, den ganzen Tag lang. Die Erwartungshaltung ist viel niedriger und sie müssen viel höheren Anforderungen und Standards gerecht werden. Das ist sicherlich nicht gerechtfertigt, aber eine Realität, mit der man sich auseinandersetzen muss. Und dieser neue Anspruch an Transparenz, der geht auch in andere Bereiche. Ich hatte ja Facebook kurz angesprochen. Facebook und Cambridge Analytica ist in der Mitte dieses ganzen Skandals gerade. Wir alle haben verstanden, dass da tierisch was schiefläuft, aber die reagieren. Und ich kann Ihnen sagen, es wird in Zukunft bei Facebook Das ist schon beschlossene Sache. Eine Art von Transparenzmechanismus für politische Werbung geben. Wenn Sie als politische Partei in Zukunft Werbung schalten bei Facebook, dann wird da dran stehen, woher die Daten kommen. Nach welchen Kriterien Sie ausgewählt wurden, damit Sie diese Werbung sehen. Da wird auch dran stehen, wie viel Investitionsvolumen hinter dieser Werbung steht auf der Facebook-Plattform. Das ist eine Reaktion, eine ganz einfache technische Reaktion, auch eine Art von Überlebenstrieb, der da gerade durchkommt bei Facebook. Das ist eine Realität, die bei Facebook jetzt etabliert wird. Und jetzt können Sie überlegen, ob das etwas ist, woran Sie sich alle messen könnten. Wie viele der Menschen, die ihre Werbung irgendwo geschaltet sehen, würden mit so viel Transparenz immer noch das gute Bauchgefühl haben? Versuchen Sie so zu denken, versuchen Sie sich den ganzen Themen, wie Sie Spender akquirieren, wie Sie mit den Daten, die Sie irgendwo einkaufen, umgehen, so anzunähern. Und die einzige Möglichkeit, die Sie aus meiner Sicht haben, ist, dass sie proaktiv transparent sein müssen. Sie müssen übererfüllen. Sie müssen einem höheren Standard gerecht werden, genauso wie das Ziel, das wofür Sie arbeiten, einem höheren Standard gerecht wird, als das, was irgendwelche kommerziellen Unternehmen auf dem Markt verkaufen wollen. Das ist blöd, aber das ist auf der anderen Seite auch so. Und wenn man sich damit abfindet, dann hat man zumindest immer diesen Moral Highground, auf dem man sich bewegt. wo man sagen kann, ich bin einfach besser als andere und das nicht nur auf dem Papier, sondern auch mit dem, was ich weiß. Und alles wird transparent werden. Es wird keine Möglichkeit für Sie alle geben, irgendetwas zu verstecken in Zukunft. Wenn es irgendeine Leiche gibt, die Sie im Keller begraben haben, dann seien Sie proaktiv damit. Bringen Sie diesen Mut auf. Das ist gerade hier in Deutschland ganz extrem schwierig, weil wir überhaupt nicht gewohnt sind, uns transparent zu machen. Weil wir nicht gerne überprüfbar sind. Das steckt in der deutschen Kultur irgendwie so schlecht drin. Aber es gibt eine Anforderung, der da Genüge getan werden muss. Und das wird in Zukunft eher mehr so sein, als dass das irgendwann nochmal weniger wird. Und so sind wir mit WikiLeaks damals und anderen Mechanismen, die heute entstehen, Teil einer komplementären Bewegung, könnte man fast sagen. Es gibt ja auch andere Transparenzmechanismen. nicht richtig informiert bin, haben Sie Bitcoin und die Blockchain auch irgendwie als Teil Ihres Programms hier und setzen sich da irgendwie mit auseinander. Das ist eine der stärksten Entwicklungen in den letzten Jahren für dieses ganze Thema. Und sie sollten sich ganz dringend damit auseinandersetzen. Welche Relevanz hat Bitcoin, außer dass sie vermutlich ständig davon lesen, dass irgendwer damit versucht, Geld zu verdienen? Das ist gar nicht der Punkt. Der Punkt wird sein, dass Sie in Zukunft irgendwann ein autonomes Fahrzeug haben, wenn Sie überhaupt noch ein Fahrzeug besitzen. Aber nehmen wir an, Sie kaufen sich einen Tesla. dann wird dieser Tesla für Sie in Zukunft, nachdem er sie auf der Arbeit abgeliefert hat oder wohin auch immer Sie wollen, wird der Tesla für Sie Taxi fahren gehen. Und er wird dann den ganzen Tag Leute von A nach B fahren und Geld für sie verdienen. Und danach holt er sie wieder ab. Und bevor er sie abholt, fährt er eine Waschstraße, wird einmal ausgesaugt, sauber gemacht und kommt quasi neu wieder bei ihnen an und sie haben nicht. Den Eindruck, dass irgendjemand Fremdes in diesem Auto saß und dann fahren sie mit dem Tesla wieder nach Hause und dann geht er vielleicht wieder Taxi fahren. Das ist eine der Ausprägungen, die Mobilität in Zukunft haben wird. Aber das wird nicht funktionieren mit dem SEPA-Lastschriftverfahren. Und auch nicht, hoffentlich. Ich möchte auch Mastercard und Visa und diese ganzen Unternehmen raus haben. Die verdienen eh schon viel zu viel Geld mit viel zu schlechter Leistung. Aber das ist der Grund, warum es cryptocurrencies braucht, warum es Bitcoin braucht, damit all diese Dinge automatisiert werden können, damit wir miteinander Transaktionen und irgendwelche Verträge, Smart Contracts eingehen können. Die einfach automatisiert werden, die teilwerden einer Technologie, einer Lösung für all die Dynamiken, die wir in der Gesellschaft brauchen. Und das ist der Wert von Bitcoin, der Pionier auf diesem Feld, der ganz viele andere Cryptocurrencies nach sich gezogen hat. Ich weiß nicht, ob Sie mal in irgendeine dieser Wechselbuden geguckt haben. Es gibt mehr Kryptocurrencies heute als Währung auf dieser Welt. Das explodiert total und alle oder viele davon werden irgendeine Nischenanwendung haben. Und dann gibt es die Blockchain hinten dran, also das System, wie quasi der Ledger, also das Transaktionsbuch gehandhabt wird Und das ist eine Riesenchance dafür, dass Finanzströme in Zukunft transparent gemacht werden können. Dass auch Sie als Fundraiser mit den Organisationen, für die Sie arbeiten, eine Chance haben, nach Prüfbar und nachweisbar zu machen, wofür Ihr Geld eingesetzt wird. Das hilft ihnen, Vertrauen aufzubauen, wenn Sie das richtig einsetzen. Genauso wie Bitcoin oder irgendeine Kryptocurrency vielleicht sicherstellen kann, dass Sie viel effizienter arbeiten können. Es gibt schon heute Hilfsorganisationen, die einfach anstatt irgendwelcher Gutscheine oder irgendwelcher großen Hilfsgüterlieferungen, die mit dem Lkw durch die halbe Welt fahren und irgendwo zwischendrin ständig Leute bestechen müssen, damit sie über die nächste Grenze kommen. Diese Organisationen geben schon heute einfach Voucher raus, die kryptografisch einzigartig und nicht fälschbar sind und kurbeln damit den Handel vor Ort an, da wo Menschen in Zukunft das gegen Reis eintauschen. Viel besser und viel grüner und viel dezentralisierter könnte das doch gar nicht sein. Aber es braucht heute Impulse, die auch in diese Richtung denken. Und das ist ein bisschen das, auf was ich dann raus möchte. Die Aufgabe, die wir irgendwie gemeinsam bestreiten müssen. Es gibt ganz viele solcher Technologien heute und es gibt ganz viel Bedarf dafür, dass solche Technologien gebaut werden müssen. Aber wie kommen wir zusammen? Wer von Ihnen hat jemals Geld gesammelt für ein Open-Source-Projekt? Ich habe es vermutet, ja. Aber, oder Open Hardware, Open Educational Resources. Das sind Themen, die aus meiner Welt kommen. Der offene Zugang zur Software, die, wenn sie einmal geschaffen wurde, von allen anderen auch verwendet werden kann, das ist so viel effizienter als die ganzen anderen Paradigmen, die wir heute kennen. Das ist auch nachprüfbarer, wieder transparenter. Das stellt sicher, dass die Menschen, die das benutzen, wissen, worauf sie sich da irgendwie einlassen. Aber es gibt ihre Welt nicht, oder sagen wir, ihre Welt hat meine Welt noch nicht wirklich kennengelernt. Wir haben noch nicht ausgelotet, wo es Synergieeffekte gibt, wie wir gemeinsam und wir haben das gleiche Wertegerüst, davon bin ich komplett überzeugt. Wir sehen die Welt sehr ähnlich, auch die Bedarfe dieser Welt. Die Welt, aus der ich komme, die teilt sehr viel. Und ich glaube, dass wir da sehr nah beieinander sind irgendwie. Auch wir haben ein Interesse, um das so zu sagen, dass das, was wir schaffen, Software, Hardware, technologische Lösungen, dass das überall genutzt werden kann. Meine Frau war mal in einem Thinktank der Welt Hungerhilfe, vielleicht als letzte Anekdote. Die waren in Äthiopien unterwegs und überall, wo sie hinkam, hat sie Anwendungsbeispiele. Für 3D-Druck gesehen, als eine der niedrigstschwelligen Produktionstechnologien, wie vor Ort, direkt da, wo es benötigt würde, Probleme gelöst werden können. Niemand bei der Welthungerhilfe hatte dieses Thema irgendwie auf dem Schirm. Und ich glaube, es gibt riesige Synergieeffekte, wenn wir uns zusammentäten, wenn es einen besseren Austausch gäbe zwischen Ihrer Welt, den Bedürfnissen, die Sie haben, und meiner Welt. Mit den Lösungen, die diese Welt generieren kann. Und dann kann daraus ein Schuh werden, weil wir heute in einer Zeit leben, in der wir als Gesellschaft insgesamt neu erfinden müssen. Und die Frage wird sein, ob am Ende dieser Zeit die katholische Kirche Oder das äquivalente System, die Hoheit behält über die Buchdruckmaschine und in der Lage sein wird, noch effizienter das bestehende System der Welt Ein kapitalistisches System mit ganz vielen Nachteilen und Problemen, die es schafft, so sehr zu manifestieren, dass vielleicht auch alle Spenden dann wirklich über Amazon abgewickelt werden. Und ich glaube nicht, dass wir das können. Wollen sollten, das kann überhaupt nicht in irgendwessen Interesse sein, oder ob wir als Gesellschaft es schaffen, einen Gegenentwurf den lutherschen Gegenentwurf unserer Zeit dafür gemeinsam zu schaffen. Und es wird nur das eine oder das andere sein, dazwischen ist nicht so viel. Es wird eine Welt sein, die ein totaler Überwachungsstaat wird, oder eine Welt sein, in der wir mehr Freiheitsgrade als jemals zuvor haben können. Es wird eine Welt sein, in der einige wenige immer mehr besitzen und die Schere geht ja immer weiter auseinander. Oder eben eine Welt, in der wir viel mehr als jemals zuvor miteinander teilen können, in der eine Wertschöpfung herrscht. Die, wenn sie gerechter verteilt würde, dazu führen könnte, dass es uns allen besser geht, egal wo wir heute leben. Alles, was es braucht, ist, dass sich heute in diesem Möglichkeitsfenster die richtigen Leute finden. Und wenn ich Ihnen diesen Impuls dalassen kann, dass wir darüber vielleicht irgendwie reden sollten, nachdenken sollten, dann ist das vielleicht der größte Mehrwert, den ich heute bringen konnte. Von daher vielen Dank erstmal und ich hoffe, dass Sie weiter an all diesen Themen arbeiten und Sie sich nicht von irgendwem ablernen ablehnen. Abwerben lassen oder was auch immer, sondern dass sie mit demselben Herzblut, von dem ich glaube, dass sie es haben, ebenso wie ich, weiter für diese Dinge einstehen und weiterarbeiten, für das Was ganz wichtig ist für uns und unsere Zukunft. Vielen Dank.
Sprecher 3 Drei Vorhänge.
Sprecher 1 Ja, ganz herzlichen Dank. Ich glaube, Sie haben nicht nur mir, sondern, wie man dem Applaus entnehmen kann, auch dem Auditorium aus dem Herzen gesprochen. Wir haben noch ein bisschen Zeit, wenn Sie Fragen haben. irgendetwas wissen möchten, eine Anregung haben, was auch immer. Wir haben ein Saalmikro, dann melden Sie sich und dann Da drüben ist es bei Matthias.
Sprecher 4 Guten Morgen, mein Name ist Doris Kunstdorf und ich möchte Ihnen ganz herzlich für Ihren Beitrag danken. Wir, meine Kollegin und ich, sind die Initiatoren des Beitrags heute Nachtags zum Thema Blockchain. Wir haben Cloud und Rüben gegründet und ich würde gerne hinterher mit Ihnen ein paar Worte so sprechen nochmal. Ja, Sie haben einfach wirklich in allen Punkten aus der Seele gesprochen, nur ich kann es nie so wunderbar rüberbringen. Also ganz, also mein erster Impuls war, ich möchte auf die Bühne und sie wirklich richtig herzlich umarmen. Mach ich dann hinterher.
Sprecher 2 Also dann ist das die Dame zu. Achso, mein Mikro war ja aus. Sorry. Ich dachte die ganze Zeit, was ist denn jetzt schon wieder los? Ich hoffe, Ihr Saal platzt nachher. Denn das sollte sich wirklich jeder anhören. Also vielen Dank dann auch für dieses sehr nette Feedback. Und dass Sie sich dieses Themas auch annehmen. Das hat mich sehr gefreut, dass das überhaupt eine Rolle spielt hier bei Ihnen. Blockchain ist in den wenigsten Sektoren irgendwie angekommen bisher und das ist so powerful.
Sprecher 5 Ja, ich glaube, er war noch. Ja. Hi. Also super Vortrag. Wie gewinnen wir mehr von deiner Art, wie du es so schön gesagt hast? Also wie können wir mehr Leute überzeugen, die eben genau diesen technologischen Background haben, die die Welt retten wollen, aber quasi auf der technischen Seite? Wie können wir mehr von denen begeistern, in unsere Welt hier zu kommen? Weil du bist ja da schon wirklich ein sehr treibender Geist. Geist, aber da braucht es ja viel, viel mehr von denen.
Sprecher 2 Also genau genommen gibt es die alle. Also das gibt gerade in den letzten, würde ich mal sagen, zwölf oder vierundzwanzig Monaten haben sich die ersten gemeinnützigen GmbHs gegründet von Softwareentwicklern, die Oder auch Stiftungen, die solche Projekte vorantreiben, wo wirklich jetzt Entwickler strategische Ziele identifiziert haben und auf einer nicht kommerziellen Ebene versuchen, sich für die Entwicklung solcher Dinge zu professionalisieren. Und vielleicht wäre die beste Gelegenheit, dass irgendjemand von Ihnen, der volle Herzblut steckt, Für den nächsten Chaos Communication Kongress, der in Leipzig stattfinden wird. Also dieses größte Treffen internationaler Hacker in Leipzig, des Chaos Computer Clubs, der wird zum 35. Mal stattfinden, immer zwischen den Jahren. Da sind 12. 000 Leute, mehr als 12. 000 Leute mittlerweile, die alle, alle an diese Werte glauben. Vielleicht sollte irgendjemand dahin kommen und über Bedarfe reden. Und Sie werden mehr Menschen finden, die sie akquirieren können, als ihnen lieb es. Ich glaube, es braucht diesen Austausch. Und so wie ich heute hier bin als ein Botschafter aus dieser Welt, braucht es vielleicht einen Botschafter aus Ihrer Welt, der in diese andere Welt kommt und erzählt, wo bei Ihnen der Schuh drückt. Und gerade Themen wie Blockchain, alles was mögliche, was mit Transparenz zu tun hat. Ist eines der heißesten Themen da. Und sie finden all die Leute, die davon wirklich was verstehen und die nichts sich sehnlicher wünschen, als dass sie etwas entwickeln können, was einen Unterschied macht. Das ist das, was die ganze europäische Szene, wenn man so will, komplett unterscheidet von der amerikanischen Welt. Im Silicon Valley, überall geht es nur darum, Geld zu verdienen, möglichst viel Geld und schnell zu verdienen mit der Technologie. Hier in Deutschland oder in Europa gibt es die Hackerethik, nach der alle leben. Und die Hacker-Ethik sagt erstmal, dass Computer helfen können, die Welt zu verstehen. Und dass wir darüber. Probleme auf der Welt lösen können. Das ist die Denke, mit der Menschen hier in Europa vornehmlich rangehen. Und ich glaube, da sind wir wirklich sehr nah beieinander einfach. Da ganz hinten. Ich komme. Danke.
Sprecher 6 Ich habe eine Frage. Was sagen Sie all den Menschen, die nicht frei sind zu kommunizieren, so wie wir? Also die nicht die Möglichkeit haben, zum Beispiel auch nur Facebook oder WhatsApp zu nutzen, China oder Russland. What sagense you to these men?
Sprecher 2 In China and other worlds naturally ganz and I wish you obviously from the Social Scoring Verfahren in China zum Beispiel gehört haben, wo wir 2005 geplant. Also mit einer absoluten Weitsicht wird hier strategisch werden Dinge etabliert, die natürlich zu mehr Controlle of this führen. man aus dieser Nummer wieder rauskommt, weiß ich nicht genau. Das ist eine ganz komplizierte Angelegenheit und ganz viele der Technologiekonzerne, selbst in der westlichen Welt, arbeiten heute schaffen heute Probleme, die mit zunehmendem Maß dazu führen, dass es schwieriger wird, aus diesen sehr stark reglementierten Systemen wieder auszubrechen. Ich glaube aber trotzdem, dass sich immer Wege finden werden, wie Menschen miteinander kommunizieren. Dafür sind wir in diesem Prozess der Globalisierung. Viel zu weit fortgeschritten, als dass man sich komplett irgendwo isolieren kann. Und meine ganz persönliche Erfahrung ist zum einen, dass um Probleme immer ein Weg außenrum gefunden wird, auch um Zensur. Und dass auf der anderen Seite überhaupt nichts von dem, was wir heute glauben, was in Stein gemeißelt wird, morgen unbedingt Bestand haben muss. Und da ist Facebook zum Beispiel auch ein ganz wunderbares Beispiel. Es gab so einen Zeitpunkt vor ein paar Jahren, da hat einer meiner engsten Freunde mir gesagt, dass er keine Lust mehr hat, mit mir E-Mails zu schreiben, weil er ja Facebook hat und das doch viel unkomplizierter ist. Und ich war nie bei Facebook, ich werde da auch nie hingehen. Ich habe ihm halt gesagt, also entweder E-Mail oder wir telefonieren, aber alles andere funktioniert für mich nicht. Und dann haben wir jahrelang irgendwie sehr wenig Kontakt gehabt. Und ich habe gedacht, die Welt ist irgendwie verloren, das ist jetzt aufgeteilt, der Drops ist gelutscht. Und dann, mein Sohn ist 17 Jahre alt, habe ich festgestellt, dass für den Facebook vollkommen irrelevant ist. Der tummelt sich da gar nicht. Das Tooling, also das Werkzeug, ist überhaupt nichts, was für ihn und das eigene Empfinden seiner Generation irgendeine Rolle spielt. Und von daher glaube ich, dürfen wir da auch keine Angst haben, weil die Veränderungen, die auf uns zukommen, so unvorhersehbar sind, dass wir gar nicht wissen, mit welchen Dynamiken das passiert. Und ansonsten kann man sich natürlich nur dafür einsetzen, irgendwie auch da zu arbeiten, irgendwelche Wege zu finden, wie man aufklärt, in Kontakt bleibt und einfach Auch Werkzeuge schafft, um solche Zensurversuche außenrum zu kommen. Ich weiß nicht, ob das eine befriedigende Antwort ist jetzt gerade, aber wir können uns ja auch hinterher noch ein bisschen unterhalten vielleicht.
Sprecher 7 Woher nehmen Sie die Zuversicht, was Facebook betrifft, was jetzt so die politische Wahlen und Beeinflussungen und ähnliche Mechanismen und Transparenz dann, die Sie eben dargestellt haben, Ich habe bisher zumindest das, was ich sag mal so in den öffentlichen Medien hier kommuniziert wird, eindeutig anders verstanden, dass ich sag mal so ein bisschen Kosmetik betrieben wird, allenfalls, aber mit Sicherheit keine wesentliche Änderung.
Sprecher 2 Das stimmt. Also öffentlich ist das noch nicht, aber sagen wir mal, das hat mir jemand gezwitschert. Also ich bin sehr sicher, dass das eine verlässliche Aussage ist. Denn der Druck ist. Aktuell in den USA wird das ganz anders sein, aber der Druck hier bei uns ist zu groß. Und es gibt hier auch keinen Mark Zuckerberg, der sich über alle irgendwie hinwegsetzt. Ja, sondern also die Macht von Facebook hier in Europa ist deutlich begrenzter als das, was einfach in USA möglich ist und das Selbstverständnis Da besteht einfach auch zwischen unserer Welt und der amerikanischen Welt ein ganz großer Unterschied. Und dem wird man sich hier ein wenig beugen müssen. Aber noch ein bisschen abwarten. Gut, ja.
Sprecher 1 Denkt man. Ja. Dann? Vielen Dank. Herzlichen Dank. Ich bin froh und dankbar, dass Sie heute bei uns waren. Ja, also mir hat es Inspiration und Schwung für den Tag gegeben tatsächlich und ich hoffe Ihnen, euch auch. Ja, jetzt geht es direkt los. Ich meine, wir haben jetzt schon kurz nach zehn, also. Auf auf, es geht weiter mit den Seminaren. Es wird sehr spannend, es wird sehr schön. Gehen Sie zwischendurch auch mal raus an die Sonne, aber nicht zu lange hier drin warten. Spannende Informationen. Und Daniel Domstadt-Berg ist auch noch einen kleinen Moment da und Sie können sich gerne noch ein bisschen mit ihm unterhalten. Also viel Spaß.