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FRR02 - Michael Gotzen von action medeor

Cover: FRR02 - Michael Gotzen von action medeor

Folge 2 · 25.02.2016 · 1:06:59

Fundraising Radio, die erste richtige Folge. Michael Gotzen von action medeor im Gespräch mit Maik Meid.

Transkript (automatisch erstellt, unredigiert)

Intro Fundraising Radio. Dein Podcast aus der Deutschen Fundraising und Nonprofit-Szene

Maik Meid Hallo Michael. Ja, hallo Maik. Ich freue mich wirklich riesig, dass du wirklich Teil 1, also den offiziellen Teil 1 von Fundraising Radio mit hier. Stück, das finde ich super. Herzlich willkommen. Vielen Dank. Wie muss man den Hörerinnen und Hörern nochmal sagen? Wir sitzen in Schmitten im tiefsten Taunus mit Blick auf den Feldberg. Ein bisschen Schnee ist noch da. Wir sind hier, weil die Fundraising Academy hier eine Präsenzphase hat für Online-Fundraiserinnen und Fundraiser, die es werden wollen. Und du spielst da auch eine Rolle dabei. Welche Rolle spielst du dabei?

Michael Gotzen Ähm ja, ich bin eingeladen worden vom Maik, äh, als ähm Coach für den Agenturtag oder einen Tag innerhalb der Agenturarbeit in dem ersten Kurs Online Fundraising und geht so ein bisschen darum zu gucken, was passiert in den einzelnen Gruppen. Haben Sie einen systematischen Ansatz oder eine Idee, wie Sie am Ende zu einer Präsentation kommen? Befolgen Sie das, was Sie vielleicht in den ersten Kurseinheiten gelernt haben, oder ignorieren Sie genau das? Ja, und ich habe die Aufgabe, so ein bisschen darauf zu gucken, nochmal vielleicht auch Ideen beizutragen und Ja.

Maik Meid Also vielleicht sollten wir das gleich auch nochmal ein bisschen auflösen, was das denn für eine Ausbildung ist und was das mit diesen Agenturarbeiten auf sich hat, dann ist sicherlich auch für viele erstmal völlig unbekannt. Michael Gotzen, du bist. Ich bin jetzt seit elf Jahren im Fundraising und irgendwie bist du mir eigentlich ständig präsent gewesen in unterschiedlichen Zusammenhängen. Ganz kurz, vielleicht mal zu deiner Person. Wer bist du eigentlich? Wo kommst du weg? Wie alt bist du mal so das würde mich vielleicht auch mal interessieren.

Michael Gotzen Okay, ja, wo fange ich an? Also ich komme aus dem Rheinland, wohne im Moment in Neuss mit meiner Familie und Arbeite beim Medikamentenhilfswerk Aktion Medior als Fundraiser, Leitung Online-Fundraising und Mailings. Und ja, ich bin dort schon seit fünf Jahren tätig und bin dort reingeraten. Als Quereinstieg über den Kurs Fundraising Manager an der Fundraising Akademie, Kursnummer 24.

Maik Meid Das hatten wir gerade beim Mittaghessen auch, dass die Kursnummern an der Fundraising Akademie durchaus eine spannende Bedeutung haben. Also manche sind irgendwie, an die erinnert man sich nicht mehr und manche Kurse waren tatsächlich ja wirklich sehr herausfordernd, das klingt zu negativ, hatten doch durchaus andere Bedeutung auch für die Fundraising-Szene. War dein Kurs irgendwie besonders? Sind noch Nasen noch mit drin, die man kennt?

Michael Gotzen Also ich glaube, jeder Kurs ist besonders und ich erinnere mich ganz gut eigentlich an die Präsenzphasen noch in Schloss Herborn. Also auch bei den Agenturarbeiten, das war jetzt eben schon mal das Stichwort, was jetzt auch hier in der Ausbildung gerade läuft. Da ist es schon auch sehr hoch hergegangen. Da waren das wirklich anstrengende Arbeitsphasen, wo man bis tief in die Nacht. gearbeitet hat, irgendwann dann zum Rotwein und zum Bier übergegangen ist, sicherlich.

Maik Meid Tief in der Nacht oder war der Abend noch relativ beginnt?

Michael Gotzen Das fing dann erstmal später an. Und ich denke aber, dass da sehr spannende Konzepte immer bei rausgekommen sind. die auch sehr unterschiedlich waren und dass man da eine Menge mitnehmen konnte.

Maik Meid Ich komme gleich nochmal darauf zurück, tatsächlich nochmal zu dir als Person, aber kannst du dich, die Frage war auch gerade schon mal im Vorgespräch, kannst du dich an die Agenturkunden noch erinnern, die ihr damals hattet?

Michael Gotzen Ja, auf jeden Fall. Also wir haben die ersten Agenturarbeiten, waren interne Kunden mit unterschiedlichen Aufgabestellungen, da erinnere ich mich jetzt nicht mehr so gut dran und in der Abschlussphase hatten wir eine echte Organisation als Kunde, das war Lobby Control. Ah, okay, ja, die sind ja durchaus bekannt. Genau, und da ging es damals auch um vor allen Dingen ein Online-Konzept. Was aber auch, glaube ich, gedauert hat, bis es umgesetzt werden könnte.

Maik Meid Wäre meine Frage. Also haben die Bus da irgendwas von umgesetzt oder kann man da heute noch was von sehen?

Michael Gotzen Ich weiß nicht, ob tatsächlich aus den Konzepten von vor fünf Jahren Dinge umgesetzt worden sind oder ob die Sachen, die man heute sieht, letztendlich doch eine kürzere Vorlaufzeit haben, was ich eigentlich eher vermute. Aber die haben auf jeden Fall auch ihren Online-Fundraising und ihren Online-Auftritt sei damals deutlich professionalisiert. Hast du denn noch Kontakt zu den Leuten aus deinem Kurs?

Maik Meid Noch okay.

Michael Gotzen Also zum Teil sind es Leute bei befreundeten Organisationen wie die Maike Gräbe bei Help. Genau, also da besteht eigentlich ein regelmäßiger Kontakt. Und manchen bin ich aber auch seitdem leider nicht mehr über den Weg gelaufen.

Maik Meid Das wäre uns auch so echt gewesen. Das sind so einige, die sind wirklich völlig in der Versenkung verschwunden.

Michael Gotzen Ja, also wir haben uns auch vorgenommen, regelmäßige Treffen zu organisieren nach dem Abschluss oder zumindest einmal und das Das hat aber leider unvergängt.

Maik Meid Ich hab mir so zwei, drei Kurse schaffen das tatsächlich. Also irgendwie einer, der jetzt gut, der hat jetzt gerade abgeschlossen, ich habe irgendwie einen in den Dreißigern, die haben das jetzt auch wirklich getan. Aber nochmal zurück zu dir, du warst an der Akademie, was was warst du vorher? Irgendwie beruflich?

Michael Gotzen Also ich bin im Prinzip habe ich die Seite gewechselt. Das heißt, ich habe vorher zehn Jahre lang als Webdesigner gearbeitet, selbstständig, davor in einer Agentur in der Mittelständischen, in Düsseldorf. Und habe, als ich selbstständig war, eigentlich ausschließlich für NGO-Kunden gearbeitet, unter anderem für den Mukovis-Dose eV in Görn.

Maik Meid Ist ja auch durchaus ein Player, der immer mal wieder auftaucht, so im guten Zusammenhängen.

Michael Gotzen Ja, das ist ganz interessant, weil die Leute, denen ich heute so über den Weg laufe, ganz viele haben vorher beim Kovisidose eV mal gearbeitet.

Maik Meid Das ist die Frage, ob das jetzt gut ist oder schlecht ist, dass da so ein Durchlauf ist, aber darüber kann man dann auch streiten.

Michael Gotzen Ja, aber also die Anja Trögner und der Kai Pleuser, die bei Aktie in Deutschland hilft, jetzt im Fundraising tätig sind, die waren beim Crowvisin Rose e. V. Ich bin über den Sebastian Metzel angesteckt worden, mit dem habe ich eng zusammengearbeitet, als er Fundraiser beim Kurve C Dose e. V. war und er hatte mir dann auch von der Fundraising Akademie Ich habe ihn mal so ein bisschen ausgequetscht, ob die Ausbildung was taugt. Und da war er durchaus der Meinung, dass das so ist. Und hat mich auch sehr unterstützt dann dabei. Dann während der Ausbildung dann passende Themen für die Hausarbeiten auch zu finden und mich dann mit Daten unterstützt und Material, was nicht so selbstverständlich ist, wenn man als Dienstleister ja eigentlich da nur beschränkten Einblick eigentlich hat und das war schon sehr toll. Und dann die Katja Sichtermann, die heute auch beim Spendenhilfsdienst ist, die hat mich da auch Extrem unterstützt.

Maik Meid Vielleicht müssen wir an dieser Stelle einmal noch mal betonen, dass es sich hierbei nicht um eine Vertriebs- und Marketingveranstaltung für die Fundraising Art Akademie handelt, aber keine Aktie daran, aber es ist tatsächlich immer wieder spannend, einfach wo die wo diese Gemeinsamkeiten und die diese ja einfach auch wo die Schnittmengen tatsächlich sind, dass wirklich einfach da sehr viel zu beigetragen hat. Und dann hast du die hast du die den Studiengang gemacht und dann bist du bist du einer von denjenigen gewesen, wie das bis heute ist, die dann sich im Studiengang noch umorientiert haben und dann gewechselt sind? also dann in eine Organisation gegangen sind innerhalb des Studiums?

Michael Gotzen Ja, also ich bin noch kurz vor Abschluss dann zu Aktion Medio gegangen. Und seitdem eigentlich ohne Unterbrechung dort und Ich habe da eigentlich ein sehr spannendes Aufgabenfeld. Eigentlich alle Kanäle des MassenFundraisings sind dort vertreten. Die klassischen Mailings, die wie viele sagen, halt immer noch nicht tot sind und lange nicht tot sein.

Maik Meid Weil ich das super spannend finde, wenn du sagst, du kommst aus dem Webdesign und ich kenn dich einfach irgendwie als wandelnde 1 und 0. Und dann, ja, du bist ein digitaler einfach. Und dann zu sagen, okay, ich habe dann auch noch das ganze Papiergeschäft unter meinen Fetischen, das ist doch sicherlich ein spannender Spagat, oder? Mailings und online.

Michael Gotzen Ja, also ich denke, die Mailings sind bei einer Organisation wie Aktion Medio tatsächlich so dieses Brot- und Butter Fundraising. Das heißt, ähm, Ohne die Mailings wird es in dem Bereich nicht gehen. Und es gibt aber auch eine sehr klare Struktur, wo man sehr genau weiß, was funktioniert gut, beziehungsweise Welche Themen interessieren die Spender auch? Worauf reagieren sie auch? Worauf reagieren sie möglicherweise gar nicht? Und es ist eigentlich ein sehr direkter Kanal, deswegen heißt es ja auch Direct Mail. Im Online-Fundraising galtet sich das alles ganz anders. Wir sind eine Organisation, die zum Beispiel sehr viel Medienaufmerksamkeit auch bei Katastrophen erhält, da eben tatsächlich dann auch national dann Medienecho hat, wenn die ersten Bilder bei einer Katastrophe im Fernsehen gezeigt werden, kommen halt auch die Teams halt oft zu uns ins Medikamentenlager um. Zu filmen, wie die Hilfe gepackt wird. Und das hilft beim Online-Fundraising ungemein. Da haben wir halt einen großen Rückenwind dann im Online-Fundraising und aber außerhalb dieser Zeiten ist es wesentlich schwieriger auf dem Fall.

Maik Meid Das ist nochmal ganz konkret. Also zwei Fragen, die dahinter stecken, natürlich würde mich nochmal genau interessieren. Was macht Aktion Medior wirklich konkret? Ich glaube, er seid da ja auch irgendwie weltweit Unikum oder zumindest in einem ziemlich weiten Bereich, vielleicht vertue ich mich da aber auch. Und das andere ist War das jetzt eher Zufall, dass du bei Aktum Media gelandet bist, weil es einfach regional die Nähe war oder hattest du dir wirklich auch schon konkret für dieses Thema entschieden?

Michael Gotzen Wolltest du da rein? Und das waren jetzt zwei Fragen.

Maik Meid Also erstmal, was macht ihr eigentlich? Genau, ich erzähle erstmal, was Aktion Media macht.

Michael Gotzen Also Aktion Media ist Ein Medikamentenhilfswerk oder eigentlich das Medikamentenhilfswerk, weil in der Form gibt es sowas nicht nochmal, zumindest nicht in Europa. Die Organisation ist etwas mehr als 50 Jahre alt, ist gegründet worden 1964 in Tünnesforst am Niederrhein. Das ist so richtig auf dem Lande.

Maik Meid Ich war einmal da, irgendwie aus Tönes und Force zusammengesetzt, ne, oder? Genau.

Michael Gotzen Also, das ist tatsächlich auf dem platten Land, wie man sagt. Dort steht eine 4000 Quadratmeter große Lagerhalle, die relativ modern ausgestattet ist mit der Verwaltung, die man von weitem sieht, mit einem großen blauen Aktionedia-Logo. dass man, wenn man von der richtigen Seite anfährt, auch von Weitem sieht. Und einem Verwaltungsgebäude, das dann zwischen zwei Lagerhälften eingeklemmt Sitzt und genau, wir sind in aktuell etwas über ich glaube so 74 Mitarbeiter.

Maik Meid Schon Hausnummer.

Michael Gotzen Mittlerweile, also in den nächsten Jahren auch gewachsen und neben den Medikamenten, die wir In Krisengebiete, aber auch zu Gesundheitsstationen, kleinen Krankenhäusern schicken, die wir zum Teil als Spende abgeben und zum Teil aber auch gegen Selbstkosten. Noch andere Bereiche, die eine große Rolle spielen. Einmal klassische Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe mit dem Fokus auf Gesundheitsthemen und Aufbau von Gesundheitsstrukturen. Dann noch ein Kernthema ist die Pharmazie, weil wir mehrere Apotheker beschäftigen, die zum einen für die Qualitätskontrolle im Medikamentenvertrieb und Medikamentenlagerung zuständig sind. Die aber gleichzeitig auch Projekte durchführen und in Projektländern Pharmazeuten und medizinisches Personal fortbilden.

Maik Meid Okay, macht ihr denn, ich sag mal, wenn es dann hart auf hart kommt, also es gibt eine Naturkatastrophe, dann seid ihr innerhalb von kürzester Zeit bereit, könnt dann entsprechende Medikamente zur Verfügung stellen. Oder habt ihr auch langfristige Projekte oder macht ihr ausschließlich Katastrophenhilfe und Nullhilfe?

Michael Gotzen Nein, wir machen nicht ausschließlich Katastrophenhilfe, sondern Der Medikamentenvertrieb läuft eigentlich sehr gleichmäßig über das ganze Jahr. und die Projektarbeit auch unabhängig davon. Und es ist aber so, dass wir Engkatastrophen Zum Teil standardisierte Medikamentenlieferungen bereitstehen haben, sogenannte Emergency Health Kits. Das sind zwei Euro-Paletten, bilden ein Emergency Health Kit, mit dem man ungefähr drei Monate lang eine Region mit 10. 000 Menschen in einer Katastrophe versorgen kann. So ein Emergency Health Skit können wir innerhalb von 24 Stunden rausschicken und schicken es aber auch Immer dann hin, wenn wir einen Partner identifiziert haben, wo wir wissen, da ist jemand auf der anderen Seite, der das empfangen kann und dann auch Ist Pflegepersonal, Gesundheitshelfer oder Ärzte vor Ort oder Rettungsteams, die dann auch damit arbeiten können?

Maik Meid Das ist eigentlich eine wahnsinnige Logistik, wenn ich überlege, morgen gibt es irgendwo einen Tsunami, was wir uns nicht wünschen, aber was Irgendwann wieder passieren wird, einfach der Lauf der Dinge, aber dann wirklich innerhalb von kürzester Zeit diese ganzen Prozesse anzuschmeißen, dass es dann auch wirklich funktioniert.

Michael Gotzen Genau, also das ist tatsächlich so, dass dann Gerade für den Bereich Naturkatastrophen gibt es auch Internetplattformen, die in der Lage sind, dann Benachrichtigungen rauszuschicken, wenn irgendwo zum Beispiel Ein Tsunami droht oder ein Wirbelsturm oder. Was sind diese Satellitengeschichten? Und dann kann man sich per SMS oder E-Mail benachrichtigen lassen und ist dann eigentlich auch schon im Vorfeld informiert, dann gibt es verschiedene Alarmstufen und dann weiß man eigentlich schon Stunden oder auch Tage vorher, dass da etwas drohen kann. sodass wir dann auch in so einem Fall Partner schon mal kontaktieren können, wie auf den Philippinen, als der Taifun auf die Philippinen zuraste, dann waren eigentlich schon vorher gefragt, wir haben das Gefühl, da kommt was und Überlegt doch schon mal irgendwie, was ihr brauchen könnt und wie eine Hilfe abgewickelt werden kann, sodass im Prinzip dann schon im Vorfeld die Kontakte da sind, wie andersrum bei einem Erdbeben, wie in Nepal. sieht die Situation ganz anders aus. Da gibt es keine Vorwarnung, sondern das sieht man in den Nachrichten, das ist da und in dem Moment, wo man es mitbekommt. Läuft dann eigentlich auch bei uns schon die Kommunikationskette? Das heißt, bei uns gibt es einen festen Katastrophenablauf, auch eine Kommunikationsplanung, wer mit wem dann telefoniert, damit Tatsächlich alle Maßnahmen dann parallel auch angestoßen werden können.

Maik Meid Ja, das heißt, also ich habe die zweite Frage, warum du da gelandet bist, noch nicht vergessen, aber ich möchte nochmal im Moment da bleiben. Genau, weil da mich das nochmal interessiert. Jetzt gerade aus Fundraising-Aspekten. Das heißt, wie schnell habt ihr ein Mailing auf der Spur? Also angenommen, jetzt haben wir, was weiß ich, wir haben jetzt 14 Uhr am Donnerstag und jetzt schüttert es die Erde und es ist eine Katastrophe da. Und erfahrt das aus den Medien oder über eure internen Quellen, die weiß ich nicht, wie kommen. Wann habt ihr das erste Mailing auf der Spur?

Michael Gotzen Also wir würden jetzt ein Katastrophenmailing dann in dem Fall an die aktiven Spender schicken, die auch sonst in der Mailingliste Mailingverteiler sind. würden das mit Unterstützung unserer Agentur machen und haben dafür auch dann schon Briefumschläge und genau, Briefzahlscheine und so weiter. Das ist vorbereitet, muss also nur noch dann bedruckt werden und personalisiert werden.

Maik Meid Das macht ihr aber auch nicht in Haus, sondern das hat ergibt ja auch aus.

Michael Gotzen Das machen wir alles draußen. Wir müssen dann in dem Moment natürlich nur nochmal dann der Agentur die Adressen zur Verfügung stellen, wir müssen den Brief schreiben oder die Agentur briefen. Da muss man dann schauen, was schneller geht. Manchmal schreibt man selber sofort, was Sache ist. verkürzt dann in dem Moment den Ablauf und hat dann eigentlich das Ganze innerhalb von einem Tag, soweit das alles fertig ist, und dann muss es noch gedruckt und verschickt werden. Da gibt es aber auch neue Herausforderungen in dem Bereich. Also ich denke, alle, die sich mit dem Thema Mailings beschäftigen Stehen jetzt auch vor der Herausforderung, dass die Post ihr Modell für Werbesendungen verändert hat. Das hieß bis letztes Jahr noch Infopost. Und ist umbenannt worden in Dialogpost.

Maik Meid Da habe ich jetzt gestern zum ersten Mal tatsächlich einen Brief bekommen, wo ich gedacht habe: Ah ja, jetzt geht es langsam los.

Michael Gotzen Genau, da hat sich auch von der Preisstruktur her jetzt Erstmal nicht so radikal viel verändert. Der Einstieg ist eigentlich gleich geblieben vom Porto her. Die Stufen sind etwas vereinfacht worden. Es gibt nicht mehr so viele Zwischenstufen beim Gewicht. Das ist vielleicht ganz gut.

Maik Meid Böse Stimmen sagen: selber Preis, weniger Leistung. Ganz genau.

Michael Gotzen Genau, die Unsicherheit ist tatsächlich so in der Abschätzung, wann kommt denn tatsächlich der Brief beim Spender an, weil ich in der. eine Woche dienstags bis freitags die Briefe im Briefzentrum anliefern kann und sie aber dann nicht innerhalb Von einem bestimmten Zeitraum dann automatisch zugestellt werden, sondern die Post sagt, eine Woche später werden sie dann zugestellt, also immer in der Folgewoche. Und aber nicht sagen kann, wenn du freitags einlieferst, dann in der Folgewoche geht es auch freitags raus, sondern es kann auch durchaus sein, dass ich freitags einliefere und montags rausgehe.

Maik Meid Das wäre ja gut. Aber auch umgekehrt.

Michael Gotzen Es kann sein, dass ich montags einliefere und dann in der nächsten Woche am Freitag rausgeht. Auch das wäre dann innerhalb dessen, was die Post verspricht an der Stelle. Genau, und das ist natürlich in dem Fall von einem Katastrophenmailing eine unschöne Situation.

Maik Meid Habt ihr das schon mal testen können jetzt durch normale Mailings außerhalb von Katastrophen, das neue System, oder noch nicht?

Michael Gotzen Nee, also wir haben jetzt die Spendenquittung rausgeschickt im Ende Januar. Das geht mit Normalporto raus, weil jede Spendenbescheinigung ja unterschiedlich ist. Genau, wir haben jetzt gerade ein Mailing draußen, wo ich jetzt in der nächsten Woche tatsächlich sehen kann, wann ist es zugestellt worden. Das heißt. In ein paar Tagen weiß ich, wie es beim ersten Mal gelaufen ist, aber ich denke.

Maik Meid Letztendlich verändern können wir ja auch nicht viel.

Michael Gotzen Also ich meine, da kann die Lobby noch ein bisschen was machen, aber ansonsten. Genau, aber das heißt letztendlich, dass man bei dem Katastrophenmailing dann unter Umständen überlegen muss einen Zuschlag zu zahlen. Also da gibt es ein Modell für Schnellzustellung, das im Moment wohl getestet wird. im zweiten Halbjahr verfügbar ist oder es gibt immer die Option mit Normalporto zu versenden. Darauf bekommt man dann auch Rabatte, wenn die Auflage Also abhängig von der Auflage und das macht aber das ganze Fundraising dann an der Stelle natürlich wieder teurer.

Maik Meid Ja, und da kannst du ja eben vielleicht markieren und noch sagen, du hast irgendwie die Deluxe Spender, die dann nochmal mit Normalprodukten Kurzfristiger, aber dann hast du auch wieder echt mehr Selektionsarbeit. Das ist natürlich echt. .

Michael Gotzen Genau, das könnte man auch nochmal differenzieren.

Maik Meid Wieder einen Schritt mehr, also ein Vorteil wieder fürs Online, ne? Das ist ein Vorteil fürs Online-Fundraising. Aber vielleicht, bevor wir zum Online kommen und vielleicht auch nochmal ein bisschen Gerne mit dir auch nochmal über Lobby auch nochmal mit dir sprechen. Wirklich das Thema, warum bist du da? Ja, genau. War das Zufall, weil dir einfach die Stelle regional nah war oder hattest du vorher schon eine Affinität zu dem Thema oder wie lief es

Michael Gotzen Also da sind mehrere Faktoren zusammengekommen. Also ein Faktor war die Stellenausschreibung, also es war eine Stelle verfügbar in einem Bereich, der mich interessierte, nämlich Online Fundraising. Passt, ja? Das passte erstmal und es war halt nicht nur Online-Fundraising, sondern auch mit den Mailings zusammen. Das fand ich durchaus gut. Gerade für eine Einstiegsstelle, dass man da so ein sehr klassisches Fundraising dann auch noch mit betreuen darf. Ja, dann zum anderen arbeitete damals aus meinem Kurs die Maike Grebe, die bei Help. V in Bonn ist. Auch damals schon bei Help und es gibt eine relativ rute Verbindung zwischen Help und Aktion Media und

Maik Meid Das heißt, darüber hatten wir uns dann auch schon ausgestellt.

Michael Gotzen Das heißt, ich konnte sich schon vorher fragen, wie sind denn die Kollegen bei Aktion Medior?

Maik Meid Ist nicht alles so ganz schlecht vor Ort.

Michael Gotzen Sind die denn nett? Ist das spannend? Und da habe ich eigentlich nur Gutes gehört von der Maike und das hat dann auch dazu beigetragen. Dann als drittes Kann ich so einen roten Faden erkennen, den aber eher nachträglich und nicht unbedingt, dass das wirklich so geplant war, weil ursprünglich habe ich mal Nach dem Zivildienst eine Krankenpflegeausbildung gemacht in der Uniklinik in Düsseldorf und dort auch noch ein paar Jahre in einer Knochenmarkttransplantation gearbeitet. War also im Gesundheitsbereich dann schon so ein bisschen vorbelastet. Und hab dann als Webdesigner dann für NGOs gearbeitet und Da waren auch einige aus dem Gesundheitsbereich dann mit dabei, sodass das sich eigentlich dann dort auch noch ein bisschen fortsetzen konnte. Und bin jetzt wieder bei einer Gesundheitsorganisation. Genau, sodass man denken könnte, da wäre ein System hinter.

Maik Meid Man kann sich ja bestimmte Dinge auch im Nachhinein schon reden, das ist doch super. Also ich kenne das ja auch zu sagen. Eigentlich passt es ja jetzt. Hast du dir gar nicht aktiv überlegt, aber es passt schön irgendwie, passt schön letztendlich hinterher rein. Aber wenn wir jetzt gerade mal dabei sind, du hast da auch irgendwie von 74 Leuten erzählt, die ihr da habt. Was ich halt mit bekommen habt, ist, ihr habt in der letzten Zeit immer mal wieder gesucht. Ist das aktuell auch noch so? Sucht ihr Verstärkung oder habt ihr mittlerweile schon wieder alle, habt ihr die reingeschlossen da oder wie schaut das aus?

Michael Gotzen Also die rein geschlossen kann man so jetzt nicht sagen, sondern es ist tatsächlich so, dass in unterschiedlichen Abteilungen immer wieder auch Leute Neu eingestellt werden, andere auch die Organisation wieder verlassen nach einer Zeit, wobei es schon so ist, dass Insgesamt, also im Durchschnitt die Leute ungefähr 10 Jahre bei Aktion und Medium tatsächlich durch Da gibt es natürlich auch Ausreißer zu beiden Seiten. Wir haben eine Kollegin im Medikamentenvertrieb, die seit gut 40 Jahren dabei ist, die hat ihre Ausbildung. In Worten 40. Als Groß- und Außenhandelskauffrau bei Aktion Medio gemacht hat und seitdem einfach.

Maik Meid Und wohnt auch in Tönisforst und so und kennt letztendlich bei euch auch jeden Stein.

Michael Gotzen Genau, also die hat wirklich tatsächlich die Organisation von ganz klein bis heute miterlebt. Kann da sicher auch wirklich viel erzählen zu dem Thema und das ist natürlich sehr spannend.

Maik Meid Ich hab dich gerade gar nicht gefragt, was ist jetzt dein offizieller Titel, der bei dir auf der Visitenkarte steht?

Michael Gotzen Leiter online und Direktmarketing. Ah, okay, Direktmarketing. Genau, also wir sind im Fundraising insgesamt vier Leute. Und in der Kommunikationsabteilung, wozu das Fundraising gehört, die Marco heißt die bei uns, Marketing und Kommunikation, sind wir Grob zehn Leute. Ohne dass ich jetzt gerade nochmal die Reihen durchgezählt habe, aber da ist dann wirklich noch Unternehmenskooperation mit bei. klassische Werbung. Bildungsarbeit gehört bei uns auch dazu. Das heißt, wir haben Kollegen, der Vorträge hält in Schulen oder auch Besuchergruppen einlädt zu uns. Das sind über 100 Besuchergruppen im Jahr, die zu Aktion Medio kommen oder mit denen Kontakt. Kontakt dann im Jahr stattfindet. Und genau im Fundraising sind wir insgesamt vier Leute, zwei für den Bereich Großspenden und Stiftungen. Die sind auch zusätzlich noch zuständig für die Aktion Media Stiftung als extra Aufgabe. Und ich bin mit einer Kollegin dann für den Bereich Mailings, Face to Face, Online Fundraising und Telefon Fundraising.

Maik Meid Ah ja auch Telefon auch noch, okay.

Michael Gotzen Also alles, was Mit der Ansprache von vielen Spendern.

Maik Meid Okay, das hat jetzt diesen Schritt nochmal ins Telefon-Fundraising. Das unterstelle ich jetzt euch mal als Professionelle. global, aber trotzdem national agierende Organisation. Macht ihr bestimmt schon länger, oder? Und wie sind da eure Erfahrungen? Ich meine, Telefonfernwärtsing ist ja häufig auch gerade bei Neueinsteigern immer so ein bisschen Ja, ich will nicht sagen, Schloss mit sieben Siegeln, aber zumindest schon ein bisschen differenziert zu betrachten. Also die einen verteufeln es, die anderen sagen, es ist ein super gutes Bindungsinstrument und sicherlich auch nicht günstig. Wie macht ihr das? Macht ihr das extern? Macht ihr es intern und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Michael Gotzen Also wir machen es extern. Von der Abwicklung her intern gar nicht leistbar ist, mit größeren Zahlen von Spendern zu sprechen. Im kleineren Umfang machen wir es sicherlich auch intern, gerade so die beiden Kolleginnen im Großspendenbereich.

Maik Meid Dann hauptamtlich dann, ne? Also die Hauptamtlichen greifen zum Hörer. Das ist da nicht irgendwie, dass ihr ein ehrenamtliches Telefonteam habt oder so, sondern. Nein, das kannst du nicht mehr so gut. Okay, okay.

Michael Gotzen Also wir nutzen es tatsächlich um Spender, die längere Zeit für Aktien und Medio gespendet haben. eine Pause eingelegt haben, zum Beispiel zu reaktivieren, wieder an Aktionvideo zu erinnern und vielleicht auch herauszufinden, warum spenden sie nicht mehr. Können wir da irgendetwas tun? Ist da vielleicht auch mal irgendwas schiefgelaufen? Das kann ja auch durchaus passieren, dass man einfach. eine Spendenquittung nicht gekommen ist, nicht angekommen ist und jemand dann sagt, den spende ich jetzt nicht mehr, das ist ja unmöglich, anstatt dass er sich meldet… Also man bekommt ja auch nicht jede Kritik mit. Und gerade Telefonfundraising ist eigentlich ein sehr toller Kanal, auch wenn man es über eine Agentur macht, um tatsächlich nicht nur eine Spendenbitte über den Kanal nochmal platzieren zu können. Sondern um tatsächlich auch Feedback einzuholen.

Maik Meid Habt ihr das als Dauermaßnahme oder macht ihr das aktionsbezogen oder Kampagnenbezogen? Oder auch in dem Fall Katastrophenfall bezogen?

Michael Gotzen Also werden es eigentlich mitlaufen und machen das Vielleicht ungefähr sechs Monate im Jahr.

Maik Meid Das heißt also, wenn ich ein Mailing von euch sehe und ich rufe dann, hab da eine Telefonnummer drauf, dann ist das ein Inbound-Call zu der Agentur oder landet man nicht bei euch?

Michael Gotzen Nee, in dem Fall landet man bei uns. Also wir haben eine Telefonzentrale, die montags bis freitags auch zu Geschäftszeiten besetzt ist. Und dass dann im Prinzip eigentlich Ein kleiner Pool von Mitarbeitern, die dort an der Telefonzentrale dann abwechselnd sitzen und dann entweder mit den zuständigen Fachkollegen verbinden. oder ähm einige Anfragen auch tatsächlich selber bearbeiten können und da auch wirklich ähnlich Ein Stück weit unser Aushängeschild sind am Telefon.

Maik Meid Wie siehst du die Bedeutung von Telefonen? Also ich meine, es ist ja, die einen wollen natürlich partout nicht angerufen werden, die anderen freuen sich sogar, dass jemand anruft. Wie siehst du die Bedeutung für euch und vielleicht auch im Allgemeinen fürs Fundraising? Noch zunehmen oder wird das vielleicht sogar eher stagnieren, weil die Menschen nicht mehr telefonieren wollen? Wie siehst du das?

Michael Gotzen Also ich glaube, die Bedeutung Ich finde, der Kanal ist auf jeden Fall ziemlich gut, weil da ein direkter Kontakt zu den Spendern besteht und wie schon gesagt, diese Feedbackoption auch besteht und weil viele auch tatsächlich gern angerufen werden. Und die, die nicht gern angerufen werden, das macht man einmal, das wird dann festgehalten und dann kann man das auch einfach unterlassen. Also da ist, glaube ich, auch ganz wichtig, auf die Wünsche zu reagieren und das dann auch wirklich zu tun. Dann, was aber ein Problem zu sein scheint, ist, dass man jüngere Spendergruppen telefonisch gar nicht mehr so leicht erreicht. Weil in dem Moment, wo ich Spender zum Beispiel per Online-Fundraising gewinne, habe ich so auf der einen Seite. . Versuche ich so wenig Daten wie möglich abzufragen, um Um da nicht eine Spende unnötig auch zu verhindern und da Barrieren in den Weg zu räumen, dass ich da keine Daten abfrage, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Spende stehen. Also dass ich bei einer Lastschrift die Kontoverbindung abfrage, das versteht jeder. Gibt es auch kein Problem, dass ich die E-Mail-Adresse abfrage, um eine Dankes-E-Mail oder eine Spendenquittung per E-Mail zu schicken, versteht auch jeder sofort.

Maik Meid Aber Telefonnummer ist noch einmal.

Michael Gotzen Telefonnummer ist dann schon schwieriger. Geburtsdatum ist eigentlich auch Richtung indiskutabel. Das muss man schon alles begründen, dann tatsächlich, warum will ich diese Daten eigentlich jetzt von dir lieber Spender haben, weil ansonsten kann ich da auch schnell Renitenz dann erzeugen. Und das heißt aber, ich habe bei den jüngeren Spendern oder bei den Online-Spendern dann möglicherweise eben nicht mehr unbedingt eine Telefonnummer. Und es gibt halt auch zunehmend eine Tendenz, dass die Leute eher nur noch mobil erreichbar sind, nicht mehr mit Festnetz und eben zunehmend auch nicht in öffentlichen Telefonverzeichnissen gelistet sind. Das heißt Die Nachrecherche von Telefonnummern gestaltet sich dann auch zunehmend schwieriger.

Maik Meid Aber ich habe mal eine spannende Geschichte gehört von den Meinungsforschungsinstituten, die immer so diese ganze Sonntagsfrage irgendwie erfragen. Also wen würden sie morgen wählen und morgen. Bundestagswahlwehr, dass die ja früher bislang durch die ganzen Festnetznummern sehr, sehr stark sich durchs Land mehr andern konnten und einfach auch sehr gute regionale Aussagen treffen können, aber die Anzahl der Festnetzanschlüsse einfach auch zurückgeht und aufgrund einer Handynummer man diese lokale Zugehörigkeit eben nicht mehr erfassen kann. Sonst kannst du es über die Vorwahlen irgendwie. Aber letztendlich kannst du ja auch Festnetzvorwahlen mittlerweile mitnehmen. Ich unterstelle jetzt mal, dass das aber der geringste Teil der Menschen macht, aber geht ja letztendlich auch. Ja, spannend. Aber nochmal, um es klarzustellen, aber ich sag mal, outbound und kalt ist für euch auch die dunkle Seite der Macht, da geht er nicht ran, oder? Oder macht ihr das auch? Nee, gar nicht. Das ist ja häufig immer die Frage. so kalt anrufen.

Michael Gotzen Nee, also das ist ein dunkelgrau, würde ich sagen. Und das machen wir nicht. Nee, also wir gehen mit dem Kanal auch eher vorsichtig um, vielleicht auch manchmal zu vorsichtig und haben da tatsächlich eher Angst auch im Kreis der Trollenspender dann vielleicht jemanden eher zu verärgern, wenn wir über eine Agentur anrufen. Aber letztendlich ist es tatsächlich so, dass die negativen Rückmeldungen eigentlich extrem selten sind. Okay.

Maik Meid Lass uns mal einen thematischen Schritt machen. Letztendlich, was du beim Direct-Geschäft kommen mal zu, was uns beide auch verbindet, nämlich das Thema online. Nochmal zum Anfang, wir sind jetzt hier eben in Schmitten eben dritte Phase der Ausbildung, der ersten Runde der Referentinnen und Referenten zum Online-Fundraising an der Fundraising-Akademie. Das ist der erste Ausbildungsgang. zusammenhängende Ausbildungsgang in Deutschland zum Thema Online-Fundraising. Wie ist die, also du bist hier einfach als Fachmann mit drin und als Begleiter derjenigen, die es lernen wollen. Wie siehst du aus Fundraising, aber auch als Organisationssicht die Bedeutung Des Online-Fundraisings für eure Organisation, aber auch fürs Fundraising im Allgemeinen. Wie siehst du den Status quo, die Bedeutung? Wo stehen wir da?

Michael Gotzen Also ich glaube, der Stand ist mittlerweile sehr unterschiedlich bei den Organisationen, wie weit die im Online-Fundraising fortgeschritten sind. Ich glaube, es gibt noch nicht so viele Studien zu diesem Thema. Also es gibt Von Better Place Lab, so heißt es, glaube ich, ne? Ja. Gibt es die sogenannte NGO Meter, eine Studie, die seit mehreren Jahren jetzt schon als Benchmark.

Maik Meid Mit wie viel Organisation?

Michael Gotzen dass in einer kleinen Zahl von Organisationen eben durchgeführt wird und da schon eine ziemliche Spreizung auch zeigt. Da sind große bei, die sehr erfolgreich sind im Online-Fundraising. wie Aktion Deutschland hilft, die aber eben auch tatsächlich die Katastrophenthemen im Fokus haben. was ein Thema ist, was online auch schon länger sehr gut funktioniert. Und da sind aber auch kleine Organisationen dann mit im Panel. Für die es noch nicht so eine große Rolle spielt. Oder aber welche, die tatsächlich mit Online-Fundraising einfach auch angefangen haben, die sich gar nicht mit Mailings oder Face-to-Face beschäftigen. Das heißt, die haben dann Und zwar vielleicht ein kleines Spendenvolumen, aber einen hohen Anteil an Online-Spenden. Und für uns spielt das Online-Fundraising Eigentlich schon auch eine zunehmende Bedeutung. Wir sind zwar dadurch, dass wir schon sehr lange im Fundraising sind mit der Organisation, Kommen wir aus dem klassischen Fundraising mit den, vor allen Dingen mit den Mailings, haben aber auch andere Kanäle mittlerweile stärker ausgebaut. Zum einen im Bereich Großspender sind jetzt zwei Kolleginnen, wo früher eine war. Das ist zunehmend wichtig geworden, auch das Thema Erbschaftsfundraising. Also das heißt, wir machen da auch Veranstaltungen zu diesem Thema. Und wollen aber gleichzeitig eben auch den Online-Kanal auch stärker ausbauen, um auch abseits von Katastrophen zu machen. uns darauf vorzubereiten, dass vielleicht auch so ein Generationenwechsel oder nicht vielleicht, sondern was bestimmt auch zu erwarten ist. Das heißt, Menschen, die heute 40 oder 45 sind, die spenden möglicherweise schon nicht mehr mit einem Überweisungsträger, beziehungsweise können sich nicht daran erinnern. Wann Sie das letzte Mal einen ausgefüllt haben.

Maik Meid Habt ihr, wir haben das im Vorgespräch gar nicht besprochen, wie das mit Kennzahlen so ausgeht, ob ihr sie überhaupt erhebt? Und wenn ihr sie erhebt, darfst du die Zahl sagen. Wo ist der Anteil online an Gesamtspenden bei euch, prozentual? Können Sie das erheben?

Michael Gotzen Können wir erheben, machen wir auch im Rahmen des NGO Meter Benchmarks. Das heißt, da sind unsere Zahlen auch mit drin. So jetzt aus dem Bauch raus kann ich jetzt Da keine verlässliche Prozentzahl nennen, aber ich denke, das ist so im Bereich fünf.

Maik Meid Okay, aber fünf ist ja durchaus schon weitaus mehr als andere es letztendlich haben. Also sicherlich die reinen Online-Organisationen natürlich nicht. Wie argumentierst du, also du hast jetzt jemand bei Axo Medio, der hat online auf der Visitenkarte eben stehen? eine Person, die das einführen sollte, darf, muss, da scheint ja ein Grundverständnis bei euch im Laden vorhanden zu sein. diesen Kraftakt, Verständnis bei Vorständen fürs Online-Thema zu bekommen, ist ja bei den meisten Organisationen tatsächlich Noch nicht da. Gibt es Tipps, die du geben würdest, was man, also ich weiß, dass allgemeingültige Tipps immer schwierig sind, weil es immer ein Maßanzug ist, aber welche Hinweise würdest du geben? Argumentationshilfe für Kolleginnen und Kollegen, um das Online-Fundraising, überhaupt das Thema Online-Digitalisierung ein bisschen stärker in den Fokus rücken zu lassen.

Michael Gotzen Ich muss nochmal ganz kurz so einen Schlenker machen, vielleicht erstmal, weil ich bin gar nicht derjenige, der jetzt irgendwie das Online-Fundraising bei Aktion Medior eingeführt hat, sondern. Ein Verständnis grundsätzlich für den Kanal gab es auch schon davor. Das heißt, davor gab es die Kollegin Steffi Tschuka, die vielleicht auch. Viele an der Fundraising-Sotion. .

Maik Meid Hallo Steffi, das ist auch einer derjenige, von dem wir glauben können, dass sie sich diesen Podcast anhört, weil sie auch zu den digital affinen Menschen. Absolut.

Michael Gotzen Die Steffi hat Rachel Media und Fazit den Online-Kanal aufgebaut. Also es gab auch vorher schon eine Website, auch e-Steffi da war, um jetzt niemandem auf die Füße zu treten, aber ich denke, Steffi hat zum ersten Mal tatsächlich da auch Spenden über den Kanal reingeholt und auch nicht wenig. Und hat auch den ganzen Bereich Social Media überhaupt erstmal angestattet. Das heißt, Facebook, Twitter haben wir ungefähr 2010 gestartet. zusammen im Prinzip anlässlich einer Katastrophe bei IT. In dem Fall und Das war im Prinzip so ein bisschen der Startschuss auch für den Bereich. Und ähm, Was wir für uns jetzt erkannt haben, ist, dass wir um den Kanal, und ich denke, das ist auch ein Tipp für andere Organisationen, dass man Online-Fundraising sicherlich bei vielen so ein bisschen so über viele Jahre gewachsen ist, aber sehr langsam wächst und einfach daherkommt, man hat eine Website, man hat ein Spendenformular möglicherweise. Am Anfang mal eins von der BFS. Irgendwann macht man sich dann mal ein eigenes. Dafür musst du aber auch schon das Know-how, auch die Kohle haben, um das zu machen. Genau, oder nutzt einen der verschiedenen Anbieter. Mittlerweile gibt es ja einige. Anbieter, die das als Software as a Service dann anbieten, was ich auch nicht verkehrt finde. Also es gibt auf jeden Fall viele Möglichkeiten, ein gutes Spendenformular mit verschiedenen Zahlungswegen auch auf seiner Website zu integrieren, möglicherweise auch Spendenaktionen und andere Dinge. Nur was ich dann noch nicht habe, ist tatsächlich ein Marketing, was dazu führt, dass ich auch mehr Menschen dann auf diese Website oder auf diese Spendenmöglichkeit aufmerksam mache.

Maik Meid Das alles ist die Technik, das andere ist die Strategie.

Michael Gotzen Genau, also viele Organisationen haben eine gute professionelle website die aktuelle inhalte hat und verwenden auch zunehmend personelle Ressourcen, um ihre Social Media Kanäle zu bestücken und sehen aber trotzdem kein großes Wachstum in den Onlinespenden und Ich denke, da muss man sich genau wie für jeden anderen Kanal dann auch sich tatsächlich eine Fundraising-Strategie da überlegen. um tatsächlich rauszufinden, wie kann ich das Mehrfache von dem, was ich investiere in den Kanal, dann auf der anderen Seite dann auch als Spende wieder rausbekommen, damit sich das überhaupt rechtfertigen lässt, dass ich da überhaupt personelle Ressourcen reinstecke und mich mit beschäftige. Natürlich kann man sagen, eine gute Website ist auch ein Auslängeschild für eine Organisation. Das heißt, nicht nur fürs Fundraising spielt es eine Rolle, sondern auch für die allgemeine Bekanntheit. Und auch für das Image auch gegenüber Drittmittelgebern und Projektpartnern.

Maik Meid Du hast gerade jetzt ins Thema Social Media nochmal reingeschmissen. Wie schaut es da bei euch von der Konversion her aus, Social Media zu spenden? Ist das ähnlich enttäuschend oder nüchtern wie bei anderen Organisationen oder sagst du, es ist erstmal okay, es läuft irgendwie, also wirklich tatsächlich definitiv aus Social Media geworden?

Michael Gotzen Spenden also für uns jetzt ist das jetzt nicht messbar an der Stelle, dass wir da wirklich einen größeren Spendenanteil gewinnen können, direkt über Social Media. Wobei da sicherlich auch dann bei Katastrophen da mehr möglich ist in dem Bereich und ich da auch weiß von anderen Organisationen, die es dann ganz gezielt machen. auch Facebook-Werbung schalten, da auch tatsächlich Call to Actions dann setzen, dass das durchaus funktionieren kann und Sinn macht, da auch Budget reinzustecken. Aber im Allgemeinen läuft bei uns eigentlich die Social Media Betreuung mittlerweile nicht mehr im Fundraising, sondern die ist eigentlich ein Wanderpokal, die ist mal irgendwann In der Presse gewesen, ist dann ins Fundraising gegangen und ist wieder zurück zur Presse gegangen, wo sie mittlerweile exzellent betreut wird.

Maik Meid Okay, sehr gut. Wir merken das hier an dem Kurs, dass der ganz gut besucht ist und der zweite Kurs ja auch schon ausgeschrieben ist. Das heißt, der Bedarf an Online-Fundraiserinnen und Fundraisern wird zumindest aus der Sicht der Fundraising Akademie aus meiner Persönlichen auch steigen Was glaubst du, wo würden sich die Organisationen am ehesten den Gefallen tun, die Leute herzuholen? Also es gibt ja zwei Wege. Es gibt auf der einen Seite die Möglichkeit, holst du dir online-affine Menschen, machst die NGO fit. färbst sie in deinem für deinen Kanal oder aber du nimmst einfach Leute aus deinem eigenen Bereich und machst sie digital fit. Ich habe da eine persönliche Meinung zu, aber die würde ich dir jetzt noch nicht sagen, weil ich mich jetzt mal deinen interessiert. Ähm. Vielleicht müssen wir nochmal ganz kurz sagen, wir haben gerade Orgelmusik im Hintergrund. Das hat nichts damit zu tun, dass wir in einer Kirche sind, sondern eben in einem evangelischen Tagungshaus und irgendwie scheint sich da gerade jemand Das Suppenkummer nach dem Essen abzuorgeln. Entschuldige.

Michael Gotzen Tja. Also ich denke, da können beide Wege richtig sein. Also ein ganz klares Jein, also. Also ich glaube, die Idealbesetzung wäre sicherlich ein extrem online affiner Fundraiser, der Fundraising-Erfahrungen hat und gleichzeitig aber auch mit den Online-Marketing-Themen oder auch mit Online-Technik gut auskennt, was jetzt nicht heißt, dass ich da irgendwie mich selber beschreiben will, sondern Vielleicht eher tatsächlich auch Kollegen wie in Tilo Reichenbach, der Schöne Grüße noch Auch einer der Vorreiter ist in dem Bildung.

Maik Meid Alle warten auf die Dissertation von Tilo, was die bauerliche Zahlen bringt über die Organisation.

Michael Gotzen Genau Genau, also das heißt, das ist so die eine Seite des Spektrums und auf der anderen Seite kann man natürlich auch versuchen. Leute in NGOs zu integrieren, die vielleicht vorher in einer Online-Agentur gesessen haben. und als Online-Marketer tatsächlich unterwegs waren, vielleicht vorher ein Portal betreut haben oder Ähnliches, das kann auch durchaus gut funktionieren.

Maik Meid Ja, also ich glaube einfach persönlich und das ist das erlebe ich jetzt auch möglicherweise ein bisschen bei den Teilnehmern dass du dieses Thema einfach irgendwie leben musst. Also es muss schon irgendwie dein Thema sein. Also du musst schon irgendwie, also ich sag mal, das Smartphone sollte zu dir gehören. Und es sollte nicht unbedingt nur das Smartphone sein, während du es auf der Arbeit hast, also um es als Instrument zu sehen. Du musst irgendwie in diesen digitalen Welten einfach auch dich zu Hause fühlen, glaube ich. Und dann ist es auch egal, ob du jemanden aus der eigenen Organisation nimmst oder jemanden von außen. Aber Hauptsache, das ist jemand, der eben. . wirklich sowohl Technik als auch digitales Denken, als auch ein bisschen die Philosophie und die gesellschaftsverändernde Kraft von Digitalisierung versteht. Also ich erlebe häufig Organisationen, die sagen, okay, wir haben auch jetzt ganz viel Erfahrung mit Fundraising und nehmen wir das Ding online jetzt mal irgendwie oben mit drauf. Und versuchen Gesetzmäßigkeiten aus dem analogen Zeitalter, also aus Print und Co, einfach zu übersetzen ins Digitale und es funktioniert nicht. Was einfach eine völlig andere Herangehensweise ist. Also angefangen von nicht mehr vor allem, Top-Down-Denken hin zu Netzwerk denken. Also Netzwerk allein sagt es ja schon, Netzwerk tickt einfach völlig anders. Und da glaube ich, prallen gerade sowohl bei den Organisationen als auch bei den Personen, die es tun müssen, irgendwie Welten aufeinander. Und das ist echt das klassisches Change Management, also was auch weh tut. Deswegen auch ganz klares Jein, aber eben es muss jemand sein, der dieses Thema eben nicht aufgedrückt bekommt und wo die Hand auf die Schultern gelegt wird und gesagt, du bist jetzt unser Onliner und legst dich doch mal ein.

Michael Gotzen Ja, das funktioniert sicherlich nicht, sondern man muss natürlich schon Spaß an dem Thema haben. Das denke ich auf jeden Fall. Das ist aber bei allen anderen Kanälen auch. Also das heißt, wenn ich Mailings eigentlich wieder Willen macht, dann können die nicht besonders gut werden. Und wenn ich Face to Face eigentlich Able, wird auch das vielleicht in der Betreuung nicht besonders gut funktionieren. Ich finde beim Online-Kanal, wenn man sich überlegt, wer sind denn eigentlich die Spender, die online spenden. Das sind ja nicht unbedingt alles Nerds. Das Gegenteil ist ja so. Genau. Das heißt, ich habe da eigentlich ganz normale Menschen, die Zum Teil vielleicht extrem online affin sind und Und auf der anderen Seite tatsächlich auch ältere Menschen, die sich daran gewöhnt haben, bei Amazon einzukaufen und sich vielleicht mittlerweile auch trauen, Online-Banking zu machen, nachdem sie irgendwie gemerkt haben, dass Online-Einkaufen schon mal sehr gut funktioniert. Und einfach bequemer ist oft als alles tatsächlich persönlich im Laden zu machen. Die Zielgruppe eben auch das Online-Spenden zunehmend für sich entdecken wird und dass das aber genau wie in allen anderen Spendenkanälen jetzt nicht auf einmal die 20- bis 30-Jährigen sind, die da den großen Anteil der Spenden ausmachen, sondern Weiterhin durchaus die, die schon länger im Berufsleben stehen und vielleicht auch mehr Geld zur Verfügung haben. Und davon abgesehen, denke ich, ist es auch nicht unbedingt eine Altersfrage, tatsächlich, wie online-affin Menschen sind. Also es gibt eben da viele Beispiele für 70-Jährige, die Dann ähm, die täglich bloggen und zwanzigjährige, die um Eigentlich das völlig ablehnen, ein Smartphone bei sich zu tragen.

Maik Meid Bei unseren Foto- und Videoseminaren haben wir das häufig so, dass wirklich nahezu in jedem Kurs, den wir da haben, immer eine Person, irgendwie so ein altes Nokia 32. 10 auf den Tisch schaut und sagt, ey, funktioniert schon 20 Jahre, wo immer noch. der erste Akku und mehr brauche ich nicht. Das ist super. Wir hatten das gestern nochmal, als Willibert Golke hat was zum Thema Zahlungsverkehr gemacht. Habt ihr euch schon mal oder hast du dich persönlich schon mal mit wirklich auch mit diesem, mit dem neuen Pay Direct Player nochmal irgendwie beschäftigt? Weil das auf dem Markt kommt, weil ein Zusammenschluss eben von verschiedenen Banken als Zahlungsverfahren. die sich ja auch so ein bisschen gegen PayPal da positionieren wollen. Hast du da schon, habt ihr schon mit beschäftigt oder hast du sogar schlecht schon Erfahrungen oder sagt ihr, wir warten erstmal ab, ob das Ding überhaupt irgendwie ordentlich an den Start geht?

Michael Gotzen Also mit beschäftigt habe ich mich schon. Das heißt, ich weiß, dass es das gibt. Und auch so ein bisschen wer dahinter steht, ja. Jetzt tatsächlich integriert haben wir es bei uns noch nicht, also Erfahrungen haben wir noch nicht sandwichen.

Maik Meid Wir suchen nämlich seit diesem Seminar gestern, gibt es irgendeine Org, die es schon drin hat, wo man mal ein bisschen was und aber letztendlich alle schüttelten auch nur mit dem Kopf sagen?

Michael Gotzen Ja, aber ich weiß auch, dass tatsächlich im gerade genau diese Frage viele Online-Fundraiser auch beschäftigt und eben tatsächlich im Kollegenkreis rumgefragt wird, wer hat denn schon und Wie sind die Erfahrungen tatsächlich? Weil was man schon sagen muss, das wird der Willibald Golke wahrscheinlich gestern ausführlich auch breitgetreten haben. dass die ganzen verschiedenen Zahlungswege zwar auf der einen Seite Türen öffnen zu den unterschiedlichen Vorlieben oder zu den unterschiedlichen Spendern, die eben sowieso gewohnt sind, mit PayPal zu bezahlen oder der Lastschrift Online-Vertrauen oder Kreditkarte als Zahlungsmittel online auch in anderen Zusammenhängen nutzen. Aber auf der anderen Seite ist die interne Abwicklung durchaus nicht unkomplex.

Maik Meid Auch wenn man

Michael Gotzen Ein Zahlungsanbieter hat, der das alles für einen bündelt, erstmal online. Also man muss jetzt nicht alles selber machen. Aber in dem Moment, wo dann die Zahlung bei uns auf dem Spendenkonto ankommt, müssen wir nochmal hingehen in vielen Fällen und dann Die Zahlungssumme dann auf die verschiedenen Spender dann nochmal nachträglich verteilen.

Maik Meid Danke für den Hinweis. Also genau, vielen Dank für den Hinweis, das hat er tatsächlich gesagt, ist auch nochmal wichtig, wirklich jeder Zahlungskanal hat im Nachklapp wirklich völlig unterschiedliche Prozesse und löst ganz, ganz viele teilweise sehr komplexe Dinge in der Finanzen und Kommunikations- äh, äh, Finanzen- und Controlling-Abteilung aus. Das ist um es war auch da auch nochmal ganz deutlich der Tipp vom Kollegen. Also wenn ihr das macht, ja, bitte von Anfang an einfach die Fibu und die and die Finanzmenschen mitnehmen. Und zwar so mitnehmen, dass sie das auch verstehen und dass sie es vor allen Dingen auch wollen. Die Erfahrung kann ich nur teilen. Also definitiv, genau, wenn die wenn die wenn es Finanzen und Controlling nicht mitmacht, dann ist das Ding tot. Nochmal zu dir zurück als Person. Du bist jetzt Fundraiser, du bist jetzt fünf Jahre bei Actomedio, hast die Akademie abgeschlossen. Ich nehme dir jetzt mal so ab, so wie ich dich erlebe, dass du deinen Job gerne machst. So, und das erlebe ich im Fundraising ja auch immer wieder, entweder du machst es gerne oder du machst es gar nicht. Deswegen stelle sie dir trotzdem die Frage, obwohl ich glaube schon die Antwort zu kennen, würdest du es nochmal machen? Und würdest du andere Menschen, wie würdest du es raten, dir möglicherweise ähnlich zu tun? Also für wen ist es was? Für wen ist so ein Fundraising-Job was?

Michael Gotzen Also ich glaube, also für diejenigen, die tatsächlich da wild entschlossen reingehen, in eine Institution wie die Fundraising Akademie oder einen anderen Weg wählen, ins Fundraising zu gehen, Ich glaube schon, dass die damit einen Job finden, der extrem vielseitig ist. Weil man selten jetzt nur für ein kleines Zahnrädchen zuständig ist, sondern meistens Dann eine ganze Menge links und rechts auch betreut, steuert und auch eben eigene Ideen einbringen kann und auch einbringen muss. Auf der anderen Seite ist es aber auch durchaus nicht nur ein kreativer Beruf, sondern ist auch sehr zahlengeprägt. Das heißt Wenn jemand Excel und Datenbanken eigentlich lieber aus drei Kilometer Abstand nur anschaut. Kann das durchaus zu Problemen führen? Das heißt, man muss schon auch mit Zahlen belegen können, was man da tut und dass es erfolgreich ist. Genau, aber ich finde, es ist ein Beruf mit einer spannenden Perspektive auch, mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten und auch. Änderungsmöglichkeiten. Das heißt, ich muss ja nicht irgendwie zehn Jahre lang mich mit einem Fundraising-Instrument beschäftigen, sondern da gibt es innerhalb von Organisationen eigentlich immer auch die Möglichkeit. dann auch mal sich mit Kollegen abzuwechseln, dass man mal einen neuen Bereich kennenlernt, sich in was anderes reinarbeitet, in was anderes rein wächst, vielleicht auch. Ich denke, das ist Auf jeden Fall ganz spannend und ja, und es ist ein Beruf, wo tatsächlich auch zumindest bis heute noch tatsächlich ein Quereinstieg Eher die Regel ist, als die Außen definitiv und auch gewünscht ist.

Maik Meid Direkt vom Abi kommen hast du, das ist ja eher auch Sehr wenig Erfahrung und das ist so, die Erfahrung brauchst du, glaube ich, wirklich schon. Also wissen, wie die Welt funktioniert.

Michael Gotzen Ja gut, es gibt natürlich so Frühheinsteiger wie den Jan Uckermann.

Maik Meid Aber es ist auch die Ausnahme. Also es gibt es bestimmt auch ein paar andere Grüße übrigens. Auch einer der Kandidaten, von dem ich weiß, dass er sich das anhören wird. Aber letztendlich, ja, sicherlich, ich kenne die ganze Kurse an der Akademie auch nicht, aber es ist halt schon eher die Unterzahl. Worauf müssen denn Kolleginnen und Kollegen in den kommenden drei Jahren achten? Welche drei Punkte würdest du empfehlen, was sollte man in den nächsten drei Jahren tun als Fundraiser? Worauf sollte man achten? Womit sollte man sich beschäftigen?

Michael Gotzen Etwas schwierige Frage. Weil die auch sehr stark davon abhängig sein kann, in welchem Bereich ich arbeite, in was für eine Organisation. Das kann inhaltlich schon sehr unterschiedlich sein, ob ich jetzt in einer Tierschutzorganisation bin oder in einer. . Gesundheitsorganisation oder Katastrophenhilfeorganisationen, weil ich denke, so ein Moment so ein ganz starker gesellschaftlicher Wandel stattfindet. . So Stichwort Flüchtlingskrise, Naher Osten. wo für bestimmte Zwecke das Spendenverhalten sich möglicherweise in den nächsten Jahren auch ändern kann. nicht ändern muss, aber wo tatsächlich auf jeden Fall ein gesellschaftlicher Wandel, ein politischer Wandel im Moment stattfindet, der vielleicht auch nicht unumkehrbar ist, aber Zumindest im Moment halt in eine unschöne Richtung tendiert. Ich denke, mit solchen Themen sollte man sich beschäftigen als Fundraiser auf jeden Fall. Dann sollte man sich beschäftigen mit ganz profanen Dingen wie Zahlungswegen, weil auch da eine Menge passiert, wir aber nicht wissen, Was wann passiert. Also zum Beispiel der klassische Überweisungsträger, den die Banken und Sparkassen, glaube ich, schon gerne loswerden möchten. Im Zuge der Automatisierung und der Schließung von Zweigstellen soll immer mehr über Bankautomaten abgewickelt werden. Dafür braucht man eigentlich keinen Überweisungsträger, dafür reicht ein QR-Code oder sonst irgendwas. Das ist eine interessante Frage tatsächlich, ab wann zum Beispiel dieses ganz wichtige Fundraising-Instrument, Überweisungsträger, abgelöst wird und da gibt es noch keine Antworten. Ich denke, solche Dinge sollte man beobachten. Ja, und als drittes würde ich sagen, um das Vielleicht ganz gut ist, als Fundraiser vor allen Dingen auch rauszugehen. Das heißt, wirklich den Austausch auch zu nutzen mit Kollegen. Fundraising-Tage sind ein ganz tolles Forum. Wo man auch für wenig Eintritt sehr viel geboten bekommt. Es gibt den Fundraising Kongress.

Maik Meid Dann wollte ich, glaube ich, sogar gerade noch hinaus Steinverlage gegeben.

Michael Gotzen Genau, und du hast ja auch erzählt, man kann auch in ganz anderen Ländern in Fundraising-Kongresse besuchen.

Maik Meid Na, also war das zwar der Tipp, was hatten wir gestern im Gespräch. Geheimtipp. Genau, Geheimtipp. Bratislava, also der slowakische Fundraising-Kongress, der ist bezahlbar mit international erfahrenen Referenten. Das ist großartig. Ich war davor, es ist schon drei Jahre her, dass ich da war, aber Ich würde das jederzeit nochmal machen.

Michael Gotzen Genau, aber auf die Idee muss man tatsächlich erstmal kommen, aber ich denke, also dass das insgesamt eben die Fundraising-Szene auch eben auch damit den Beruf so toll macht, ist, dass die So eine Gemeinschaft gefühlt gibt, der Fundraiser, die 1000, 2000 Leute vielleicht umfasst. Und von denen man, wenn man mal schaut, irgendwann immer mehr kennt, kennengelernt hat, sich immer wieder begegnet. und darüber auch dann einen Austausch haben kann und darüber auch ganz viel mitbekommen, was es Neues gibt

Maik Meid Jetzt hast du gerade den Kongress schon angesprochen, wir haben Ende Februar, Kongress ist Ende April, der Deutsche Feindwesen-Kongress in Berlin 2016. Bist du da?

Michael Gotzen Ähm, ja, das Thema ist oder ein Schwerpunktthema ist Mailings. Dass das Mailing nicht tot ist, wird da sicherlich verkündet werden. Da bin ich natürlich gerne dabei.

Maik Meid Du bist dieses Mal, weil ich dich meistens immer so auf Referentenebene auf dem Schirm habe, du bist aber diesmal klassischer Teilnehmer.

Michael Gotzen Ja, also so große Referate habe ich auf dem Fundraising-Kongress gar nicht gehalten, sondern ich habe mal eine Table-Session gemacht vor drei Jahren, glaube ich, und vorletztes Jahr mit dem Thomas Stolze von der Fundraising-Box. Auf was Basiswissen Online-Fundraising erzählt habe und genau.

Maik Meid Also du bist ein großer Verfechter, das hast du mir gestern Abend erzählt, auch noch vom IFC, vom Internationalen Fundraising-Kongress.

Michael Gotzen Nein, das ist auch Quatsch, sondern nein, ich hatte das große Glück, dass ich tatsächlich letztes Jahr dahin durfte. Das ist schon für eine Organisation auch eine Herausforderung, weil das Ticket ist einfach teuer, das kann man so sagen. Aber tatsächlich, was man dort mitbekommt, so von den Kollegen, die man dort kennenlernt, als auch von den Referenten Ist tatsächlich nochmal so ein ganz anderer Blickwinkel als beim Deutschen Fundraising-Kongress. Das heißt, die, wie zum Beispiel NGOs in Brasilien Face-to-Face-Fundraising machen, Hat vielleicht keine direkten, sind jetzt keine direkten Anstöße, die eins zu eins dann hier für mich umsetzen sind. Aber es manche Sachen sind dann eben doch sehr ähnlich und Und das sind dann tatsächlich Vorträge, die man leider im deutschen Fundraising-Kongress nicht hören kann, weil, glaube ich, auch so ein bisschen die Angst besteht. dass man da mit englischen Vorträgen eine zu hohe Sprachbarriere hat und die leider dann Auf ganz wenige begrenzt. Da werden ja auch internationale Fundraiser durchaus als Referenten eingeladen, aber es ist halt überhaupt nicht international aufgestellt, sondern es ist tatsächlich eher so die. deutsche Fundraising-Szene, die dort auch dann in Form von Referenten vertreten ist. Sicherlich auf einem extrem hohen Niveau, aber Ich denke, beim IFC habe ich einfach nochmal ganz andere Leute gesehen. Es auch durchaus sein kann, wenn ich jetzt dreimal hintereinander zum IFC fahren durfte, würde ich möglicherweise auch sagen, das sind ja auch immer die gleichen Referenten, weil das haben nämlich, hat der ein oder andere Teilnehmer dort dann auch gesagt, und das da durchaus zum Teil dann auch Leute dann zum Wiederholten mal vortragen und dass sie das dann halt auch schon kennen. Und ich denke, da ist immer das Neue ist immer Natürlich besonders toll.

Maik Meid Ich werde regelmäßig gefragt, lohnt es sich für Fundraising-Einsteiger zum deutschen Fundraising-Kongress zu fahren? Was meinst du?

Michael Gotzen Auf jeden Fall. Also, das denke ich schon. Also, ich habe ja eben auch schon die Fundraising-Tage erwähnt, die regional dann

Maik Meid Anfang April jetzt stattfinden.

Michael Gotzen Also die sind ein absolutes Muss. Und der Fundraising Kongress. Ist aber auf jeden Fall auch ein tolles Forum um gerade auch in kleineren Organisationen, wenn ich nicht so noch drei erfahrene Fundraising-Kollegen habe, die ich fragen kann, dann tatsächlich auch Menschen treffen kann, die ich mit Fragen löchern kann, wo ich Informationen bekomme, die ich In keinem Buch und auf keiner Website finde.

Maik Meid Also es ist ein toller Geld wert, auf jeden Fall, sagst du.

Michael Gotzen Ich denke, das ist sein Geld wert und wenn man das vergleicht mit dem, was man für Fundraising-Maßnahmen ähm budgetieren muss, dann ist diese Eintrittskarte zum Kongress, glaube ich, verschmerzbar. Und ich denke, dass auch gerade für kleinere Organisationen sich das im Endeffekt dann lohnt, das dann eben auch in die Mitarbeiter zu investieren und zu gucken, dass die wirklich Wissensmäßig und motivationsmäßig da auch dann ganz weit vorne sind.

Maik Meid Jetzt sind wir am Niederrhein gestartet, sind irgendwie durch die Digitalwelt dann in Holland, in Nordweicher Haut gelandet und hinterher anschließend in Berlin. wird es dich irgendwie nochmal woanders hinschlagen und hast du irgendwie ein persönliches mein großer Wunsch ist irgendwie nochmal ein kleines Häuschen in Nordnorwegen oder so oder wenn du es dir aussuchen könntest Wo würdest du gerne hinwollen?

Michael Gotzen Also ich bin tatsächlich dem Rheinland sehr verbunden und es ist tatsächlich so, dass wir mit unserer Familie nach Düsseldorf ziehen, wo wir in einem Bauprojekt mit 30 oder mit X. Insamt 30 Familien, ein Mehrfamilienhaus, so als Projekt bauen. Und das ist ein Projekt, das dauert auch schon seit mehreren Jahren.

Maik Meid Der Baubeginn war aber jetzt tatsächlich im Dezember.

Michael Gotzen Wir werden in einem Jahr dort dann einziehen und hoffen dann, dass da alles ein bisschen einfacher wird mit der Kinderbetreuung, auch wenn wir auch beide berufstätig sind.

Maik Meid Aber dann kannst du nicht mehr mit dem Fahrrad fahren.

Michael Gotzen Tunnels Forst. Ja, es muss noch etwas schneller werden, dieses Fahrrad dann. Aber ich habe da schon eins im Blick. Super.

Maik Meid Lieber Michael, lassen wir uns einen Cut machen. Ganz vielen Dank für die vielen Einsichten und Umsichten. Das war toll. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Und ich nochmal an der Stelle hingewiesen: www. aktionmedio. de kann man ja auch vielleicht nochmal, weil der Podcast gefallen hat. Vielleicht nochmal eine kleine Spende hinterlassen, freuen sich alle Beteiligten. Das war’s, und ja, bis zum nächsten Mal. Alles Gute, tschüss aus Schmitten, Maik und Michael. Ciao!

Sprecher 1 Fundraising radio. de

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Tach, ich bin Maik Meid.

Ich unterstütze seit 20 Jahren gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft mit Medien und Workshops rund um’s Fundraising und Kommunikation. Und seit Anfang 2023 bleibe ich für Euch tagesaktuell auf dem KI-Entwicklungsstand der Dinge. (Ich mach wirklich kaum anderes mehr…)

© Maik Meid Fundraising Media