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Claude Chat - Cowork - Code?

Drei Claude-Produkte, ein Anbieter, und du fragst dich, wo ist der Unterschied

Anthropic ist der Anbieter hinter dem sehr bekannten Tool Claude. Wer Claude nutzt (oder nutzen will), steht aktuell vor drei Varianten, die auf den ersten Blick alle irgendwie "Claude" sind, sich aber fundamental unterscheiden. Ich erkläre euch, was dahintersteckt.

Claude Chat: der Denkpartner

Das ist das, was ihr wahrscheinlich kennt. Claude.ai, im Browser, auf dem Smartphone oder iPad, auf dem Desktop. Eine Konversations-KI für Schreiben, Recherche, Analyse und Wissenssynthese.

Die Stärke liegt in tiefem Reasoning (also sowas wie "Nachdenken"), langen Texten, nuancierter Analyse. Durch "Projekte", also gespeicherte Kontexte, erinnert sich Claude an euren Workflow über mehrere Gespräche hinweg.

Man kann das für vieles einsetzen: Workshopkonzepte, Blogposts, Promptentwicklungen, Übersetzungen. Über 50 "Konnektoren" verbinden Claude mit anderen Tools wie Slack oder Indeed, die in unserer Blase aber eher keine Rolle spielen.

Was Claude AI nicht kann: direkt in eure Dateien auf dem Rechner gehen, Code ausführen, komplexe Automatisierungen fahren. Ihr seid immer Teil des Workflows, reviewt und gebt frei. Das ist kein Fehler, das ist das Prinzip.

Für wen ist Claude Chat: alle, die schreiben, denken, kommunizieren. Nonprofit-Kommunikation, Spendenakquise, Förderanträge, interne Dokumente. Euer Einstiegspunkt, wenn ihr noch nichts ausprobiert habt.

Preise: Free (eingeschränkt nutzbar; Achtung Datenschutz!), Pro für ca. 20 Euro/Monat, Max für 100-200 Euro/Monat (für Menschen, die mehr wollen), Team für 30 Euro pro Person bei der Buchung mehrerer Personen. Es gibt eine rabattierte Team-Version für Nonprofits, die über den Claude-Service beantragt werden kann.

Claude Code: der Programmierer oder Ingenieur

Claude Code läuft als Tool direkt in eurem Terminal (der "Kommandozeile", also dieses Werkzeug, wo sich viele leider nicht gerne rantrauen), liest eure gesamten Kontexte, führt Befehle aus, schreibt Tests, baut neue Features. Kein Browser, kein Chat im klassischen Sinne. Ihr beschreibt in normaler Sprache, was ihr wollt, Claude liest den Code, macht einen Plan und führt ihn durch. Claude Code funktioniert auch in der App, dort dann in einer quasi simulierten Kommandozeile.

Ich nutze das selbst für meinen Obsidian-Vault, für Automatisierungsskripte, Bauen von Assistenten für meinen Verwaltungsalltag. Der Unterschied zu Claude Chat ist riesig: Claude Code agiert, testet, iteriert eigenständig. Ihr müsst nicht jeden Schritt freigeben (könnt das aber natürlich).

Für gemeinnützige Organisationen ohne eigene IT-Abteilung klingt das abstrakt. Stimmt. Das ist ehrlich gesagt ein Werkzeug für Leute, die coden (oder coden lassen wollen). Wenn ihr Datenbank-Skripte, API-Integrationen oder automatisierte Reports braucht, ist das relevant. Viele IT-Abteilungen mögen das allerdings auch so gar nicht. Hier steckt allerdings wirklich die richtige Musik drin.

Für wen: technische Nutzer, die Codebases verwalten, die wissen, was Git ist oder Entwicklungsprozesse beschleunigen wollen.

Preise: Pro für 20 Euro/Monat (Hier stößt man öfter mal an Grenzen), Max ab 100 Euro/Monat (im Claude-Abo enthalten), API nutzungsbasiert, Enterprise auf Anfrage.

Claude Cowork: der Automatisierer

Claude Cowork ist in der Desktop-App von Claude enthalten und kann Dateien, Ordner und Apps auf eurem Rechner verwalten. Es ist kein Coding nötig. Ihr öffnet den Cowork-Tab in der Claude-Desktop-App, wählt einen Ordner oder eine ZIP-Datei, gebt die Aufgabe ein, und Claude arbeitet.

Anwendungsfälle laut Anthropic: Belege in Ausgabenberichte umwandeln, Excel-Dateien analysieren und aufwerten, ZIP-Ordner entpacken und auswerten, Forschungs- und Rechercheergebnisse aus mehreren Dateien erstellen, Folien aus euren Dokumenten bauen. Das klingt nach Sachbearbeitung, ist es auch, im besten Sinne: repetitive, zeitfressende Aufgaben, die kein tiefes Nachdenken brauchen, aber trotzdem ewig dauern.

Ein paar Dinge kann tatsächlich nur Cowork. Es steuert auf Wunsch euren Browser, klickt sich durch Websites und füllt Formulare aus. Es arbeitet parallel, recherchiert also mehrere Förderstiftungen gleichzeitig statt eine nach der anderen. Es erledigt geplante Aufgaben von allein, etwa einen Wochenbericht, der jeden Freitag fertig vorliegt, ohne dass ihr daran denken müsst. Und über "Record a Skill" zeichnet ihr einen Ablauf an eurem Bildschirm auf, aus dem Claude einen sogenannten Skill baut, also eine gespeicherte Arbeitsanweisung für alle Wiederholungsfälle. All das braucht die laufende Desktop-App.

Besonders interessant und noch recht neu ist "Dispatch". Ihr gebt eine Aufgabe vom Smartphone ein, Claude erledigt sie auf eurem (aktiv und geöffneten) Desktop, ihr kriegt eine Push-Benachrichtigung bei Fragen oder Erledigung. Morgens unterwegs den Auftrag stellen, nachmittags am Rechner die fertige Ausgabe abholen.

Was Cowork nicht ist: ein Denkpartner für strategische Fragen, kein Code-Editor, kein Schreibassistent. Also offiziell zumindest. Ich habe persönlich auch andere Erfahrungen gemacht und gezeigt, dass das sehr wohl geht. Irgendwie ist Cowork gefühlt was zwischen Chat und Code.

Ein Missverständnis räume ich noch ab: Skills und Konnektoren sind kein Cowork-Bonus. Beides funktioniert im Chat genauso. Wer Cowork nur öffnet, um an zusätzliche Funktionen zu kommen, kann sich den Weg sparen.

Für wen: alle, die mit Dokumentenmengen und Dateiorganisation kämpfen. Organisationen mit viel Verwaltungsarbeit (wer hat die nicht?) könnten hier echte Zeitgewinne finden.

Preise: im Pro-Abo (20 Euro/Monat) limitiert enthalten, Max für heavy tasks, Team für 30 Euro pro Person.

Und jetzt?

Drei Produkte, eine klare Logik dahinter: Claude AI denkt mit euch, Claude Code entwickelt für euch, Claude Cowork arbeitet für euch. Das sind verschiedene Schichten desselben Ansatzes.

Falls ihr zwischen Chat und Cowork schwankt, hilft eine einzige Frage: Wisst ihr schon, wie das fertige Ergebnis aussehen soll? Dann ab damit zu Cowork. Muss die Form erst im Gespräch entstehen, seid ihr im Chat richtig.

Richtig rund wird es, wenn die Werkzeuge ineinandergreifen: Im Chat entwickelt ihr einen Ablauf, lasst Claude daraus einen Skill bauen und gebt den an Cowork weiter, das ihn künftig als geplante Aufgabe abarbeitet. So wird aus einem guten Gespräch eine dauerhafte Entlastung.

Für die meisten Menschen in gemeinnützigen Organisationen ist Claude AI der richtige Einstieg. Wer technisch unterwegs ist oder Automatisierungspotenzial sieht, schaut sich Claude Code oder Cowork an. Und wer alle drei kennt, hat ein gutes Bild davon, wohin KI-gestützte Arbeit gerade steuert.

Ich bleibe dran. Und nein, das ist kein bezahlter Beitrag. Ich zahle selbst für Claude. Monatlich. Als ob Anthropic sowas machen würde. Allerdings schicken sie immer gerne mal kostenlose Credits für API durch das Internet.


Tach, ich bin Maik Meid.

Ich unterstütze seit 20 Jahren gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft mit Medien und Workshops rund um’s Fundraising und Kommunikation. Und seit Anfang 2023 bleibe ich für Euch tagesaktuell auf dem KI-Entwicklungsstand der Dinge. (Ich mach wirklich kaum anderes mehr…)

© Maik Meid Fundraising Media